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ZeroDegrees
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Mag ich Mag ich nicht

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13.02.2013 - 23:14 Uhr
ZeroDegrees

FocusTurnier sagte:
Wollen Sie denn nicht dagegen aufstehen bzw. richtigstellen, wenn ihn (ihrer Meinung nach) eine negative Außenwahrnehmung mitgeteilt wird? Sind sie dann still und sagen nix, weil....Ja warum?


Nein, aber endlose Wiederholungen führen auch nicht zu einer anderen Überzeugung bei manchen Menschen. Deswegen sollte man sich nicht zu sehr aufs Wehren versteifen. Mit der Beteuereung allein überzeugt man halt kaum jemanden und manche wird man nie überzeugen. Damit muss man leben und sich nicht aufhalten lassen.

FocusTurnier sagte:
ZeroDegrees sagte:
Jeder Einzelne muss seine Entscheidungen tragen können und damit zufrieden und glücklich leben können. Es hilft nicht, sich selbst auf Wunsch anderer zu verbiegen, nur damit diese ein gutes bild von einem haben.


Der Verbrecher, Sexist, giere Manager kann sein Verhalten begründen und trägt die Konsequenzen freiwillig.

ZeroDegrees sagte:
(Natürlich immer unter der Prämisse keinem anderen zu Schaden.)


Wie ist diese Prämisse definiert? Prämissen sind grundsätzliche Festlegungen, die pauschal sind und eine grobe Marschrichtung vorgeben.
(...)
Wo wollen Sie Grenzen ziehen, wenn jeder alles das machen sollte, für das er sich selbst die Grenzen zieht und durch niemanden Grenzen gezogen
bekommt?


Das du den Zusammenhang nicht selbst erkennst, ist sehr schade.
Ich habe geahnt, dass genau solche wirren Bsp. kommen und genau deswegen steht auch da.. Solange man keinem schadet - was ein Verbrecher, Seixist oder aber gieriger Manager eben direkt oder indirekt tut.
Die geforderten Gesetze sind doch eben solche "pauschalen" Prämissen. Sie gelten eben für alle Menschen, haben aber nichts mit der Pauschalisierung wie im Text zu tun.

FocusTurnier
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Mag ich Mag ich nicht

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13.02.2013 - 23:17 Uhr
FocusTurnier

schwindlicht sagte:
Was soll "Universalismus" da oben meinen?
(Und wenn die FAZ über junge Leute kanzelt, redet auch der Topf über die Deckel. Das ist billig, konnen'se gleich ein Hohelied auf die überkommenen Werte singen.)



Naja, auch wenns nicht Ihre erste Info-Quelle ist....Zumindest ist sie ein Medium, in dem die Generation schreibt, welcher Frau Fries "vorwirft", sich nicht entscheiden zu können. Das kann man zumindst lesen, um sich einen Eindruck vom eigentlichen Problem zu machen und auch mal seine Perspektive ändert und andere Sichtweisen zulässt und diskutiert.
Und mit "Universalismus" ist m.M.n. eine "jeder-kann-alles-und-ist-alles"-Einstellung gemeint. Gleichheit. Uniformität. Ein Teppich aus vielen verworrenen Fäden (Lebensläufe) ohne von außen sichtbare Akzente. Und weil man (bzw. die ältere Generation) von außen eben keine peaks, Spitzen, Ausschläge sieht oder mitbekommt, fällt es vielleicht schwer, eine gemeinsame Richtung zu finden.

schwindlicht
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Mag ich Mag ich nicht

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13.02.2013 - 23:23 Uhr
schwindlicht

Uniformität würd ich ja noch verstehen, aber die müsste dann in sein.
Da steht aber "Denn Universalismus sei out."
(Und Universalismus würde ich auch nicht als Uniformität. Eher als Gegenstück zum "vorgeblichen" Relativismus der Jungen. Aber so wie es da steht, zeugt es eher von Unkenntniss und Bluffertum. )

FocusTurnier
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Mag ich Mag ich nicht

-2

13.02.2013 - 23:28 Uhr
FocusTurnier

ZeroDegrees sagte:


Nein, aber endlose Wiederholungen führen auch nicht zu einer anderen Überzeugung bei manchen Menschen. Deswegen sollte man sich nicht zu sehr aufs Wehren versteifen. Mit der Beteuereung allein überzeugt man halt kaum jemanden und manche wird man nie überzeugen. Damit muss man leben und sich nicht aufhalten lassen.


Nur ein Beispiel, nicht persönlich nehmen: Wenn jemand von außen Ihnen (wie auch immer) mitteilt, daß Sie ein Idiot sind, nix können und nach nix aussehen und es eh im Leben nicht hinkriegen werden - dann zucken sie nach zweimaliger mündlicher Widersprache mit den Schultern und trotten von dannen? Krasseres Beispiel: Wenn Ihnen ein nichteuropäischer Ausländer sagen würde, daß sie als Deutscher ein Nazi sind, weil sie ja Menschen umgebracht haben (und der ist wirklich davon überzeugt, weil man es ihm in der Schule so beigebracht hat) - dann würden sie sich nach kurzer Wortmeldung ihrem Schicksal ergeben? Haben Sie kein Interesse daran, wie sie nach außen hin wirken? Das ist ihnen "scheißegal, wie andere darüber denken"?

ZeroDegrees sagte:

Das du den Zusammenhang nicht selbst erkennst, ist sehr schade.
Ich habe geahnt, dass genau solche wirren Bsp. kommen und genau deswegen steht auch da.. Solange man keinem schadet - was ein Verbrecher, Seixist oder aber gieriger Manager eben direkt oder indirekt tut.
Die geforderten Gesetze sind doch eben solche "pauschalen" Prämissen. Sie gelten eben für alle Menschen, haben aber nichts mit der Pauschalisierung wie im Text zu tun.



Ja, ist ja richtig, Aber WER definiert Recht und Unrecht in einer Gesellschaft, in der eigentlich alles individuell ist? Die Mehrheit? Die (unterdrückte?) Minderheit? Die junge Generation mit NUR IHREN Interessen oder die junge Generation mit nur IHREN Interessen? AUf welche gemeinsame Richtung muß man sich einigen und wieso gibt es denn keine Interaktion zwischen älteren Politikern und jungen Wählern? Weil die Wähler sauer auf die alten Politiker sind? Oder weil die alten Politiker die jungen Wähler nicht verstehen?

MfG
FT

schwindlicht
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14.02.2013 - 00:23 Uhr
schwindlicht

So den FAZ-Artikel gelesen, der meint in der Tat einen (Werte-)Universalismus (im Gegensatz zu einem, da vom Papst angeprangerten, Relativismus). Aber auch kein guter Artikel. Ein großes Fragezeichen. Ein Auch-Nichts-Sagen. Nichts-Dagegen-Setzen. Wo man ein Unwort wie "geschlechtsloses Humankapital" nicht sofort verdammt. Oder "kuckt". Oder die Tofuweltnichtbeschützer zutreffend beschimpft. Was aber auch zu nichts führt.

"Wir stimmen gegen die Privatisierung des Trinkwassers, setzen uns für die Abschaffung der Studiengebühren an und starten einen #Aufschrei gegen Sexismus."
Die Welt ist ja so viiiiel komplexer. Was ein Grund ist, immer platter zu argumentieren. Dafür. Dagegen. Ihr Milchbrötchen! (http://www.zeit.de/2013/05/Arbeiterkind-Schulsystem-Aufstieg?fb_action_ids=205794982892289&fb_action_types=og.recommends&fb_ref=facebook.zonarticle.klick.article.recommend&fb_source=aggregation&fb_aggregation_id=288381481237582) Oder ein Grund, für oder gegen eine Generation zu sprechen (und sich natürlich zunächst dagegen verwehren - was dann ziemlich hohl bleibt.)

Den Artikel besser bespricht (mehr ist das hier auch nicht):
http://alrightokee.de/links/links-vom-13-2-13/

ZeroDegrees
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1

14.02.2013 - 01:03 Uhr
ZeroDegrees

FocusTurnier sagte:
Nur ein Beispiel, nicht persönlich nehmen: Wenn jemand von außen Ihnen (wie auch immer) mitteilt, daß Sie ein Idiot sind, nix können und nach nix aussehen und es eh im Leben nicht hinkriegen werden - dann zucken sie nach zweimaliger mündlicher Widersprache mit den Schultern und trotten von dannen? Krasseres Beispiel: Wenn Ihnen ein nichteuropäischer Ausländer sagen würde, daß sie als Deutscher ein Nazi sind, weil sie ja Menschen umgebracht haben (und der ist wirklich davon überzeugt, weil man es ihm in der Schule so beigebracht hat) - dann würden sie sich nach kurzer Wortmeldung ihrem Schicksal ergeben? Haben Sie kein Interesse daran, wie sie nach außen hin wirken? Das ist ihnen "scheißegal, wie andere darüber denken"?


Es ist ja nun nicht so, dass ich es dann einfach ohne Versuch so stehen ließ. Aber man kann auch endlos weiter versuchen einen durch Argumente oder gar Fakten unüberzeugbaren, da wirklich davon überzeugten, einzelnen Menschen vom Gegenteil zu überzeugen. Sehr sinnvolle Implikation - vielen Dank.

Wen man sich ständig um die Meinung einzelner kümmern würde, käme man in der Tat nicht voran, sondern müsste sich ständig für irgendjemanden verbiegen.

FocusTurnier
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Mag ich Mag ich nicht

-2

14.02.2013 - 06:24 Uhr
FocusTurnier

ZeroDegrees sagte:
Es ist ja nun nicht so, dass ich es dann einfach ohne Versuch so stehen ließ. Aber man kann auch endlos weiter versuchen einen durch Argumente oder gar Fakten unüberzeugbaren, da wirklich davon überzeugten, einzelnen Menschen vom Gegenteil zu überzeugen. Sehr sinnvolle Implikation - vielen Dank. Wen man sich ständig um die Meinung einzelner kümmern würde, käme man in der Tat nicht voran, sondern müsste sich ständig für irgendjemanden verbiegen.


Naja, das ich "unüberzeugbar" bin, denke ich nicht. Aber überzeugen kann man durch Fakten und stichhaltige Punkte. Damit ein Verhalten begründbar ist und auch nach außen so wiedergegeben werden kann. Damit die "Gegenseite" vielleicht auch mitbekommt, was man von einem will. Und hier geht es ja anscheinend nicht um die Meinung Einzelner, sondern es wird beklagt, daß es eine Generationen-Kluft gibt. Und verbiegen müssen sie sich wohl ihr ganzens Leben lang, verbiegen heißt ja flexibel sein, individuell, stromlinienförmig. Spätestens dann, wenn ihr Arbeitgeber Ihnen ihren Lohn am Monatsende auszahlt, und nicht, wie sie das evtl. gerne hätten, am Monatsanfang. Man kann ja trotzdem eine Linie verfolgen, um voran zu kommen. Aber das möchten Sie nicht, weil man Sie sonst pauschal einordnen könnte. Sie halten sich also alle Optionen offen, können alles machen zu jedem Zeitpunkt, wo und wie sie das wollen, und wundern sich aber, wenn andere Generationen das nicht so sehen und nicht verstehen.
So hab ich das verstanden.

MfG
FT

Rudel
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Mag ich Mag ich nicht

1

14.02.2013 - 07:11 Uhr
Rudel

Das größte Problem ist nicht, dass sich die "jungen" Leute nicht mehr entscheiden wollen, sondern dass sie sich alle Optionen offen lassen möchten. Weil sie in irgendwelchen komischen Serien im Fernsehen mitbekommen, wie schön das Leben sein kann. Und wenn sie sich für den "langweiligen" Bürojob entscheiden, das Leben ganz anders sein wird, als bei nem Job als Einzelkämpfer aufm Mars. Es gibt heutzutage eben auch viel mehr Möglichkeiten als vor 30 Jahren. Hat alles seine Vor- und Nachteile. Am schlimmsten ist aber das hinterherjammern. Hätte, wenn und aber. Davon wird nichts besser. Weiß jetzt auch grad nicht, ob das hier reinpasst, wollts aber grad mal loswerden :)

FocusTurnier
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Mag ich Mag ich nicht

-1

14.02.2013 - 08:03 Uhr
FocusTurnier

Rudel sagte:
Das größte Problem ist nicht, dass sich die "jungen" Leute nicht mehr entscheiden wollen, sondern dass sie sich alle Optionen offen lassen möchten. Weil sie in irgendwelchen komischen Serien im Fernsehen mitbekommen, wie schön das Leben sein kann. Und wenn sie sich für den "langweiligen" Bürojob entscheiden, das Leben ganz anders sein wird, als bei nem Job als Einzelkämpfer aufm Mars. Es gibt heutzutage eben auch viel mehr Möglichkeiten als vor 30 Jahren. Hat alles seine Vor- und Nachteile. Am schlimmsten ist aber das hinterherjammern. Hätte, wenn und aber. Davon wird nichts besser. Weiß jetzt auch grad nicht, ob das hier reinpasst, wollts aber grad mal loswerden :)



Das paßt schon. Die "junge Generation" hat einfach zuviele Möglichkeiten. Und ist damit wohl überfordert, weil sie sich nicht festlegen möchte. Möchte? Oder kann? Aber leider nicht zu der Einsicht gelangt, daß ohne eine Entscheidung, ohne eine handfeste Richtung, nichts geht - weil man sich alle Möglichkeiten offen halten will. Also alles wollen ohne etwas definiertes erreichen zu können. #Aufschrei und Anti-Privatisierung sind zwar gut, aber eben nicht alles.

MfG
FT

chrinamu
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Mag ich Mag ich nicht

4

14.02.2013 - 08:50 Uhr
chrinamu

Danke für diesen Beitrag, auch wenn ich nicht allen Argumenten zustimme. Über das Generationengerede rege ich mich immer wieder auf. Vor allem weil die Leute, die solche Thesen aufstellen, immer aus demselben vergleichsweise kleinen Milieu kommen, nämlich aus der großstädtisch lebenden Akademiker-Branche, meist auch noch aus dem Bereich der "Kreativen". Und die kriegen oft gar nicht mit, dass der Großteil ihrer Generation (insbesondere auf dem Land) mit 25 heiratet und mit 28 Hausbau und Kinder in Angriff nimmt.

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