Macht des Vorurteils
Das Stereotyp von Jungen als schlechteren Schülern ist zur selbsterfüllenden Prophezeiung geworden.
Diesen Text aus der Süddeutschen Zeitung kannst du hier leider nicht mehr lesen, er ist aber noch im Archiv der Süddeutschen Zeitung zu finden.- 'Wir sind die 100 Prozent!' 17.06.2013
- Bestechen lernen 17.06.2013
- Angemacht und ausgeraubt 17.06.2013
- Wörter aus der Wüste 17.06.2013
- "Taksim ist überall - überall ist Widerstand" 17.06.2013
Dieser Text von jetzt.de ist in der Süddeutschen Zeitung erschienen. Du kannst die SZ zwei Wochen kostenlos testen - du musst nicht einmal kündigen!
Alle Kommentare anzeigen
Schönes Zitat! und das Perfide ist ja, dass deswegen die Mädchen, die in der Schule so viel mehr Erfolg haben, später dann gute und fleißige Assistentinnen werden. Die träumenden Jungs werden dann Chefs...
chrinamu sagte:
@MojoMenges2:
Schönes Zitat! und das Perfide ist ja, dass deswegen die Mädchen, die in der Schule so viel mehr Erfolg haben, später dann gute und fleißige Assistentinnen werden. Die träumenden Jungs werden dann Chefs...
Zum Beispiel ...
Also, mein Gefühl sagt mir nunmal ständig, dass wir bei der Gender-Debatte noch nicht am berühmten "Springenden Punkt" angelangt sind - weder im öffentlichen Raum, im Politischen, noch in der Forschung. Die Denkweise ist noch zu eindimensional. D.h. wir reduzieren das Thema auf die Macht- und Ressourcenverteilung, was natürlich Forderungen nach z.B. gesetzlichen Quoten, Sanktionen und gesellschaftlichen Schutzmechanismen für Frauen in Gang setzt. Aber das sind nunmal die Normallösungen in einer patriarchalen Welt. Frauenrechtler würden sicher sagen: "Jawohl! Die Männer mit ihren eigenen Waffen schlagen!"
Das eigentliche Ziel (wie ich es definieren würde), nämlich die Herstellung einer Geschlechtergerechtigkeit, eines Geschlechterkonsenses, der für beide Geschlechter (und allen Variationen von Geschlecht) die größtmögliche Entwicklungs- und Entfaltungsfreiheit erzeugt, wird dabei m.E. von den allermeisten überhaupt nicht ernsthaft verfolgt. Es geht um Macht. Um Besitzstände. Um Gerechtigkeit. Die gute, alte sozialistische Denke ....
... ich glaube, damit ändern wir kein System, wir tauschen im Wesentlichen nur die Köpfe aus.
Vielen Dank für die Aufmerksamkeit ;-)
MojoMenges2 sagte:
Das eigentliche Ziel (wie ich es definieren würde), nämlich die Herstellung einer Geschlechtergerechtigkeit, eines Geschlechterkonsenses, der für beide Geschlechter (und allen Variationen von Geschlecht) die größtmögliche Entwicklungs- und Entfaltungsfreiheit erzeugt, wird dabei m.E. von den allermeisten überhaupt nicht ernsthaft verfolgt. Es geht um Macht. Um Besitzstände. Um Gerechtigkeit. Die gute, alte sozialistische Denke ....
... ich glaube, damit ändern wir kein System, wir tauschen im Wesentlichen nur die Köpfe aus.
Vielen Dank für die Aufmerksamkeit ;-)
Manche Beiträge verharren so sehr im umbestimmten, dass sie kaum als Diskussionsgrundlage taugen. Was sollemn denn Gesclhechtergerechtigkeit und Geschlechterkonsens deiner Meinung nach aussehen? Und was soll denn an an Besitzständen oder Machtstreben sozialistisch sein? Das gibt es in allen Gesellschaftsformen...
12.02.2013 - 14:36 Uhr
ts66
chrinamu sagte:
@MojoMenges2:
Schönes Zitat! und das Perfide ist ja, dass deswegen die Mädchen, die in der Schule so viel mehr Erfolg haben, später dann gute und fleißige Assistentinnen werden. Die träumenden Jungs werden dann Chefs...
Diese Theorie habe ich ja auch schon länger. Das ist so ähnlich, wie mit den "gut ausgebildeten Fachkräften" in prekären Beschäftigungsverhältnissen. Letztlich stecken dahinter dann nämlich Ausbildungen, die konsequent am Arbeitsmarkt vorbei entwickelt sind. Mit den entsprechenden Konsequenzen.
Letztlich kommt es halt weniger auf den Abschluss oder die Noten an, sondern darauf, was man kann.
ts66 sagte:
melancholieunduebermut sagte: "auch jungen sind vom sexismus betroffen mimimi" kommentar in 3-....2-.....1-....Ist auch voll gemein dass die versuchen einem das Opfermonopol wegzunehmen!
Steht doch schon im text, oder?
jurette_ sagte:
ts66 sagte:
melancholieunduebermut sagte: "auch jungen sind vom sexismus betroffen mimimi" kommentar in 3-....2-.....1-....Ist auch voll gemein dass die versuchen einem das Opfermonopol wegzunehmen!
Steht doch schon im text, oder?
Was?
MojoMenges2 sagte:
afrirali sagte:]http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/de...
schöner text hierzu:
[link=http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/de...
Der Artikel ist interessant, der letzte Absatz vor allem hat es in sich:
Die ganze Passage ist nicht nur deswegen so traurig, weil man Mitleid bekommt mit dem armen Mädchen, das die Mutter anscheinend zu einer widerlichen kleinen Streberin erziehen will, während der Junge schon gemerkt hat, dass es ein Recht auf Widerstand gibt. Es ist auch deswegen so schrecklich, weil sich gerade in diesem kleinen Ausschnitt so deutlich offenbart, dass, was Hanna Rosin für das Neue hält, in Wirklichkeit das uralte Geschlechterverhältnis ist. Während die Mädchen streben, üben sich die Jungen im Widerspruch. Während sich die Frauen anpassen, gehen die Männer angeln und träumen dabei. Während die Frauen die Gebrauchsanweisungen der Gesellschaft auswendig lernen, ignorieren die Jungen sie, was, wie wir gelernt haben, immer die Voraussetzung für das Neue ist. Und genau davon, vom Erfinden, Entdecken, Erschaffen, spricht Hanna Rosin aber nie.
Mädchen, möchte man da rufen: Vergesst Hanna Rosin! Geht angeln, geht spielen, damit fängt es an.
Bester Kommentar zu dem ganzen "Ende der Männer"-Gedöns der letzten Zeit. Auf den Punkt.
Alle Kommentare anzeigen











4
12.02.2013 - 10:56 Uhr
MojoMenges2
Der Artikel ist interessant, der letzte Absatz vor allem hat es in sich:
Die ganze Passage ist nicht nur deswegen so traurig, weil man Mitleid bekommt mit dem armen Mädchen, das die Mutter anscheinend zu einer widerlichen kleinen Streberin erziehen will, während der Junge schon gemerkt hat, dass es ein Recht auf Widerstand gibt. Es ist auch deswegen so schrecklich, weil sich gerade in diesem kleinen Ausschnitt so deutlich offenbart, dass, was Hanna Rosin für das Neue hält, in Wirklichkeit das uralte Geschlechterverhältnis ist. Während die Mädchen streben, üben sich die Jungen im Widerspruch. Während sich die Frauen anpassen, gehen die Männer angeln und träumen dabei. Während die Frauen die Gebrauchsanweisungen der Gesellschaft auswendig lernen, ignorieren die Jungen sie, was, wie wir gelernt haben, immer die Voraussetzung für das Neue ist. Und genau davon, vom Erfinden, Entdecken, Erschaffen, spricht Hanna Rosin aber nie.
Mädchen, möchte man da rufen: Vergesst Hanna Rosin! Geht angeln, geht spielen, damit fängt es an.