06.02.2013 - 18:30 Uhr

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Verkleiden für Münchner

Text: christian-helten - und Nadja Schlüter Illustration: Katharina Bitzl

Du bist zu einer Faschingsparty eingeladen, aber noch ohne Kostüm? Wir hätten da ein paar Vorschläge.

S-Bahn
So verkleidest du dich: Trage einen roten Anzug und weiße Schuhe und Socken. Auf die Brust kommt das weiße S auf grünem Hintergrund. Und auf die Stirn mit Edding die Nummer und Endstation der Linie, die du darstellen willst. Vorsicht: Wolfratshausen könnte etwas lang für deine Stirn sein.
So verhältst du dich: Sprich in abgehackten Sätzen. Wiederhole alles, was du sagst, auch noch mal auf Englisch. Wenn du dich in Bewegung setzt, versuche, das Geräusch einer anfahrenden S-Bahn nachzuahmen. Bleib in regelmäßigen Abständen grundlos an den unmöglichsten Stellen stehen. Wenn jemand fragt, was das soll, erzähl ihm was von einem Notarzteinsatz an der Hackerbrücke.
Vorteil der Verkleidung: Geringer Aufwand, hoher Wiedererkennungswert. Und die Verkleidung ist ein guter Einstieg in einen Smalltalk. Eine S-Bahn-Geschichte hat jeder zu erzählen.
Nachteil der Verkleidung: Eine S-Bahn ist nicht gerade ein Sympathieträger.
Die passende Bestellung an der Bar: Wasser, Spezi, Saft – in der S-Bahn herrscht Alkoholverbot.
Das sagst du zur Verabschiedung: „This train terminates here.“

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christian-helten

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