Von Manchester bis München
Wir beginnen in England, begeben uns mit einer Pornoregisseurin nach Stockholm und mit einem Hintern in den Nymphenburger Schlosspark. Die Musikvideos unserer fünf Songs der Woche könnten vielseitiger kaum sein. Und für die Ohren sind sie natürlich auch höchst erquicklich.
Everything everything – "Kemosabe"Jonathan Higgs, Sänger der Band Everything Everything hat mal gesagt, dass zu den wichtigsten Einflüssen auf sein musikalisches Schaffen folgende Künstler gehören würden: Nirvana, Radiohead, die Beatles, Destiny's Child und R. Kelly. Irgendwie ziemlich verwunderlich, diese kleine Liste. Vielleicht ist er nicht wählerisch und mag einfach alles, und vielleicht hat er das auch im Bandnamen zum Ausdruck bringen wollen. Darf er aber von uns auch alles machen. Solange dabei so hübsche Lieder wie "Kemosabe" herauskommen, könnte er sogar Heino als Vorbild nennen – uns wär’s egal.
Dutch Uncles - "Flexxin"
Noch mal britischer Indiepop aus Manchester: die Dutch Uncles. Stimmlich kommen sie ein bisschen Hot Chip-mäßig daher, das ist schon mal gut. Noch mehr gefällt uns aber, wie die fünf Briten mit den Geigen umgehen, die sie so reichhaltig in ihren Song "Flexxin" eingewoben haben. Streicher klingen ja schnell ein bisschen zu pathetisch, hier allerdings gar nicht. Und so wundervolle Tanz-Moves haben wir auch schon lange nicht mehr in einem Musikvideo gesehen.
The Knife – "Full of Fire"
Im April erscheint nach mehr als sechs Jahren Stille das vierte Album von The Knife. "Full of Fire" ist die erste Single-Auskopplung. Fragt sich, wie richtungsweisend diese neun Minuten für das Album sind, denn "Full of Fire" ist alles andere als ein eingängiger Song. Da plätschert nichts fröhlich ins Ohr, da ist wenig Melodie, dafür viel Rumpeln und Störgeräusch. Das Video wird offiziell als Kurzfilm geführt, gedreht hat es Marit Östberg, Filmemacherin, Videokünstlerin, "queer-feministische Pornoregisseurin" (Spex), in Stockholm.
Tubbe – "Liebe.Fertig"
Das Video der Münchner Band Tubbe ist kein ausgeklügelter Kurzfilm, das Filmchen wirkt eher, als hätte man kurz vor dem Album-Release gemerkt, dass man ja noch ein Video machen sollte, und wäre dann noch mal eben in den Park und die WG-Küche, um noch eines zusammenzufilmen. Ist trotzdem nett geworden. Und passt irgendwie zu dem Song, der zwar inhaltlich traurig ist und auch von der Komposition her wunderbar zu einem einsamen Singer-Songwriter-Jungen passen würde, einen aber trotzdem mit Wucht Richtung imaginäre Tanzfläche schubst.
Mathew E. White – "Will you love me"
Hier schubst nichts Richtung Tanzfläche. Wirklich gar nichts. Was Mathew E. White hier macht, ist einfach nur: schön!
- Fünf Lieder für die Woche 11.06.2013
- Fünf Songs für Ende Mai 27.05.2013
- Fünf Songs für die erste Maiwoche 01.05.2013
- Fünf Songs für den Donnerstag 24.04.2013
- Fünf Songs für den Donnerstag 03.04.2013
Mehr Texte von jetzt.de liest Du jeden Montag in der Süddeutschen Zeitung - außerdem donnerstags im Lokalteil der SZ. Du kannst die SZ zwei Wochen kostenlos testen - du musst nicht einmal kündigen!
04.02.2013 - 19:13 Uhr
Sunset_
Sunset_ sagte:
P.S. Die Albenanzahl bei The Knife stimmt nicht. Ich zähle bisher schon 4.
Stimmt. Flüchtigkeitsfehlerteufel. Danke für den Hinweis, ist korrigiert...









0
04.02.2013 - 19:03 Uhr
Sunset_
The Knife
Boah, werde ich mir am 11.5. die Rübe zuballern!