Neue Magazin-Texte:

Mehr Texte von jetzt.de liest Du jeden Montag in der Süddeutschen Zeitung - außerdem donnerstags im Lokalteil der SZ. Du kannst die SZ zwei Wochen kostenlos testen - du musst nicht einmal kündigen!

Meldung



Hier kannst du die Netiquette lesen.

Um kommentieren zu können, musst du eingeloggt sein.

Alle Kommentare anzeigen

Rudel
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

1

30.01.2013 - 20:41 Uhr
Rudel

Ich bin Ausbilder und bei mir fängt keiner an, der nicht vorher ne Woche Praktikum gemacht hat. Gut, ist jetzt nicht sonderlich lang, aber die Schüler bekommen wenigstens einen Einblick darin, was sie erwartet. Während der Ausbildung hört eigentlich keiner auf, wenn, dann in der ersten Woche in der Probezeit, weil sie merken, dass die Fahrtzeit zu lang ist. Aber darüber bin ich eher froh aus traurig, weil es für alle Beteiligten so am besten ist. Wie die Dame mit dem Dualen Studium schon sagte, am wichtigsten ist, dass man vor Beginn der Ausbildung weiß, was einen erwartet. Und zwar nicht nur der Beruf an sich, sondern auch die Firma und die Kollegen. Nette Kollegen macht nämlich auch viel aus :)

soylentyellow
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

0

31.01.2013 - 00:51 Uhr
soylentyellow

"Aber warum werden einige Berufe seltener zu Ende gelernt als andere? "

Vielleicht weil manche Ausbildungen attraktiver als andere sind (Bäume fällen is teinfach geiler als Haare schneidern - und im Wald darf man wenigstens Gehörschutz tragen) und weil sie ein anderes Klientel anziehen (Wer nicht weiß was sie will wird Frisöse, aber kaum jemand wird Forstwirt der dazu keine Beziehung hat)?

izzy_bizzy
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

0

31.01.2013 - 09:26 Uhr
izzy_bizzy

Jeder, der in der Gastronomie mal normal Vollzeit (also 70h(Woche) geackert hat, wird es nachvollziehen können,warum junge Menschen es nicht einsehen für 300€ im Monat ihre Gesundheit aufs Spiel zu setzen.
Der Beruf macht ja meist Spass, aber die Bedingungen in den o.g. Branchen stimmen einfach nicht.

theralf
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

0

31.01.2013 - 12:33 Uhr
theralf

Interessantes Thema, freut mich, hier darueber zu lesen! Ich stimme meinen Vorkommentatoren zu!

Orsina_S
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

0

31.01.2013 - 16:42 Uhr
Orsina_S

Was die Gastronomie angeht:
- unbezahlte Überstunden, davon massig, Freizeitausgleich gibt es meist nicht
- blöde Arbeitszeiten, Sozialkontakte leiden
- anstrengende Arbeit (nicht unbedingt die geistige Herausforderung, aber anstrengend auf jeden Fall)
- Stress durch Stoßzeiten, man kann es sich nicht einteilen oder schön organisieren wie in anderen Berufen, alles muss jetzt sofort passieren
- viele können sich nicht selbst organisieren oder mit dem Stress umgehen
- Urlaub kann man auch nicht da machen, wo man es vielleicht gerne möchte (z.B. Weihnachten ...)
- Feiertage werden nicht ausgeglichen oder bezahlt, sondern sind oft normale Arbeitstage
- oft schlechte Bezahlung
- zwecks körperlicher Anstrengung kein Job, den man bis zur Rente machen kann/möchte
- oft unschöner Umgangston
- der Umgang mit Gästen liegt auch nicht jedem
- gerade in kleineren Betrieben: keine geregelten Arbeitszeiten

... ein paar Gründe, abzubrechen.
(Bin selbst übrigens im 2. Lehrjahr zur Restaurantfachfrau.)

Henriettesbimmelbahn
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

0

31.01.2013 - 22:48 Uhr
Henriettesbimmelbahn

Orsina_S sagte:
Was die Gastronomie angeht:
- unbezahlte Überstunden, davon massig, Freizeitausgleich gibt es meist nicht
- blöde Arbeitszeiten, Sozialkontakte leiden
- anstrengende Arbeit (nicht unbedingt die geistige Herausforderung, aber anstrengend auf jeden Fall)
- Stress durch Stoßzeiten, man kann es sich nicht einteilen oder schön organisieren wie in anderen Berufen, alles muss jetzt sofort passieren
- viele können sich nicht selbst organisieren oder mit dem Stress umgehen
- Urlaub kann man auch nicht da machen, wo man es vielleicht gerne möchte (z.B. Weihnachten ...)
- Feiertage werden nicht ausgeglichen oder bezahlt, sondern sind oft normale Arbeitstage
- oft schlechte Bezahlung
- zwecks körperlicher Anstrengung kein Job, den man bis zur Rente machen kann/möchte
- oft unschöner Umgangston
- der Umgang mit Gästen liegt auch nicht jedem
- gerade in kleineren Betrieben: keine geregelten Arbeitszeiten

... ein paar Gründe, abzubrechen.
(Bin selbst übrigens im 2. Lehrjahr zur Restaurantfachfrau.)


Dann kommen noch hinzu:

Grapschereien und sexuelle Übergriffe, die von den Chefs nur zu gerne unter den Teppich gekehrt werden - v.a. bei gutbetuchten Kunden

Extremes hierarchisches Gefälle

Schwarzarbeit und entsprechende Ausbeutung, insbesondere von Kräften aus dem Ausland.

Keine gewerkschaftliche Organisation.

Hohe Verletzungsgefahr in den Küchen, beim Kellnern kommt es früh zu irreversiblen Hüft- Knie- und Gelenkschäden

Extremer Drogenmissbrauch (v.a. in Küchen)

izzy_bizzy
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

1

01.02.2013 - 11:12 Uhr
izzy_bizzy

Keine gewerkschaftliche Organisation.

Hohe Verletzungsgefahr in den Küchen, beim Kellnern kommt es früh zu irreversiblen Hüft- Knie- und Gelenkschäden

Extremer Drogenmissbrauch (v.a. in Küchen)


Doch, die NGG ist die Gewerkschaft für diese Branche, für Hotels Verdi.
Die Verltzungsfahr ist wirklich nicht ohne, wobei es mehr die "kleinen" Dinge sind, die oft vorkommen: Am Glas schneiden, hinfallen, Unfälle an der Friteuse.

Drogenmissbrauch ist auch so eine Sache... es macht den Alltag im Job halt erträglich- gehört irgendwie dazu. Ich hatte eine Schichtführerin, die hat jeden Abend eine Flasche Sekt während der Schicht getrunken, war Weihnachten, wurde Glühwein konsumiert- in rauen Mengen.
Speed war bei uns damals ein gutes Mittel, um von der Spätschicht in die Frühschicht erfrischt zu starten.

Gekümmert hat es keinen. Hauptsache die Arbeit wurde gut gemacht.

Henriettesbimmelbahn
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

0

02.02.2013 - 12:58 Uhr
Henriettesbimmelbahn

izzy_bizzy sagte:

Drogenmissbrauch ist auch so eine Sache... es macht den Alltag im Job halt erträglich- gehört irgendwie dazu. Ich hatte eine Schichtführerin, die hat jeden Abend eine Flasche Sekt während der Schicht getrunken, war Weihnachten, wurde Glühwein konsumiert- in rauen Mengen.
Speed war bei uns damals ein gutes Mittel, um von der Spätschicht in die Frühschicht erfrischt zu starten.

Gekümmert hat es keinen. Hauptsache die Arbeit wurde gut gemacht.


Schau an, das mit der Verdi wusste ich gar nicht. Versteh mich nicht falsch, ich habe kein moralisches Problem mit Drogen oder so, aber wer schon mal nen koksenden oder trinkenden Chef hatte, der weiß, dass es die Hölle ist, mit so jemandem zusammenzuarbeiten.
Und ich finde, es ist das eine, wenn du dir was reinpfeifst, um feiern zu gehen, oder aus Spaß an der Freude mal über den Durst trinkst, aber wenn Du das Zeug nehmen musst, um Deine Arbeit zu überstehen, dann läuft was schief. Und ich kenne Leute, die durch extreme Schichten gepaart mit Alkohol- und Drogenkonsum fast kaputt gegangen sind. Nur wegen einem Job, bei dem Du Leuten die Gläser nachfüllst. Das ist doch Irrsinn. Man sollte nicht Drogen nehmen müssen, um seine Miete bezahlen zu können, verstehst Du, was ich meine?

izzy_bizzy
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

-1

02.02.2013 - 18:30 Uhr
izzy_bizzy

Henriettesbimmelbahn sagte:
izzy_bizzy sagte:

Drogenmissbrauch ist auch so eine Sache... es macht den Alltag im Job halt erträglich- gehört irgendwie dazu. Ich hatte eine Schichtführerin, die hat jeden Abend eine Flasche Sekt während der Schicht getrunken, war Weihnachten, wurde Glühwein konsumiert- in rauen Mengen.
Speed war bei uns damals ein gutes Mittel, um von der Spätschicht in die Frühschicht erfrischt zu starten.

Gekümmert hat es keinen. Hauptsache die Arbeit wurde gut gemacht.


Schau an, das mit der Verdi wusste ich gar nicht. Versteh mich nicht falsch, ich habe kein moralisches Problem mit Drogen oder so, aber wer schon mal nen koksenden oder trinkenden Chef hatte, der weiß, dass es die Hölle ist, mit so jemandem zusammenzuarbeiten.
Und ich finde, es ist das eine, wenn du dir was reinpfeifst, um feiern zu gehen, oder aus Spaß an der Freude mal über den Durst trinkst, aber wenn Du das Zeug nehmen musst, um Deine Arbeit zu überstehen, dann läuft was schief. Und ich kenne Leute, die durch extreme Schichten gepaart mit Alkohol- und Drogenkonsum fast kaputt gegangen sind. Nur wegen einem Job, bei dem Du Leuten die Gläser nachfüllst. Das ist doch Irrsinn. Man sollte nicht Drogen nehmen müssen, um seine Miete bezahlen zu können, verstehst Du, was ich meine?


Ich verstehe dich, aber es gehört halt einfach dazu. So wie Linke auf Demos niederknüppeln zur Polizeiarbeit gehört, oder Tacho-rückstellungen bei Autoverkäufern.

geistlosgluecklich
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

0

08.02.2013 - 11:02 Uhr
geistlosgluecklich

den selben text gab´s doch schonmal vor nem jahr oder so?
ich vermute übrigens (als jemand der selbst eine ausbildung in 2 verschiedenen betrieben gemacht hat), dass viele abbrüche tatsächlich mit dem umgangston zu tun haben, der in vielen betrieben vorherrscht.
wenn du dich respektiert fühlst und wie ein mensch behandelt wirst, bist du auch gern bereit zu stoßzeiten mal 80 stunden wochen einzuschieben, wenn du nur herumkommandiert und ohne ersichtlichen grund zusammengebrüllt wirst wie ein verzogener köter, geht auch eine 40-stunden-woche schon an die grenze der psychischen belastung

Weiter Seite 1 2

Alle Kommentare anzeigen

Jetzt-Mitglied

Avatarbild von nadja-schlueter offline

nadja-schlueter

ist jetzt-Mitarbeiterin.