03.01.2013 - 18:30 Uhr

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Auf dem Rücken und auf Rollen

Text: valerie-dewitt - Illustration: Katharina Bitzl

In den vergangenen Wochen waren Züge, Flieger und Straßen voller Reisender. Ob Rucksack, Koffer oder mehrere Jutebeutel, ein Blick auf deren Gepäckstücke konnte da mehr über sie verraten als gedacht. Unsere Typologie hilft dir bei der Einordnung.

1. Der Hightech-Trekking-Rucksack
 

Diesen Rucksack hat der Reisende für viel, viel Geld in einem Outdoor-Tempel gekauft, zusammen mit Zelt, Schlafsack, Campinggeschirr, Wanderschuhen, Multifunktionsjacke und einer superpraktischen Bandana (für die er mindestens 25 superpraktische Verwendungszwecke kennt). Im Laden hat er den Schlafsack in der Kältekammer und die Multifunktionsjacke in der Regenkammer getestet und sich den Rucksack vom fachkundigen Mitarbeiter anlegen lassen. Er durfte ihn sogar mit Atlanten und Reiseführern vollpacken, um die Rückenfreundlichkeit zu testen, und brach ob der vielen verstellbaren Riemen, geheimen Fächer und Regenschutzvorrichtungen in wahre Begeisterungsstürme aus.
Was kommt rein?
All der andere oben genannte Hightech-Outdoor-Kram, den der passionierte Backpacker sich gekauft hat. Außerdem: Sein Laptop, seine Kamera, alle im Schrank verfügbaren Unterhosen und Sockenpaare und diese eine Creme, auf die er einfach nicht verzichten kann, von der er aber nicht weiß, ob er sie im Ausland bekommt.
Wo geht's hin damit?

Auf Rundreise nach Südamerika oder Australien und Neuseeland. Oder zum Highland-Trekking nach Schottland.
Wie reist der Träger?

Eigentlich ist er perfekt dafür ausgestattet, unzählige Kilometer zu Fuß zurückzulegen und hat sich das auch fest vorgenommen – aber dann ist die Infrastruktur so gut, dass man zwischendurch immer wieder den Bus oder ein Taxi nehmen kann. Darum sitzt der Rucksack weder in Südamerika noch Australien besonders oft auf den Schultern, sondern liegt meistens in Gepäckfächern und Kofferräumen herum. Nur der Highland-Trekker trägt den Rucksack ernsthaft kilometerweit über die Wanderwege. Trotzdem nennt man ihn nicht Backpacker sonder schlicht: Wanderer.
Was ist auf der Rückreise drin?
Aus Südamerika: Matetee und der stilechte Becher; aus Australien: „Kangaroo Crossing"-Schlüsselanhänger für alle Freunde; und aus Schottland: nichts (außer viele frische Unterhosen, weil der Wanderer sie so selten gewechselt hat – war ja so einsam und er immer an der frischen Luft).
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ist jetzt-Mitarbeiterin und hat diesen Beitrag verfasst.