18.12.2012 - 08:00 Uhr

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Der Gebärstreik-Ticker

Text: christina-waechter - Foto: vandalay / photocase

Eine Studie hat ergeben: Die Deutschen sind gebärfaul wie nie. Und das trotz Elternzeit, Kindergeld, Betreuungsgeld und Elterngeld. Dafür gibt es viele Gründe, die zum Teil sehr deutsch klingen. Wie sieht es mit dir und der großen K-Frage aus? Willst du einmal Kinder haben?

Die Deutschen, und das haben wir jetzt schriftlich, befinden sich im Gebärstreik. In kaum einem anderen Land sind die Menschen so gebärunwillig wie bei uns. Obwohl der Staat mittlerweile viel Geld dafür ausgibt, um vor allem Frauen mit höheren Bildungsabschlüssen dazu zu bringen, Kinder zu kriegen, bleibt die Geburtenrate weiter niedrig. Mit einer Quote von 1,39 Kindern pro Frau liegen wir im europäischen Vergleich im hinteren Viertel. Und während in den vergangenen Jahren in einigen Ländern der Trend wieder umgekehrt werden konnte, bleibt in Deutschland die Kinder-Quote konstant. Und das, obwohl von Seiten des Staates einiges getan wird, um die Entscheidung für Kinder zu erleichtern, siehe Elternzeit, Kindergeld, Betreuungsgeld und Elterngeld.  



Die Gründe für die Gebärunwilligkeit der Deutschen sind mannigfaltig und fast alle sehr nachvollziehbar:

-       Sie haben Angst vor den finanziellen Einbußen, die Kinder mit sich bringen.
-       Sie haben Angst davor, ihren eigenen Ansprüchen und denen der Gesellschaft nicht zu genügen, weil sie zu perfektionistisch denken.
-       Sie befürchten, dem Mythos der guten Mutter oder des guten Vaters nicht entsprechen zu können.
-       Weil sie immer noch glauben, dass Kleinkinder am besten bei ihren Eltern aufgehoben sind, entscheiden sich berufstätige Frauen häufig, auf Kinder zu verzichten, um weiter arbeiten zu können.
-       Und die Deutschen bewerten ihre Freiheiten und Hobbys höher als die Freude, die Kinder ihnen geben könnten. 

Im Zuge dieser Ergebnisse fordert das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung, dass der Staat nicht so ausschließlich auf finanzielle Anreize setzt, und dass nun vermehrt darauf geachtet wird, Eltern durch flexible Arbeitszeiten eine Verbindung von Job und Familie zu ermöglichen.    

Willst du einmal Kinder haben? Haben sie einen festen Platz in deinem Lebensplan? Oder hast du dich gar schon fortgepflanzt? Gibt es für dich noch andere Gründe, die deiner Meinung nach gegen Kinder sprechen? Gäbe es Maßnahmen von staatlicher oder unternehmerischer Seite, die dir die Entscheidung für Kinder erleichtern würden?


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684 Kommentare
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Grrmpf
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Mag ich Mag ich nicht

4

18.12.2012 - 08:02 Uhr
Grrmpf

Oder hast du dich gar schon fortgepflanzt?

Stell Dir vor, ja.

romagna
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Mag ich Mag ich nicht

0

18.12.2012 - 08:07 Uhr
romagna

....ich hätte mich auch gerne "vervielfältigt" :-)....und alle o.g. Gründe wären mir piepegal gewesen, stellen für mich keine wirklichen Gründe dar, aber: ich bin immer an Lebenspartner geraten, die sich nie dazu durchringen konnten, weil keine Verantwortung übernommen werden wollte....der Knackpunkt waren/sind die Herren der Schöpfung...und jetzt ist es leider zu spät, schade

Gelegenheitsente
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Mag ich Mag ich nicht

5

18.12.2012 - 08:11 Uhr
Gelegenheitsente

Grrmpf sagte:
Oder hast du dich gar schon fortgepflanzt?

Stell Dir vor, ja.


Hier auch.
Das Ergebnis ist durchaus präsentabel, wenn auch gelegentlich unangemessen frech.

Grrmpf
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Mag ich Mag ich nicht

4

18.12.2012 - 08:11 Uhr
Grrmpf

Guten Morgen,
- Sie haben Angst vor den finanziellen Einbußen, die Kinder mit sich bringen.

Die bringen Kinder mit sich, ohne Zweifel. Aber Angst haben muss man nur, weil ein Vollzeit- oder zwei Halbtags-Gehälter in den meisten Fällen nicht mehr ausreichen, eine Familie zu finanzieren. Auf das Verb "ernähren" habe ich jetzt mal bewusst verzichten, das ginge immer noch, womit wir bei
- Sie haben Angst davor, ihren eigenen Ansprüchen und denen der Gesellschaft nicht zu genügen, weil sie zu perfektionistisch denken.

wären: Abgesehen von der Klischeereiterei, Deutsche wären perfektionistisch, ist was Wahres dran, an dem Argument: Die Standards, die heute für Kindererziehung von der Gesellschaft vorausgesetzt werden, sind durchaus anspruchsvoll.
- Sie befürchten, dem Mythos der guten Mutter oder des guten Vaters nicht entsprechen zu können.

Das ist, wie schon geschrieben, ein Mythos. Nicht mehr, nicht weniger.
- Weil sie immer noch glauben, dass Kleinkinder am besten bei ihren Eltern aufgehoben sind, entscheiden sich berufstätige Frauen häufig, auf Kinder zu verzichten, um weiter arbeiten zu können.

Was ist denn das bitte für ein Logik-Schwurbel? Ah ja, wenn man
- Und die Deutschen bewerten ihre Freiheiten und Hobbys höher als die Freude, die Kinder ihnen geben könnten.

mit in die Betrachtung einbezieht, ist ein Sinn zu erkennen: Ich will keine Kinder, weil die unbequem sind, also denke ich mir eine Menge recht fadenscheiniger Argumente aus, warum es ausgerechnet bei mir nicht geht ("Keine Kita an der Uni" usw.)

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4

18.12.2012 - 08:16 Uhr
Grrmpf

romagna sagte:
....der Knackpunkt waren/sind die Herren der Schöpfung...

Das stimmt. Vor allem viele junge Männer haben Skrupel, nicht nur wegen der Einschränkung des Freizeitwertes. Nach meiner Beobachtung spielt da stark die bisherige Rechtslage beim Unterhalt und beim Sorgerecht hinein.

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0

18.12.2012 - 08:18 Uhr
Grrmpf

Gelegenheitsente sagte:

Das Ergebnis ist durchaus präsentabel, wenn auch gelegentlich unangemessen frech.

Ich könnt' zur Zeit nix sagen. Vor Weihnachten reißen sie sich extrem zusammen. Damit Weihnachtsmann und Christkindl kommen, weil da bringt ja ein jedes Geschenke.

Nick_ko
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Mag ich Mag ich nicht

2

18.12.2012 - 08:18 Uhr
Nick_ko

Grrmpf sagte:
Guten Morgen,
- Sie haben Angst vor den finanziellen Einbußen, die Kinder mit sich bringen.Die bringen Kinder mit sich, ohne Zweifel. Aber Angst haben muss man nur, weil ein Vollzeit- oder zwei Halbtags-Gehälter in den meisten Fällen nicht mehr ausreichen, eine Familie zu finanzieren. Auf das Verb "ernähren" habe ich jetzt mal bewusst verzichtet...

Guten Morgen. Damit ist eigentlich das meiste gesagt. Leider ist das fehlende Geld meistens die Wurzel. Nach meiner Erfahrung lässt sich sogar die fehlende Verantwortung, die Romagna anspricht, daraus ableiten: Viele Männer wollen nicht Verantwortung für etwas übernehmen, von dem sie das Gefühl haben, es nicht stemmen zu können.

Ich finde es ja geradezu unverschämt dass der Staat sich erdreistet, Eltern dazu zu drängen, zu arbeiten. Wieso lässt man die das nicht selbst entscheiden? Wenn ein Partner sich primär um die Kinder kümmern will, wieso soll das so falsch sein? Weil wir alles dem großen Ziel "Wirtschaftswachstum" unterordnen müssen, selbst unser persönliches Glück? Warum ist Arbeit inzwischen oft so wenig wert, dass man von ihrem Erlös keine Familie ernähren kann? Obwohl die Arbeitsmarktsituation seit Jahren, selbst Konjunkturunabhängig besser wird?

Marco_V
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Mag ich Mag ich nicht

0

18.12.2012 - 08:19 Uhr
Marco_V

Und die Deutschen bewerten ihre Freiheiten und Hobbys höher als die Freude, die Kinder ihnen geben könnten.

das seh ich auch so.

Nick_ko
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Mag ich Mag ich nicht

0

18.12.2012 - 08:20 Uhr
Nick_ko

Grrmpf sagte:
Gelegenheitsente sagte: Das Ergebnis ist durchaus präsentabel, wenn auch gelegentlich unangemessen frech.Ich könnt' zur Zeit nix sagen. Vor Weihnachten reißen sie sich extrem zusammen. Damit Weihnachtsmann und Christkindl kommen, weil da bringt ja ein jedes Geschenke.

*swingt* You better watch out, you better not cry, 'cause Santa comes to toooooooooooooown!

voiceofregret
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Mag ich Mag ich nicht

0

18.12.2012 - 08:20 Uhr
voiceofregret

die planung ist noch etwas weiter verschoben worden.

ansonsten: was grrmpf sagt.

guten morgen!

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christina-waechter offline

christina-waechter

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