The Consequences - s/t
Es ist schon bedauerlich, wie viele Bands ich kenne, die ein glorreiches Debütalbum rausgehauen haben und danach jahrelang nichts mehr haben von sich hören lassen, bis irgendwann feststand, dass es die Band einfach nicht mehr gibt. Und dann bleibt nichts weiter, als immer mal wieder dieses Album einzulegen und einen lächelnden Stoßseufzer von sich zu geben 'Gottseidank bin ich auf dieses Album gestoßen'.Ein perfektes Beispiel ist die schwedische Band The Consequences, die 2006 ihren unbenannten und somit wohl gleichnamigen Erst- und Letztling veröffentlichten.

Über irgendeinen Blog stieß ich damals auf den Song Release me from love, eine absolut radiotaugliche Hitsingle, die niemals eine war und sagte mir "ja, genauso muss eine Band klingen". Eine etwas nölige Stimme mit hohem Wiedererkennungswert, leidenschaftlich vorgetragene Songs und eine überaus vielseitige Instrumentierung dahinter, in denen Klavier und Akustikgitarren in grandiosen Arragements dafür sorgten, dass man diese Songs immer wieder hören wollte.
Allein der Opener Parasite (unbedingt auf der myspace-seite anhören!) ist eine solche Offenbarung, fünf Minuten und einundzwanzig Sekunden voller Energie und Dramatik, "I think I sympathize with the idea of love, but I don't feel none, no I don't feel non. What did I become?" ist eine wahre Hymne, die nicht zuletzt mit bittersüßem Klavieroutro den Weg bereitet für die gewaltige Zerrissenheit, die sich durch das ganze Album zieht. Sehnsucht und Verlangen, das Hadern mit dem Zuviel und dem Zuwenig an Gefühlen, Sänger Jonas Heijkenkjöld ist auf der ständigen Suche nach dem richtigen Platz und der richtigen Emotion (Maybe I was wrong), man möchte doch einfach nur glücklich mit jemandem sein und sich aufgehoben fühlen.
Die Musik, die das ausdrückt, klingt dennoch alles andere als traurig. Donnern die Gitarren im Opener noch aufopferungsvoll, so werden sie zunehmend versöhnlicher und säuseln zusammen mit Pianoklängen (I do it all for love) wehmütige Melodien daher, die dennoch nie an Kraft und Unnachgiebigkeit einbüßen. Spätestens in Birds are singing ist man der message verfallen und mag nur kopfnickend zustimmen, wenn Sänger Jonas den Refrain "You don't fall in love, you've got to throw yourself in" runterbetet.
Das größte Plus dieses Albums ist aber nicht mal die Stringenz des Themas, es ist auch nicht die Art und Weise, in jedem einzelnen Song musikalische Motive zu setzen, die perfektplatziert den Charakter des Songs erst richtig herauskristallisieren (wenngleich das schon eine unglaubliche Kunst ist, die nicht viele Bands beherrschen), nein, ich denke, es ist die erstaunliche Leichtfüßigkeit, mit der die Songs dieses Albums daherkommen, jeder Songbeginn nimmt den Hörer sofort an die Hand und scheint freundlich zu sagen "Musik kann so einfach sein, ich zeig dir das mal kurz".
Schade, dass für diese wunderbare Band wohl kein Fortleben in Aussicht stand, Teile der Band zeigen ihr Können allerdings mittlerweile in der wunderbaren Folkband Brothers of End - highly recommended.
The Consequences - s/t (Groover Recordings, 2006)
1. Parasite
2. Release me from love
3. Maybe I was wrong
4. I do it all for love
5. Birds are singing
6. Pieces
7. Wasted under the stars
8. Some kind of magic
9. Come on
10. Not coming home
http://www.myspace.com/bewareoftheconsequences







