„Ich steh' eh auf Kriegsfuß mit der MVG“
Im Gegensatz zu vielen anderen Städten gibt es in München kein Semesterticket. Seit diesem Mittwoch können die Studenten über ein Angebot für ein Uni-Ticket entscheiden. Wir haben gefragt, wie sie sich entscheiden werden.
Seit Mittwoch können Münchens Studenten darüber abstimmen, ob ein Semesterticket eingeführt wird. Das vorgeschlagene Kombiticket besteht aus einem Sockelbeitrag von 59 Euro, den jeder zahlen müsste, sowie einem freiwilligen Semesterticket für 141 Euro zusätzlich. Mit dem Sockelbetrag dürfte man das MVV-Gesamtnetz täglich von 18 bis 6 Uhr und am Wochenende und an Feiertagen ganztägig nutzen, wer den Aufpreis zahlt, könnte rund um die Uhr Busse und Bahnen nutzen. Wir haben Münchner Studenten gefragt, wie sie stimmen werden und welche Vor- und Nachteile das Ticket für sie hätte.
Maria, 21, studiert Pädagogik und Soziologie:
Obwohl ich in Giesing wohne und oft Fahrrad fahre, bin ich für das Semesterticket. Es ist eine faire Lösung für die Gemeinschaft der Studenten. Bisher waren die TU-Studenten da immer benachteiligt, weil sie weiter fahren und mehr zahlen mussten. Ich denke, ich werde im Sommer nur den Sockelbetrag zahlen und im Winter dann aufstocken. Dann könnte ich auch öfter zur Therme Erding fahren. Wir haben auch gerade im Seminar über das Ticket gesprochen. Dort waren alle dafür. Trotzdem könnte man das Angebot noch verbessern: In NRW gilt das Semesterticket beispielsweise im gesamten Bundesland.

Christian, 18, studiert Japanologie:
Ich bin für das Semesterticket und alle meine Kommilitonen auch! Diskussionsbedarf besteht da von unserer Seite her nicht. Zwar kann ich zu Fuß zur Uni gehen, aber mit dem Sockelbetrag könnte ich am Wochenende günstiger zu Clubs und privaten Partys kommen. Ich frag’ mich schon, warum sich die Verhandlungen so ziehen und sich die MVG beim Preis für das Ticket so wenig nachgiebig zeigt. Die beharren immer so auf ihren Preisen. Aber ich steh’ eh auf Kriegsfuß mit der MVG: Die haben mich schon so oft beim Schwarzfahren erwischt!

Ferdinand, 26, studiert Pädagogik:
Ich habe nachgerechnet: Das Ticket würde etwa zehn Euro im Monat kosten. Einmal zum Feiern und zurück fahren kostet fünf Euro. Nach zwei Partys hätte man den Betrag also wieder drin. Kein Student feiert nur zweimal pro Monat! Ich verstehe deshalb nicht, wenn Leute auf Facebook zum Widerstand gegen das Ticket aufrufen.
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