108 Thomas Mann. Die Buddenbrooks
»Breite Wellen[...]Wie sie daherkommen und zerschellen, daherkommen und zerschellen, eine nach der anderen, endlos, zwecklos, öde und irr. Und doch wirkt es beruhigend und tröstlich, wie das Einfache und Notwendige. Mehr und mehr habe ich die See lieben gelernt … vielleicht zog ich ehemals das Gebirge nur vor, weil es in weiterer Ferne lag. Jetzt möchte ich nicht mehr dorthin. Ich glaube, daß ich mich fürchten und schämen würde. Es ist zu willkürlich, zu unregelmäßig, zu vielfach … sicher, ich würde mich allzu unterlegen fühlen. Was für Menschen es wohl sind, die der Monotonie des Meeres den Vorzug geben? Mir scheint, es sind solche, die zu lange und tief in die Verwicklungen der innerlichen Dinge hineingesehen haben, um nicht wenigstens von den äußeren vor allem eins verlangen zu müssen: Einfachheit … Es ist das wenigste, daß man tapfer umhersteigt im Gebirge, während man am Meere still im Sande ruht. Aber ich kenne den Blick, mit dem man dem einen, und jenen, mit dem man dem andern huldigt. Sichere, trotzige, glückliche Augen, die voll sind von Unternehmungslust, Festigkeit und Lebensmut, schweifen von Gipfel zu Gipfel; aber auf der Weite des Meeres, das mit diesem mystischen und lähmenden Fatalismus seine Wogen heranwälzt, träumt ein verschleierter, hoffnungsloser und wissender Blick, der irgendwo einstmals tief in traurige Wirrnisse sah … Gesundheit und Krankheit, das ist der Unterschied. Man klettert keck in die wundervolle Vielfachheit der zackigen, ragenden, zerklüfteten Erscheinungen hinein, um seine Lebenskraft zu erproben, von der noch nichts verausgabt wurde. Aber man ruht an der weiten Einfachheit der äußeren Dinge, müde wie man ist von der Wirrnis der inneren.«- 113 - 27.03.2013
- 112 Jack Kerouac. The Subterraneans (dt. Ausgabe: Be-Bop, Bars und weißes Pulver) 31.01.2013
- 111 - Michl Ehbauer: Baierische Weltgschicht 04.12.2012
- 110 William Carlos Williams. Die Worte, die Worte, die Worte 27.11.2012
- 109 Ted Hughes- Birthday Letters (Rot) 25.11.2012
Trilobitin sagte:
Thomas Mann?
Thomas Mann.
Ich bilde mir ein, ich habe das im "Handbuch zu Thomas Mann" gelesen.
Aber das wirst du ja sicherlich nicht suchen.
Trilobitin sagte:
Oha. Mh.
Ich bilde mir ein, ich habe das im "Handbuch zu Thomas Mann" gelesen.
Aber das wirst du ja sicherlich nicht suchen.
Das könnte durchaus sein, wenn dort der entsprechende Roman zitiert wurde, welcher hier gesucht wird :)
Ginsberg sagte:
Das könnte durchaus sein, wenn dort der entsprechende Roman zitiert wurde, welcher hier gesucht wird :)
Also ein Roman und keine Erzählung?
*will nicht ins Handbuch gucken, nein nein*
Trilobitin sagte:
Ginsberg sagte:
Das könnte durchaus sein, wenn dort der entsprechende Roman zitiert wurde, welcher hier gesucht wird :)
Also ein Roman und keine Erzählung?
*will nicht ins Handbuch gucken, nein nein*
Definitiv ein Roman, wenn man so will DER Roman, wenn man es von der Popularität her betrachtet (zumindest nehme ich an, es ist der populärste).
Mh, im "Zauberberg" schreibt er doch nur über ein Schneemeer quasi. Oder liege ich total falsch?
Dann kann es ja nur noch "Buddenbrooks" sein.
Aber wer erzählt denn da so über das Meer?
Trilobitin sagte:
Der populärste?
Mh, im "Zauberberg" schreibt er doch nur über ein Schneemeer quasi. Oder liege ich total falsch?
Dann kann es ja nur noch "Buddenbrooks" sein.
Aber wer erzählt denn da so über das Meer?
Also im Zauberberg gibt es auch einen kurzen Monolog von Hans Castorp zum Meer, wenn ich mich noch recht erinnere. Aber gesucht und des Rätsels Lösung war:
Die Buddenbrooks, Thomas Mann
Folglich: Gratulazione, die nächste Runde geht an Dich. Das Zitat stammt von Thomas Buddenbrook, als er mal allein mit seiner Schwester am Strand ist. An welcher Stelle weiß ich nicht mehr genau, aber diese Textpassage konnte ich zeitweise sogar auswendig daher sagen.
Trilobitin sagte:
Ich sollte dieses Buch folglich noch einmal lesen. Schändliche Bildungslücke.
Wenn man dem übrigen Werk schon zugeneigt ist, kann man nicht viel verkehrt damit machen.









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18.09.2012 - 21:55 Uhr
Trilobitin