"Es roch nach Legende."
Die Bar 25 war einer der legendärsten Clubs Berlins: Tagelanges Feiern, Zirkus und Rausch - ein Spielplatz für Erwachsene, der 2010 geschlossen wurde. In dem Film "Tage ausserhalb der Zeit" werden jetzt die sieben Jahre des Bestehens atmosphärisch nacherzählt. Für jetzt.de erinnern sich die Macher des Films, ein DJ und eine Besucherin an Schlammwälzen und Tarantino's Zehen.
Nana Yuriko ist Regisseurin des Films "Tage außerhalb der Zeit", war von Anfang an dabei, Teil der Crew und mit den Bar 25-Machern befreundetDie Anfangszeiten der Bar 25 hatten eine ganz andere Magie. Es war intimer und man kannte sich untereinander. Es roch nach Legende. Ich hatte in der Bar seit langem wieder das Gefühl, dass hier ein Ort ist, an dem ich gerne ausgelassen feiern möchte. Als ich dann zur Kamera gegriffen habe, war ich überwältigt: Die unterschiedlichen Charaktere waren extrem spannend – DJs, Köche, Freunde, alle haben beim Aufbau und bei der Organisation mit angepackt. Das ist ja eher ungewöhnlich. Die Bar 25 ist mit der Zeit gewachsen. Dort haben ja auch so 14 bis 18 Leute gewohnt. Am Ende gab es ungefähr 240 Mitarbeiter. Natürlich wurde der Laden dann kommerzieller und die Veränderungen hat man auch gespürt. Die Mischung auf dem Dancefloor war nicht mehr so gut, es wurden Sachen geklaut, und das Konzept musste überdacht werden – deswegen gab es dann einen Türsteher und es wurde Eintritt verlangt. Auch wenn die Tür hart war, waren nur Leute drinnen mit denen man sich wohlgefühlt hat. Mir hat aber auch das Leben außerhalb all der Parties sehr gut gefallen. Ich habe es geliebt dort unter der Woche ins Bad oder in die Sauna zu gehen, mir davor einen Film anzugucken und dann am Feuer zu sitzen. Mitten in der Stadt, mit einem Blick auf den Fernsehturm. In meinem Saunahandtuch saß ich da, während neben mir die Boote auf der Spree vorbeifuhren und die Vögel zwitscherten. Ich finde, das waren die besonderen Momente in der Bar: der Kontrast zu dem Feierleben. Man konnte sich dann aber genauso gut wieder anziehen und vorne ins Restaurant gehen. Oder tanzen und weiter Party machen. Wenn man einmal drinnen war, war es immer schwierig den Ausgang zu finden. Für mich gab es immer diese Assoziation mit Alice in Wonderland – die Bar war wie dieses Hasenloch, in das man immer wieder reingezogen wird.
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