Lauter stillende Mütter
Facebook löscht immer wieder Fotos von stillenden Frauen, weil darauf dem Netzwerk zufolge zuviel nackte Haut zu sehen ist. Diese Woche haben empörte Mütter gegen dieses Vorgehen demonstriert und vor Facebook-Büros sogenannte "Nurse-Ins" abgehalten.
Angestrichen:"On some occasions, breastfeeding photos contain nudity, for example an exposed breast that is not being used for feeding, and therefore violate our terms."
Wo steht das:
In einem Artikel auf Chron, der Webseite des Houston Chronicle, über die weltweiten „Facebook Nurse-Ins". Das Zitat stammt aus einem Facebook-Pressestatement zu der Frage, warum Bilder stillender Frauen auf Facebook gelöscht werden.
Und was soll das Ganze?
Im Mittelpunkt dieser Debatte stehen Mütter, die ihre Kinder gerne in allen Lebenslagen online präsentieren und dabei auch nicht auf Fotos verzichten, auf denen sie dem Säugling die Brust geben. Facebook sieht solche Bilder nicht so gerne, denn zu viel nackte Haut verstoße gegen die Bestimmungen des Netzwerks. Die von Löschungen betroffenen Mütter fühlen sich diskriminiert, sie sind der Meinung, es sei ihr gutes Recht, „Breastfeeding"-Bilder zu veröffentlichen und das Netzwerk lösche zu rigoros. Darum haben sie sich zusammengeschlossen und zunächst eine Gruppe namens „Hey Facebook, breastfeeding is not obscene!" gegründet, die mittlerweile über 5100 Mitglieder hat – und in der es über 5700 Fotos zu sehen gibt. Außerdem haben sie zu weltweiten Demonstrationen vor Facebook-Büros gegen das Stillfoto-Verbot aufgerufen.
Diesem Aufruf wurde rege Folge geleistet: Im Silicon Valley, in New York, Toronto, London, Paris, Amsterdam, Singapur und Sydney, um nur einige Orte zu nennen, versammelten sich Frauen (und ein paar Männer) samt Kindern auf Armen, in Wagen und in Tragetüchern vor Facebook-Vertretungen zu sogenannten „Nurse-Ins". Auf einer Webseite, die eine besonders online-affine Mutter ihrem „Little Prince" gewidmet hat, kann man einen Bericht über die Demo in Austin lesen (der damit beginnt, wie sich die Abfahrt wegen einer vollen Windel verzögert).

Die Aufregung und Empörung einer Vollblut-Mutter, wenn das ihr heilige Stillen als obszön abgestempelt wird, kann man noch nachvollziehen. Und auch die Wut über Facebooks strenge Regulierungen und Löschungen, teilweise sogar Sperrungen einzelner Profile, ist verständlich. Wirklich strittig an der ganzen Sache ist wohl eher der erste Schritt, durch den es überhaupt so weit gekommen ist: Das massenweise Veröffentlichen von Baby-Fotos und Momente-mit-dem-Baby-Fotos in sozialen Netzwerken. In einem zweiten Text reagiert die „Little Prince"-Autorin auf die vielen Kommentare, in denen man sie fragte: "Why is it so important for you to post these pictures of such an intimate moment?" Ausführlich und bebildert erklärt sie, warum das Stillen für sie kein intimer, sondern ein alltäglicher Mutter-Kind-Moment sei, den sie mit Freunden und Familie teilen wolle wie alle anderen dieser Momente auch. Im Chron-Artikel werden ebenfalls Demonstrantinnen zitiert, die die Fotos verteidigen und dabei teilweise etwas über die Stränge schlagen. Das Verbot stigmatisiere das Stillen und führe eventuell dazu, dass mehr Frauen zu Ersatznahrung greifen: "You might have a woman who is insecure in her breast-feeding post a picture, have it get removed and the next day she goes out and buys a can of formula."
Facebook hat eingeräumt, dass man Fehler mache und hin und wieder Bilder lösche, die nicht gegen die Richtlinien verstoßen. Sei das der Fall, versuche man, diesen Fehler schnell zu beheben – inklusive Entschuldigung bei der betroffenen Mutter. Den Frauen reicht das aber nicht. Sie wollen, dass überhaupt nicht mehr gelöscht wird, denn, so findet die "Little Prince"-Autorin: "...breasts are sexual, but they are also used for feeding babies, which is their primary function."
- Merkelmarusha 18.06.2013
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wollmops sagte:
Hehe, Stillnazis gegen US-Prüderie. Let the slaughtering begin.
es wird milch fließen, viel milch.
Und, bitte, warum ist "Natürlichkeit" immer ein Totschlagargument für alles?
Eine_junge_Frau sagte:
Und, bitte, warum ist "Natürlichkeit" immer ein Totschlagargument für alles?
Weil es Ordnung unter "den Geschlechtern" schafft.
;)
wollmops sagte:
Hehe, Stillnazis gegen US-Prüderie. Let the slaughtering begin.
„Und wenn die eine Gruppe die andere richtig besiegt hat, also ausradiert hat, dann kann die andere doch in Frieden leben.“
(Alexander von Eich)
11.02.2012 - 02:33 Uhr
Gargoyle
Gargoyle sagte:
Supermüttermonster sind eine der schlimmsten Heimsuchungen dieses Planeten. Ich will weder ihre Euter sehen noch das Geschrei ihrer verzogenen Prinzchen und Prinzessinnen ertragen noch an der Ampel vor mir die Namen Noemi-Sophie oder Bönte-Thorben auf der Heckscheibe lesen. Kann man Supermütter nicht auf den Mars auslagern?
Das ist sicher ein fetisch. Brustraus- booken.
Voll eklig.
Gargoyle sagte:
Supermüttermonster sind eine der schlimmsten Heimsuchungen dieses Planeten. Ich will weder ihre Euter sehen noch das Geschrei ihrer verzogenen Prinzchen und Prinzessinnen ertragen noch an der Ampel vor mir die Namen Noemi-Sophie oder Bönte-Thorben auf der Heckscheibe lesen. Kann man Supermütter nicht auf den Mars auslagern?
du bist aber freundlich. so wird die welt besser, hooray!
Eine_junge_Frau sagte:
Ich will keine Fotos von stillenden Müttern sehen.
und stillende mütter wollen eben fotos von sich posten. ist das echt so ein problem, dass man es verbieten lassen muss? was ist mit dem laissez-faire, gibts das noch? mit muttermilch kann man niemanden erschießen, strangulieren, fürs ertränken sind die mengen dann doch nicht gewaltig genug, und eine ideologie wird erst daraus, wenn es so richtig hochgepuscht wird - wie hier.
und jeder/m, der stillfotos als die ausgeburt des seltsamen erscheint, seien plazentafotos wärmstens ans herz gelegt.
Eine_junge_Frau sagte:
Ich will keine Fotos von stillenden Müttern sehen.
ja mei. ich will keine fotos von fetten in leggins sehen. und jetzt?
@Aufziehvogel: Fett, Leggins und Supermutter sind wahrlich kein Widerspruch. Da es viele Supermütter ja nach dem Werfen auch nicht mehr für nötig befinden, sich zu pflegen. Ganz zu schweigen mal von den fetten, ungewaschenen Haaren.
Das Problem der Supermütter: Sie meinen, nur weil sie geworfen haben, müsste die ganze Welt um sie kreisen. Dem ist aber nicht so.
BTW: Ich habe nicht s gegen Kinder. Ich habe nur etwas gegen verwöhnte, rücksichtslose, schlecht erzogene Bälger. Aber auch das ist ja eigentlich eher die Schuld der Supermütter. Die Kinder können einem eigentlich leid tun.
Alles V***** außer Mutti!
Eine_junge_Frau sagte:
Und, bitte, warum ist "Natürlichkeit" immer ein Totschlagargument für alles?
Immer, immer wieder muß man Oscar Wilde zitieren: "Being natural is simply a pose, and the most irritating pose I know."
Eine_junge_Frau sagte:
Ich will keine Fotos von stillenden Müttern sehen.
Und, bitte, warum ist "Natürlichkeit" immer ein Totschlagargument für alles?
Es gibt viele Dinge bei Facebook die ich nicht sehen moechte, die aber trotzdem da sind. Kein Grund diese Digne zu verbieten. Und ja, ich finde schon dass "es ist natuerlich und noetig" spezifisch fuer "man darf es zeigen" ein Argument ist.
11.02.2012 - 14:13 Uhr
drolli
MsAufziehvogel sagte:
Eine_junge_Frau sagte:
Ich will keine Fotos von stillenden Müttern sehen.
ja mei. ich will keine fotos von fetten in leggins sehen. und jetzt?
Also vor die Wahl gestellt: lieber stillende Muetter anschauen.
11.02.2012 - 14:14 Uhr
drolli
Gargoyle sagte:
BTW: In einer Redaktion sollte man schon mal Redewendungen nachschlagen, bevor man sie falsch benutzt ... es ist "über die Stränge schlagen" ...
Es ist jetzt.de und nicht die Zeit.
genau so gut könnte man jedem coffe to go trinker, stulle für unterwegs esser, bahnsteigraucher auffordern, sich doch bitte für diese verrichtungen diskret zurück zu ziehen. es scheint, als ob erwachsene menschen verlernt haben, durst oder hunger in abständen zu stillen, die nicht so frappierend den fütterungsphasen eines säuglings ähneln. die eigene sofortige bedürfnisbefriedigung ist ok, obwohl man damit schon rational umgehen können müsste, aber einem säugling die einzige nahrungsquelle zu verweigern, weil man sich von einer stillenden frau belästigt fühlt, ist schon ziemlich irre.
Es sind vielmehr diese Mutterhyänen, die aus allem gleich einen Riesenzirkus machen müssen und bei jedem Dreck gleich "Diskriminierung" schreien. Ob das nun in Facebook erlaubt ist oder nicht mit den Still-Fotos liegt immer noch im Ermessen von Facebook. In meinen Augen hat das auch noch nicht großartig was mit Zensur zu tun. Aber aus Stillfotos eine Weltanschauung zu machen und wegen sowas Kampagnen ins Leben zu rufen, DAS finde ich reichlich bescheuert. Sollen die Damen halt selber eine Still-Social-Media-Plattform gründen, da können sie dann ihre Möpse in die Gegend hängen wie sie wollen.
Der Unterschied zu ganzkörper Nackbildern ist der, dass diese nach gesellschaftlicher Konvention vor allem einem sexuellen Nutzen dienen wohingegen selbst Stillbildgegner zugeben müssen das die allermeisten Frauen mit der Veröffentlichung ihrer Bilder keine sexuellen Ziele verfolgen.
Meinungsfreiheit auch zum Thema Stillen. ja! Aber gerade aus dieser Freiheit lässt sich auf das Recht sich stillend zu zeigen schließen.
wollmops sagte:
Oscar Wilde: "Being natural is simply a pose, and the most irritating pose I know."
= W A H R H E I T.
(Es müsste wirklich einen Oscar Wilde-Button geben, mit dem sich eine Matz mit dem einschlägigen Zitat einspielen lässt.)
MsAufziehvogel sagte:
Eine_junge_Frau sagte:
Ich will keine Fotos von stillenden Müttern sehen.
ja mei. ich will keine fotos von fetten in leggins sehen. und jetzt?
Passives Fremdschämen, wie immer halt.
pitz sagte:
Eine_junge_Frau sagte:
Ich will keine Fotos von stillenden Müttern sehen.
und stillende mütter wollen eben fotos von sich posten. ist das echt so ein problem, dass man es verbieten lassen muss?
Natürlich ist es völlig abstrus, dass Facebook im Bildnis einer stillenden Mutter aus Sicht des Jugendschutzes Gefährdungspotenzial sieht. Mei, USA halt. Keine Frage. Für mich persönlich war diese ganze sonderbare Begebenheit einfach nur Anlass für die Anmerkung, dass ich persönlich so was allerdings gar nicht sehen will. Ich finde das Stillen etwas sehr intimes und würde es auch selbst nur mit meiner engsten Familie und vielleicht dem allerengsten Freundeskreis teilen, nie aber mit meiner Facebook-Freunde-Schar. Ich würde auch nicht in einem Restaurant auf die Idee kommen, am Tisch eine Titte auszupacken und mein Kind zu stillen. Egal, wie "natürlich" das ist. Die Hemmungslosigkeit mancher Leute irritiert mich einfach immer wieder. Das ist alles.
und ich werde im alltag mit viel mehr blanken titten, künstlich aufgeblasen und broilerbraun frontiert - und da kommt mir der kaffee hoch. da scheint sich aber keiner dran zu stören und zu schreien, wie eklig das sei.
erstaunlich, dass so viele menschen nicht die intellektuelle kapazität zu haben scheinen, da zu differenzieren.
@gargoyle alter, der witz ist, dass du mir in dieser diskussion hier einfach mit diesem tonfall und deiner vehemenz auf die nerven gehst. und zwar ganz genau so wie dir die mütter mit schreienden kindern im biergarten auf den keks gehen.
anagramm sagte:
fb wird von einem haufen typen geleitet, die ein essendes kind mit einem busenlutschenden teenager verwechseln. letzteres ist dann tatsächlich mal intim.
erstaunlich, dass so viele menschen nicht die intellektuelle kapazität zu haben scheinen, da zu differenzieren.
FB wird vielleicht von einem Haufen postpubertärer Leute geleitet, die zwischen den beiden Vorgängen nicht differenzieren können (oder wollen), aber wie oben schon gesagt wurde, ist das Eingehen eines Vertrages mit denen freiwillig.
Auf jetzt.de gibts zum Beispiel keine abben Köpfe, finden manche auch doof.
alcofribas sagte:
Auf jetzt.de gibts zum Beispiel keine abben Köpfe, finden manche auch doof.
*skandiert*
AB-BE KÖP-FE! AB-BE KÖP-FE! AB-BE KÖP-FE!
Konradjohann sagte:
Die Sache mit Facebook ist, dass Argumente alla "Dann meld dich halt ab" nicht unbedingt greifen. […] Das abmelden ist also nicht einfach so ohne Konsequenzen möglich. […]
Natürlich „greifen“ diese Argumente. Man muss sich entscheiden, ob man dort teilnimmt und die Konsequenzen trägt, oder fernbleibt, und die Konsequenzen trägt.
Es gibt kein Grundrecht darauf, dass mich alle mögen, egal was ich tue.
Noch haben Facebook, google und Apple kein Monopol auf Kommunikation. Ich hoffe, dass sie auch keines erlangen und schreibe lieber E-Mails. Wer jede AGB ungelesen akzeptiert und für ein bisschen Bequemlichkeit seine Souveränität verkauft, soll sich hinterher nicht beklagen.
Das zweite könnte eine größere Verbreitung finden, aber vielleicht etwas an der ursprünglichen Zielgruppe vorbei gehen...
11.02.2012 - 17:54 Uhr
apollyon
Das zweite könnte eine größere Verbreitung finden, aber vielleicht etwas an der ursprünglichen Zielgruppe vorbei gehen...
11.02.2012 - 17:54 Uhr
apollyon
Das zweite könnte eine größere Verbreitung finden, aber vielleicht etwas an der ursprünglichen Zielgruppe vorbei gehen...
sehr realistisches szenario...
gibt wichtigeres, worüber man sich aufregen kann. bei facebook und anderswo...
12.02.2012 - 07:27 Uhr
fraportas
anagramm sagte:
es gab eine zeit, da galt nahrungsaufnahme jeglicher art als nicht abbildungswürdig, vulgär, ekelhaft.
Wann und wo? Das würde mich unabhängig vom Thema interessieren.
logi sagte:
anagramm sagte:
es gab eine zeit, da galt nahrungsaufnahme jeglicher art als nicht abbildungswürdig, vulgär, ekelhaft.
Wann und wo? Das würde mich unabhängig vom Thema interessieren.
in der malerei bis ins späte 19. jahrhundert. menschen beim essen darzustellen galt als vulgär und nicht bildwürdig. eine ausnahme war die niederländische genremalerei des 17. jahrhunderts, die aber das drastische motiv bewusst gewählt hat. (und natürlich abendmahlsszenen)
anagramm sagte:
logi sagte:
anagramm sagte: es gab eine zeit, da galt nahrungsaufnahme jeglicher art als nicht abbildungswürdig, vulgär, ekelhaft. Wann und wo? Das würde mich unabhängig vom Thema interessieren.in der malerei bis ins späte 19. jahrhundert. menschen beim essen darzustellen galt als vulgär und nicht bildwürdig. eine ausnahme war die niederländische genremalerei des 17. jahrhunderts, die aber das drastische motiv bewusst gewählt hat. (und natürlich abendmahlsszenen)
Dann schwirren dir vor Ausnahmen aber bald die Augen - fast die ganze sakrale Kunst (Armenspeisungen, Brotvermehrung, Mannalese, Emmausmahl, Gastmale des Ahasver oder des Levi etc.), ein großer Teil der mythologischen Themen (etwa bacchantische Szenen), zahlreiche Genredarstellungen der Bologneser (Carracci, Passerotti, Vincenzo Campi etc.) und der spanischen Malerei des 17. (Murillo) und prunkvolle Festmahle in der venezianischen Kunst des 18. Jhdts. (Pietro Longhi usw) ...
12.02.2012 - 12:55 Uhr
Purcell
Purcell sagte:
anagramm sagte:
logi sagte:
anagramm sagte: es gab eine zeit, da galt nahrungsaufnahme jeglicher art als nicht abbildungswürdig, vulgär, ekelhaft. Wann und wo? Das würde mich unabhängig vom Thema interessieren.in der malerei bis ins späte 19. jahrhundert. menschen beim essen darzustellen galt als vulgär und nicht bildwürdig. eine ausnahme war die niederländische genremalerei des 17. jahrhunderts, die aber das drastische motiv bewusst gewählt hat. (und natürlich abendmahlsszenen)
Dann schwirren dir vor Ausnahmen aber bald die Augen - fast die ganze sakrale Kunst (Armenspeisungen, Brotvermehrung, Mannalese, Emmausmahl, Gastmale des Ahasver oder des Levi etc.), ein großer Teil der mythologischen Themen (etwa bacchantische Szenen), zahlreiche Genredarstellungen der Bologneser (Carracci, Passerotti, Vincenzo Campi etc.) und der spanischen Malerei des 17. (Murillo) und prunkvolle Festmahle in der venezianischen Kunst des 18. Jhdts. (Pietro Longhi usw) ...
ich hätte jetzt nicht gedacht, dass es jetzt zu einer kunsthistorischen diskussion ausartet, sonst hätte ich natürlich differenziert und für alle die experten auf all die sonderformen hingewiesen,... sakrale kunst ein ganz anderes feld. bacchanale sowieso. ich hätte vielleicht spezifizieren sollen, dass es um darstellungen von individuen im porträt zusammenhang geht. und auch auf den festmahlen wirst du i.d.R keine kauenden menschen oder menschen mit offenem mund sehen, allenfalls eine erhobene gabel.
12.02.2012 - 12:57 Uhr
anagramm
anagramm sagte:
und auch auf den festmahlen wirst du i.d.R keine kauenden menschen oder menschen mit offenem mund sehen, allenfalls eine erhobene gabel.
Kurz gesagt, die Dekorumsregeln waren auch nicht anders als heute (in einer Illustrierten oder bei einem schönen Familienphoto). Keine besondere Verschiebung beim Begriff des "Bildwürdigen".
Purcell sagte:
anagramm sagte:
und auch auf den festmahlen wirst du i.d.R keine kauenden menschen oder menschen mit offenem mund sehen, allenfalls eine erhobene gabel.
Kurz gesagt, die Dekorumsregeln waren auch nicht anders als heute (in einer Illustrierten oder bei einem schönen Familienphoto). Keine besondere Verschiebung beim Begriff des "Bildwürdigen".
es geht aber um das was bei fb als ok gilt - und da wirst du milllionen menschen beim essen sehen.
anagramm sagte:
es geht aber um das was bei fb als ok gilt - und da wirst du milllionen menschen beim essen sehen.
Meine Güte, bist Du rechthaberisch, nur weil Du nicht zugeben willst, daß Du Dich mit Deiner kunsthistorischen Aussage ein bißchen zu weit aus dem Fenster gelehnt hast ... genauso gut kann ich eben den Spieß umdrehen und sagen, daß man früher das Saugen an einer Brust darstellen durfte (siehe Caritas-Motiv), bei Facebook aber offenbar nicht - was ist gewonnen?
12.02.2012 - 13:17 Uhr
bangshou
12.02.2012 - 13:17 Uhr
bangshou
Purcell sagte:
@anagramm: Erneuter schlechter Versuch, den Spieß umzudrehen: Du machst eine Falschaussage und derjenige, der das geraderückt, macht das nur, weil er Dir "ans Bein pissen" will. Du hast ja echt mal ein schräges Ego.
es war keine falschaussage, es war eine nicht ganz ernst gemeinte, daher pauschale off hand bemerkung mit kunsthistorischem hintergrund. das nächste mal poste ich wohl besser gleich die ganze hauptseminarhausarbeit.
anagramm sagte:
es war keine falschaussage, es war eine nicht ganz ernst gemeinte, daher pauschale off hand bemerkung mit kunsthistorischem hintergrund.
"Pauschalisierung" und "nicht ernst zu nehmen" geht ja oft Hand in Hand. Dann sind wir jetzt ja hoffentlich damit durch.
anagramm sagte:
ähm, dir ist schon klar, dass säuglinge zu gewissen zeitpunkten einfach gefüttert werden müssen, oder?
Die Frage ist eher: ist das auch der Mutter klar? Du machst es Dir ganz schön einfach. "Müssen" ist kein Argument. Säuglinge "müssen" noch ganz andere Dinge. Trotzdem kommt keiner auf die Idee, den Pizzateller beiseite zu schieben und mal eben die Windeln zu wechseln. "Müssen" ist keine Rechtfertigung für den Ort, sondern Anlass für die Mutter sich VORHER Gedanken darüber zu machen, wo sie mit ihrem Baby vorhat hinzugehen und wann es gefüttert werden "muss". Sie muss jedes Mal eben vorher überlegen, ob die Bedürfnisse und das Wohl des Babys sich mit der Rücksichtnahme auf Mitmenschen vereinbaren lassen. Ein Baby ist kein Grund verspult zu werden. Oder ist Nachdenken und Planen zu viel verlangt?
anagramm sagte:
die alternative wäre ein jahr lang mit dem kind zuhause zu bleiben
Nicht wirklich, siehe oben. Aber wenn doch: Ja, und? Willkommen im Leben. So ein Baby bringt nun mal Verzicht mit sich. Daher ist es vorteilhaft sich vorher zu überlegen, ob man sich das zumuten will. Wenn die Konsequenzen zu unbequem sind: bleiben lassen. Nicht nett: einfach auf Mitmenschen abwälzen.
Wenn das Wohl des Kindes und die Rücksichtnahme auf Mitmenschen sich wirklich nicht vereinbaren lassen, dann muss im Zweifelsfall die Mutter einstecken, und sei es dass sie in einer bestimmten Situation zu Hause bleiben muss. Denke doch bitte Deine Argumentationskette mal zu Ende: schleppst Du Dein Baby auch in die Unibib und wenn es schreit, dann sagst Du lapidar: "Jetzt habt euch mal nicht so, schreien ist bei Babys natürlich. Das müssen die ab und zu, soll ich jetzt etwa zu Hause lernen, ihr Spießer?" - Spätestens jetzt fällt auf: Was ist das denn für eine selbstgefällige Logik. Sind ein Baby und dessen "natürliche" Grundbedürfnisse ein Freipass für rücksichtsloses Verhalten der Mutter?
Wenn Du Stillen in der Öffentlichkeit okay findest: Dein gutes Recht. Ist vielleicht einfach eine Frage des persönlichen Empfindens. Aber kannst Du wirklich von anderen verlangen, dass sie genau so empfinden sollen wie Du? Warum ist für Dich der kleinste gemeinsame Nenner nicht auch akzeptabel? Solange es eine große Zahl von Menschen gibt, die es nunmal als unangenehm empfinden, muss man damit rechnen auf solche Leute zu treffen und darauf Rücksicht nehmen. Das ist eine Frage des Respekts, nicht mehr und nicht weniger.
- dicke menschen beim sport
- dicke menschen in sommerkleidung
- ältere menschen in badekleidung am strand / im schwimmbad
- frauen in miniröcken
- frauen in enger kleidung
- frauen/männer in funktionskleidungs
- schwarze/türken/andere migraten- und migrantennachkommen in deutschland
punker
-linke
- rechte
- moslems
- katholiken
- atheisten
- hunde
- katzen
- kinder
- behinderte
- abtreibungs
- promiskuität
- tempolimit
- fahrradfahrer auf der straße
usw hasser in diesem schönen land gibt wie in der öfentlichkeit stillen hasser.
weil du es "intim" findest, sollen frauen zuhause bleiben? du hast eine interessante auffassung von rücksichtname.
und von deinem vergleich von windelwechseln und stillen mal ganz abgesehen.
Eine_junge_Frau sagte:
Sind ein Baby und dessen "natürliche" Grundbedürfnisse ein Freipass für rücksichtsloses Verhalten der Mutter?
...und der Väter, muss man der Gerechtigkeit halber sagen. Aber damit rührst du in der Tat an der Kernfrage des Problems oder dessen, was als Problem thematisiert wird.
Wenn ich sage: bei unseren Eltern war es noch ganz "normal", dass man sich zum Füttern, Wickeln u.ä. zumindest ein wenig zurückzieht und dass die Tatsache ein Kind zu haben, mit mehr oder weniger Einschränkungen verbunden ist, gelte ich im besten Fall als altmodisch und verklemmt, in der Steigerung als Kinder-/Elternfeind und in letzter Konsequenz als frauenfeindlich bis sexistisch, je nach Absicht oder dem, was grade als Argument auf die jeweilige Situation passt.
Einerseits ist es unbestritten ein gesellschaftlicher Fortschritt, dass Schwangere, Wöchnerinnen und stillende Mütter nicht mehr als "unrein" im biblischen oder sonstigen Sinne gelten und bis zur Wiederherstellung ihrer Ansehnlichkeit in der Kemenate wegzuschließen sind, und ja, wir sind in einer demografischen Situation, in der Kinder nicht nur ideell das "höchste Gut" sind, andererseits ist durchaus eine moralische Überhöhung des Status "Eltern" festzustellen - und allem, was damit verbunden ist. Ob das nun die politisch propagierte Kinderfreundlichkeit von Lebens-, Arbeits- und Wohnverhältnissen ist, die - offenbar auch mehrheitlich gewollte - staatliche / öffentliche Unterstützung von Kindern oder eben auch das "selbstbewußte" Auftreten von Eltern in der Öffentlichkeit. Nicht zuletzt wird diese Frage auch in den allumfassenden Sog der Gender-Frage gezogen, was zwar argumentativ nicht falsch ist, aber in Kombination mit den anderen Faktoren oft jegliche Kritik schon per se delegitimiert.
Wenn man nun darauf besteht, dass es eben trotz allem Genannten und Richtigen keine Hierarchisierung von Lebensentwürfen geben darf oder dass nicht jeder überall alles darf und Rücksicht auf andere das Zusammenleben doch erleichtert, wird das Eis schon sehr dünn. Deswegen gehe ich jetzt auch wieder einen Schritt Richtung Ufer.
12.02.2012 - 15:06 Uhr
alcofribas
Oder es auch nur ein - vielleicht plattes - Kalkül ist, sich in weniger offenen Gesellschaften nicht komplett die Tür zu verbauen?
Es gibt nun mal gute Gründe für Stillen und gegen Flasche, und in diesem Fall von Frauen zu erwarten, dass sie ein Jahr (oder länger) nicht aus dem Haus geht, nur weil manche Menschen meinen, andere mit ihrem subjektiven ästhetischen Empfinden gängeln zu müssen, finde ich einigermaßen grotesk. Natürlich müssen Eltern auch auf ihre Umgebung Rücksicht nehmen, wenn beispielsweise die Kleinen stundenlang schreiend durch den Zug rennen oder mit fettigen Fingern andere Reisende anfassen. Aber es gehört immer eine gesunde Abwägung dazu. Für mich ist die gesunde Ernährung eines Kindes allemal wichtiger als das subjektive ästhetische Empfinden von Einzelpersonen.
je schwerer man frauen es macht, halbwegs normal zu leben, desto eher hören sie mit stillen auf.
Wäre kein schlechtes Ticker-Thema...
bangshou sagte:
Für mich ist die gesunde Ernährung eines Kindes allemal wichtiger als das subjektive ästhetische Empfinden von Einzelpersonen.
Dem kann ich zustimmen.
Nur habe ich vor den analogen Argumentationen ein wenig Angst,
"Mir ist x wichtiger als das subjektive y von Einzelpersonen", denn das rechtfertigt in Konsequenz fast alles.
12.02.2012 - 15:21 Uhr
alcofribas
anagramm sagte:
@alco - zur zeit unserer eltern war es auch ok in der schwangerschaft zu rauchen und zu trinken, kinder zu schlagen und unverheiratete mütter gesellschaftlich zu ächten.
diese Vergleiche sind jetzt aber mindestens genauso unzulässig wie stillen = Windeln wechseln.
12.02.2012 - 15:43 Uhr
anagramm
das passiert mal und ist dann auch völlig okay. aber wenn die frau mama dann mit stolzgeschwellter brust jeden genervten blick mit "das ist was ganz natürliches! kinder sind so nunmal!" quittiert, finde ich das schon etwas seltsam.
und alles als absolutes grundrecht darzustellen...nee.
kann zwar jeder machen wie er will aber wenn sich dann dcoh mal jemand gestört fühlt, muss man doch nicht gleich derart loskeifen und ein riesen fass aufmachen, bei der man sich dann mit sonstwas für vorwürfen konfrontiert sieht. nur weil ich kinder nicht immer permanent in jeder situation total super finde, heißt das nicht, dass ich - wie war das lied? - lesbische, schwarze, behinderte schubse. aber auch die können mal scheiße sein.
zurücknehmen kann sich also bitte jeder mal.
worauf ich jetzt schlussendlich hinaus will, weiß ich allerdings gerade selbst nicht mehr.
ach doch: stillen soll doch jeder wo er will. aber wenn jemand dann doch mal was sagt, muss man doch nicht gleich zur furie werden, sondern kann doch wenigstens kurz drüber nachenken, ob einem jetzt wirklich ein riesen zacken aus der krone fällt, wenn man das blüschen etwas über die nackte haut legt.
12.02.2012 - 16:08 Uhr
newmoonrising
lea2 sagte:
wo seht ihr eigentlich all diese exhibitionistisch stillenden mütter im wahren leben? bilde mir ein, mich durchschnittlich häufig in der öffentlichkeit zu bewegen und wenn ich genauer drüber nachdenk, so hab ich im letzten jahr ca drei mal stillende frauen gesehen, die schlicht und ergreifend ihr kind gestillt haben, nicht mehr und nicht weniger. und dann lauf ich dran vorbei und registrier es, wie eine jede andere menschliche handlung auch. aufdringlich oder ekelhaft geht echt anders. zb einen grünen auf den boden rotzen, da krieg ich dann würgreiz.
Ich habe zu keinem Zeitpunkt von Ekligkeit gesprochen, was leicht überprüfbar ist. @anagramm und manche andere scheinen eine Freude daran zu haben, die Fronten künstlich zu verhärten und zu diesem Zweck dem anderen Worte in den Mund zu legen, die überhaupt nicht gesagt oder auch nur gemeint waren... Ich finde Stillen keinesfalls eklig, sehr im Gegenteil. Und wenn ich selbst im Tantris eine stillende Frau sehen würde, hätte ich 1000% einfach nur einen *Auwww, süüüüß*-Reflex, während viele andere vermutlich gerade an so einem Ort die Augenbrauen heben würden.
Angefangen hat's doch damit, dass ich lediglich gesagt habe, dass es mich sehr irritieren würde, wenn meine Freunde auf Facebook Fotos hochladen würden, wie sie ihr Baby stillen. Dabei bleibe ich auch. Es ist für mich einfach etwas anderes, wenn ich meine Freundin z.B. besuche und sie stillt in meiner Anwesenheit, das wäre mir persönlich auch im Restaurant total wurscht und auch sonst wo, oder aber ich schalte Facebook ein und sehe, dass sie Still-Close-ups mit 247 Leuten teilt. DAS fände ich sonderbar. Das heißt natürlich NICHT, dass ich auf die Idee kommen würde, das Posten solcher Fotos verbieten zu wollen (= abstruse Folgerung). Ich finde es aber irritierend, so was auf Facebook hochzuladen. Und nur weil etwas natürlich ist, muss ich es nicht auf Facebook hochladen. Es gibt einfach Dinge die sind "intim" (=privat), die muss man doch nicht mit Hunderten Halbbekannten teilen??
In diesem Zusammenhang sagte ich dann auch: ich selbst würde darauf achten, es nicht betont demonstrativ-exponiert zu machen, sondern irgendwie so, dass man halt nicht die komplette Brust sieht. (=nicht "Titten auspacken"). Und ich finde eben schon, dass man sensibilisiert bleiben muss, wo man sich befindet und mit wem man unterwegs ist.
Dann kamen wir aber plötzlich auf die Frage, wie das Stillen an sich im Restaurant am Tisch zu finden ist (weil das in meinem Beispiel der Rahmen war) bzw. in der Öffentlichkeit. Da vertrete ich den Standpunkt: mich persönlich stören andere Stillende absolut überhaupt gar nicht, egal an welchem Ort. Aber: die Argumentationsweise: ich darf alles, weil ich ein Baby habe, das geht einfach nicht. Ich bin einfach gegen die selbstgefällige Haltung, dass man rücksichtslos sein darf mit der Ausrede, das Baby "muss" dieses oder jenes machen. Da brachte ich das Beispiel mit dem Schreien und der Bibliothek und der Windel am Tisch.
Ich bin aber absolut gegen Doppelmoral und spießiges "Dieses und jenes macht man nicht, weil so was gehört sich nicht!" Natürlich hat auch @anagramm völlig recht insoweit, dass ein Baby tatsächlich alle Paar Stunden gefüttert werden muss und dass man deswegen als Mutter nicht zu Hause bleiben muss und so weiter.
Bitte nicht immer gleich jedes Wort im Mund umdrehen und so interpretieren wie es Euch für die Schwarzmalerei recht wäre.
In den wenigen Fällen, in denen ich im öffentlichen Raum Stillen bemerkt habe, war es meistens immer noch unaufdringlich genug, dass ich mit wenig Aufwand weggucken oder mich auf was anderes konzentrieren konnte -- weil die Mutter nie so agiert hat, dass sie ihre eigene Brust und das Baby direkt in das Zentrum jeder Aufmerksamkeit stellen musste.
Wer natürlich lange genug sucht, um etwas zu finden, über das er sich aufregen kann, wird aber sicher fündig.
Schreiende, krawallmachende und Sitze verdreckende Kids oder stinkende Windeln bewegen sich da auf einer anderen Ebene, aber stillende Brüste auszublenden habe ich bisher noch nie als Problem empfunden.
Was Facebook macht ist natürlich allein ihr Bier. Es ist ein Unternehmen, was sich seine Nutzungsbedingungen selbst zusammenschreiben kann, und wenn es jemandem nicht passt, ist er frei, auf eine andere Plattform zu wechseln.
alcofribas sagte:
Einerseits ist es unbestritten ein gesellschaftlicher Fortschritt, dass Schwangere, Wöchnerinnen und stillende Mütter nicht mehr als "unrein" im biblischen oder sonstigen Sinne gelten und bis zur Wiederherstellung ihrer Ansehnlichkeit in der Kemenate wegzuschließen sind
Ja, absolut.
alcofribas sagte:
Gleichzeitig durchaus eine moralische Überhöhung des Status "Eltern" festzustellen (..) - und auch das "selbstbewußte" Auftreten von Eltern in der Öffentlichkeit. Nicht zuletzt wird diese Frage auch in den allumfassenden Sog der Gender-Frage gezogen, was zwar argumentativ nicht falsch ist, aber in Kombination mit den anderen Faktoren oft jegliche Kritik schon per se delegitimiert.
(...) trotz allem Genannten und Richtigen keine Hierarchisierung von Lebensentwürfen geben darf oder dass nicht jeder überall alles darf und Rücksicht auf andere das Zusammenleben doch erleichtert.
Das ist schön auf den Punkt gebracht.
12.02.2012 - 16:39 Uhr
Eine_junge_Frau
newmoonrising sagte:
auf den keks geht mir etwas eigentlich nur dann, wenn es als absolut überselbstverständlich dargestellt wird. als wäre man selbst hochgradig intolerant, prüde oder/und sowieso völlig fernab der realität, wenn es einen kurzmal irritiert im vollbesetzten bus plötzlich eine nackte brust vor der nase zu haben oder dass zwergnase es total super findet in der bahn in schneenassen schuhen einmal über die sitzreihen zu laufen und dabei lautstark zu schreien.
das passiert mal und ist dann auch völlig okay. aber wenn die frau mama dann mit stolzgeschwellter brust jeden genervten blick mit "das ist was ganz natürliches! kinder sind so nunmal!" quittiert, finde ich das schon etwas seltsam.
und alles als absolutes grundrecht darzustellen...nee.
kann zwar jeder machen wie er will aber wenn sich dann dcoh mal jemand gestört fühlt, muss man doch nicht gleich derart loskeifen und ein riesen fass aufmachen, bei der man sich dann mit sonstwas für vorwürfen konfrontiert sieht. nur weil ich kinder nicht immer permanent in jeder situation total super finde, heißt das nicht, dass ich - wie war das lied? - lesbische, schwarze, behinderte schubse. aber auch die können mal scheiße sein.
zurücknehmen kann sich also bitte jeder mal.
worauf ich jetzt schlussendlich hinaus will, weiß ich allerdings gerade selbst nicht mehr.
ach doch: stillen soll doch jeder wo er will. aber wenn jemand dann doch mal was sagt, muss man doch nicht gleich zur furie werden, sondern kann doch wenigstens kurz drüber nachenken, ob einem jetzt wirklich ein riesen zacken aus der krone fällt, wenn man das blüschen etwas über die nackte haut legt.
Exakt so. Unterschreibe ich alles.
Eine_junge_Frau sagte:
Bitte nicht immer gleich jedes Wort im Mund umdrehen und so interpretieren wie es Euch für die Schwarzmalerei recht wäre.
It's the internet, baby ;-)
Und immerhin hat das Umfeld ja auch was davon wenn das Baby nicht schreien muss weils Hunger hat.
wer überhaupt auf die idee kommt, sich davon belästigt zu fühlen, mit dem grund, die handlung als sexuell konnotiert zu empfinden (oder was sonst ist der grund) hat ja irgendwie schon einen falschen wertungsmaßstab.
stillen ist nicht weiter als einem säugling nahrung zu verabreichern und keine mutter sollte sich dafür schämen müssen??!!
a) Es geht nicht darum, dass Frauen in der Öffentlichkeit stillen. Ich hab auch noch nie erlebt, dass das jetzt ein Problem war. Es geht um den Protest einiger militanter Supermütter, Still-Bilder nicht auf Facebook stellen zu dürfen. Und da muss man halt mal sagen, es liegt im Ermessen von Facebook, was erlaubt wird und was nicht. Das hat nichts mit Zensur oder Diskriminierung zu tun. Wenn jemand trotzdem solche Bilder unbedingt meint, ins Internet stellen zu müssen, dann soll sie sich halt eine andere Social-Media-Plattform suchen, wo das erlaubt ist bzw. selbst eine gründen. Insofern ist der Protest der Damen m. E. überzogen, ungerechtfertigt und einfach lächerlich. Es gibt wirklich wichtigere Dinge, wegen denen man Kampagnen starten müsste.
b) Damit hat sich eigentlich der Rest der Diskussion schon erledigt. Worüber ich mich persönlich aufgeregt habe, ist nicht, dass die Frauen hinter dieser Aktion in der Öffentlichkeit stillen, sondern dass sie sich wie wildgewordene Hyänen verhalten. Und ich hab es leider schon mehrfach erlebt, dass es einfach unerträglich wird, wenn mehrere solcher Supermütter im Pulk irgendwo einfallen. Geschrei, Hektik und meinen, die ganze Welt müsste sich nach ihnen richten. Meine Meinung jedoch ist: Mutter hin oder her, JEDER sollte versuchen, irgendwie auf seine Umwelt Rücksicht zu nehmen.
Gargoyle sagte:
b) Damit hat sich eigentlich der Rest der Diskussion schon erledigt. Worüber ich mich persönlich aufgeregt habe, ist nicht, dass die Frauen hinter dieser Aktion in der Öffentlichkeit stillen, sondern dass sie sich wie wildgewordene Hyänen verhalten. Und ich hab es leider schon mehrfach erlebt, dass es einfach unerträglich wird, wenn mehrere solcher Supermütter im Pulk irgendwo einfallen. Geschrei, Hektik und meinen, die ganze Welt müsste sich nach ihnen richten.
das ist einfach nur ein unverschämter ton gegenüber allen müttern. deine mochte dich wohl nicht besonders.
12.02.2012 - 19:03 Uhr
Gargoyle
newmoonrising sagte:
stillen soll doch jeder wo er will.
ein dreifaches hoch auf das generische maskulinum! es schenkt uns immer wieder neue, aufregende denkinhalte!
pitz sagte:
newmoonrising sagte:
stillen soll doch jeder wo er will.
ein dreifaches hoch auf das generische maskulinum! es schenkt uns immer wieder neue, aufregende denkinhalte!
hoppla. :) aber ich habe eine ausrede: die bronchitis hat sich mit einem dezenten fieber verbündet.... sämtliche grammatikalischen entgleisungen sind also zu entschuldigen.
Eine_junge_Frau sagte:
Ich würde auch nicht in einem Restaurant auf die Idee kommen, am Tisch eine Titte auszupacken und mein Kind zu stillen. Egal, wie "natürlich" das ist. Die Hemmungslosigkeit mancher Leute irritiert mich einfach immer wieder. Das ist alles.
Eine_junge_Frau sagte:
Und wenn ich selbst im Tantris eine stillende Frau sehen würde, hätte ich 1000% einfach nur einen *Auwww, süüüüß*-Reflex, während viele andere vermutlich gerade an so einem Ort die Augenbrauen heben würden.
ich hatte nicht dich persönlich mit meinem kommentar gemeint. aber wenn ich deine beiden kommentare (ja, ein wenig aus dem zusammenhang gerissen) so lese, dann nun ja, was denn nu? müssen wir aber auch nicht weiter diskutieren.
Es ist DAS natürlichste der Welt, wenn ein Säugling gestillt wird. Aber Kacken-gehn ist ebenso natürlich. Und wer postet schon Fotos von sich und seiner Wurst?!
Ich verstehe nicht wieso diese Muttis immer demonstrieren müssen, dass sie in dwer LAge sind ihre Kinder zu ernähren. Wie gesagt ist doch natürlich, also eigentlich auch unspektakulär.
Und facebook naja wers braucht. ich sag nur STASI 3.0
lea2 sagte:
was denn nu? müssen wir aber auch nicht weiter diskutieren.
Beides. Es ist selektiv aus dem Zusammenhang gerissen, aber macht nix. Denn da ist ohnehin kein Widerspruch: Wenn ich mich an einem öffentlichen Ort befinde, z.B in einem Restaurant am Tisch, also dort wo ich nicht allein bin, sondern mich andere Menschen sehen (= Analogie zu Öffentlichkeit bei Facebook, denn so kamen wir drauf), dann würde ich so stillen, dass ich nicht alles entblößen und die Brüste komplett auspacken muss (=Analogie zu der Textstelle, dass die Fotos "nudity" und Close-ups sind). So, das war die Aussage "Titten nicht auspacken um zu stillen". Das andere war, dass ich eine stillende Mutter mit Baby auf dem Arm anrührend finde. Egal wo, also auch in einem krass formellen Restaurant, wo es wohl besonders viele als unangebracht empfinden könnten, mit voll ausgepackten Brüsten zu stillen. Auch an dieser Aussage halte ich fest.
Worin siehst Du da jetzt den Widerspruch?
Brennessel1000 sagte:
Kacken-gehn ist ebenso natürlich. Und wer postet schon Fotos von sich und seiner Wurst?!
Vielleicht wird das ja der nächste Trend ...
13.02.2012 - 09:44 Uhr
JoergAuch
Und liebe Männer, denkt daran, eure Frau kann dann nicht mehr einkaufen oder sonst irgendwas tun - obwohl sie doch in Mutterschutz Ja, es gibt Flaschennahrung. Aber dafür braucht es einen ordentlichen Vorrat an wohltemperierten Wassers, dass man dann für 1-3 Mahlzeiten durch die Gegend schleppen darf, inklusive Pulver, Flaschen etc. Stillen ist dagegen einfach und ziemlich praktisch...
Dass die Frauen ihre Stillerlebnisse auf Facebook zeigen müssen, ist genauso dämlich, wie die Fotos des letzten Absturzes auf einer Party. Aber Leben und Leben lassen...
Ob es den Kindern gut tut, solche extrovertierten Mütter zu haben, ist natürlich eine ganz andere Frage. Aber ob ihr selber zu solchen mutiert, sieht man erst, wenn man selbst Kinder hat.
In diesem Sinne eine schöne Woche.
Zugegeben, was die Facebooksache betrifft, ist das an Lächerlichkeit kaum zu überbieten. Ich für meinen Teil wurde zumindest noch nie dazu genötigt mir irgendwelche Fotos anzuschauen, die ich nicht sehen will.
Eine_junge_Frau sagte:
Ich will keine Fotos von stillenden Müttern sehen.Und, bitte, warum ist "Natürlichkeit" immer ein Totschlagargument für alles?
Genau. Kacken ist auch natürlich und trotzdem käme keiner auf die Idee Bilder vom Pressen auf dem Stillen Örtchen auf FB zu stellen.
izzy_bizzy sagte:
Genau. Kacken ist auch natürlich und trotzdem käme keiner auf die Idee Bilder vom Pressen auf dem Stillen Örtchen auf FB zu stellen.
Manche Mütter kommen tatsächlich auch auf diese Idee. Meine Quasi-Schwägerin hat ein Bild von einer vollgekackten Windel in ihrem Familienblog gepostet. Kein Witz.
wollmops sagte:
izzy_bizzy sagte:
Genau. Kacken ist auch natürlich und trotzdem käme keiner auf die Idee Bilder vom Pressen auf dem Stillen Örtchen auf FB zu stellen.
Manche Mütter kommen tatsächlich auch auf diese Idee. Meine Quasi-Schwägerin hat ein Bild von einer vollgekackten Windel in ihrem Familienblog gepostet. Kein Witz.
das ist nichts neues. meine eltern haben auch so ein foto von mir, da bin ich vielleicht ein jahr alt. meine schwester hat das bild jahrelang immer wieder rausgesucht, um mich damit zu ärgern. damals hat man sich noch nicht getraut, fotos aus familienalben zu reißen... irgendwo ist das bild immer noch.
wir kerle kommen auch auf blöde ideen wenn uns die hormone durchgehen.
also shit happens.
Mich haette es ja nicht interessiert, jeder kann seine private Photogallerie ausserhalb von fb auf seinem privaten Webspace machen, ist ja nicht *soo* schwer und ich bin eh nciht bei fb......
Uns Mark ZUckerberg wurde ja auch nicht mit vollen Windeln beworfen, sondern die lieben Mamis haben sich ja brav vor dem Facebook-Buero aufgestellt.
der_sendlinger sagte:
shit happens.
Noch lange kein Grund, ihn zu fotografieren. :->
14.02.2012 - 11:00 Uhr
JoergAuch
wollmops sagte:
Manche Mütter kommen tatsächlich auch auf diese Idee. Meine Quasi-Schwägerin hat ein Bild von einer vollgekackten Windel in ihrem Familienblog gepostet. Kein Witz.
Wir wollen zu ihren Gunsten annehmen, dass es sich um die Windel des Babys gehandelt hat.
Zum Thema: Ich bin der Meinung, dass niemand Bilder in sozialen Netzwerken veröffentlichen sollen dürfte von Leuten, die der Veröffentlichung nicht zugestimmt haben, und das schließt vermutlich die gestillten Kinder mit ein.









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10.02.2012 - 18:35 Uhr
wollmops