12.01.2012 - 18:30 Uhr

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Lächeln verboten

Text: kathrin-hollmer - Fotos: Florian Niethammer, Janine Koch

Am Freitag startet die neue Dschungelcamp-Staffel. Aber wie ist das Leben im echten Urwald? Ein Interview mit der Biologie-Studentin Janine Koch.

Freunde der flachen Abendunterhaltung dürfen sich freuen. Am Freitag ziehen wieder elf Konsonantenpromis ins RTL-Dschungelcamp und kämpfen zur allgemeinen Volksbelustigung um Essens-Sterne. Die Kölner Biologie-Studentin Janine Koch hat zwei Monate in einem echten Dschungelcamp in der zentralafrikanischen Republik verbracht. Im Interview erzählt die 27-Jährige, wie es im Urwald wirklich zugeht – und warum man dort lieber nicht lächelt.  

Janine Koch (27) hat zwei Monate im zentralafrikanischen Dschungel verbracht.

Frau Koch, Sie waren zwei Monate im Urwald. Schauen Sie sich das Dschungelcamp im Fernsehen eigentlich an?
Nein.  

Warum nicht?

Ich kenne die Sendung nicht im Detail, aber im Fernsehen wird der Urwald immer viel dramatischer dargestellt, als er eigentlich ist. Klar ist es dort gefährlich, weil man giftigen Tieren oder Wilderern begegnen kann, aber das Wesentliche am Dschungel wird meistens nicht dargestellt.  

Das wäre?

Die Schönheit des Waldes. Ich habe zum Beispiel fast jeden Tag drei neue Schmetterlingsarten entdeckt. Im Fernsehen wird der Dschungel als unbequem und schmutzig, wie eine Strafe dargestellt, aber das ist einfach nicht wahr. Ich habe in ganz banalen Sachen gespürt, wie es ist, wenn man zu seinen Wurzeln zurückkehrt. Dort gibt es einfach kein Fahrrad, Auto oder die U-Bahn. Man muss zu Fuß gehen. An manchen Orten mussten wir eine Stunde laufen und klettern, um sauberes Wasser zu bekommen.  

Wieso waren Sie in dem Camp?

Ich habe ein Praktikum bei einer Doktorandin gemacht, die in einem Camp in der Zentralafrikanischen Republik untersucht, warum Tiere im Wald zu Lichtungen kommen. Ich habe ihr dort bei den Boden-, Wasser- und Pflanzenproben und Nährstoffanalysen geholfen. Außerdem habe ich mir als Mitglied die Projektarbeit des WWF vor Ort angeschaut.  

Wie haben Sie den Urwald erlebt?

Als Mutprobe und Herausforderung, als anstrengend und abenteuerlich. Den Wald als Ganzes zu begreifen, mit den Tiergeräuschen und den unverhofften Begegnungen mit Tieren, war unglaublich. Insgesamt war meine Zeit dort auch sehr ungewiss, weil ich nie wusste, wie meine Reise weitergeht.  

Wie war Ihre Ankunft dort?

Ich bin allein nach Afrika gereist, dort wurde ich vom Flughafen abgeholt und in ein Hotel gebracht, am nächsten Tag sollte mich ein Auto abholen. Ich hatte nur einen Namen und eine Telefonnummer und wusste nicht, wer mich abholt, da war es schwierig, nicht in Panik zu geraten. Im Camp selbst war alles sehr organisiert.  

Wie kann man sich so ein Camp vorstellen?

Es war mitten im Wald und eine Stunde Fußweg vom nächsten Dorf entfernt. Dort gab es Bungalows zum Schlafen und einen Aufenthalts-Bungalow, einen Bach, in dem man sich und seine Kleidung waschen konnte und Trinkwasser holen konnte, das aber gefiltert oder abgekocht werden musste. Und ein Klohäuschen.  

Wo haben Sie geschlafen?

Im Camp haben wir im Bungalow in einem Schlafsack und unter einem Moskitonetz geschlafen, im Wald hatten wir Zelte dabei.  

Mussten Sie auch Mehlwürmer essen wie die Dschungel-Bewohner auf RTL?

Das ist auch so was, das nur im Fernsehen gemacht wird. Das Essen ist nicht sehr abwechslungsreich, alle drei bis vier Tage gibt es dasselbe. Aber wir haben weder Kakerlaken noch Maden oder Mehlwürmer gegessen, sondern viel Reis und Nudeln, knödelähnliche Bällchen aus Maniok-Mehl. Fast immer gab es Sardinen dazu, oft frittierte oder gekochte Kochbananen, selten Avocados, Mangos und Papayas. Einmal hätte es Antilope gegeben, aber das habe ich nicht probiert.  
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kathrin-hollmer

ist jetzt-Mitarbeiterin und hat diesen Beitrag verfasst.


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