Und was ist Ihre größte Schwäche?
Stell dir vor, du wärest Chef: Was würdest du von einem Bewerber wissen wollen?
Tonnenweise Bewerbungsliteratur hat dazu geführt, dass jeder Jobsuchende weiß, wie er sich Chefs und Personalern im Vorstellungsgespräch präsentieren kann, ohne unnötige Angriffsflächen zu bieten. Dank der Ratgeber schaffen Bewerber es, auf die Frage, wo man sich in fünf Jahren sehe, so zu reagieren, dass ihnen weder mangelnder Ehrgeiz noch Ambitionen auf den Posten ihres Gegenübers unterstellt werden können. Für jede heikle Frage kennen sie die geeignete Floskel, in die sie sich flüchten können - und antworten, gefragt nach ihrer größten Schwäche, routiniert mit "Perfektionismus" – oder "Schokolade". Wer wäre schon so blöd, in einem Vorstellungsgespräch ehrlich zuzugeben, dass er zum Aufschieben neigt oder unter Stress gelegentlich zur Zicke mutiert?
Die Folge: Mit Fragen aus dem Katalog erfahren Chefs und Personaler unter Umständen nur wenig und vor allem wenig Wahrhaftiges über einen Bewerber – außer, dass er sich mit ausgiebiger Lektüre von Ratgebern auf das Gespräch vorbereitet hat. Für jede erwartbare Frage hat er sich eine unverfängliche Antwort zurecht gelegt. Weil die Interviewer aber nach dem Gespräch entscheiden müssen, ob sie den Kandidaten einstellen wollen oder nicht, ändern einige inzwischen ihre Fragetechnik. Sie bringen den Bewerber gezielt aus dem Konzept, indem sie abseitig erscheinende Fragen stellen, auf die er nur spontan reagieren kann.
In den USA setzen insbesondere technische Unternehmen auf solche irritierenden Fragen, in denen der Bewerber sich häufig entweder jenseits von Floskeln über sich selbst äußern soll oder mit einem bestimmten Problem konfrontiert wird. "Angenommen, Sie wären ein Microsoft Office-Programm, welches wären Sie?", wollen etwa die Personalchefs eines Versandhändlers für Automobilzubehör im Vorstellungsgespräch wissen. Ein Kandidat, der sich als Software-Entwickler bei Amazon beworben hatte, sollte erklären, wie er das Hungerproblem lösen würde. Und bei Google lassen die Personaler die aufgeregten Bewerber schätzen, wie viele Menschen in San Francisco an einem Freitag Nachmittag um halb drei wohl bei Facebook eingeloggt sein dürften.
Glaubst du, dass man mit solch unkonventionellen Fragen einen Bewerber besser kennenlernt? Mal angenommen, du wärest selbst Chef einer kleinen Firma: Was würdest du in einem Vorstellungsgespräch von einem Bewerber wissen wollen, von dem du bisher nur seine Zeugnisse und einen tabellarischen Lebenslauf kennst? Welche Fragen würdest du ihm stellen, um das herauszufinden? Würdest du ihn auch Persönliches fragen? Fangfragen benutzen?
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um an den gestrigen Ticker anzuknüpfen:
"San Sie mim Unterbauern verwandt?"
(Weil vom Unterbauern is no nia nix gescheids kemma.)
Wir alle bestehen aus zu vielen Vorurteilen und Voreingenommenheiten, als dass ein persönliches Gespräch objektiv Aufschluss über die Eignung eines Bewerbers geben könnte. Also lieber jemand aussuchen, der die eigenen positiven Vorurteile am besten bedienst.
*duckt & rennnt schon wieder*
03.01.2012 - 08:07 Uhr
Grrmpf
03.01.2012 - 08:11 Uhr
Grrmpf
Grrmpf sagte:
Oder halt nach Augenschein. Wie es der Personaler hier offenkundig mit den weiblichen Arbeitskräften macht.
Aber nur, solange sie u30 sind und / oder nicht in Führungspositionen wollen. Im gebährfähigen Alter stellt man nämlich niemanden für eine verantwortlungsvolle Position ein. Das ist kein Anklagen, sondern eine Tatsache.
Guten Morgen allseits.
Grrmpf sagte:
Ach ja, und wenn ich ein Microsoft-Produkt wäre, wohl am ehesten Excel 5.0
"ich laufe unter Mac, bin also inkompatibel mit ihrer verwendeten Bürosoftware."
Carlotta1000 sagte:
Grrmpf sagte:
Oder halt nach Augenschein. Wie es der Personaler hier offenkundig mit den weiblichen Arbeitskräften macht.
Aber nur, solange sie u30 sind und / oder nicht in Führungspositionen wollen. Im gebährfähigen Alter stellt man nämlich niemanden für eine verantwortlungsvolle Position ein. Das ist kein Anklagen, sondern eine Tatsache.
Guten Morgen allseits.
Mag Zufall sein, aber auch die Damen fortgeschritteneren Alters hier sind heiß. Definiere verantwortungsvolle Position.
Solche Fragen find ich total daneben, weil´s auch nix mit der Persönlichkeit zu tun hat, sondern die Antwort garantiert nicht wohl überlegt ist. Dazu müsste man sich vorher ein Bild über die Eigenschaft der Software gemacht haben - und nicht nur Nutzer sein, um einfach Tabellenkalkulationen oder Präsentationen zu erstellen.
M.E. sinnvoller, die Hobbies zu erfragen oder die Art der Reisen.
Grrmpf sagte:
Mag Zufall sein, aber auch die Damen fortgeschritteneren Alters hier sind heiß. Definiere verantwortungsvolle Position.
Sorry und streiche "verantwortungsvoll" - das war Mist. Meinte eher Schlüsselpositionen - also von denen es nur wenige gibt. D.h. Stab oder Management.
Die Damen in fortgeschrittenen Alter können natürlich heiß sein, werden aber auch erst wieder eingestellt, wenn der Vierer vor dem Alter steht.
Die zehn Jahre dazwischen: No Go.
Aber da sind die Ladies nicht ganz unschuldig dran. Keine Frage.
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03.01.2012 - 08:03 Uhr
alcofribas