Würdest du deine Arbeit auch umsonst machen?
Es gibt einen knallharten Satz, der besagt: Wenn du deine Arbeit nicht auch umsonst (also ohne Entgelt) machen würdest, dann kündige. Siehst du das genauso?
Vor etwas mehr als zwei Wochen hat David Fuhriman auf der Webseite lifehacker.com eine Diskussion losgetreten, die man nicht mehr so leicht aus dem Kopf bekommt. Er hat von seinem Bruder erzählt, der, nachdem er sein Studium an der Yale University beendet hatte, zur Abschlussfeier ein paar gute Tipps mit auf den Lebensweg bekommen hat. Die Tipps sind nett. Da steht, dass eine Stunde Schlaf vor Mitternacht im Grunde zwei Stunden Schlaf wert ist. Und eine Stunde Arbeit vor 12 Uhr mittags ist im Grunde zwei Stunden wert. Und dann steht da noch was: Wenn man die Arbeit, der man nachgeht nicht auch machen würde, wenn es dafür kein Geld gäbe, dann solle man diese Arbeit sein lassen. Dann solle man kündigen.
David Fuhriman beschreibt in seinem Text, wie er dem Rat folgte, den alle Berufsberater dieser Welt Schülern und Studenten an die Hand geben: Mach, was du am liebsten machst. Das machen lange nicht alle Menschen. Nicht jeder ist so konsequent. Ökonomische Zwänge und die Erwartungen der Eltern spielen eine ganz hübsche Rolle, wenn es darum geht, die eigene Zukunft fest zu tackern. Fuhriman aber hat den weisen Rat mitten in seinem Berufsleben dann doch noch befolgt. Und er hat gekündigt. Jetzt macht er das, was er wirklich gut findet, schreibt er. Und jetzt befeuert er die Debatte, die viele Menschen ein Leben lang mit sich selbst führen: Soll ich das machen, was ich möchte - und damit kein Geld verdienen? Soll ich Geld verdienen - und einem Job nachgehen, den ich Banane finde? Gibt es die perfekte Mischung aus beidem? Gibt es die Reinform: den geliebten Job mit guter Bezahlung?
Fuhriman ist, muss man glauben, der festen Überzeugung, dass man die Reinform finden kann. Man müsse es, sagt er ganz Amerikanisch, nur wollen. Man müsse seinen Wünschen nur konsequent genug nachgehen und dranbleiben, nie aufgeben und die Dinge würden sich fügen. Wie siehst du das? Ist das Wunschdenken? Ist es realistisch, einen Job nur dann zu machen, wenn man ihn auch für Nix machen würde? Wie ist es bei dir gerade? Würdest du das, was du tust unter jeder Bedingung machen? Oder ist das, mit Verlaub, ganz schlimmes Motivationsgedöns?
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Nein..ich glaube nicht das mein Vermieter mich umsonst in meiner Wohnung wohnen lassen würde..etc
Ich stelle mir diesen jungen Menschen, den ich übrigens nicht näher kenne, in 20 Jahren dabei vor, wie er vor einer undisziplinierten Klasse versucht, seinen Ethikunterricht durchzuziehen und sich mit dem Gedanken an das sichere Einkommen und den sicheren Job tröstet bis zum Pausengong. Wird er glücklicher sein, als jemand, der mit 16 eine Bäckerlehre angefangen hat? Hat Glück so viel mit dem Job oder besser mit dem Beruf zu tun?
edlabyde sagte:
Gerade heute Früh habe ich im Radio einen Beitrag über einen jungen Philosophiestudenten gehört, der sinngemäß sagte: Es studieren immer mehr Leute Philosophie, weil sie erkennen, dass Arbeiten und Geldverdienen nicht alles ist. Und er könne ja später auch noch Unternehmensberater oder Lehrer werden.
Yeah! Philosophen kann man nie genug haben ... :-))
Genau wie Unternehmensberater, Friseure und Telefonhörerdesinfizierer.
(Näheres bei Douglas Adams)
13.09.2011 - 08:14 Uhr
JoergAuch
JoergAuch sagte:
(Wieso fährt hier heute eigentlich alle 5 Minuten ein Müllwagen vorbei? Ist heute Tag der Müllabfuhr oder sowas?)
Sie beobachten Dich!
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13.09.2011 - 08:02 Uhr
edlabyde
Chchch. Der war gut. Ach - ernsthaft? Nein.