Zwischen verhungerten Kühen und japanischen Konvois
Der Amerikaner Max Hodges lebt derzeit in Tokio und hat die radioaktiv belastete Evakuierungszone in Japan betreten, um den Zustand dort bildlich festzuhalten.
Dem amerikanischen Fotografen Max Hodges ist es gelungen, die Evakuierungszone rund um das Kraftwerk Fukushima-Daiichi zu betreten, obwohl dies seit der Katastrophe verboten ist. Im Interview hat er uns erzählt, wie man sich in einer solchen Risikozone fühlt und, dass er dort nicht nur auf verlassene Tiere gestoßen ist.
jetzt.de: Warum haben Sie sich dazu entschlossen, die Evakuierungszone zu betreten, um dort zu fotografieren?
Max Hodges: Ich wusste nicht genau, was ich vorfinden würde, aber ich war der Meinung, dass es wichtig ist, diese Sache zu erforschen. Da ich dachte, dass alle Menschen evakuiert worden sind, plante ich zunächst, das Schicksal der verlassenen Tiere zu dokumentieren. Ich hatte von Kühen gehört, die in ihren Ställen zurückgelassen wurden und dort verhungert sind.
Wie fühlt man sich, wenn man ein solches Gebiet betritt?
Sobald man die Zone betritt, fühlt man, dass etwas nicht stimmt. Die Abwesenheit der Menschen ist geradezu greifbar. Häuser und Läden sind verlassen und die Grundstücke von Unkraut und wilden Pflanzen überwuchert. Die 20 Kilometer lange Evakuierungszone ist einzigartig, wenn man sieht, dass die Folgen des Tsunamis und des Erdbebens wie in einer Zeitkapsel oder einem Museum konserviert bleiben. Außerdem war der Aufenthalt besonders nervenaufreibend, weil alle meine Sinne auf Alarmbereitschaft waren. Schließlich musste ich aufpassen, nicht von den Konvois der japanischen Notwehr entdeckt zu werden.
Hatten Sie keine Angst vor den Risiken?
Was die Strahlenbelastung angeht, habe ich mich erkundigt und herausgefunden, dass ein paar Tage im Gebiet nicht allzu gefährlich sind. Viel größere Sorgen machte ich mir, dass ich verhaftet werden und dadurch Probleme mit meinem Visum bekommen könnte.
Auf Ihren Fotos ist auch ein japanischer Mann zu sehen...
...Das ist Kobayashi. Ich habe ihn zufällig getroffen, als ich fotografierte. Er ist wahrscheinlich der einzige Mensch, der noch in dieser Zone lebte. Er lud mich zu sich ein und bot mir Essen, Trinken, eine Dusche und einen Platz zum Schlafen an. Ich bin ein paar Nächte bei ihm geblieben. Er hat vor der Katastrophe in der heutigen Evakuierungszone als Mechaniker gearbeitet und lebte verbotenerweise dort.

Warum lebte er freiwillig weiterhin dort?
Obwohl die Stadt Odaka nur ungefähr 15 Kilometer vom beschädigten Reaktor entfernt liegt, ist sie nur leicht von radioaktiver Strahlung betroffen. Das liegt daran, dass der Wind günstig wehte, als der Reaktor beschädigt wurde. Kobayashi war der Meinung, dass es nicht nötig sei, seine Heimat zu verlassen und ist ganz einfach in seinem Haus geblieben, bis er nach ein paar Monaten schließlich entdeckt und zum Gehen gezwungen wurde.
Wie war es Kobyashi möglich, ganz alleine in der Zone zu überleben?
Er aß Gemüse aus seinem eigenen Garten und lief manchmal zu einer unbesetzten Absperrung, an der seine Frau oder ein Freund ihn ungesehen mit Proviant versorgten.
Mittlerweile musste er die Zone doch verlassen – haben Sie ihn einmal gefragt, wie es ihm jetzt geht?
Er hat es genossen, in seinem Haus zu leben – das kleine Apartment, in dem er jetzt lebt gefällt ihm nicht. Aber ich habe ihn dort besucht und er scheint sich daran zu gewöhnen. Kobayashi ist ein sehr humorvoller Mensch und das ist wohl die wichtigste Fähigkeit, die man haben muss, um unter solchen Umständen zu überleben. Ich kenne ihn jetzt seit drei Monaten und plane, an seiner Geschichte und seinem Schicksal dran zu bleiben.
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6 Fragen sind neuerdings ein Interview?
War die Frau grad mit Kinderkriegen beschäftigt oder warum hört das so plötzlich auf?
Jetzt ma Ernst beiseite; So geht das nicht!
Im Titel wird von toten Tieren gesprochen. Japan und Fukushima ist ein super heißes Eisen und jeder brennt darauf, Eindrücke aus einer "verbotenen Zone" zu sehen oder zumindest erzählt zu bekommen und dann ist alles, was wir erfahren DAS?
Er hatte Angst erwischt zu werden und trifft einen Mann, der dort mittlerweile nicht mehr wohnt... wow... zu viel Information incoming... weiß gar nicht, ob das der gewöhnliche Jetzt-Leser von heute überhaupt verarbeiten kann...
Oh man, ich muss aufpassen, dass nicht noch mein Kommentar länger wird, als dieser "Versuch eines Interviews".
Ich hoffe ihr habt ein paar Seiten vergessen und die werden noch nachgereicht, ansonsten muss jmd. gefeuert werden, denn für die paar Zeilen, sollte niemand ernsthaft bezahlt werden *pff*.
Enttäuschend.
Und es wundert mich etwas dass es sich so anhoert als ob die Evakuierung hart durchgesetzt wurde; dass die Polizei einen irgendwo vertreibt is eigentlich nicht typisch fuer Japan(*) - da waere interessant gewesen zu erfahren was "gezwungen" genau bedeutet. Ich kann mir zumindest nicht vorstellen dass Polizisten(**) ihn aus seinem Haus rausgeschleift haben, aber wer weiss. Was ich mir schon vorstellen kann ist dass in den evakuierten Staedten irgendwann auch Strom und Wasser abgeschaltet wurden und kein Gas mehr geliefert wurde.
(*) Wer sich davon ueberzeugen will, geht bitte ab ca. 23:00 in die untere Etage von Shinjuku Station, unterhalb des Busbahnhofs und gehe in den (bei Regen sehr praktischen) unterirdischen Unterfuehrungen in den Skyscraper District. In Deutschland wuerde man ein solche Ansammlung an Obdachlosen im Rahmen von "sauberem Bahnhof" die zwischen dem wichtigsten Bahnhof der Stadt und einem wichtigen Verwaltungs/Finanzviertel campieren nicht dulden.
(**) Polizei ist Japan uebrigens wirklich Freund und Helfer. Es ist ueblich sie nach dem Weg zu fragen und Japan ist eines der wenigen in denen mir die Polizei aufgrund eines hoeflichen und respektvollen Auftritts positiv in Erinnerung ist.
Nur_ein_Mann sagte:
... und jeder brennt darauf, Eindrücke aus einer "verbotenen Zone" zu sehen oder zumindest erzählt zu bekommen und dann ist alles, was wir erfahren DAS?
Die von Dir gewünschten Fotos sieht man übrigens, wenn man mal auf den Link "Evakuierungszone" zu Beginn des Textes klickt.
Das Interview finde ich allerdings auch extrem kurz, gerade zu diesem Thema und mit jemandem, der mal von der anderen Seite berichten kann.
Auf seinem Blog, den ich auch verlinkt habe, kann man aber auch seine gesamten Eindrücke noch nachlesen, vielleicht findet ihr dort noch mehr, was euch interessiert. Hier noch einmal der Link direkt zu seinem Eintrag zu Fukushima: http://maxhodges.com/kobayashi








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18.08.2011 - 09:28 Uhr
elchef