Blog, Blog, Blog!
Wir haben hier auf jetzt.de ja schon gebloggt, da dachte man in Deutschland noch, ein Blog wäre eine Häuserzeile mit Rechtschreibfehler. Mittlerweile bloggt jeder. Na ja, laut Wikipedia immerhin jeder 12. Internetnutzer in Deutschland. Da müssen einige zusammen kommen. Umso erstaunlicher, dass davon so gut wie kein relevanter Blog sich als Erzählung versucht. Als Blogfiction. Ich mein jetzt nicht, ein Roman, von dem jeden Tag ein Häppchen gepostet wird, sondern eine Kunstfigur, die bloggt, so wie man halt bloggt. Ich hab so etwas auf Deutsch nicht gefunden. Sicher gibt es Leute, die Ausgedachtes bloggen – auch hier war jetzt.de schon immer die Speerspitze (die Älteren erinnern sich an braxton und Co). Dabei wird aber immer so getan, als ob das Erzählte echt wäre, weil ansonsten der Reiz verloren geht. Auch das meine ich nicht. Ich meine Fiktion, die auch dazu steht! Eine moderne Erzählform. Nicht gefunden. (Und sehr interessiert, wenn jemand doch etwas kennt.)
Es gibt Millionen politische Klugscheißer oder den x-ten Nerd, der einem irgendwelche I-Phone-Apps schmackhaft machen will. Es gibt Promiblogs, Musikblogs, haufenweise private Blogs über das Gedeihen der Kinder oder den letzten Urlaub und es gibt sogar Blogs, deren Inhalt sich mir komplett verschließt: Mindestens zehn Blogs in der Top 100 der deutschen Blog Charts beschäftigen sich mit Stamps / Stempeln. Da werden vorzugsweise von Frauen süße / niedliche Bildchen am Computer gebastelt und präsentiert. Wozu? Keine Ahnung. Gut, auch da gilt: It takes all kinds of people to make the world go around.
Was aber nicht angeht: Dass die Fiktion so unterrepräsentiert ist. Da ich Urlaub habe und es dauernd regnet, war schnell klar: ICH muss das machen. Blogfiction. Ich hab keinen blassen Schimmer von Programmierungen, aber kein Problem. Es gibt Wordpress und einen genialen Nachbarn. In der Zeit, in der ich ein Lesezeichen in meinem neuen Mac anlege (bin gerade umgestiegen!!), installiert der mir den kompletten Blog. Und jetzt hab ich ihn. Meinen ersten eigenen Blog. #Besitzerstolz (Das mit dem hashtag ist so eine neue Marotte, seit ich twittere (@Meisheit). Ihr seht: Ich geh sowas von mit der Zeit, ich bin ihr bald voraus!)
Ein paar Einträge hat sie auch schon gemacht. Die junge Frau, deren Leben man in meinem Blog ab sofort begleiten darf. Es soll einen großen Erzählbogen geben, ja, aber Ziel ist es, dass die Schreiberin gleichzeitig aktuelle oder allgemeine Themen aufgreift, Kleinigkeiten, Ereignisse, Momente. Aus ihrer doch etwas besonderen Perspektive. Ob das so funktioniert? Ob das irgendjemanden interessiert? Ich weiß es nicht. Es ist ein Experiment für mich, das bei mir im Moment aufgeregtes Kribbeln verursacht. Die ersten Reaktionen gingen von „voll spannend“ bis „braucht kein Mensch“. Darauf kann man aufbauen!
Eins fehlt mir noch: Leser! Denn erst mit denen macht’s ja richtig Spaß. Und Sinn. Deswegen ist dieser jetzt-Beitrag sogar interaktiv. Man kann ihn lesen UND einem Link darin folgen: http://www.vanessax.de/ Also: Aus michax wird vanessax. Freue mich über Feedback, Weitersagen und Ideen, wie man mit Blogfiction reich und berühmt wird! Danke!
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AllesOderNichts sagte:
schreib vielleicht mal eher, warum man das lesen sollte, und nicht warum dus schreibst
Ernsthaft? Warum lesen Leute einen Roman? Warum schauen sie eine Fernsehserie? Klar, wenn es einen nicht interessiert, MUSS man es nicht lesen. Aber ist das nicht alles selbstverständlich?
nicht zuletzt auch, weil ein verlag meines vertrauens befunden hat, dass es gedruckt werden sollte.
Tatsächlich ging es mir hier nur darum, dass die Leute, die michax abonniert haben, vielleicht neugierig sind. Ich weiß nicht, ob alle Abonnenten vom "Autor überzeugt sind", aber es würde noch am Ehesten in diese von Dir genannte Rubrik fallen. Und das "Cover" kannst Du sehen, wenn Du den Link anklickst. :)
30.07.2011 - 17:17 Uhr
golden_platitudes
Also irgendwie kapiere ich nichtmal die Idee dahinter. Das ist jetzt also ein klassischer Frauen(schund)roman in Blog format ?
Also eine Mischung aus Hera Lind, den beiden Amis die sich als lesbische Syrierinnen (hab´s nicht genau im Kopf gerade, sorry) ausgegeben haben und Dittsche ?
Hmmmm...
Außerdem ist es so *setze ein nicht so hart klingendes Adjektiv ein* geschrieben, dass ich es kaum lesen kann ohne nach 2 sec extrem abzuschweifen ...
Also zum reich und berühmt werden fehlt da mindestens noch eine zündende Idee, wo es hinführen soll, wo wir wieder bei dem Klappentext wären...
Mit dem Grundkonzept hast du absolut recht, Michax. Es gibt meines Wissens keine fiktionalen Blogs - allerdings bin ich auch nicht ewig im Internet unterwegs und suche sie, geschweige denn dass ich Blogs groß verfolge. Es ist einfach zu viel.
Also für dich wird interessant sein, wie du deine Leser/innen bekommst.
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30.07.2011 - 16:17 Uhr
AllesOderNichts