07.07.2011 - 18:30 Uhr

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Die Trips der Tiere

Text: philipp-mattheis

In der neuen Drogenkolumne geht es um bekiffte Hasen, Rentiere auf Pilzen und was passiert, wenn man die Munchies hat

Manche Menschen übermannt in bekifftem Zustand hin und wieder ein drängendes Hungergefühl, welches sie dazu veranlasst Tiramisu, Chili-Cheese-Burger oder Doppelkekse in rauen Mengen in sich hineinzustopfen. Diese Fressattacken sind auch bekannt als „die Munchies“. Weil Kiffer manchmal die Munchies kriegen, ist Cannabis bei vielen Krebs- und Aidspatienten beliebt, die unter Appetitlosigkeit leiden. Die Munchies verhindern einen zu starken Gewichtsverlust. Gesunden Kiffer berichten schlicht von einem fulminanten Geschmackserlebnis, welches sie allerdings das rechte Maß für die Menge verlieren ließ. Dies wiederum dürfte auch Personen, die noch nie Kraut geraucht haben, nicht unbekannt sein. Der Schaufelgriff entsteht beim Öffnen einer Tüte Chips. Plötzlich ist kein Anhalten mehr möglich, immer mehr Chips müssen immer schneller in den Mund gestopft werden! Dass Schaufelgriff und die Munchies eng miteinander verwandt sind, hat eine Forscherin jetzt nachgewiesen: Die Fette in Pommes und Chips setzen im Gehirn ähnliche Stoffe frei wie das Dampfen von Gras: So genannte Endocannabinoide sind für die Fressattacken verantwortlich und sorgen für einen erhöhten Dopaminausstoß. 

Durchaus kann man sich die Frage stellen, weshalb Menschen überhaupt Drogen nehmen. Handelt sich dabei schlicht um eine destruktive und deswegen abnormale, krankhafte Verhaltensweise? Ist der Konsum von Rauschmitteln eine anthropologische Konstante, die zum Leben dazu gehört wie exzessives Feiern oder die Anbetung von Göttern? Oder kann das vorübergehende Verändern unserer Gehirnfunktion langfristig das Überleben besser sichern?
Auf jeden Fall ist der Konsum von Rauschmitteln nicht auf den Menschen beschränkt. Bekannt sind die Bilder von Elefanten und Affen, die die vergorenen Früchte eines Baumes essen und anschließend durch die Savanne torkeln. Nur war bisher nicht klar, ob die Tiere die Früchte aufgrund ihrer berauschenden Wirkung essen oder diese in Kauf nehmen, um an die Nährstoffe zu gelangen.  Autor David Linden weiß: Tiere wollen breit sein. Er erzählt in seinem Buch „The Compass of Pleasure“ von Rentieren in Sibirien, die bestens um die halluzinogene Wirkung des Amanita-Pilzes wissen, und nach dem Verzehr mehrere Stunden desorientiert durch die Taiga stapfen. Die Pilze sind bei den Tieren derart beliebt, dass sie sich sogar Kämpfe darum liefern. Und noch mehr: Nur 20 Prozent des Halluzinogens werden vom Rentierkörper verarbeitet, der Rest über den Urin ausgeschieden. Auch das haben die Viecher kapiert und lecken nun die Ausscheidungen ihrer Artgenossen von Birken ab. Das wiederum haben sich die Schamanen der Chuckchee abgeschaut.

Deutsche Hasen scheinen im Gegensatz zu sibirischen Rentieren leichtere Formen des Rausches zu bevorzugen. Im Garten einer 84-jährigen Rentnerin in Brandenburg fand die Polizei mehrere meterhohe Marihuana-Pflanzen. Die Frau sagte den Beamten, ihre Kaninchen würden besonders gerne davon essen, außerdem wachse die Pflanze so schnell wieder nach. Zwar hätten die Aussagen der Dame glaubwürdig geklungen, so ein Sprecher der Polizei, die Pflanzen wurden aber trotzdem abgeholzt und ins Labor zur Untersuchung gebracht.

Erst kürzlich warnte der Deutsche Hanfverband wieder vor so genannten „Legal Highs“ – Kräutermischungen, die im Internet vertrieben werden und über deren Wirkung kaum jemand genaues weiß. Der DHV ruft jetzt zu einer anonymen Online-Umfrage auf, um mehr über die Verbreitung von Ice, Spice und Lava Red zu erfahren. 
Salvia Divinorum, auf Deutsch „Aztekensalbei“ kommt dagegen in Reinform in der Natur vor. Es enthält ein starkes Halluzinogen namens Salvinorin A. Ob die beiden tatsächlich – wie im Video unten – das Zeug konsumieren, lässt sich nicht klären. Auf jeden Fall hat das Video gegen Ende einen eher abschreckenden Effekt.



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9 Kommentare

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Soul_Provider
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Mag ich Mag ich nicht

1

07.07.2011 - 21:01 Uhr
Soul_Provider

Wie menschlich es doch bei den Tieren zu- und hergeht...

klinsmaus
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Mag ich Mag ich nicht

2

07.07.2011 - 21:17 Uhr
klinsmaus

Beschickerte Katzen laufen übrigens sehr niedlich überall dagegen. (Ich weiß das, seit Familienkatze Miezi mal versehentlich Opas Milch mit Schnaps weggeschlabbert hat. Haha.)

AlexP
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Mag ich Mag ich nicht

1

07.07.2011 - 22:55 Uhr
AlexP

Super Film! :) hab ich seit Jahren nicht gesehn!

Chestity
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Mag ich Mag ich nicht

1

07.07.2011 - 23:49 Uhr
Chestity

Soul_Provider sagte:
Wie menschlich es doch bei den Tieren zu- und hergeht...



Bzw. wie tierisch bei den Menschen ;)

ein_oxymoron
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Mag ich Mag ich nicht

1

08.07.2011 - 01:40 Uhr
ein_oxymoron

"There was no official comment on what the elderly woman was expected to feed her rabbits with now."
:((

kwork
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Mag ich Mag ich nicht

1

08.07.2011 - 07:31 Uhr
kwork

Das mit den betrunkenen Tieren ist gestellt... der Regisseur hat das meines Wissen sogar zugegeben.

meandme
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Mag ich Mag ich nicht

1

08.07.2011 - 10:33 Uhr
meandme

Dopapin? lustig :) kenne nur Dopamin....

satansbraten
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Mag ich Mag ich nicht

1

08.07.2011 - 13:05 Uhr
satansbraten

zu dem video ganz unten kann ich nur F&L in L.V. zitieren:

"There is nothing in the world more helpless and irresponsible and depraved than a man in the depths of an ether binge..."

looqpool
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Mag ich Mag ich nicht

2

09.07.2011 - 18:34 Uhr
looqpool

° wer ist in dem fall schuld? - soviel ich weiss, die L.FG - müsste von dort
° aus in die .FG eingreiffen können und nicht die verdorbene Hand einer
° Metzgerin in das Uterus eines anderen Zeitgleichen und dem noch einreden
° dass das was er tut toll ist und sich auch noch Ärztin für "NATUR???"

° sich nennen werrend sie all das was sie nur vermurksen kann wl sie blöd
° ist, auch vermurkst daamit sie keine pleite erlebt?


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philipp-mattheis

ist jetzt-Mitarbeiter und hat diesen Beitrag verfasst.