Die spinnen, die Eltern
Wie Angst und Ehrgeiz die Kindheit auffressen: Viele Eltern überfordern sich und ihre Kinder mit ihren überhöhten Ansprüchen an Sicherheit und Leistung
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und was spricht gegen veganes essen in Schulen?
montgomeryjones sagte:
was ist ein Flaucher?
und was spricht gegen veganes essen in Schulen?
schätze eher praktische gründe, da es sich um eine ziemlich aufgewogene ernährung handeln müsste, evtl mit nahrungsergänzungspreparaten. wäre schon ne sehr spezielle schule die sowas anbieten würde.
Ioana sagte:
montgomeryjones sagte: was ist ein Flaucher?und was spricht gegen veganes essen in Schulen?schätze eher praktische gründe, da es sich um eine ziemlich aufgewogene ernährung handeln müsste, evtl mit nahrungsergänzungspreparaten. wäre schon ne sehr spezielle schule die sowas anbieten würde.
wieso? niemand braucht tierische produkte
montgomeryjones sagte:
Ioana sagte:
wieso? niemand braucht tierische produkte
klar. niemand dessen organismus auch ohne vitamin b&d auskommt. :)
Sicherlich wird es solche Eltern geben, aber dabei handelt es sich wohl kaum um ein Massenphänomen, sondern eher um Angehörige ganz bestimmter, eher großstädtischer Submilieus: z.B. die blondierte Vollzeitmama Anfang 30, die mit Dior-Sonnenbrille im Straßencafé sitzt und einen Latte Machiato trinkt, während der Nachwuchs in einem Status-Kinderwagen schlummert und einen Strampler aus fair gehandelter Bio-Baumwolle trägt, auf dem handgestickt "Terrorzwerg" oder "Mini-Zicke" oder sonst irgendein Scheiß in der Richtung steht.
Auch wenn es wie das letzte Klischee klingt: Ich wohne gerade seit langem wieder auf dem Land und habe das Gefühl, dass die jungen Eltern hier um einiges lockerer sind als in den Städten. Vermutlich auch deshalb, weil es hier Angebote wie Baby-Yoga, französischsprachige Kindergärten und weiß der Geier was einfach nicht gibt.
SZ sagte:
Es ist schlichtweg nicht zu erklären, wie all diese Menschen ihre Kindheit überlebt haben: Saßen unangeschnallt auf dem VW-Rücksitz. Trugen keine Helme beim Radfahren.
SZ sagte:
Wer jetzt sagt, in früherer Zeit habe es aber auch weniger Autos gegeben und weniger Missbrauchsfälle, der irrt: Es gibt zwar heute mehr Autos, aber es sterben weit weniger Kinder im Straßenverkehr als zum Beispiel in den siebziger Jahren.
So sehr ich diesem Text ansonsten auch zustimmem mag, aber bei den beiden genannten Zitaten kann ich eigentlich nur ein trockenes "Merkste wat?" anbringen.
09.04.2010 - 21:55 Uhr
kein_koks_fuer_sherlo…
"Wenn du nach 1980 geboren wurdest, hat das hier nichts mit dir zu tun, aber du kannst es trotzdem lesen!
..........................
Wenn du als Kind in den 60er oder 70er Jahren lebtest, ist es zurückblickend kaum zu glauben, dass du so lange überleben konntest!
Als Kinder saßen wir in Autos ohne Sicherheitsgurte und ohne Airbags.
Unsere Bettchen waren angemalt mit Farben voller Blei und Cadmium.
Die Fläschchen aus der Apotheke konnten wir ohne Schwierigkeiten öffnen, genauso wie die Flasche mit dem Bleichmittel.
Türen und Schränke waren eine ständige Bedrohung für unsere Fingerchen und auf dem Fahrrad trugen wir nie einen Helm.
Wir tranken Wasser aus Wasserhähnen und nicht aus Flaschen. Wir bauten Wagen aus Seifenkisten und entdeckten während der ersten Fahrt den Hang hinunter, dass wir die Bremsen vergessen hatten. Damit kamen wir nach einigen Unfällen klar.
Wir verließen morgens das Haus zum Spielen. Wir blieben den ganzen Tag weg und mussten erst zu Hause sein, wenn die Straßenlaternen angingen.
Niemand wusste, wo wir waren und wir hatten nicht mal ein Handy dabei!
Wir haben uns geschnitten, brachen Knochen und Zähne und niemand wurde deswegen verklagt. Es waren eben Unfälle. Niemand hatte Schuld außer wir selbst.
Keiner fragte nach "Aufsichtspflicht". Kannst du dich noch an "Unfälle" erinnern?
Wir kämpften und schlugen einander manchmal grün und blau. Damit mussten wir leben, denn es interessierte die Erwachsenen nicht besonders.
Wir aßen Kekse, Brot mit dick Butter, tranken sehr viel und wurden
trotzdem nicht zu dick.
Wir tranken mit unseren Freunden aus einer Flasche und niemand starb an den Folgen.
Wir hatten nicht: Playstation, Nintendo 64, X-Box, Videospiele, 64
Fernsehkanäle, Filme auf Video, Surround Sound, eigene Fernseher, Computer, Internet-Chat-Rooms.
Wir hatten Freunde!
Wir gingen einfach raus und trafen sie auf der Straße. Oder wir marschierten einfach zu denen Heim und klingelten. Manchmal brauchten wir gar nicht klingeln und gingen einfach hinein. Ohne Termin und ohne Wissen unserer gegenseitigen Eltern. Keiner brachte uns und keiner holte uns...
Wie war das nur möglich?
Wir dachten uns Spiele aus mit Holzstöcken und Tennisbällen. Außerdem aßen wir Würmer.
Und die Prophezeiungen trafen nicht ein: Die Würmer lebten nicht in
unseren Mägen für immer weiter und mit den Stöcken stachen wir auch nicht besonders viele Augen aus.
Beim Straßenfußball durfte nur mitmachen, wer gut war. Wer nicht gut war, musste lernen, mit Enttäuschungen klarzukommen.
Manche Schüler waren nicht so schlau wie andere. Sie rasselten durch Prüfungen und wiederholten Klassen. Das führte damals nicht zu emotionalen Elternabenden oder gar zur Änderung der Leistungsbewertung.
Unsere Taten hatten manchmal Konsequenzen. Das war klar und keiner konnte sich verstecken.
Wenn einer von uns gegen das Gesetz verstoßen hat, war klar, dass die Eltern ihn nicht automatisch aus dem Schlamassel heraushauen. Im Gegenteil: Sie waren oft der gleichen Meinung wie die Polizei!
Unsere Generation hat eine Fülle von innovativen Problemlösern und
Erfindern mit Risikobereitschaft hervorgebracht.
Wir hatten Freiheit, Misserfolg, Erfolg und Verantwortung. Mit alldem
wussten wir umzugehen!
Und DU gehörst auch dazu?
Herzlichen Glückwunsch !"
09.04.2010 - 21:59 Uhr
kein_koks_fuer_sherlo…
und bei einzelnen punkten wie z.B. sitzenbleiben bzw. schulbildung sollte man vllt. auch beachten, dass man sich früher meist noch einen job zwischen mehreren stellen aussuchen konnte und heute froh sein kann, wenn man überhaupt etwas findet.
da sind die reaktionen heute verständlicherweise etwas emotionaler.
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09.04.2010 - 19:22 Uhr
Ioana
grundsätzlich find ich den artikel ja sehr aufschlussreich. eventuell ist sogar an dieser anmerkung was wahres dran, nur: kann es nicht sein, dass das einfach das produkt einer erhöhten aufmerksamkeit und besseren erfassungsmöglichkeiten? wie auch im artikel angemerkt: das gabs schon früher, wurde nur nie thematisiert. ich finds ja übertrieben wenn eltern die in ihren augen ungenügenden leistungen des kindes mithilfe einer depressions- oder autismusstörung zu erklären versuchen, aber das sagt ja nichts über den leidensdruck der kinder, die dann tatsächlich unter so einer störung leiden. da frage ich mich halt ob das nicht ein legitimer preis dafür ist, das kinder, die unter solchen erkrankungen leiden, früher entdeckt und behandelt werden.