25.01.2010 - 18:30 Uhr

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Der widerspenstige Kranke

Viele Patienten nehmen ihre Medikamente nicht - selbst wenn sie dafür bezahlt werden, ändert sich das kaum

Diesen Text aus der Süddeutschen Zeitung kannst du hier leider nicht mehr lesen, er ist aber noch im Archiv der Süddeutschen Zeitung zu finden.


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Ana17
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27.01.2010 - 19:24 Uhr
Ana17

"Wie der Arzt Werner Kissling vom Center for Disease Management der Technischen Universität München gezeigt hat, ist die Zahl der Therapieunwilligen in der Neurologie und Psychiatrie besonders groß (Psychiatrische Praxis, Bd. 36, S. 258, 2009). Bei Patienten mit Schizophrenie, Depression, Epilepsie oder Multipler Sklerose liegt die Rate der Medikamentenverweigerer bei 50 Prozent. Jede zweite Wiedereinweisung in die Psychiatrie ließe sich verhindern, wenn Betroffene ihre Psychopharmaka nicht eigenmächtig absetzen würden."

1. Ich finde es gewagt, eine Krankheit wie MS in einem Atemzug mit Erkrankungen wie Schizophrenie, Depressionen etc. und einer Einweisung in die Psychiatrie zu nennen. MS-Patienten sind zwar leider häufig körperlich z.B. durch Geh- oder Sehstörungen eingeschränkt, aber in der Regel nicht geistig gestört.

2. Die "Verweigererhaltung" hängt wesentlich damit zusammen, dass man trotz der langen Kenntnis von der Krankheit nicht geschafft hat, ein Medikament zu entwickeln, dass die Krankheit heilt, zum Stillstand bringt oder bestehende Symptome heilt. Die derzeit auf dem Markt befindlichen Medikamente haben bei vielen massive Nebenwirkungen (tagelange grippeähnliche Symptome, Spritzgeschwüre, keine Schwangerschaft möglich, etc.), beeinträchtigen die Lebensqualität (mindestens 1-7 Mal Spritzen in der Woche, je nach Medikament) und können im Fall von Tysabri sogar zum Tod führen: http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/39...
http://chefarztfrau.de/?page_id=418

3. MS-Präparate sind ein wichtiger Umsatzfaktor der Pharmaindustrie, wobei es teilweise sehr ungute Verquickungen gibt, z.B. Sponsoring von Fortbildungsveranstaltungen von Ärzten durch die Pharmabranche bzw. "Unterwandern" von Selbsthilfegruppen. Dies fördert nicht unbedingt neue Forschungsansätze wie Grüner tee http://www.dmsg.de/multiple-sklerose-news/index.php?w3pid=news&kategorie=therapien&anr=1122&suchbegriffe=Gr%FCner%20tee oder den in Italien, USA und Polen von Ärzten erforschten Ansatz, dass die Ursache von MS gestörte Blutflüsse sind und daher durch eine gefäßchirurgische Operation die Krankheit zum Stillstand gebracht werden und eine gewisse, individuell verschiedener Heilung bestehender Beeinträchtigungen erreicht werden kann. http://csvi-ms.net/


4. Häufig wird in unlauterer Weise auf die Patienten Druck ausgeübt wie Ihnen z.B. mit dem Rausschmiß gedroht, wenn sie keine Basistherapie machen wollen.

Süddeutsche Zeitung

Dieser Text stammt aus der Süddeutschen Zeitung. Teste Deutschlands große Tageszeitung jetzt zwei Wochen kostenlos und unverbindlich: hier klicken!