Zur Abwechslung schreibt mal die Mitbewohnerin
Hallo zusammen, hier spricht die "Mitbewohnerin", hat der Typ mal seinen Computer zu sperren vergessen, bevor er weggegangen ist. Aha, querspieler nennt er sich, "verquer" würd besser passen. Interessant, was er da so über mich zusammenschreibt, und von wegen "literarische Fantasie", Sachen die ich ihm erzählt habe stehen hier 1:1 drin. Und natürlich alles wo ich schlecht wegkomme und nichts wo er mal schlecht wegkommen würde. Ich kann euch sagen, er ist ein ziemlich kleinkarierter Spießer, dem man nichts recht machen kann. Sachen, die er selbst rumstehen lässt stören ihn gar nicht, aber wehe ich lass mal was stehen, dann geht das Gezeter los. Was geht ihn das an, wenn ich dreimal am Tag Gemüse koche, seinen Fraß würde ich jedenfalls nie essen. Und dass ich dabei seine Töpfe benutze, ja welche soll ich denn sonst nehmen? Und die sind zum Hernehmen da, genauso wie der Herd und die Küche. Und dann sieht man halt auch, dass sie hergenommen werden, und ob die Milch jetzt überkocht oder nicht (und weiß er denn, wann sie zuletzt übergekocht ist?) geht ihn überhaupt nichts an. Ich putz ja dann auch alles weg. Und den Müll bringt er auch nie runter oder dass er mal den Geschirrspüler ausräumt kommt gar nicht in Frage. Aber in einem hat er recht: Wir sind einfach ganz verschieden, ich lebe, und dazu gehört Veränderung und und auch mal laut sein und dass man Unwichtiges auch mal gut sein lässt. Wie er mich vor paar Tagen angesehen hat, weil mein Besuch nicht am Freitag sondern am Samstag kommt, als würd die Welt untergehen. Nur weil er irgendein Date mit so einem Internet-Mädel ausgemacht hat. Findet er die eigentlich hier? So viel wie der vorm Computer hockt, der sollte mal rausgehen ins P1 oder was weiß ich worauf der steht, ganz normal ist das auch nicht. Und telefonieren tut der nie, alle paar Wochen mal mit seinen Eltern, das war's. Ich hab Mitte September meine 1000 Freiminuten verbraucht, das sind normale soziale Kontakte. Und ratschen kann man mit ihm auch nur alle heiligen Zeiten, da steht er dann immer blöd rum mit irgendwas in der Hand und mei ich erzähl halt gern, dann steht er halt eine Stunde da und muss zuhören und sein Essen wird kalt. Versteh ich eh nicht, wie man so wenig reden und immer so kompliziert sein mag. Nur wenn er mir Vorträge halten kann, was "man" macht, oder wie's seiner Meinung "richtig" ist, dann lebt er auch mal auf. Aber wenn ich wissen will, wie die Männer so sind, oder ob nur ich immer an die Beziehungsgestörten komm, aber da weiß er nie was zu sagen, da bin ich übrigens ganz für die klassische Rollenverteilung, Mädels müssen sich zieren und mit den Kerlen spielen, die wollen eh alle nur das Eine, aber das führt jetzt zu weit. Komisch ist aber schon, dass er gar nichts von mir will, ich seh doch gut aus? Wenn ich manchmal mit kaum was an über den Flur laufe schaut er ganz verklemmt woanders hin, aber anmachen braucht mich der auch nicht, der ist mir viel zu unspirituell, mit so einem könnt ich nie. Und was hat er wenn ich mal ausziehe? Dann ist ihm langweilig, so schauts nämlich aus.Zurück * Weiter
- und raus bist du! 26.04.2013
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28.09.2009 - 20:11 Uhr
lousal
29.09.2009 - 19:51 Uhr
bellkay
29.09.2009 - 19:51 Uhr
bellkay
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Leider ein nur wenig verbreiteter Ansatz (der sehr erfolgreich übrigens bei Jugenddelinquenz angewandt wurde), sich selbst mit den Augen der anderen zu sehen.
Fördert das "querspielenkönnen" ungemein.
Sehr sympathisch.
30.10.2009 - 14:52 Uhr
bellkay









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28.09.2009 - 20:11 Uhr
lousal