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04.09.2009 - 18:30 Uhr

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Mittelmaß und Wahn

Innovatives Fernsehen kommt heute aus den USA und Großbritannien: Der Skandal um die NDR-Redakteurin Doris Heinze erzählt viel über Kartelle, die sich in erster Linie selbst mit Aufträgen und das deutsche TV dafür mit den immer gleichen öden Formaten versorgen. Ein neuer Helmut Dietl entsteht so nicht.

Diesen Text aus der Süddeutschen Zeitung kannst du hier leider nicht mehr lesen, er ist aber noch im Archiv der Süddeutschen Zeitung zu finden.


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Gargoyle
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Mag ich Mag ich nicht

1

04.09.2009 - 19:57 Uhr
Gargoyle

Großartiger Artikel - Respekt! Da wundert einen dann gar nichts mehr. Noch deprimierter wird man, wenn man sich vorstellt, dass es mittlerweile bei uns überall so zuzugehen scheint. Qualität und gute Arbeit spielt keine Rolle, nur die richtigen Seilschaften zählen. Man könnte permanent kotzen.

JoeGillis
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Mag ich Mag ich nicht

0

04.09.2009 - 20:05 Uhr
JoeGillis

Bravo. Mehr kann man zu dem Artikel nicht sagen. Ausser noch: Bitte recherchieren sie, die Autoren, weiter! Das System "Vergabe von Fernsehfilmen / ARD & ZDF" gehört aufgeklärt. Die Lawine bröckelt erst langsam, noch ist sie nicht ins Rutschen gekommen, passiert dies aber, dann gibt es einen gewaltigen Erdrutsch, einen bereinigenden für die TV Autoren, Produzenten und schließlich für das Publikum!

paulapaula
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Mag ich Mag ich nicht

0

04.09.2009 - 22:07 Uhr
paulapaula

Danke für diese sehr aufschlussreiche Zustandsbeschreibung, was wohl noch alles offen gelegt wird...? doch wer ist der Autor ?

Digital_Data
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Mag ich Mag ich nicht

0

05.09.2009 - 04:35 Uhr
Digital_Data

Auch danke für den Artikel, auch in der Länge. Wie schon öfters beschrieben schaffen es die deutschen Fernsehanstalten nicht einmal eingekaufte Formate entsprechend umzusetzen. Anscheinend ist es den derzeit hofierten Schaffenden nicht möglich selbst vorgeführte Qualität nur einfach nachzustellen. Das Problem ist, dass die Grenzen gerade auch wegen YouTube gerade aufbrechen. Wir sehen mehr und mehr, was in anderen Ländern läuft und wie der Artikel schreibt, das deutsche Fernsehen ist gerade dabei eine ganze Generation zu verlieren.

Digital_Data

niverda
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Mag ich Mag ich nicht

1

05.09.2009 - 10:16 Uhr
niverda

Wunderbarer Artikel, fast schon zu höflich formuliert, im Vergleich der alltäglichen Erfahrungen mit irgendwelchen Redakteuren irgendwelcher Sender, denen man als Filmschaffender ausgesetzt ist. Ich hoffe nur, dass die Programmdirektoren und Intendanten der "Öffentlichen" Mut beweisen radikal Veränderungen vorzunehmen. Die Fernsehfilm-Hierarchie z.B. beim MDR ist so auf Macht getrimmt, dass man als Gast von außen das Gefühl hat, alle Mitarbeiter agieren aus Angst und nicht aus kreativen Überzeugungen - Einfach Schlimm. Hoffen wir, das sich etwas ändert.

Meteor
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Mag ich Mag ich nicht

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05.09.2009 - 11:36 Uhr
Meteor

Sehr schön! Das scheint mir der bislang beste Artikel zum Thema Heinze zu sein! Ich habe den Fall DJH mit besonderem Interesse verfolgt wegen seiner realsatirischen Qualitäten (Doris? Danke!). Die Geschichte ist so schillernd, so ein treffendes Sittengemälde, dass sie nach einer Dietl-Verfilmung schreit, das sagen ja fast alle. Leider werden die oben dargestellte Hierarchen dies wohl zu verhindern wissen. Komisch, dass mal RICHTIG etwas geschehen musste, damit mich der deutsche Fernsehfilm wieder interessiert (o.k. – aus den falschen Gründen), aber wohl leider nicht nachhaltig. Also werde ich wieder DVDs bei Amazon bestellen müssen...

AgathaSmithee
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Mag ich Mag ich nicht

5

05.09.2009 - 13:05 Uhr
AgathaSmithee

Herzlichen Dank für diesen ausführlichen Artikel.

Wenn Dominik Graf fürchtet, dass nun durch noch mehr Kontrollinstanzen die Qualität weiter leidet, ist da sicher was dran.Vermutlich werden die Sender wie immer reagieren: Untersuchungen, Offenlegungen, personelle Konsequenzen und dann: ganz schnell zum Alltag zurück, bloß nicht noch mehr Wirbel, schnell die Wogen glätten. Und die Medien funktionieren auch in Strohfeuermentalität: der nächste Skandal, die nächste Katastrophe kommt bestimmt...

Auch die Wirtschaftskrise ist längst im TV-System angekommen,aber schon seit Jahren werden Budgets gekürzt, Drehtage gestrichen und seit einiger Zeit auch Gagen radikal gekappt. Jetzt sind auch die Werbeeinnahmen radikal gesunken und die Gebühreneinnahmen der öffentlich-rechtlichen durch zahlreiche Hartz IV-Befreiungen wesentlich geringer.

Das hat direkten Einfluß auf die Qualität, denn diejenigen, deren höchstes Ziel die Inhalte sind, sind weniger bereit, faule Kompromisse zu machen, sind unbequem (längere Buchentwicklung, Probenzeiten, Mehr Drehtage usw.) und trauen sich auch, schlechte Bücher abzusagen. Und wer einmal erlebt hat, wie gekränkt ein Redakteur auf eine Absage reagiert, der weiß, wie existenziell eine solche Ablehnung werden kann. (Aber auch wenn diese Redakteurs-Eitelkeit sich quer durch alle Sender zieht, so sind personelle Kopnsequenzen bei weitem nicht ausreichend.

Die Struktur und Machtposition der Sender muss grundsätzlich überprüft und verändert werden! Eine riesige Krake ist über die Jahre herangewachsen, mit Wasserkopf und tausend Armen fest mit dem System verschlungen: Sender haben auch in praktisch allen Förderinstitutionen große Macht, zum Teil verdeckt. Beispiel Hamburger Filmförderung: die Jurys werden regelmäßig neu besetzt, seit Jahren aber unverändert drin sitzen bleiben die Redakteurinnen von ZDF und NDR (war übrigens auch Frau Heinze!!!), weil Senat und Filmförderung darauf keinen Einfluss haben, die Senderzuschüsse sind ja freiwillig.

In NRW gibt es den sogenannten WDR-Topf, ein Filmprojekt hat also wesentlich größere Chancen, wenn es bereits mit einer WDR -Beteiligung einreicht, dann holt sich der Sender über die Förderung sein Geld zurück für die eigenen Projekte,die entsprechend bevorzugt behandelt werden. Weiß jeder, keiner macht was dagegen, weil man auf das Sendergeld angewiesen ist. Abhängigkeiten solcher Art überall. Gut findet die keiner, aber bislang traute sich niemand, den ersten Stein zu werfen. Wohin auch? Nun ist er an Frau Heinzes Kopf geflogen und Entrüstung macht sich breit. Aber sie muss zu etwas führen: es ist an der Zeit, das System grundsätzlich zu erneuern.

Aber zu erwarten, dass die Krake sich selbst den Kopf abschlägt, ist geradezu abenteuerlich naiv. Die Medien, Öffentlichkeit, die Branche selbst muss konsequent weiter fordern, auspacken, Farbe bekennen. Mut ist gefragt und dann Standpunkte und Visionen. Her damit!!!!!!

Fellini
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Mag ich Mag ich nicht

1

05.09.2009 - 14:45 Uhr
Fellini

Der Affe aus der erfolgreichen Serie "Unser Charly" ist vermutlich nicht korrupt.Vielleicht liegt sein Erfolg darin, dass er weder die Drehbücher von Frau Beling lesen noch Ihre Dialoge sprechen muss.

100prozentkorruptfrei
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Mag ich Mag ich nicht

1

05.09.2009 - 15:02 Uhr
100prozentkorruptfrei

Hinter dem Namen smithee verbirgt sich ein RegisseurIn... bekannt aus der Filmakademie?

Egal, es geht leider wieder darum, dass solche hervorragenden Artikel nur unter den Machern diskutiert werden, nicht aber unter den Politikern über den Senderhierarchen und der Reformwille, wenn es um eigene Stühle geht, ist so übersichtlich, wie die Unabhängigkeit in der deutschen Medienlandschaft.

Wir kämpfen weiter um qualitativ gute Stoffe und Filme im Fernsehen und Kino, aber die Regeln machen wir nicht.

Fellini
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Mag ich Mag ich nicht

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05.09.2009 - 15:02 Uhr
Fellini

Danke Agatha Smithee für den treffend guten Leserbrief!!!!

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