Hegen und schießen
Naturschützer und Forstwissenschaftler kritisieren die Jagd - Tierbestände würden sich auch auf natürliche Weise regulieren
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warum kann man sich mit so einem Thema nich vernünftig auseinandersetzen?
1. Dass es weiter Rehbraten usw. gibt
2. Die Jagd keine vom Steuerzahler bezahlte Arbeitsbeschaffungsmaßnahme oder Lustbefriedigung sondern ein ein öffentlicher Auftrag ist
3. Das ganze auf rationalen und ethischen Grundlagen beruht
und daher 4. Wald- und Wildschutz eben so organisiert sein sollten, dass es Sinn macht.
Ob Jagd den Verbiss und das Wirken der Auslese fördert oder verhindert kann ich nicht beurteilen. Dass Füttern offensichtlich etwas daneben ist, und man daher mal drüber reden sollte, schon. Und dass der ganze Jagdfirlefanz nicht mehr ganz zeitgemäß ist sollte man den Jägern auch mal sagen.
Ach, ne! Und wo halten die Rehe sich dann auf? Auf der Wiese oder an der Straße. Da wo es keine leckeren Knospen zu fressen gibt oder sie als Wildunfall enden. Ganz so blöd ist das deutsche Wild auch nicht.
Und auch wenn das Reh wieder zu einem tagaktiven Waldbewohner wird, dann frisst es halt am Tag die wertvollen Pflanzen etc. ab. (Man, das ist mal 'ne Logik, dass der Wildverbiss aufhört, wenn das Reh seine Aktivität ändert.)
Zitat: "Letztlich dient die Jagd nur dem Spaß und der Befriedigung der Mordlust der Jäger", sagt er. "Die Jagd ist überflüssig. Wenn man sie einstellt, regulieren sich die Bestände von allein."
Es mag wohl sein, dass es Jäger gibt, die deshalb jagen. Dass sich die Bestände regulieren stimmt auch. Allerdings erst nach Jahrzehnten, wenn nicht nach hundert Jahren, da es in der heutigen Zeit einfach zu viele Faktoren gibt, die ein Einbrechen einer Population z.B. durch Nahrungsmangel verhindern. Und das dabei einiges an Kosten auf die Jagdpächter zukommt, wenn nicht gejagt wird, vergessen die meisten.
Nur ein kleines Rechenbeispiel. 1 ha Wald, der nach einem Sturm umgefallen ist, muss nach BayWaldG nach drei Jahren wieder aufgeforstet werden. Da man ja nicht wieder die Fichte will (Klimawandel und Sturmlabilität etc.) nimmt man halt Eiche. Da kostet der ha dann halt an die 10.000 €. Abzüglich der Förderung bleiben dann immer noch an die 5.000 € an Eigenleistung übrig. Wenn dann nicht (durch angepassten Jagddruck) dafür gesorgt wird, dass die Kultur auch nach 5 Jahren noch steht, kann es zu einer Rückforderung der Förderung kommen. Und wer zahlt das dann?
Und genau aus diesem Grund (gibt natürlich noch andere) ist Jagd eben nötig. Ansonsten kann ja der Prof. (und alle anderen Pseudo-Jagdgegner) die massiven Wildschäden und Rückforderungen aus ihrer eigenen Tasche bezahlen.
Ich kann das mittlerweile ganz gut einschätzen, da ich selbst im Forstbereich tätig bin. Und ja, ich habe auch einen Jagdschein (gehe aber eher selten auf Jagd, da ich in der Hinsicht eher faul bin).
An sich ist das Thema eines an dem man an vielen Fronten kämpfen kann und in das man auch noch viel tiefer einsteigen kann.
Daher finde ich auch solche Sätze, wie
"Es kann nicht sein, dass die 0,3 Prozent der Bevölkerung, die einen Jagdschein haben, für fast 80 Millionen Menschen bestimmen, wie unsere Wälder in Zukunft aussehen werden"
in diesem Artikel auch nicht richtig, da ja nicht die Jagdscheininhaber "bestimmen" wie unsere Wälder auszusehen haben. "Bestimmen" (ist in diesem Fall nicht richtig, treffender wäre Dirigieren) tun das ja die Forstbehörden. In Bayern unter anderem die Forstverwaltung (für Privat-, Kommunal- und Körperschaftswald). Die BaySF macht das (hoffentlich richtig) für den Staatswald.
Und auch das mit den Rehböcken im Sommer ist nicht richtig. Es ist nun mal so, dass sich auch das Rehwild etc. vermehren soll/darf. Und da im Herbst Brunftzeit und im Frühjahr Setz- und Aufzuchtzeit ist, sollen die (die die Jagdsaison im Sommer überlebt haben) in der Zeit auch ihre Ruhe haben.
Und zum Schluss noch der Marderhund.Der ist ja mal extrem wichtig für das Hauptproblem Wildverbiss. Aber schön dass es ihn wieder gibt.
rotfront sagte:
Vieleicht hat der gute Ragnar ja recht, aber wenn ich Worte wie 'Mordlust' lese, hab ich schon garkeinen Bock mehr weiterzulesen.
warum kann man sich mit so einem Thema nich vernünftig auseinandersetzen?
Ich weiß nicht, ob du n paar Jäger kennst. Die fahren nach Kanada, zahlen hunderte Euro, um irgend einen riesigen Hirsch abzuknallen, von dem sie weder Fell noch Fleisch oder sonstwas behalten dürfen. Die betrinken sich erst mal ordentlich und laufen dann zu hunderten in Treibjagden durch den Wald, wo mit Schrot auf alles geschossen wird, was sich bewegt (manchmal auch den ein oder anderen Jagdhelfer). Du willst mir doch nicht erzählen, dass das denen keinen Spaß macht? Wenn jemand, der aus Spaß tötet (das macht man beim Jagen halt nun mal), nicht mordlüstern ist, wer dann?!
Und zum Thema dass sich Wild selbst reguliert, lässt sich nur sagen, dass das zwar stimmt, aber ob es sinnvoll ist ist in Frage zu stellen. Erstens verschenken wir unmengen von wertvollem Lebensmitteln und würden die Wildtiere dazu verurteilen durch Hunger oder Seuchen reguliert zu werden. Zum Thema Raubtiere lässt sich nur eins sagen, wir hatten vor kurzem eins in Bayern, wurde Bruno genannt und behördlich angeordnet in Kürzester Zeit exekutiert.
Was dieser Artikel auch absichtlich ignoriert, ist das wir in Deutschland keinen einzigen Quadratmeter ursprüngliche Natur haben, sondern ausschließlich kommerziell genutzte Kulturfläche. Und was die Bauern dazu sagen wenn nicht mehr gejagt wird und die Wildtiere sich, in sich selbst regulierender Zahl, in ihren Feldern vollfressen kann sich jeder selbst vorstellen. Dafür verhungern sie ja dann auch im Winter wenn die Felder weg sind von alleine. Diese Fälle hatten wir auch schon zur Genüge, da Füttern der Tiere ja heutzutage "Böse" ist. Doch wovon die Tiere im Winter leben sollen wenn sie auch keine Knospen fressen dürfen, wird auch wieder ignoriert.
Und das der Öjv als Verein von Förstern die Wild als Schädlinge sehen, die nur Kosten durch Schäden verursachen und deswegen die rotbraunen Ratten am liebsten ausgerottet hätten sich gegen die jetzigen Jagdregeln in denen begrenzt wird wieviel zu schießen ist kritisiert ist eh klar. Aber warum sich die Leute die die Wälder pflanzen sich über Monokulturen im Wald aufregen ist nicht nachvollziehbar.
28.01.2009 - 18:59 Uhr
lohner
Nur zur Aufklärung:
Auf der Jagd ist es strenger als im Strassenverkehr, 0,00 Promille. Wenn jemand betrunken Autofährt sind dann auch Alle Autofahrer Alkoholiker?
lohner sagte:
Nur zur Aufklärung:
Auf der Jagd ist es strenger als im Strassenverkehr, 0,00 Promille. Wenn jemand betrunken Autofährt sind dann auch Alle Autofahrer Alkoholiker?
das habe ich unangenehmerweise schon anders erlebt. einer der gründe, weshalb ich nicht auf treibjagden gehe. da habe ich neben sicherheitsbedenken vor allem ethische (und ästhetische) probleme.
ansonsten... die argumente sind bekannt und ausgetauscht; ich persönlich halte die jagd insgesamt für die vernünftigere alternative und jage ganz sicher ohne mordlust. dass einige zöpfe (etwa unkontrollierte schalenwildfütterung, die nämlich in der praxis tatsächlich häufig an eine mästung erinnert) abgeschnitten gehören, muss sich teilweise noch herumsprechen. immerhin gibt es inzwischen alternativen wie den öjv (www.oejv.de).
Mehr dazu unter:
http://hunsrueckwilderer.blogspot.com/20...
Geschrieben anlässlich dieses Artikels...
28.01.2009 - 20:09 Uhr
hunsrueckwilderer
Mehr dazu unter:
http://hunsrueckwilderer.blogspot.com/20...
Geschrieben anlässlich dieses Artikels...
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28.01.2009 - 11:58 Uhr
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