04.09.2008 - 19:00 Uhr

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Sind Waldorfschulen ein Verstoß gegen das Grundgesetz?

Ein "Schwarzbuch" über die dubiose Lehre an Waldorfschulen

Diesen Text aus der Süddeutschen Zeitung kannst du hier leider nicht mehr lesen, er ist aber noch im Archiv der Süddeutschen Zeitung zu finden.


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Leselust54
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04.09.2008 - 20:43 Uhr
Leselust54

Hierhin gehört ein Buch-Tipp:

Walter Kugler: Rudolf Steiner-wie manche ihn sehen und andere ihn wahrnehmen.
Verlag Freies Geistesleben

JlB
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04.09.2008 - 22:26 Uhr
JlB

Ich bin selber Waldorfschüler gewesen (Jahrgang 06)!

Der Artikel (und ich schätze auch das Buch) beschreiben zwar die Theorie, und mögen was die Lehrer-Seminare abgeht auch zutreffend sein, allerdings hat die oben genannte "Weltanschauung" bei uns keine Rolle im Unterricht gespielt! Höchstens was Fabelwesen u.ä angeht, wurden diese in den klassen 1-4 angewandt. Aber weniger um eine Weltanschauung zu vermitteln, als die Kinder bei Interesse zu halten oder ihnen interessante Geschichten zu bieten!
Natürlich ist das von Lehrer zu Lerer und Schule zu Schule unterschiedlich, aber gerade in den abschließenden klassen (10-12 bzw. 13) wird dieses Konzept nicht mehr inhaltlich angewandt, die darauf aufgebauten lehr(n) Methoden aber sehr wohl!

Freddine
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04.09.2008 - 23:16 Uhr
Freddine

Ich habe ein der Familie einen Waldorfschul- Lehrer und muss leider sagen, dass vieles aus dem Artikel auch auf ihn zutrifft...Er lebt auch sehr danach.

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04.09.2008 - 23:16 Uhr
Freddine

Ich habe in der Familie einen Waldorfschul- Lehrer und muss leider sagen, dass vieles aus dem Artikel auch auf ihn zutrifft...Er lebt auch sehr danach.

mind99
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05.09.2008 - 00:54 Uhr
mind99

Ich bin katholisch erzogen worden und war einige Jahre auf einer katholischen Schule. Ich habe diese katholischen Lehren zum größten Teil nie verstehen können.

Was halten sie denn von der katholischen (und evangelischen) Sichtweise, dass ein Mord an Jesus ein gewolltes Blutopfer war und Gott (der allmächtige Gott!) nur durch diese archaische Mordopfer in der Lage gewsen sein sollte, die Menschheit zu retten? Und dass, egal welche Schuld man auf sich lädt, eine Reue fünf Minuten vor dem Tod zur Sündenvergebung ausreichen soll? Und womit erklären die eigentlich den Sinn des Lebens? Auf die Erde kommen, sterben, unendlich lange tot sein - die Seelen werden derweil auf Halde gelagert - und wenn das jüngste Gericht war, dann kommt man in den Himmel "um Gott zu schauen".
Toll, und warum sollte Gott einen solchen Unfung gemacht haben?
Also, denkt mal darüber nach, ob man diesen Unsinn nicht verbieten sollte!

asphaltfruehling
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05.09.2008 - 09:21 Uhr
asphaltfruehling

ehm, nein: auch in bawü muss ein waldorflehrer eine pädagogische inhalte behinhaltende prüfung machen. wenn man sie nebenberuflich macht, dauert sie drei jahre.
dort lernt man dann zum beispiel auch wie man lehrinhalte kindgerecht in ein märchen verpackt usw, also durchaus pädagogik.
danach folgt eine prüfung, die kurioserweise neben diesen inhalten vor allem auch den geistes- und seelenzustand des angehenden lehrers prüft. jemand mit depressionen wird somit NIE waldorflehrer. was irgendwie ja auch beruhigend ist.

und das schreibe jetzt ich, als "seelenpflegebedürftige" (= behinderte), die diesem clan eher skeptisch gegenüber steht, aber so wie da oben erzählt, stimmt es leider nicht.
zumindest nicht in freiburg.

wendehals
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05.09.2008 - 10:31 Uhr
wendehals

@ mind99: so nachhaltig kann Deine katholische Ausbildung ja nicht gewesen sein - 5 Minuten Reue vor dem Sterben reichen natürlich nicht aus, damit Dir Deine Sünden vergeben werden.
Denn erstens muss es "wahre" Reue sein, und zweitens bist Du selbst dann immer noch davon abhängig, dass Dir vergeben wird.

Ist natürlich eher off-topic.

Aber sowenig ich ein Freund der Steiner-Schulen bin, muss ich doch zugeben, dass *jede* Ideologie und *jede* Form der Weltsicht (also auch die moderne naturwissenschaftliche) lächerlich gemacht werden kann, indem böswillig irgendwelche Zitate entlehnt werden und kontextfremd zusammengestellt.
Und irgendwie habe ich den Verdacht, dass in diesem Artikel ähnliches geschieht.

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05.09.2008 - 10:34 Uhr
wendehals

So wie das Photo ausgerechnet den esoterischen Zottel-Sonderling in den Vordergrund rückt, obwohl alle anderen Schüler recht normal ausschauen...

giini
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05.09.2008 - 10:36 Uhr
giini

@ asphaltfruehling:

diese pruefung scheint aber nicht unter staatlicher kontrolle abgelegt zu werden, sondern von den antroposophen selbst organisiert. das heisst es gibt keine richtlinien. ich kenne sowohl ehemalige walddorfschueler die sehr antroposophisch erzogen wurden, als auch welche bei denen das nicht der fall war, zufriedene und unzufriedene ehemalige, lehrer die 'gegangen' wurden weil nicht antroposophisch genug, als auch lehrer die dort hingingen weil sie an staatlichen schulen nicht zurechtkamen etcetc (in bawue gibts halt echt ne menge von den schulen) - der punkt ist: niemand WEISS ueberhaupt was in welchem masse in welcher schule von welchem lehrer unterrichtet wird, weil das eben nicht kontrolliert wird. und da es um eine weltanschauung geht, die extrem blind gegenueber modernen wissenschaftlichen erkenntnissen ueber den menschen und die welt ist, frage ich mich schon, wieso die bildungsministerien das so einfach hinnehmen. jede religioese schule muss mehr trennen zwischen religion und rest-unterricht und sich kontrollieren lassen. warum also nicht die walddorfschulen????

afrirali
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05.09.2008 - 11:25 Uhr
afrirali

gibt es irgendwelche belege, dass aus walddorfschülern mehr spinnerte esoteriker werden, als aus schülern anderer schulen? sind die dann gefährlich, oder halt ein bisschen weltfremd?

dass leute mit depressionen nicht lehrer werden können, finde ich jedenfalls ebenfalls beruhigend.

(meine anekdote: bei uns in der wg stellte sich mal ein mädchen vor, das auf die walldorfschule ging. wirkte ein wenig hippieesk, und hatte dort ein hausschwein, sonst aber ganz nett und aufgeweckt und, für 16, selbstständig.)

layl
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05.09.2008 - 12:22 Uhr
layl

Ich bin mehr als entrüstet über diesen Artikel, vor allem darüber, dass das Gütersloher Verlagshaus dieses Buch unterstützt!
Waldorfschulen sind seit fast 100 Jahren ein erfolgreiches Modell fernab vom leistungsbesessenen Regelschulsystem. Vieles, was seit vielen Jahrzehnten in Waldorfschulen praktiziert wird (Keine Noten in den unteren Stufen, abwechslungsreicher Unterricht, Kunst, Musik, Gartenbau etc als Alternative im Stundenplan, kind- und menschengerechtes Lernen...), wird heute von Kultusministerien als wichtig ekannt und im Regelschulalltag - ausgegeben als neue Erfindung - etabliert.
Waldorfschulen sind längst keine Seltenheit mehr, sondern eine Konkurrenz für das obsolete Lehren und Lernen an Regelschulen. Kritiker, die Waldorfschulen nur "von außen" kennen, haben in Wirklichkeit keine Ahnung, über was sie schreiben. Schnell hat man der Wadorfpädagogik Rassismus, Geheimlehren und pädagogische Unfähigkeit angedichtet. Denn das ist einfacher, als sich tatsächlich mit ihr auseinander zu setzen und ihre Vorzüge anzuerkennen, sowie sich dem Scheitern der "Pädagogik" an Regelschulen zu stellen.
Die Waldorfschule ist anders, sogar ganz anders! Und das ist auch gut so. Menschen, die sich gegen weltanschauliche Schulen stellen, müssten sich auch gegen Regelschulen stellen, denn wie auch wendehals schon anklingen ließ, ist auch die naturwissenschaftliche und die leistungsorientierte Weltsicht eine Weltanschauung.
Ich persönlich war sowohl Waldorfschülerin als auch an zwei Regelschulen (Gymnasien). An der Regelschule hab ich gelernt um Noten zu feilschen, besser zu sein als meine Banknachbarin, der Norm entsprechend zu zeichnen (meine Kunstlehrerin sagte einst zu mir:"Gewöhn Dir endlich diese Waldorfschmiererei ab!"), immer mit den anderen mit zu schwimmen, laut zu sein usw. Und ich habe gelernt die Waldorfschule, die von meinen LehrerInnen verhasst war, zu verteidigen. Denn an der Waldorfschule durfte ich Kind sein, Mensch sein, Ich sein. Die "Esoterik" der Waldorfschule heißt nichts anderes. Im Kreislauf mit anderen Menschen, egal wie geartet diese sind, mit der Natur - und wenn man will- mit Gott zu leben und zu lernen. Es gab in meiner Waldorfschulzeit auch schwarze Schafe unter den LehrerInnen und SchülerInnen, ich habe Eurhythmie wie jede/r SchülerIn gehasst, meine Eltern haben sich über manchen allzu orthodoxen Waldörfler aufgeregt und fanden so manch eine Lehre von Rudolph Steiner merkwürdig.... - aber nicht drastischer als all die Probleme mit der Pädagogik und den Ansichten an der staatl. Schule, die ich später hatte!
Die Geschichten über Trolle, Engelwesen etc. sind Mythen aus dem Leben von Menschen, sind uralte Wahrheiten, ohne die die Menschheit, seit sie besteht nicht überleben würde. Vor allem kinder brauchen diese Geschichten mit ihren Wahrheiten. Man sollte froh sein, wenn es heutzutage noch Orte gibt, an denen ein Kind/ ein Mensch in seinen Bedürfnissen so ernst genommen wird. Die Waldorfschule mit ihrer humanistischen Prägung bringt Menschen etwas bei, das fernab vom Mainstream ist und das ein Leben lang den Menschen bereichern kann.
Vielleicht ist auch so mancher "Schwarzbuch Waldorfschule"- Autor einfach ein bisschen neidisch auf das sogenannte "Geheimwissen" von Waldörflern, die irgendwie ein wenig mehr beschwingter und erleuchteter durchs Leben gehen. :-)

der_neue_orhe
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05.09.2008 - 13:37 Uhr
der_neue_orhe

layl: der artikel hebt aber doch vor allem eines heraus: es fehlt die staatliche kontrolle. und das geht ja vor allem an die adresse der jeweiligen kultusministerien, gar nicht gegen die waldorfschulen selbst.

und das darf einfach nicht sein, denn das steht schon mit gutem grund im grundgesetz.

afrirali
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05.09.2008 - 15:31 Uhr
afrirali

hahaha. "Die Geschichten über Trolle, Engelwesen etc. sind Mythen aus dem Leben von Menschen, sind uralte Wahrheiten, ohne die die Menschheit, seit sie besteht nicht überleben würde. Vor allem kinder brauchen diese Geschichten mit ihren Wahrheiten." bessere bestätigung für den unsinn gäb's wohl kaum.

Make_war
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05.09.2008 - 15:40 Uhr
Make_war

Weg mit Waldorf! Weg mit Religion!

giini
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05.09.2008 - 16:27 Uhr
giini

"Menschen, die sich gegen weltanschauliche Schulen stellen, müssten sich auch gegen Regelschulen stellen, denn wie auch wendehals schon anklingen ließ, ist auch die naturwissenschaftliche [...] Weltsicht eine Weltanschauung"

das klingt jetzt vielleicht ein bisschen ueberheblich - aber ehrlich gesagt finde ich diese aussage ist ein beleg dafuer dass es ein problem ist, wenn gar nicht so wenige schueler in einem system gross werden, in dem trolle und erdgeister wie selbstverstaendlich neben ein sogenanntes 'wissenschaftliches' weltbild gestellt werden.

denn letzteres unterscheidet sich ganz entscheidend von allen glaubens-basierten weltanschauungen darin, dass es wirklich versucht (und gar nicht so erfolglos) die welt zu verstehen - und damit meine ich nicht 'innerliches begreifen' in einem esoterischen oder religioesen sinn, sondern ganz banal anschauen wies geht, verstehen wies geht, hypothesen aufstellen, aendern wenns nicht funktioniert, etc - das heisst LERNEN und das ist die intuitive art, die tiere und menschen nutzen (sollten) um zu (ueber)leben.

uraltes geheimes wissen aus buechern aufgeschrieben von leuten die mit geistern oder gott reden hat einfach keine realistische rechtfertigung und sollte deshalb auch nicht einer staatlich akzeptierten schulbildung zugrundeliegen.

nudelpirat
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05.09.2008 - 17:18 Uhr
nudelpirat

die waldorf typen hab ich als unwahrscheinlich arrogant und elitär erlebt.

JlB
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05.09.2008 - 18:24 Uhr
JlB

2 Punkte die hier offensichtlich ganz falsch aufgefasst wurden!

1.) Die Waldorfschule lehr keine alternative Weltanschauung, sondern höchsten eine alternative Idee vom "Sinn des Lebens" oder wie auch immer man es formulieren mag!
Ja, die Ursprüngliche Idee basiert auf einer "Alternativen Weltanschauung" (um mal bei einem Begriff zu bleiben) aber diese hat keinen Platz im Unterricht, bzw. wird nur auf Anfrage erörtert. Eben so falsch ist die Annahme, man würde sich vor der Modernen Wissenschaft "Verschließen"! Das das Grundgerüst der Theorie kein Update erfährt mag sein, allerdings werden im Unterricht die Erkenntnisse der Wissenschaft genauso konsequent gelehrt wie an Regelschulen. Keine alternative!

2.) Die "Troll, Geister, what ever Geschichten" sind im Prinzip nichts anderes als Märchen oder Sagen, die einen Wahren Kern haben und durch die Wissen gerade an die Kinder weitergegeben werden soll. Das ist ein Uraltes Prinzip, welches sich bewährt hat....
Außerdem sind diese Märchen für die untersten Klassen ~1-4 Unterrichtsstoff, daher kann auch nicht von einem "auf Märchen basierendem System" gesprochen werden!

HenniMe
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05.09.2008 - 18:58 Uhr
HenniMe

Hört sich zwar nach bodenlosem Schwachsinn an, der in Waldorfschulen (zumindest theoretisch) vermittelt werden soll. Aber vermittelt normaler Religionsunterricht nicht ähnlich Irrsinn? Engel, die Hölle und son Blödsinn gibts da auch...Was soll die Aufregung?

shampoo
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05.09.2008 - 21:41 Uhr
shampoo

ich mag gar nichts was sich einbildet auf bäume klettern zu können wenn gar keine bäume da sind...

kleinemakrele
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05.09.2008 - 21:58 Uhr
kleinemakrele

bei waldorf denke ich immer an mörfelden-waldorf.

Wilfried_Heidt
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06.09.2008 - 11:06 Uhr
Wilfried_Heidt

Zu „Sind Waldorfschulen ein Verstoß gegen das Grundgesetz?“
Über die angeblich „dubiose“ Lehre an Waldorfschulen. Von Alexander Kissler, SZ 5. Sept. 2008

Produktiv wird der Artikel von A. Kissler über den sensationslüsternen Titel, den der Journalist Grandt seinem „Schwarzbuch Waldorf“ gegeben hat, erst gegen Schluss, wo er die Frage stellt, ob denn „der anthroposophische Hintergrund der Waldorfschulen hinreichend kommuniziert“ werde. Dass solche „dubiosen“ Machwerke wie das „Schwarzbuch“ Grandts gegen die Waldorfschulen, gegen Rudolf Steiner und die Anthroposophie noch immer die Aufmerksamkeit einer gewissen Öffentlichkeit, z. B. der ansonsten um Seriosität bemühten Süddeutschen Zeitung, finden, hat seinen Grund letztlich darin, dass das, was Kissler den „anthroposophischen Hintergrund“ der Waldorfschulen nennt, also die von Rudolf Steiner begründete und für zahlreiche Sachgebiete entfaltete, an Goethes naturwissenschaftliche Schriften anknüpfende „Geisteswissenschaft“ als solche weder in den akademischen Wissenschaften noch gar in der Öffentlichkeit „hinreichend kommuniziert“ worden ist. So wird, wie von Grandt, auch von anderen Journalisten munter drauflosgeschwatzt: Aus Zitatfetzen, die man dem Werk Steiners (oft nicht mal mit Quellenangaben) entnimmt und für die Attacke zurechtgeschneidet, werden nochmals Zitatfetzen gebastelt und mit düsteren Attributen versehen den Zeitungslesern vorgesetzt – und diese sagen: O Graus, o Weh, wenden sich von dem Unsinnsgebräu ab oder sind verwundert bis verärgert, was da mit ihrem Steuergeld aus „bedenklicher Esoterik“ an einschlägigen Schulen angeblich „grundgesetzwidrig“ unterrichtet wird.

Es macht daher keinen Sinn, auf Einzelheiten des Artikels von Kissler einzugehen und zu erklären zu versuchen, wie dieses und jenes, das als Zitat erscheint, zu verstehen ist. Bevor ich abschließend nochmals kurz auf das Kerndefizit als auf die Ursache des Problems zurückkomme, sei nur die gröbste Falschbehauptung Kisslers zurechtgerückt:

Rudolf Steiner „glaubte“ nicht „an die Reinkarnation“, sondern er hat zwischen 1886 und 1904 einen Durchbruch in der Erkenntniswissenschaft erreicht (und diesen in mehreren Schriften publiziert), durch den es für jeden Menschen mittels einer entsprechenden Schulung, deren Arbeitsweise er auch dargestellt hat, möglich wird, die Reinkarnation als Wirklichkeit, wie im Prinzip alle Wirklichkeit zu erkennen. Der „Boden“, auf dem Rudolf Steiner dann seine „Geisteswissenschaft“, die er später auch „Anthroposophie“ nannte, entwickelt hat, ist aber nicht die Tatsache der „Reinkarnation“, sondern sie ist eine anthropologische Realität wie alle andere auf dem von ihm eröffneten Erkenntnisweg zu erreichende Wirklichkeit. Insofern fußen alle geisteswissenschaftlichen Erreichnisse auf dem anthroposophischen Erkenntnisbegriff.

Bevor man daher voreilig von „Spekulation über Kosmos und Karma“ schwadroniert oder eine Wissenschaft, die man offensichtlich gar nicht kennt, denunziert und „Etikettenschwindel“ unterstellt, sollte man vor allem einmal dasjenige „hinreichend“ studieren und „kommunizieren“, was auch für die Waldorfpädagogik das Fundament ist: Die geisteswissenschaftliche Erkenntnislehre.

Dass dies in der Waldorflehrerausbildung offenbar leider auch nur sehr unzureichend geschieht, ist bedauerlich. Es gilt hierfür aber, was für alle Wissenschaft gilt: Man kann – wenn es nicht nur populistisches Geschwätz sein soll – sich dazu nur kompetent äußern, wenn man sich kundig gemacht hat. Natürlich ist das im vorliegenden Fall nicht gerade einfach zu erreichen. Denn die anthroposophische Geisteswissenschaft steht – ähnlich wie die aufkommende Naturwissenschaft vor 500 Jahren gegen alle „herrschenden Lehren“ der Zeit stand – bis heute singulär gegen alle letztlich materialistisch imprägnierten Wissenschaften. Sowohl denen auf den Gebieten der Natur wie der Kultur und auch der traditionellen Religionen, denn auch diese ordnen alles Übersinnliche mit der Behauptung von den „prinzipiellen Grenzen des Erkennens“ dem Gebiet des Glaubens zu.

Und nicht anders verhält es sich mit so gut wie aller „bedenklichen Esoterik“, insofern diese kein allgemeinmenschlicher, geisteswissenschaftlich begründeter Schulungsweg zur Erlangung der Erkenntnis des Übersinnlichen im Sinne dessen ist, wie Rudolf Steiner es als ein spezielles Gebiet der Anthroposophie in Schriften und Vorträgen für jedermann empirisch überprüfbar entwickelt hat.

Wenn es zu solchen Erscheinungen wie zu dem „Schwarzbuch“ und den anschließenden Medienreflexen kommt, dann wäre die Voraussetzung für eine seriöse Befassung damit, dass über die angedeuteten wissenschaftlichen Grundlagen der Waldorfpädagogik und die diese mitkonstituierende anthroposophische Erkenntnislehre – und diese besteht nicht aus aus ihren Zusammenhängen herausgerissene Äußerungen Rudolf Steiners über diese und jene Einzelinhalte – eine „hinreichende“ Kommunikation stattfindet. Dann wird sich zeigen, ob es kompetente, geisteswissenschaftlich ausgebildete Pädagogen gibt, die in der Lage sind zu erhellen, was im Einzelfall für das gewohnte materialistische Denken zunächst vielleicht mal „dubios“ erscheinen mag.

Insofern möchte ich die Verantwortlichen der Süddeutschen Zeitung auffordern, für den endlichen Beginn dieser Kommunikation ihre Spalten zu öffnen. Ich biete an, an diesem Diskurs teilzunehmen.

Wilfried Heidt,
Achberger Institut für Zeitgeschichte
und 1971 Gründungsinitiator der
Freien Waldorfschule
im Internationales Kulturzentrum Achberg

Achberg, 5. September 2008

syl
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06.09.2008 - 17:35 Uhr
syl

also ich möchte nur mal eine sache erwähnen:

ich habe ich zwei ganz normale grundschulen besucht und diese nach der 4. klasse mit der empfehlung "sitzenbleiben oder hauptschule" verlassen.

dann bin ich auf die waldorfschule gekommen und habe dieses jahr die fachhochschulreife erfolgreich bestanden.

in meiner klasse gab es niemanden, der an geister oder dämonen oder ähnlichen schwachsinn glaubt, ebensowenig gab es rassisten oder antisemiten. NIEMALS WURDE UNS DIE STEINERSCHE RASSENLEHRE VERMITTELT, im gegenteil: ALLE lehrer die uns unterrichteten, distanzierten sich klar von derartigem gedankengut!

im vergleich zu anderen schulen ging es an unserer schule extrem ruhig zu, kaum schlägereien oder mobbing.
es gab keinerlei ausgrenzung von ausländern oder schwarzen, wir waren eine gemeinschaft in der jeder so sein konnte wie er wollte.

ich würde jederzeit wieder eine waldorfschule besuchen, denn auch wenn das system teilweise merkwürdig anmutet und etwas veraltet ist, ist es die bessere alternative zu regelschulen...

giini
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06.09.2008 - 19:32 Uhr
giini

Also Rudolf Steiner hat nicht an die Reinkarnation "geglaubt", sondern er hat sie als Wirklichkeit "erkannt" und deshalb wissen wir dass sie wirklich ist?

Das ist KEIN wissenschaftliches Denken. Und es ist schlimmer als ich dachte.

JlB
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07.09.2008 - 13:14 Uhr
JlB

@giini:
Falls es noch nicht aufgefallen seien sollte: Es besteht ein (nicht allzu kleiner) Unterschied zwischen "Geisteswissenschaft" und "Naturwissenschaft" Ich fürchte du verwechselst da was^^

Wilfried_Heidt
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07.09.2008 - 15:16 Uhr
Wilfried_Heidt

giini sagte:
Also Rudolf Steiner hat nicht an die Reinkarnation "geglaubt", sondern er hat sie als Wirklichkeit "erkannt" und deshalb wissen wir dass sie wirklich ist?

Das ist KEIN wissenschaftliches Denken. Und es ist schlimmer als ich dachte.


Giini gibt also vor zu wissen, was „was KEIN wissenschaftliches Denken" ist und meint damit meinen Hinweis, Steiner habe die Tatsache der Reinkarnation nicht - wie Kissler unterstellte - „geglaubt", sondern als solche „erkannt". Und fügt, auf meinen Hinweis gemünzt, etwas polemisch hinzu, das sei ja „schlimmer“ als sie/er „gedacht“ habe.

Versuchen wir, der Sache nochmals kurz auf den Grund zu gehen. Was ist „geisteswissenschaftliches“ DENKEN?

Giinis Einlassung jedenfalls nicht. Sie ist ein klassisches Beispiel für das generelle Problem, um das es heutzutage und schon seit dem 19. Jahrhundert geht: Da wird in Tat und Wahrheit gar nicht „GEDACHT“, sondern aus Vorurteilen DRAUFLOSGEREDET, wie einem der vorurteilsbehaftete Schnabel so gewachsen ist: grade oder auch krumm!

Was ist von mir gesagt worden? Es wäre so, wie Giini es meint, wenn ich NICHT drauf hingewiesen hätte, dass Steiner aufs Gewissenhafteste für jeden Menschen, der sich seines Denkens bemächtigen will, gezeigt hätte: Jeder kann es durch die entsprechende STEIGERUNG SEINER DENKKRAFT erreichen, selbst zu prüfen, ob z. B. die Reinkarnation – wie ich sage – eine „anthropologische Realität“ ist, die man als solche erkennen, will sagen: IN ERFAHRUNG BRINGEN kann. In der anthroposophischen Geisteswissenschaft kann, soll und darf nichts auf bloße Autorität hin geglaubt und vertreten werden – und sei es auch die Autorität „großer Initiierter“ wie z. B. Buddhas (Steiner, in einer „Esoterischen Stunde“ am 1. 9. 1912, GA 266/b, S. 404) Ihre Anthropologie rechnet mit dem souveränen Menschen als Möglichkeit in diesem Sinn; gilt daher auch für Giini wie für jeden anderen. Vorausgesetzt, man geht in der Erkundung des Sachverhaltes den von Steiner aufgezeigten geisteswissenschaftlichen Weg des erfahrenden Erkennens – oder einen diesem Weg vergleichbaren anderen.

Diese von mir erwähnte Bedingung hat Giini, in, wie mir scheinen will, etwas salopper, oberflächlicher Art entweder schon beim Lesen meines kurzen Hinweises gar nicht „mitgedacht“ oder sofort wieder vergessen. Das heißt: Unser Alltags„denken“ schlägt uns an dieser Stelle heute permanent ein Schnippchen. Es verlässt uns, kaum dass wir es betätigt haben und wirft uns zurück in die Fluten unserer Vorurteile und überhaupt aller DenkINHALTE, die unser Bewusstsein unablässig bevölkern, lässt uns nie mehr zur Besinnung im tätigen, aktiven, selbstverantworteten Denken kommen und lässt uns schon gar nicht im Denken selbst die Kraft bilden, deren es bedarf, um es als Wahrnehmungsorgan für die nichtsinnlichen Wirklichkeiten auszubilden. Es sei denn, wir erzeugen immer wieder übend eine Ausnahmesituation des Bewusstseins durch Momente – Minuten, Sunden, Tage – der geisteswissenschaftlichen Meditation und Konzentration.

Das ist schon in meiner ersten Einlassung vom 6.9.08, 11:06 angedeutet mit dem Hinweis auf die einschlägigen Texte im Werk Steiners, deren behutsames Studium schon den Anfang solchen Übens bilden können (Gleiches gilt natürlich auch von Texten anderer Autoren, die auch diesen Charakter tragen.). Dagegen reagiert bei Giini das „Denken“ wie aus einem Instinktreflex auf den von mir namhaft gemachten Sachverhalt der Problematik „Glauben-Erkennen“ (als einer Grundproblematik der materialistisch inspirierten Bewusstseinsentwicklung) in unserem Zeitalter. Bei ihr/ihm hat sich - wie in fast allem zeitgenössischen Bewusstsein selbst der „Wissenschaft“, vom Palaver der sog. Talkrunden in den Massenmedien gar nicht zu reden – daraus, bewusst oder indirekt, das Vorurteil von den angeblich prinzipiellen „Grenzen des Erkennens“ herausgebildet – was zwangsläufig zur einer „Kultur“ des bloßen Meinens und zum Glauben beliebigen Vorstellens führt.

Freilich: Es ist nicht leicht, sich am eigenen Schopf – denn nur der kann es vollbringen – aus dem das Denken lähmenden BEWUSSTSEINSSUMPF DES DENKVEERLORENEN ALLTAGSDENKENS zu ziehen. Gleichwohl kann jeder Mensch, der den ernsthaften Versuch unternimmt, das Erforderliche zu erüben – siehe meinen Hinweis auf die einschlägigen Schriften Rudolf Steiners – die Stichhaltigkeit oder Nichtstichhaltigkeit des von mir zunächst hypothetisch Festgestellten prüfen (das geht aber nicht per Knopfdruck, verlangt jedoch durchaus nicht mehr Zeitaufwand als das Erarbeiten der Grundlagen jeglicher anderen ernsthaften wissenschaftlichen Arbeit. Apparate, wie z. B. in der Gehirnforschung, sind dazu übrigens nicht erforderlich; erforderlich ist aber die beobachtende Erkundung der denkenden, geistig-seelischen Bewusstseinstätigkeit durch sich selbst „nach naturwissenschaftlicher Methode“ (Steiner). Das IST die elementare, praktische, empirische Geisteswissenschaft, wie Steiner sie – im Anschluss an Goethe, Schiller, Fichte, Hegel u. a. - begründet hat. Dass SIE offenbar auch in den Kreisen der Waldorfschulen viel zu wenig gepflegt zu werden scheint, wäre äußerst bedauerlich, wenn es tatsächlich so wäre. Es sollte die engagierte Pflege die Regel sein, nicht die Ausnahme.

Wenn daraus eine Volksbewegung würde, wären wir „überm Berg“ der geistigen Krise unserer Zeit. Denn dann könnte auch das ZEITALTER DER FREIHEIT; DER GLEICHHEIT UND DER BRÜDERLICHKEIT– mehr als 200 Jahre nach 1789 - sich endlich real zu entwickeln beginnen – wie es übrigens auch Steiner gegen Ende des I. Weltkriegs (als auch die Waldorfschulbewegung entstand) mit der Idee von der „Dreigliederung des sozialen Oraganismus“ zu impulsieren versuchte und zum Schaden des 20. Jahrhunderts und bis heute von rechts, von links wie von der sog. Mitte ignoriert und auch nicht kommuniziert wird.

Zu allen, die es zunächst auch wie Giini sehen mögen, sei gesagt: Es ist noch nicht zu spät, in diese „Republik“ des freien Geisteslebens, wirklicher (direkter) Demokratie und einer globalen Wirtschaft im Dienste des Bedarfs aller Menschen einzusteigen, - um daraus dann Schritt für Schritt alle notwendigen politisch-rechtlichen, wie pädagogischen, ökonomischen, ökologischen, sozialen und monetären Konsequenzen zu ziehen. Revolution durch Evolution der Begriffe. Näheres dazu im Netz bei wilfried-heidt.de und impuls21.net. Es ist dies ein Lebensmodell des „Genusses mit Bewusstsein“ (Goethe), – Geisteswissenschaft: die wahre „Spaßgesellschaft“! Sie - wie nichts anderes – würde uns garantiert aus den materialistischen Dekadenzen der Gegenwart herausführen können. Nichts anderes! Wetten, dass ...?

Wilfried Heidt
Institut für Zeitgeschichte
im Internationalen Kulturzentrum Achberg

zapata33
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07.09.2008 - 17:04 Uhr
zapata33

Das, was sich da in der Diskussion zwischen Wilfried Heidt und Giini zu entfalten beginnt, könnte umso fruchtbarer sein, wenn die SZ der Aufforderung folgen würde, für diese längst fällige Auseinandersetzung "ihre Spalten zu öffnen". Wilfried Heidt hat diese Aufforderung in seinem ersten Kommentar (vom 6.09 11h06) - bezugnehmend auf die im Artikel gestellte Frage, ob denn „der anthroposophische Hintergrund der Waldorfschulen hinreichend kommuniziert“ werde - ausgesprochen.

Es ist heute ganz selbstverständlich, dass in den zahlreichen Talkrunden und anderen Medienformaten die unterschiedlichsten Positionen, Lehren, Klugheiten aber auch vielfach Verrücktes und Verschrobenes zu Wort kommt. Die anthroposophische Geisteswissenschaft bleibt dabei - mit dem Vorurteil der Unwissenschaftlichkeit abgetan - weitestgehend ignoriert. Einzig dann macht sie hin und wieder Schlagzeilen, wenn sie, wie z.B. aktuell in der Diskussion um das "Schwarzbuch Waldorf", attackiert wird. Dann aber eben ohne dass ihre Grundlagen schon in freier und ausgiebiger Weise verhandelt wurden.

Dabei bleibt dann auch jenes Gebiet auf der Strecke, auf das WH in seiner zweiten Einlassung am Schluss zu sprechen kommt: die Lösungsansätze, die sich in Bezug auf die soziale Frage aus den geisteswissenschaftlichen Impulsen heraus ergeben.

Was hier (ausgehend von Rudolf Steiner in den 20er-Jahren des vorigen Jahrhunderts) v.a. in den letzten Jahrzehnten entwickelt und ins Spiel gebracht wurde, ist noch sehr wenig bekannt und im gesamtgesellschaftlichen demokratischen Diskurs nicht daraufhin geprüft, ob die damit angesprochenen Ideen Antworten bietet auf die zahlreichen Probleme, die sich in einer ökologisch bedrohten, globalisierten Welt des 21. Jahrhundert ergeben: Antworten auf Probleme, von denen immer mehr Menschen den Eindruck haben, das etablierte Denken der Parteien-Demokratie und der neoliberalen Wirtschaft könne sie nicht lösen.

UweScheibelhut
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07.09.2008 - 20:32 Uhr
UweScheibelhut

Sehr geehrter Herr Kissler, liebe RedaktionsmitarbeiterInnnen!
Jetzt bin ich doch sehr gespannt, ob Sie obiges Angebot um diskursive Aufklärung der geisterwissenschaftlichen Grundlage der Waldorfpädagogik aktiv interessieren wird. Oder werden Sie kneifen?

lisnor
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Mag ich Mag ich nicht

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07.09.2008 - 21:31 Uhr
lisnor

Wer ein Schwarzbuch über Waldorfpädagogik schreibt und in diesem Rudolf Steiner kritisiert, sollte sich eingehend mit der Entwicklung der Waldorfpäd. und R. Steiner auseinandersetzen. Aussagen, die aus dem Zusammenhang gerissen sind, haben einen sehr geringen Informationswert. Der Autor sollte die Werke Steiners eingehend und vorbehaltlos lesen, dann wird er entdecken, dass es Steiner immer um ein freies Menschsein ging. Er sah im Menschen ein Wesen, dass zu Freiheit und Selbstbestimmung veranlagt ist. Steiners Credo war stets, alles Wissen, dass man aufnimmt zu prüfen und mit Erfahrung zu durchdringen. Die Waldorfschulen, sollen keine reinen Wissensvermittlungsanstalten sein, sondern Stätten, die den Kindern dabei helfen sollen, sich zu autonomen Menschen heranzubilden. Das Ideal der W.Päd. ist es, die Kinder nicht an die bestehenden Systeme anzupassen, sondern sie zu befähigen Gestalter und Mitgestalter zu werden. Sie sieht den Menschen nicht als einen von seiner Hirnstruktur bestimmten Organismus, der dieser Bestimmung folgen muss. Sie sieht den Menschen in einem kosmischen Zusammenhang stehend und will, dass er diese Zusammenhänge erkennen, durchschauen und mitgestalten kann. Die W.Päd. will den jungen Menschen die Mittel in die Hand geben, sich die Fähigkeiten anzueignen, die großen Weltzusammenhänge nach und nach zu verstehen und aus diesem Verstehen heraus, aus freiem Entschluss zu handeln. Sie will keine Menschen heranbilden, die sich in die bestehenden Systeme, Lebensweisen und Weltanschauungen fraglos eingliedern, sondern Menschen, die sich bemühen, diese zu verstehen und die aus Einsicht und in Liebe, verantwortungsbewusst für sich und die Welt handeln. Das kann dem Grundgesetz niemals widersprechen.

MartinKoch
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07.09.2008 - 21:32 Uhr
MartinKoch

Endlich einmal eine Befassung mit dem Aktuellen, die uns wirklich in in die Lage versetzt, die eigentlichen Wurzeln des Übels ins Auge zu fassen:
Die Defizite gegenüber der dringenden Notwendigkeit einer sachlichen und weiterführenden Auseinandersetzung über das Thema Geisteswissenschaft und Menschenbild liegen nämlich tatsächlich bei beiden Seiten, wobei natürlich der SZ die vorrangige Aufgabe der Eröffnung gediegener Gesprächs- und Erkenntnisräume zukommt. Aber darüber hinaus täte sowohl bei den Akteuren im Rahmen des zu Unrecht Diffamierten als auch bei den unqualifiziert Oberflächlichkeit und Hetze Befördernden die Besinnung auf das Sachdienliche und das methodisch Richtige angesichts fortgeschrittener Zeit und Wirrheit dringend not.

Wilfried_Heidt sagte:
Zu „Sind Waldorfschulen ein Verstoß gegen das Grundgesetz?“
Über die angeblich „dubiose“ Lehre an Waldorfschulen. Von Alexander Kissler, SZ 5. Sept. 2008

Produktiv wird der Artikel von A. Kissler über den sensationslüsternen Titel, den der Journalist Grandt seinem „Schwarzbuch Waldorf“ gegeben hat, erst gegen Schluss, wo er die Frage stellt, ob denn „der anthroposophische Hintergrund der Waldorfschulen hinreichend kommuniziert“ werde. Dass solche „dubiosen“ Machwerke wie das „Schwarzbuch“ Grandts gegen die Waldorfschulen, gegen Rudolf Steiner und die Anthroposophie noch immer die Aufmerksamkeit einer gewissen Öffentlichkeit, z. B. der ansonsten um Seriosität bemühten Süddeutschen Zeitung, finden, hat seinen Grund letztlich darin, dass das, was Kissler den „anthroposophischen Hintergrund“ der Waldorfschulen nennt, also die von Rudolf Steiner begründete und für zahlreiche Sachgebiete entfaltete, an Goethes naturwissenschaftliche Schriften anknüpfende „Geisteswissenschaft“ als solche weder in den akademischen Wissenschaften noch gar in der Öffentlichkeit „hinreichend kommuniziert“ worden ist. So wird, wie von Grandt, auch von anderen Journalisten munter drauflosgeschwatzt: Aus Zitatfetzen, die man dem Werk Steiners (oft nicht mal mit Quellenangaben) entnimmt und für die Attacke zurechtgeschneidet, werden nochmals Zitatfetzen gebastelt und mit düsteren Attributen versehen den Zeitungslesern vorgesetzt – und diese sagen: O Graus, o Weh, wenden sich von dem Unsinnsgebräu ab oder sind verwundert bis verärgert, was da mit ihrem Steuergeld aus „bedenklicher Esoterik“ an einschlägigen Schulen angeblich „grundgesetzwidrig“ unterrichtet wird.

Es macht daher keinen Sinn, auf Einzelheiten des Artikels von Kissler einzugehen und zu erklären zu versuchen, wie dieses und jenes, das als Zitat erscheint, zu verstehen ist. Bevor ich abschließend nochmals kurz auf das Kerndefizit als auf die Ursache des Problems zurückkomme, sei nur die gröbste Falschbehauptung Kisslers zurechtgerückt:

Rudolf Steiner „glaubte“ nicht „an die Reinkarnation“, sondern er hat zwischen 1886 und 1904 einen Durchbruch in der Erkenntniswissenschaft erreicht (und diesen in mehreren Schriften publiziert), durch den es für jeden Menschen mittels einer entsprechenden Schulung, deren Arbeitsweise er auch dargestellt hat, möglich wird, die Reinkarnation als Wirklichkeit, wie im Prinzip alle Wirklichkeit zu erkennen. Der „Boden“, auf dem Rudolf Steiner dann seine „Geisteswissenschaft“, die er später auch „Anthroposophie“ nannte, entwickelt hat, ist aber nicht die Tatsache der „Reinkarnation“, sondern sie ist eine anthropologische Realität wie alle andere auf dem von ihm eröffneten Erkenntnisweg zu erreichende Wirklichkeit. Insofern fußen alle geisteswissenschaftlichen Erreichnisse auf dem anthroposophischen Erkenntnisbegriff.

Bevor man daher voreilig von „Spekulation über Kosmos und Karma“ schwadroniert oder eine Wissenschaft, die man offensichtlich gar nicht kennt, denunziert und „Etikettenschwindel“ unterstellt, sollte man vor allem einmal dasjenige „hinreichend“ studieren und „kommunizieren“, was auch für die Waldorfpädagogik das Fundament ist: Die geisteswissenschaftliche Erkenntnislehre.

Dass dies in der Waldorflehrerausbildung offenbar leider auch nur sehr unzureichend geschieht, ist bedauerlich. Es gilt hierfür aber, was für alle Wissenschaft gilt: Man kann – wenn es nicht nur populistisches Geschwätz sein soll – sich dazu nur kompetent äußern, wenn man sich kundig gemacht hat. Natürlich ist das im vorliegenden Fall nicht gerade einfach zu erreichen. Denn die anthroposophische Geisteswissenschaft steht – ähnlich wie die aufkommende Naturwissenschaft vor 500 Jahren gegen alle „herrschenden Lehren“ der Zeit stand – bis heute singulär gegen alle letztlich materialistisch imprägnierten Wissenschaften. Sowohl denen auf den Gebieten der Natur wie der Kultur und auch der traditionellen Religionen, denn auch diese ordnen alles Übersinnliche mit der Behauptung von den „prinzipiellen Grenzen des Erkennens“ dem Gebiet des Glaubens zu.

Und nicht anders verhält es sich mit so gut wie aller „bedenklichen Esoterik“, insofern diese kein allgemeinmenschlicher, geisteswissenschaftlich begründeter Schulungsweg zur Erlangung der Erkenntnis des Übersinnlichen im Sinne dessen ist, wie Rudolf Steiner es als ein spezielles Gebiet der Anthroposophie in Schriften und Vorträgen für jedermann empirisch überprüfbar entwickelt hat.

Wenn es zu solchen Erscheinungen wie zu dem „Schwarzbuch“ und den anschließenden Medienreflexen kommt, dann wäre die Voraussetzung für eine seriöse Befassung damit, dass über die angedeuteten wissenschaftlichen Grundlagen der Waldorfpädagogik und die diese mitkonstituierende anthroposophische Erkenntnislehre – und diese besteht nicht aus aus ihren Zusammenhängen herausgerissene Äußerungen Rudolf Steiners über diese und jene Einzelinhalte – eine „hinreichende“ Kommunikation stattfindet. Dann wird sich zeigen, ob es kompetente, geisteswissenschaftlich ausgebildete Pädagogen gibt, die in der Lage sind zu erhellen, was im Einzelfall für das gewohnte materialistische Denken zunächst vielleicht mal „dubios“ erscheinen mag.

Insofern möchte ich die Verantwortlichen der Süddeutschen Zeitung auffordern, für den endlichen Beginn dieser Kommunikation ihre Spalten zu öffnen. Ich biete an, an diesem Diskurs teilzunehmen.

Wilfried Heidt,
Achberger Institut für Zeitgeschichte
und 1971 Gründungsinitiator der
Freien Waldorfschule
im Internationales Kulturzentrum Achberg

Achberg, 5. September 2008

CarlJaegert
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07.09.2008 - 22:02 Uhr
CarlJaegert

Der Vorschlag von Wilfried Heidt in seinen Postings scheint mir reizvoll: jetzt eine qualifizierte Diskussion über Erkenntnistheorien und Wissenschaftsbegriffe zu initiieren und die Fruchtbarkeit der unterschiedlichen Ansätze (klassische Naturwissenschaft des Mainstreams und alternative Ansätze wie z. B. die genannte Geisteswissenschaft) für die Erfassung der Wirklichkeit zu hinterfragen.

Sogar die klassischen (Natur-)Wissenschaften stoßen ja in einigen Forschungsergebnissen und Theorien an die Grenzen des heutigen Wissenschaftsbegriffes (Neurobiologie, Quantenphysik etc.) - schon dies sollte Anlass sein. Ganz zu Schweigen von der Notwendigkeit, das Verhältnis der heutigen Erkenntnistheorie mit ihrem Menschenbild und den Sozialwissenschaften zu klären.

Allein ich bezweifele, ob es ein relevantes Massenmedium wagt, diese Diskussion frei und vorurteilslos moderierend in Gang zu setzen.

NicknameSt
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08.09.2008 - 09:37 Uhr
NicknameSt

Ist schon Scheiße!
Warum darf jeder, der keine künstlerische oder pädagogische Ausbildung hat sich zu sowas melden, Bücher schreiben? Die Waldorfschulen fussen auf der Schillerschen/Goetheschen Aufklärung, Joseph Beuys reiht sich da ein, usw. Nichts dubioses.
Aber warum will unsere coole Lebensart und vor allem die Wirtschaft/Wissenschaft (die uns allen so gut tut,....Lebensstreß, Inflation, Gewaltbereitschaft, psychische Krankheiten...) einreden, dass nichts dergleichen gilt, es uns doch gut geht?
Eine Frage nach Kultur.
An Waldorfschulen ist nicht dubios, die Anthroposoühie ist intergrund, nicht Lehrgegenstand.
Warum gesteht man der Kirche zu, über Engel zu reden, und über Auferstehung des Leibes,
der Quantenphysik, mit irrationalen Begriffen zu arbeiten,
nur Rudolf Steiner nicht, der doch nichts anderes getan hat als das was viele vor ihm getan haben.
Die Schüler aus Waldorfschulen sind durch die Bankweg fähig, im Leben zu stehen, sind kritisch ihrer Schule gegenüber, sind aber gerne immer zur Schule gegangen.
Und gerne in die Schule gehen, wer kann das schon sagen, wer kann sagen, dass er seine Schule und seine Lehrer geliebt hat? Und weltfremd und durchgeknallt oder kritikunfähig sind die nicht, wer das glaubt, der vekennt, wozu Jugend heute in der Lage ist.
Das "Schwarzbuch",- Bildzeitungsniveau - aber die Bildzeitung wird von vielen gelesen. Muss man trotzdem noch über die Bildzeitung diskutieren? - Eine Frage der Kultur...
Natürlich gibt es Probleme in den Schulen, aber ganz anderer Art. Wenn es gelänge, diese von den Verfassern in echter Weise anzusprechen, wäre den Waldorfschulen mehr gedient. Aber dazu müsste man schon Fähigkeiten besitzen, die den Verfassern weit fern liegen. Dazu müsste man verstehen, wie man die Zeit versteht.
Giodano Bruno ist verbrant worden, weil er die Weltverhältnisse in ein neues Licht stellen wollte, (Heliozentrisches Weltbild), aber das wollte man nicht, man wollte seine eigene Wahrheit behalten.
Soweit!
St.

der_neue_orhe
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08.09.2008 - 09:51 Uhr
der_neue_orhe

und was ist mit den rassismus-vorwuerfen gegen steiners anthroposophie? es geht ja nicht nur um kleine suesse erdgeister.

BFvH
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08.09.2008 - 10:02 Uhr
BFvH

Die SZ sollte die Spalten öffnen, Anlass dazu ist ja nun gegeben. Immerhin ging es die letzten Wochen in einer Serie um einen heutigen Ich-Begriff. Nur leider schrieben Wissenschaftlern, die "Ich" nicht denken können. Auch hier: vertane Chance.

Der Artikel von Kissler ist leider sehr unreflektiert den polemischen Äußerungen dieses dubiosen "Schwarzbuches" begegnet. Schade, dass völlig unhinterfragt ein Begriff wie "Weltanschauung" – hat nicht jeder Mensch eine Art, die Welt anzuschauen? – in seiner negativen Chronotation abgedruckt wird. Insgesamt infamer Artikel, der die einseitige Sicht des Buches widerspiegelt. Keine ruhmreiche Tat für diese ansonsten sehr gute Tageszeitung.

der_neue_orhe
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08.09.2008 - 10:08 Uhr
der_neue_orhe

chronotation? meinst du etwa konnotation?

harka
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08.09.2008 - 18:08 Uhr
harka

der_neue_orhe sagte:
und was ist mit den rassismus-vorwuerfen gegen steiners anthroposophie? es geht ja nicht nur um kleine suesse erdgeister.

1. Steiner war *kein* Rassist, sondern hat sich sein Leben lang für die Emazipation des Individuums von sozialen, religiösen, ökonomischen oder ethnischen Zwängen eingesetzt.
2. Steiner hat in seinem riesigen Lebenswerk vereinzelt Formulierungen gebraucht, die nach heutigem Verständnis diskriminierend wirken.
3. Diese Formulierungen sind weder in ihrer Form noch nach ihrem Inhalt relevant für die Waldorflehrerausbildung und haben schlichtweg *nichts* mit dem Leben an den Schulen zu tun.
4. Waldorfschulen arbeiten auf allen fünf Kontinenten, zumeist in sozial benachteiligten Gebieten, was auch bedeutet zumeist mit den ethnisch benachteiligten Bevölkerungsgruppen.
5. Während der Apartheid in Südafrika waren es die Waldorfschulen, die als einzige in ethnisch gemischten Klassen unterrichteten.
6. Die israelische Harduf-Waldorfschule arbeitet in gemeinsamen mit Palestinenser-Familien zusammen und schickt die isrealischen Kinder zum Austausch in palestinensische Famileien.
7. In Ägypten gibt es eine muslimische, in Japan buddhistische und shintoistische, in Europa und den USA christliche, in den USA eine indianische und auf anderen Kontinenten noch andere Waldorfschulen.
8. Diskriminierungen jedweder Art werden von den Waldorfschulen strikt abgelehnt.
9. Fehler werden auch an Waldorfschulen gemacht. Bei 50.000 Elternhäusern allein in Deutschland kommt man damit aber nicht so leicht davon und es besteht eine sehr kritische "interne Öffentlichkeit", die die Waldorfschulen zu weit mehr Transparenz zwingt als es sonst heute üblich ist.
10. An den meisten Waldorfschulen werden gut ausgearbeitete Qualitäts-Evaluationsverfahren unabhängiger Organisationen angewandt. Damit sind sie - auch in dieser Beziehung - Vorreiter!

Doch zurück zum Rassismus-Vorwurf: Die immer wieder kolportierten Zitate sind allesamt anthroposophsichen Publikationen entnommen worden, in denen sie schon im letzten Jahrhundert kontroves diskutiert wurden. Die Herren Sensationsjournalisten bedienen sich also ausgerechnet bei denen, denen sie vorwerfen, sich diesen Fragen nicht stellen zu wollen. (Da die anthroposophischen Publikationen natürlich immer ihre Quellen angegeben haben, konnten die Herren Grandt & Co. diese einfach abschreiben.) Die Methode ist, alle Zitate aus ihrem Kontext herauszulösen und durch ihre Aneinanderreihung den Eindruck zu erwecken, als sei hier eine durchgängige Ideologie zu beobachten. Das ist Boulevard auf unterstem Niveau.

Wer sich ernsthaft die von "der_neue_orhe" gestellte Frage stellt, wird beispielsweise auf der Webseite des Bundes der Freien Waldorfschulen ausführliche Auseinandersetzungen mit dem Thema finden.

jimisteve
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08.09.2008 - 21:39 Uhr
jimisteve

Ich kann dazu nur meine Erfahrungen als ehemaliger Waldorfschüler als Beurteilungsgrundlage nehmen.
An meiner Waldorfschule (an anderen kann es anders sein, da durch die nicht nicht existierenden einheitlichen Leerpläne sehr große Unterschiede zwischen den Waldorfschulen gibt, vgl. etwa Tübingen, Reutlingen und Balingen.) wurde in keinster Weise auch nur im Ansatz die Steiner'sche Ideologie gelehrt.
Ich habe mich mit ihr erst nach der Schule rudimentär auseinandergesetzt, während meiner Schulzeit hat ich keinen Kontakt mit der Ideologie.
Der einzige "Kontakt" mit Steiner war durch ein Bild, das von ihm während der Schulfeiern neben der Bühne hing, gegeben.

Für meinen Teil kann ich sagen das für mich der größte Vorteil die späte Trennung der Klassen der größte Vorteil an Waldorfschulen ist. Alle Studien kritisieren das ja auch bei unserm staatl. Schulsystem. Ansonsten hängt die Qualität des Unterrichts stark vom einzelnen Engagement der Lehrer ab, da jeder Lehrer seinen Unterricht stark prägt und wenig Vorgaben hat.
Ein Kritikpunkt von mir ist das der Schüler doch lange in einer Wolke lebt und erst spät (7-9 Klasse) mit mehr Druck rechnen muss. Dies kann dann den Schüler dann überfordern.
Einige hätten bemerkt das Waldorfschüler später im Studium große Probleme hätten Selbstständig zu arbeiten und fristen einzuhalten. Ich denke das es sehr stark vom einzelnen Schüler abhängt ob er mit der offenen Lernsituation einer Waldorfschule zurecht kommt und ohne in Disziplinlosigkeit zu verfallen.

Gerhard_Meister
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09.09.2008 - 17:50 Uhr
Gerhard_Meister

Unvoreingenommenen Lesern dieser Rezension stellt sich die Frage: Ist es so, wie Kissler darstellt? Was sagen die Vertreter dieser Weltanschauung dazu? Wäre es denn im Sinne eines fairen Journalismus und der Liebe zur Wahrheit willen nicht selbstverständlich, die Angesprochenen – oder treffender: Angegriffenen – ebenfalls - authentisch und gleichberechtigt - zu Wort kommen zu lassen? Oder noch besser: der Aufforderung im Beitrag von Wilfried Heidt, dem ich inhaltlich voll zustimme, nachzukommen (6.9., 11:06) und endlich einmal für „hinreichende Kommunikation“ zu sorgen? Ich bin gespannt, wie die SZ damit weiter umgehen wird.
Gerhard Meister

NicknameSt
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09.09.2008 - 20:57 Uhr
NicknameSt

Jetzt wär ich aber wirklich gespannt, wenn es eine Möglichkeit gäbe, abgesehen von dieses Ausführungen, die hier stehen, in der Zeitung die Möglichkeit zu sehen, dass ein wirklich umfassender Artikel, eine umfassende Erhebung in der SZ angedacht, durchgeführt und gedruckt würde.
Es ist höchst interessant, was da Wilfried Heidt schreibt, was die egemaligen Waldorfschüler da sagen, und wie erbittert dagegen geredet wird.
Es wird Zeit, dass da eine wirkliche Ebene entsteht und nicht nur dieses Meinungsgetue.

PeterWeilacher
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09.09.2008 - 22:08 Uhr
PeterWeilacher

Audite et altera pars.
Ich verstehe nicht ganz, wie die SZ eine solche Polemik abdrucken kann. Was man sich als mündiger Leser wünschen würde, ist eine authentische Berichterstattung auch der "anderen" Seite. Fehlt der SZ dazu der Mut, oder welche Absichten werden mit einer solchen Veröffentlichung verfolgt? Immerhin handelt es sich um Meinungsbildung vieler Menschen.
Den anthroposophischen Hintergrund "hinreichend zu kommunizieren": dazu könnte die SZ mittels seriöser Berichterstattung hinreichend beitragen.

PxF
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10.09.2008 - 08:51 Uhr
PxF

Als treuer SZ-Leser fände ich es gut - und das würde sicher auch viele andere Leser interessieren - wenn die Fragen, die hier im Internet zum Thema Anthroposophie und Waldorf behandelt werden, auch - wie von Herrn Heidt und anderen vorgeschlagen, in der gedrucken Zeitung diskutiert würden. Mir ist bis jetzt noch nicht wahrnehmbar, dass die Redaktion entsprechend Raum zur Verfügung stellt für den "Beginn dieser Kommunikation".
Gut, der Artikel wurde 5.9 erst veröffentlicht und man soll nicht ungeduldig sein, so will ich zwischenzeitlich schon mal eine Frage an Herrn Heidt stellen. Er schreibt, dass nach der anthroposophischen Geisteswissenschaft es jedem Menschen im Prinzip möglich sei, die Reinkarnation als anthropologische Grundtatsache des Menschseins zu erkennen. Das ist spannend! Ich würde gerne mehr darüber erfahren. Welche Erfahrungen hat Wilfried Heidt dazu gemacht?

jimisteve
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10.09.2008 - 14:09 Uhr
jimisteve

PeterWeilacher sagte:
Audite et altera pars.
Ich verstehe nicht ganz, wie die SZ eine solche Polemik abdrucken kann. Was man sich als mündiger Leser wünschen würde, ist eine authentische Berichterstattung auch der "anderen" Seite. Fehlt der SZ dazu der Mut, oder welche Absichten werden mit einer solchen Veröffentlichung verfolgt? Immerhin handelt es sich um Meinungsbildung vieler Menschen.
Den anthroposophischen Hintergrund "hinreichend zu kommunizieren": dazu könnte die SZ mittels seriöser Berichterstattung hinreichend beitragen.


Einen Bericht in einem großen Magazin (Spiegel, Stern, SZ-Mag) oder einer Tages/Wochenzeitung (Zeit, taz etc.) wird es nie geben, weil der Kreis an Lesern/Leuten dem man damit gerecht wird zu klein ist. Anders würde es laufen wenn etwa 30% der Bevölkerung auf eine Waldorfschule gehen würden, dann wäre die Relevanz ganz plötzlich höher.
Schade finde ich nur das solche unseriösen Bücher eine solche Werbung durch diesen Artikel bekommen. Zwar wird kurz darauf eingegangen dass das Buch nicht astrein ist aber im großen und ganzen wird nicht gerade kritisch hinterfragt.

der_neue_orhe
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11.09.2008 - 09:40 Uhr
der_neue_orhe

trotzdem ist die hauptkritik gegen die vernachlaessigte staatliche kontrolle gerichtet, und die mangelhafte oder fehlende wissenschaftliche ausbildung. dass anthoposophische spekulation in einem gesellschaftlichen konsens nicht als wissenschaftlich gilt, muesst ihr dabei halt akzeptieren.

jimisteve
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11.09.2008 - 15:48 Uhr
jimisteve

der_neue_orhe sagte:
trotzdem ist die hauptkritik gegen die vernachlaessigte staatliche kontrolle gerichtet, und die mangelhafte oder fehlende wissenschaftliche ausbildung. dass anthoposophische spekulation in einem gesellschaftlichen konsens nicht als wissenschaftlich gilt, muesst ihr dabei halt akzeptieren.


Dagegen sage ich auch nichts. Ich prangere ja nur an das eine breite Aufklärung seitens der Medien nicht stattfindet.
Ich schätze das beinahe alle Meldungen über die Waldorfschule in den Medien negative sind und sich dadurch so ein schlechtes Bild von der Waldorfschule ergibt. Natürlich ist das allg. eine Eigenschaft von Medien das sie meist nur das negative Berichten. Aber z.B. könnte die Süddeutsche ja auch mal eine Reportage über das Innere einer Waldorfschule bringen (ohne negatives Auszuklammern). Aber es ist natürlich einfacher ein bisschen aus diesem pseudo Aufklärungsbuch zu zitieren und daraus einen Artikel zu schustern.

der_neue_orhe
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11.09.2008 - 15:54 Uhr
der_neue_orhe

das gilt doch fuer die staatlichen regelschulen auch: berichtenswert ist eher ihr versagen, denn die leuchtenden beispiele. so funktionieren eben medien. mach den konsumenten einen vorwurf.

jimisteve
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11.09.2008 - 16:13 Uhr
jimisteve

der_neue_orhe sagte:
das gilt doch fuer die staatlichen regelschulen auch: berichtenswert ist eher ihr versagen, denn die leuchtenden beispiele. so funktionieren eben medien. mach den konsumenten einen vorwurf.

Falls du z.B. die Konsumenten der Süddeutschen meinst könnte ich mir durchaus vorstellen das nach so einer Reportage viele Nichtwaldorfschulmenschen sagen würden: "gut das ich das auhc mal mitbekommen habe, bisher hatte ich so ein negatives Bild über die Waldorfschule". Zeitung soll doch Aufklärung betreiben (zu mindestens ist das die urspüngl. Idee die immer mehr verwässert wird siehe BILD BZ etc., aber das ist ein anderes Thema) und kann sie doch nur wenn sie auch einmal mit einem allg. akzeptierten Bild über etwas aufräumt.

CarlJaegert
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11.09.2008 - 18:16 Uhr
CarlJaegert

der_neue_orhe sagte:
trotzdem ist die hauptkritik gegen die vernachlaessigte staatliche kontrolle gerichtet, und die mangelhafte oder fehlende wissenschaftliche ausbildung. dass anthoposophische spekulation in einem gesellschaftlichen konsens nicht als wissenschaftlich gilt, muesst ihr dabei halt akzeptieren.


Die Antwort auf die Frage, ob etwas wissenschaftlich IST, wird ja - wissenschaftlich - nicht dadurch entschieden werden, was "in einem gesellschaftlichen Konsens als wissenschaftlich GILT". Wissenschaftshistorisch galt der jeweils aktuelle Erkenntnisstand immer als gesicherte Wissenschaft - und wurde wenige Jahrzehnte oder noch weniger Jahrhunderte später revidiert. Jede Zeit hielt ihren Wissenschaftsbegriff für letztgültig - und irrte. Es spricht sehr vieles dafür, dass dies heute ebenso ist.

Insofern ist es doch ein legitimes Anliegen, die Grundlagen der heutigen materialistischen (Natur-)Wissenschaft anderen relevanten Erkenntnisansätzen neugierig gegenüberzustellen und die Fruchtbarkeit der einzelnen Ansätze mit der möglichen Objektivität zu überprüfen. Zu solchen alternativen Ansätzen gehört sicher auch die goethenistisch-anthroposophische Erkenntnistheorie. Aber je umfassender ein solcher gesellschaftliche Diskurs würde, umso besser.

der_neue_orhe
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12.09.2008 - 09:33 Uhr
der_neue_orhe

"gut das ich das auhc mal mitbekommen habe, bisher hatte ich so ein negatives Bild über die Waldorfschule" --

ich unterstelle dem konsumenten der SZ mal, dass er sich nicht so leicht durch einen artikel in die eine oder andere richtung manipulieren laesst. fuer mich koennte ich zumindest nicht sagen, dass es so funktioniert.

Wilfried_Heidt
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12.09.2008 - 13:28 Uhr
Wilfried_Heidt

Zu meiner Anregung an die SZ vom 6.9.2008 11.06 Uhr, sie möge für die Kommunikation über die von Grandts „Schwarzbuch“ und Alexander Kisslers SZ-Artikel vom 4.9.08 dazu aufgeworfenen Fragen im Feuilleton ihrer Printausgabe eine offene Seite einrichten, schrieb CarlJaegert am 7.9.08 um 22.02 Uhr, er bezweifle, ob ein relevantes Massenmedium es „wage“, diese Diskussion frei und vorurteilslos moderierend in Gang zu setzen. – Warum solcher Zweifel? Es ist doch die Aufgabe gerade der „relevanten Massenmedien“, relevante Diskurse zur „geistigen Situation der Zeit“ (Karl Jaspers) gesellschaftlich zu ermöglichen und kompetent zu organisieren.

Wenn dies leider viel zu selten geschieht, mag das seinen Grund vielleicht auch darin haben, dass bisher zu wenige Leser dafür gegenüber der Presse ihr Interesse bekunden. Das ließe sich aber doch ändern. Oder? Um diese Prüfung im konkreten Fall zu erleichtern, hat die Initiative Impuls21 auf ihrer homepage www.impuls21.net eine Seite eingerichtet, auf der jeder seine Unterstützung der Anregung bekunden kann, die SZ möge die von Kissler beklagte nicht „hinreichende Kommunikation“ über die in dem „Schwarzbuch Waldorf“ aufgestellten Behauptungen in ihrer Printausgabe ermöglichen und organisieren. Ich bin überzeugt, dass sie dadurch viele neue Leser gewinnen würde.

Achberg, 12. September 2008
Wilfried Heidt

der_neue_orhe
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12.09.2008 - 13:43 Uhr
der_neue_orhe

irgendwie verhalten sich die waldorfanhaenger sehr seltsam hier, finde ich. ich finde es vollkommen ok, dass die sz einen artikel abdruckt, in dem ein autor seine meinung zu einem buch und den darin geschilderten sachverhalten kundtut. es gilt ja immer: die meinung des autors spiegelt nicht automatisch die der redaktion wieder. und in einem land mit meinungsfreiheit passt das ja noch besser ins konzept. und der autor des artikels teilt ja nicht nur alle ansichten des buchautors, sondern kritisiert auch beispielsweise seine eitlen toene und miserable ausdrucksweise.

ich seh auf jeden fall das problem nicht. ich seh nur das problem, dass waldorfschulen im moment zu wenig staatlich kontrolliert sind.

Wilfried_Heidt
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12.09.2008 - 16:12 Uhr
Wilfried_Heidt

Zu "der_neue_orhe" 12.9.08 13:43
Wenn "der_neue_orhe" meinen zwei Stunden vor seiner neuerlichen Einlasung publizierten Kommentar gelesen hätte, hätte er vernommen, dass nicht "DIE Waldorfanhänger" es so sehen, wie er es - zurecht - kritisiert. Ich nicht nur ein "Anhänger" dieser Schule, sondern sogar ein Gründungsinitiator einer solchen - aus besten Gründen. Und das hindert mich keineswegs, dem Kritiker beinzupflichten. Natürlich ist weitereführend, dass die SZ den Artikel von Kissler publiziert hat, trotz alller Mängel, die man ja auch kritisieren und publzieren kann. Insbesondere dann wäre auch das weiterführend, wenn die SZ meine Anregung aufgreifen würde, in ihrer Printausgabe alle mit dem "Schwarzbuch" aufgeworfenen Fragen endlich einmal "hinreichend" - wie Kissler schrieb - auf ihren Feuilletonseiten kontrovers zu diskutieren. Ene Leserinitiative hat inzwischen im Internet auf www.impuls21.net eine Seite eingerichtet, auf der jder mit seiner Unterschrift dieses Anliegen unterstützn kann. Dies scheint mir in jedem Fall der richtigere Weg, anstatt obrgkeitsverliebt nch "staatlicher Kontrolle" zu rufen. Vielleicht wird sich ja auch "der_neue_orhe" auf dieser Liste eintragen.

Wilfried Heidt

der_neue_orhe
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12.09.2008 - 16:18 Uhr
der_neue_orhe

nein, wird er nicht, weil er die staatliche kontrolle fuer gut befunden hat, ohne verliebt in die obrigkeit zu sein. denn er lebt in einer demokratie. dh. er hat dieser obrigkeit seine macht gegeben.

deadmailbox
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12.09.2008 - 16:48 Uhr
deadmailbox

Erschreckend, mit welchem Dünkel hier einige Herren gegen die Phänomene einer modernen Informationsgesellschaft argumentieren, obwohl sie selber das beherrschen, was sich da so gut macht: die Geschwätzigkeit (ganz egal, wie erlesen und klug sie daherkommt). Wenn den Herren also tatsächlich an einer Kommunikation mit den Menschen außerhalb ihrer Weltanschauung liegt, mögen sie sich bitte kurz fassen. Ansonsten: sehr interessante Diskussion.

Wilfried_Heidt
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12.09.2008 - 16:54 Uhr
Wilfried_Heidt

Zur Reinkarnationsfrage
PxF schreibt am 10.9.08 und 08:51 zu meiner Einlassung vom 7.9.08, 15:16, dass es nach der anthroposophischen Geisteswissenschaft jedem Menschen im Prinzip möglich sei, die Reinkarnation als anthropologische Grundtatsache des Menschseins zu erkennen: „Das ist spannend! Ich würde gerne mehr darüber erfahren. Welche Erfahrungen hat Wilfried Heidt dazu gemacht?“

Gerne will ich dazu etwas mitteilen.
Zum einen, wie Rudolf Steiner seine Forschungsergebnisse zur Reinkarnationsfrage kommuniziert hat.

Das sind einerseits seine zahlreichen schriftlichen Darlegungen dazu in verschiedenen Büchern. Sie betreffen die Grundlagen der Erkenntnis der Tatsache als solcher. Auch den Weg der Schulung, wie man durch die Erkraftung des Denkens dahin kommen kann, sich selbst - nicht mehr gehirngebunden - im denkenden Bewusstsein übersinnlich zu erfahren. Diese Erfahrung ist der erste kontrollierte Schritt in die geistige Welt, die Begegnung mit dem höheren Ich, der Individualität als leibfreier, in sich selbst gegründeter, autonomer Wirklichkeit. Die übende Wiederholung dieser Erfahrung der durch die in kontemplativ-meditativer Konzentration vom eigenen Willen erzeugten Bewusstseinstat des von allen sonstigen Inhalten freien Denkens führt – im Bilde gesprochen – zum schrittweisen Erwachen der Ich-Geschichte, d. h. der zurückliegenden Inkarnationen. Dieses Erwachen ist nur möglich und dann auch frei von allem Spekulieren, welches in anderen Bewusstseinszonen urständet, wenn überhaupt eine auch vom Seelischen unabhängige freie Ichtätigkeit erreicht ist. Den entsprechenden Schulungsweg, der auch alle Dimensionen des Sozialen umfasst und durchmisst, findet man, wie gesagt, in den einschlägigen Schriften Rudolf Steiners. Sie sind alle in der Steiner-Gesamtausgabe zugänglich (ich beziehe mich hier vornehmlich auf seine philosophisch-erkenntnistheoretischen Grundschriften (1886-1894, GA 1-4) und auf die Titel „Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten“ (1904/05, GA 10) und seine „Geheimwissenschaft im Umriss“ (1910, GA 13).

Anderersits gibt es zahlreiche (stenographisch professionell aufgezeichnete) Vorträge oder sog.“esoterische Stunden“ oder „Klassen“, in denen Rudolf Steiner verschiedenen Kreisen von (erwachsenen) Schülern oder Mitgliedern der Anthroposophischen Gesellschaft den Schulungsweg und entsprechende Bewusstseinsübungen erläutert hat. Auch all dies steht heute für jedermann zur Verfügung. In diesen Vorträgen – wie auch in den genannten, nach 1900 erschienen Schriften schildert Rudolf Steiner auch ausführlich den Weg der menschlichen Individualität in der geistigen Welt zwischen Tod und einem folgenden Erdenleben. In diesem Zusammenhang teilt er dann auch die Karmagesetze mit, die das Schicksal des Menschen bilden. Und es gibt zahlreiche weitere Vorträge, in denen er von manchen Individualitäten z. T. deren mehrere Reinkarnationen und Schicksalswege bespricht. Besonders dieses stößt, soweit ich es sehe, bei vielen anthroposophisch orientierten Menschen auf Interesse. Das kann man verstehen. Für mich hat es nie eine wichtige Rolle gespielt. Ich selbst kann die Einzelheiten dieser Mitteilungen nicht überprüfen. Dass es einmal möglich sein wird, davon bin ich aus Erfahrungsgründen überzeugt. Mit Sicherheit kann ich aber sagen, dass der Erkenntnisweg der Geisteswissenschaft so, wie Steiner ihn eröffnet hat, zu in den Grundtatsachen verifizierbaren Ergebnissen führt, wenn man, wie in jeder Wissenschaft, ihre Arbeitsweise gewissenhaft befolgt.

Zum andern in der Kürze eine letzte Frage, die das Problem, über konkrete Reinkarnationserkenntnisse öffentlich zu kommunizieren, betrifft. Nach meinen Erfahrungen ist das wegen des ganz aufs Sensationelle ausgerichteten Charakters der heutigen Bewusstseinsverhältnisse – insbesondere in den elektronischen Massenmedien – und der bisher nur verschwindend wenigen bewusstseinspraktisch im hier besprochenen Sinn arbeitenden und nur dadurch fürs Erkennen des Übersinnlichen entsprechend vorbereiteten Menschen vorläufig verantwortlicherweise ausgeschlossen. Man könnte nur missverstanden werden. Um so wichtiger ist es, Anstöße zu geben, damit auch diese Arbeit von immer mehr Menschen in Angriff genommen wird. Diskurse wie die hier geführten können eine Anregung dafür sein.

Ich hoffe, auf die Nachfrage so eingegangen zu sein, dass meine Antwort nachvollziehbar ist.
Wilfried Heidt,
Achberger Institut für Zeitgeschichte

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13.09.2008 - 09:44 Uhr
Wilfried_Heidt

der_neue_orhe sagte:
nein, wird er nicht, weil er die staatliche kontrolle fuer gut befunden hat, ohne verliebt in die obrigkeit zu sein. denn er lebt in einer demokratie. dh. er hat dieser obrigkeit seine macht gegeben.


Ja, das ist ein das klassische pseudodemokratisch lackiertes durchaus „obrigkeitliches“ Staatsverständnis, das noch nicht zur bürgerschaftlichen Mündigkeit erwacht ist, obwohl es schon seit 1789 „an der Zeit“ wäre. Vielleicht sollte „der_neue_orhe“ mal die Webseite von www.impuls21.net besuchen, ein Stündchen verweilen, um hier – auf die EU bezogen – Gedanken zu einem zeitgeistgemäßen Verständnis von Demokratie zu finden.

Dazu gehört auch das Prinzip der unternehmerischen Selbstverantwortung der „Produzenten“, hier einer pädagogischen Leistung für diejenigen, die als „Konsumenten“ eben diese bestimmte Leistung (für ihre heranwachsenden Kinder) empfangen, also die Waldorfschule als eine staatsfreie, von Lehrerschaft und Elternschaft verantwortete Institution wollen.

Die einzige demokratisch legitime „Kontroll“-Funktion des Staates kann – muss aber auch – darin bestehen, zu gewährleisten, dass sich auch Erziehung und Unterricht auf dem Boden der demokratisch – also durch das Volk – legitimierten Verfassungsgesetze stattfinden. Das wäre die Bedingung einer wahrhaft demokratischen Grundordnung: die Ausübung der Volkssouveränität (Grundgesetz Art. 20 Absatz 2), nicht die pauschale Abgabe derselben an die Obrigkeit durchs Wählen derselben, wie es offenbar dem Ideal „des_neuen_orhe“ entspricht. Der Staat der BRD verstößt gegen diesen Artikel seit nunmehr 60 Jahren, ohne dass es das Volk bisher nachdrücklich reklamiert hätte. Schlafende „Demokraten“. Diesen Zusammenhang sollte er sich mal sine ira et studio genau vergegenwärtigen.

Mit der Leserinitiative zur Kommunikation auch dieser Probleme in der SZ hat das insofern zu tun, als ohne die Beteiligung der Medien am freien und gleichberechtigten Diskurs der Fragen, die zum Beispiel durch des „Schwarzbuch Waldorf“ aufgeworfen worden sind, eine sachorientierte Urteilsbildung der Öffentlichkeit – als Voraussetzung für demokratisch kompetentes Entscheiden im Zeitalter der „Mediendemokratie“ – faktisch ausgeschlossen ist. Vielleicht wird er aufgrund solcher Erwägungen der Leserinitiative (>> www.impuls21.net ) doch noch etwas Positives abgewinnen können und sich mit ihrem Anliegen verbinden.

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13.09.2008 - 17:13 Uhr
Wilfried_Heidt

Ich entschuldige mich für den unkorrigierten, holprigen Einstieg in meine Antwort an „der_neue_orhe“ vom 13.09.08, 09:44. Es muss am Anfang heißen:
Ja, das ist ein klassisches, pseudodemokratisch lackiertes Staatsverständnis, das noch nicht zur bürgerschaftlichen Mündigkeit erwacht ist, obwohl es schon seit 1789 dazu „an der Zeit“ wäre (Goethe, Märchen).
WH

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13.09.2008 - 18:01 Uhr
Wilfried_Heidt

deadmailbox sagte:
Erschreckend, mit welchem Dünkel hier einige Herren gegen die Phänomene einer modernen Informationsgesellschaft argumentieren, obwohl sie selber das beherrschen, was sich da so gut macht: die Geschwätzigkeit (ganz egal, wie erlesen und klug sie daherkommt). Wenn den Herren also tatsächlich an einer Kommunikation mit den Menschen außerhalb ihrer Weltanschauung liegt, mögen sie sich bitte kurz fassen. Ansonsten: sehr interessante Diskussion.


Selbst wenn zuträfe, was hier mit zügelloser Polemik denunziert wird: Viel peinlicher als das ist die Andersdenkende verachtende, sich populistisch anbiedernde Überheblichkeit, mit der sich der hinter „deadmailbox“iger Anonymität sich versteckende Zeitgenosse hier äußert. Trotzdem: Liebet eure Feinde! Man ihr geistiger Bedarf vielleicht auch schon so auf Boulevardpresse-Schlagwortniveau geschrumpft sein, dass er keinen argumentativen Diskurs mehr verkraftet, geschweige denn sich an einem solchen zu beteiligen imstande wäre. Am „erschreckendsten“ ist die hochtrabende, verächtlich machende Arroganz gegenüber entsprechenden Bemühungen („Geschwätzigkeit, wie erlesen oder klug sie daherkommt“, „Herren ... außerhalb ihrer Weltanschauung“ usw.), mögen diese noch so unvollkommen sein.

„Bitte kurz fassen“ stand einst vor den Handyzeiten zurecht an der Tür, wenn man eine gelbeTelefonzelle der Post betrat. Im Diskurs über sachliche, nicht in der alltäglichen Kommunikation spielende, wichtige gesellschaftliche Geistesfragen geht aber es um etwas anderes: nämlich um ein möglichst klares, die Phänomene von vielen Seiten beleuchtendes Denken. Es würde sicher noch viel produktiver als nur „interessant“, wenn sich noch viel mehr Leser der SZ daran beteiligten.

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13.09.2008 - 18:08 Uhr
Wilfried_Heidt

Wirklich zu dumm, dass sich schon wieder der Tippfehlerteufel eingeschlichen hat. Oben muss es nach "Liebet eure Feinde" heißen: Mag ihr geistiger Bedarf ... Pardon.
WH

der_neue_orhe
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15.09.2008 - 09:37 Uhr
der_neue_orhe

fuehrt eure diskussion doch auf eurer demokratischen website. ihr braucht dazu doch nun wirklich nicht die sueddeutsche zeitung.

und die vorwuerfe, ich sei ein schlafender demokrat, perlen an mir ab. ich bin der einzige, der hier bestaendig diskutiert. und ich bringe mich in meinem lebensumfeld - nicht in einem virtuellen kosmos - genuegend fuer eine lebendige demokratie ein.

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15.09.2008 - 09:38 Uhr
der_neue_orhe

dass es "um ein möglichst klares, die Phänomene von vielen Seiten beleuchtendes Denken" geht, kann ich den kilometerlangen ausschweifenden und in der tat geschwaetzigen kommentaren wirklich nicht entnehmen.

RSchiek
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15.09.2008 - 12:38 Uhr
RSchiek

Natürlich kann gegen eine Bewegung, wie die der Waldorfschulen und der ihr zugrunde liegenden anthroposophischen Menschenkenntnis, ein „Schwarzbuch“ veröffentlicht werden, aber doch erst, wenn erkennbar ist, dass in der Bevölkerung wenigstens Basiswissen zu dieser Bewegung vorhanden ist. Die Süddeutsche Zeitung verhält sich aber durchaus vergleichbar einer Zeitung in einem islamistisch dominierten Land, in dem von Gegnern des Christentums ein „Schwarzbuch“ zum Christentum besprochen wird.

Das ist unredlich! Es ist Aufgabe der Süddeutschen Zeitung zuerst dieses Verständnis für die Waldorfschulbewegung herzustellen, indem man die Bewegung authentisch zu Wort kommen lässt. Nicht durch deren Gegner muss eine Geistesrichtung kommuniziert werden, sondern mit Hilfe ihrer Anhänge und einer grundlegenden Befassung mit den Schriften des Begründers.

Eine solche nötige Aufarbeitung ist auch nicht in diesem Blog-Format möglich. Es ist nichts erhellt, wenn Teilnehmer persönliche Abrechnungen vortragen. Genauso wenig ist bewiesen, wenn ich hier versichere, dass meine beiden Kinder an der Waldorfschule waren, Abitur dort gemacht haben, jetzt mit leichter Hand studieren und die Waldorfschulzeit vom ersten bis zum letzten Tag ein Anlass großer Freude war. Das habe ich alles so empfunden, aber ein anderer sieht das eben anders.

Deshalb hat die Süddeutschen Zeitung nun die Verantwortung, das bisher Versäumte in journalistisch redlichem Stil nachzuholen, so wie es im Kommentar von Wilfried Heid vom 6. 9. 2008 gefordert wird.

der_neue_orhe
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15.09.2008 - 13:03 Uhr
der_neue_orhe

die sueddeutsche ist ein freies medium, zum glueck darf sie ihre aufgaben selbst waehlen. ich finde das im uebrigen recht viel gefordert, es als "aufgabe" der SZ zu sehen, "ein verstaendnis fuer die waldorfschulbewegung" herzustellen. dann gruendet doch einen verein und schaltet anzeigen.

dass kinder auch an waldorfschulen abitur machen und dann ein studium und vielleicht sogar das leben meistern, das bezweifelt doch kein mensch. noch einmal: der artikel kritisiert doch nicht die waldorfschulen an sich, sondern die mangelnde staatliche kontrolle der lehrerausbildung und der unterrichtsgestaltung.

der artikel stellt doch nicht einseitig fest, sondern stellt ja auch fragen. z.b. "Die bisher nicht geklärte Frage lautet: Bestimmt dergleichen Esoterik den Alltag an den Waldorfschulen? ".
und kritisiert dann die ausbildung der waldorfpaedagogen vor allem in der hinsicht, dass die staatliche kontrolle fehlt.

diese verbohrtheit, dieses sich als opfer darstellen, das ist unertraeglich anstrengend. und im uebrigen kontraproduktiv fuer die gewuenschte auseinandersetzung.

StefanBoehme
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15.09.2008 - 18:56 Uhr
StefanBoehme

Richtig, in einer Demokratie gibt es keine Zensur für die Medien. Sie sind frei und wählen sich ihre Aufgaben selbst. Warum? Weil Demokratie u.a. dadurch gekennzeichnet ist, den Bürger, z.B. als Leser und als Journalist als mündigen Mensch anzusehen, der sich selbst ein Urteil zu bilden in der Lage ist und z.B. sich die Zeitung zu kaufen, resp. für die Zeitung zu schreiben, die er für die Beste hält.
Überall dort, wo dem Bürger die aus eigener Urteilsbildung resultierende Handlungsfreiheit verweigert wird und an dessen Stelle der Staat tritt haben wir es mit partieller oder totaler Entmündigung im Sinne des Entzugs bürgerlicher Rechte zu tun. Z.B. der Freiheitsentzug nach Straftaten. Wenn aber das Wirken des Staates über die Abwehr von Kriminalität hinaus geht und er durch seine Organe kontrolliert und inhaltlich bestimmt, was wie gelehrt werden darf und was nicht, übernimmt er die Vormundschaft für seine Bürger.

der_neue_orhe
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16.09.2008 - 09:44 Uhr
der_neue_orhe

also, hier wird ja wirklich mit kanonen auf spatzen geschossen.

StefanBoehme
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16.09.2008 - 23:53 Uhr
StefanBoehme

Dem Fachbereich Rechtswissenschaften II an der Uni Hamburg vorgelegte Dissertationsschrift:
"Verfassungswidrigkeit staatlicher Regelungen von Bildungszielen und Unterichtsinhalten vor dem Hintergrund neuerer Erkenntnisse der Gehirnforschung"
Autor: Gerhard Huhn (siehe: www.vwb-verlag.com/Katalog/n053.html)

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18.09.2008 - 12:34 Uhr
StefanBoehme

Vielleicht zum Schluss noch ein kleines Apercu für Alexander Kissler. Er schreibt:
"Den Eltern ist überlassen, ... ob sie offen sind für Steiners "goetheanistische Naturwissenschaft", derzufolge der Mensch eine "umgekehrte Pflanze" sei. So hat es der Waldorflehrer gelernt."

Ja, lieber Alexander Kissler, so hat es der Waldorflehrer gelernt. Das zu verstehen dauert ungefähr 30 Sekunden und zwar ab jetzt:

1) Spätestens seit Darwin wissen wir, dass alle Lebewesen verwandt sind und aus einem Evolutionstrom hervorgegangen zu denken sind.
2) Unsere Kultur hat uns demzufolge immerhin schon mal daran gewöhnt den Menschen als aufrechtes Tier anzusehen.
3) Das Tier wiederum ist eine waagerechte Pflanze, d.h die oben befindlichen Fortpflanzungsorgan haben sich nach hinten, die unten befindlichen Organe der Nahrungsaufnahme nach vorne verlegt.
4) Der Mensch ist eine umgekehrte Pflanze.

So geht das mit der Evolution. Also wenn es bei der Pflanze noch ganz in Ordnung ist ihren Kopf in den Sand zu stecken sollte der Mensch ab und an einen Blick über den Tellerrand besonders seiner Denkgewohnheiten wagen, denn nicht alles jenseits der Denkgewohnheiten ist Glaube. Und alles was auf neuen Wegen denkbar jenseits des Glaubens ist, kann auch fruchtbar und öffentlich besprochen werden. Das macht doch das Leben interessant. Warum nicht auch mal in der SZ?

der_neue_orhe
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18.09.2008 - 13:23 Uhr
der_neue_orhe

und die erde ist eine scheibe.

Daniel_Jankowski
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22.09.2008 - 15:15 Uhr
Daniel_Jankowski

Hmm... schade. Es fehlen in diesem Blog einfach sozialkompetente und gebildete Gesprächspartner, die hier Fragen an das anthroposophische Milieu richten könnten.
Nach meiner Chat-Erfahrung bringt es mit bestimmten Leuten überhaupt zu diskutieren, egal zu welchem Thema. Leider.

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22.09.2008 - 15:17 Uhr
Daniel_Jankowski

Hmm... schade. Es fehlen in diesem Blog einfach sozialkompetente und gebildete Gesprächspartner, die hier Fragen an das anthroposophische Milieu richten könnten.
Nach meiner Chat-Erfahrung bringt es mit bestimmten Leuten überhaupt nichts zu diskutieren, egal zu welchem Thema. Leider.

PS: Eine Berichtigungsoption wäre von Vorteil.


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