Speicher dein Leben auf Wuala
Text: dirk-vongehlen - Foto: privat
Wenn man das französische "Voilà" etwas undeutlich ausspricht, klingt der Ausruf wie ein freudiges wua.la. Einen solchen Ausdruck der Freude möchte Wuala-Gründer Dominik Grolimund bei seinen Nutzern hervorrufen, wenn er am Donnerstag seinen Web-Dienst in einer öffentlichen Betaphase startet.
Der junge Schweizer hat gemeinsam mit einem Freund ein System entwickelt, das wie eine Abstellkammer im Web funktioniert. Wuala, so hofft Dominik, soll der Speicherplatz im Netz werden. Denn es funktioniert mit einer neuartigen Technologie
Dominik, was ist die Idee hinter Wuala?
Wuala ist ein Online-Speicher, auf den man von überall zugreifen kann und mit dessen Hilfe man auch Daten teilen kann. Wenn ich also von einem Fest oder einem Meeting Fotos gemacht habe, kann ich sie bei Wuala speichern und mit den Leuten teilen, die auch dort waren. Ich kann entweder Gruppen bilden, zu denen ich die anderen Leute einlade oder ich schicke denen einen Link auf die Dateien.
Die Speicher-Erfinder: Wuala-Gründer Dominik (links) und Luzius.
Und wieviel Speicher kann ich bei Wuala nutzen?
Los gehts mit einem Gigabyte. Und wer mehr möchte, kann entweder Speicher kaufen oder selbst Speicher von der eigenen Festplatte zur Verfügung stellen.
Wie geht das?
Überall im Internet gibt es Computer, die freien Festplattenspeicher haben und es gibt Bandbreite, die nicht genutzt wird. Wenn jetzt jeder ein bisschen was dazu beiträgt, hat man ein Riesenpotenzial, um richtig viel Speicher zu nutzen.
Nach diesem Peer-to-Peer-System funktioniert zum Beispiel auch Skype ...
Richtig. Wir waren damals an der ETH in Zürich auf der Suche nach einem verteilten Datenspeicher, bei dem man die Ressourcen der Benutzer einsetzen kann, um so ein günstigeres Angebot zu entwickeln, das auch zuverlässiger ist als die bisherigen Angebote.
Wofür braucht man sowas? Einerseits gibt es schon Angebote im Netz und ich kann mir sehr günstig Speicher im Elektronikmarkt kaufen.
Ein Online-Speicher lohnt sich allein deshalb, weil man den Speicher, den man zum Beispiel im Mediamarkt kauft, nicht mit anderen Leuten teilen kann. Es sei denn, man trägt ihn kompliziert vom einen Ort an den anderen. Andererseits kann man den Online-Speicher natürlich als Backup nutzen, um Sicherungskopien zu machen, die verschlüsselt werden, auf die man dann aber von jedem Ort der Welt zugreifen kann.
Und was unterscheidet Wuala von gewöhnlichen Online-Speichern?
Wir verwenden eine andere Technologie, die dem User zahlreiche Vorteile bringt. Bei uns kann man Dateien in beliebiger Größe abspeichern. Es gibt keine Bandbreiten-Beschränkungen. Man hat aber wiederum sehr schnelle Downloads, weil man von verschiedenen Quellen parallel runterladen kann. Und weil Wuala eine Software-Applikation ist, die du lokal von deinem Rechner nutzt, läuft die Verschlüsselung deiner Daten lokal auf deinem Rechner. Bei anderen Anbietern werden die Daten unverschlüsselt auf den Servern gespeichert, bei uns werden sie auf dem Computer des Benutzers verschlüsselt und dann erst hochgeladen. Unser Angebot ist also sicherer.
Wenn ich das richtig verstanden habe, muss ich mir also ein Programm auf dem Rechner installieren, um Wuala zu nutzen.
Ab dem Start der Public-Beta-Phase am 14. August ist das nicht mehr nötig. Es ist zwar eine Software, du kannst sie aber mit einem Button vom Web aus starten. Wenn man es möchte, kann man das Programm aber natürlich auf seinem Homecomputer installieren. Man kann Wuala aber auch aus einem Internet-Cafe oder von der Uni aus über einen Webbrowser bedienen.
Auf der nächsten Seite: Wie Dominik die Idee entwickelte und wie er sich für juristische Debatten wappnet.