Freies Feld
Regelmäßig zerstören Umweltaktivisten Äcker mit gentechnisch verändertem Getreide, bedrohen Landwirte und entmutigen die Forscher
Diesen Text aus der Süddeutschen Zeitung kannst du hier leider nicht mehr lesen, er ist aber noch im Archiv der Süddeutschen Zeitung zu finden.- Null Punkte für die Meinungsfreiheit 25.05.2012
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Der Titel, erweckt den Eindruck, als seien die Feldbefreier auch diejenigen, die Bauern bedrohen - „regelmäßig“. Haben Sie dafür irgendwelche Belege? „Kämpfer“ stürmen im ersten Absatz auf den Acker – aber dass die Leute unbewaffnet sind, nicht mal Sichel oder Schere bei sich führen, steht nicht dabei.
Interessant auch die Auslassungen: dass in Gatersleben Genweizen nicht auf irgendeinem Feld ausgebracht wird, sondern in der Nähe der Vermehrungsfelder der dortigen Genbank, die weltweit eine der größten Weizensammlungen hat – das erfährt der geneigte Leser nicht. Dass es nicht nur „Gendreck weg“ und lokalen Widerstand gibt, sondern eine ganze Bewegung von „Gentechnikfreien Regionen“, ist für sie ebenfalls nicht erwähnenswert. MON 810-Mais ist in vielen europäischen Ländern wegen des Gefahrenpotentials verboten – die Süddeutsche schweigt darüber. Stattdessen reportieren sie die Aussagen der Forscher Friedt und Schier. Sollen wir Leser mit den Forschern, die in der Kritik stehen, Mitleid bekommen, nur weil die Herren sich jetzt „wie Freiwild“ fühlen? Wer derart riskante Forschungen betreibt, muss mit konsequenter Kritik rechnen, schließlich sind diese Forschungen eine Gefahr für die Ernährungsgrundlage der Menschheit. Menschen zu bedrohen, ist kein akzeptables Mittel, allein: von wem diese Bedrohungen stammen, scheint nicht geklärt; und dann sollte sich auch die Süddeutsche suggestiven Zuordnungen an die Leute von „Gendreck weg“ enthalten.
Etwas mehr kritisches Nachfragen bei den Befürwortern der Freisetzung von GVO hätte dem Artikel auch gut getan. Natürlich hat nicht de Bundestag den MON 810 zugelassen, sondern das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, und zwar in einem höchst zweifelhaften Verfahren. Und „Ich mach's, weil's zugelassen ist“, zitieren Sie den Herrn Dennerlein. Gut gebrüllt, nur: etwas zu machen, „weil“ es erlaubt ist, ist doch keine hinreichende Begründung. Niemand macht etwas „weil“ es erlaubt ist. Welche Verbindungen etwa zwischen Dennerlein und Monsanto bestehen, außer dass der eine Kunde des anderen zu sein scheint, könnte uns interessieren. Und sicherlich schlagen die Wellen in einem Ort hoch, wenn Pläne über GVO-Anbau bekannt werden. Aber doch wegen der Existenzbedrohung von Imkern und anderen Landwirten, und nicht weil Feldbesetzungen oder -befreiungen stattfinden.
Der Sachschaden durch Feldbefreiungen ist gering, so schreiben sie richtig. Dass die Wirkung der Berichterstattung „unbezahlbar“ ist, würde ich jedoch bezweifeln. Unabsehbar allerdings ist der Schaden, der durch das Auskreuzen von MON 810 in anderen Mais sowie durch die Vergiftung von Insekten durch das in diesem Genmais permanent produzierte Cry1Ab-Toxin entstehen kann. Leider erfährt der mögliche Schaden durch GVO-Ausbringung und die auch international ungeklärte Haftungsfrage in ihrem Artikel keine Beachtung.
Dieser Artikel ist kein Beispiel für Qualitätsjournalismus und wahrlich kein Ruhmesblatt für die Süddeutsche Zeitung.










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17.07.2008 - 11:23 Uhr
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