Essen mit Lea: Das dringende Bedürfnis, Fleisch zu essen
"Zu wenig rote Blutkörperchen", stellte die Ärztin fest, als ich letzte Woche Blut spenden wollte. Sie musterte mich kritisch über den Brillenrand, und hakte gleich nach: "Sind Sie Vegetarierin?" "Nein, bloß das nicht!", wollte ich schon ausrufen. Den Gedanken, dass ich, um verwertbares Blut geben zu können, tierisches Blut beziehungsweise Fleisch zu mir nehmen sollte, fand ich trotzdem amüsant. Und musste mir eingestehen: viel Fleisch esse ich wirklich nicht.
Und das, obwohl mich wenige Dinge so glücklich machen wie Parmaschinken mit ofenfrischem Ciabatta und ein 250g-Steak traditionell mein Geburtstagsessen ist. Aber bei Fleisch, da wird's kompliziert. Da geht schneller was schief, das ist nichts für den eiligen Feierabendhunger. Mit beinahe vorhersagbarer Regelmäßigkeit beschleicht er mich trotzdem - der Appetit auf Fleisch. 1. Nischenwissen Deswegen habe ich mich sofort in das Wort Ubukashya verliebt. Das Wort wird von den Bemba in Sambia verwendet und bezeichnet das dringende Bedürfnis, Fleisch zu Essen. Im Deutschen gäbe es da nur Carnivore oder Kannibale. Aber weder nur Fleisch zu essen noch Mitmenschen zu verspeisen klingt besonders attraktiv. Deshalb: Ubukashya. Bis auf weiteres. 2. Im Stall, auf der Wiese? Informationsquellen für Bio-Infos Klar möchten wir, dass das Schwein, das unseren Frühstücksschinken geliefert hat, weder durch die halbe Europäische Union gekarrt wurde, noch soll es mit Antibiotika vollgestopft worden sein oder mit 100 anderen rosa Artgenossen auf 20 Quadratmeter gelebt haben. Und vor allem möchten wir gerne, dass der Schinken schmeckt. Seit aber Bio zum neuen In-Faktor geworden ist, ist manchmal gar nicht klar, was jetzt bio, was öko, was gesund und was nur Marketingtrick ist. Eine gute Hilfe zur Erklärung ist da bio-siegel.de, die offizielle Homepage zum einheitlichen sechseckigen Bio-Siegel, das in der EU angewendet werden darf. Hier werden die Kriterien für biologische Lebensmittel erklärt, und auch welche Bezeichnungen gerne zur Irreführung der Verbraucher verwendet werden. Wenn nämlich neben einem Apfel "aus umweltfreundlichem Anbau" und auf der Fleischpackung "aus integrierter Landwirtschaft" steht, bedeutet das rein gar nichts. Und vor allem nicht, dass die Produktion nach den Kriterien der EG-Öko-Verordnung stattgefunden hat. In der ist zum Beispiel definiert, was im Stallmist enthalten sein darf, damit ein Bauer mit ökologischer Landwirtschaft werben darf. Noch einfacher geht es auf label-online.de. Hier gibt es eine eigene Funktion zur Labelsuche, wo man die notwendigen Informationen über Produzenten einzelner Produkte erhält oder für bestimmte Produkte nach fairen Produzenten suchen kann.
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