„Mandy, 19, hat Langeweile“ – Eine professionelle SMS-Flirterin erzählt
Es muss nicht immer Jamba! sein: Andere Premium-Dienste fürs Handy locken nicht mit Musik und Games, sondern mit der Hoffnung auf Zuneigung: Flirt-SMS.
Hinter den ansprechenden Profilen von Anna aus Russland und der süßen Krankenschwester Jenny stecken allerdings komplett andere Menschen, die sich mit dem Aufbau und Halten des Kontaktes ein Zubrot verdienen.
Die teuren SMS-Dienste wurden in mehreren Prozessen als Betrug eingestuft. Seit dem Telekommunikationsgesetz (TKG) von 2004 und einem Urteil des Landesgerichtes Hannover 2005 sind die Anbieter verpflichtet, nur auf Verlangen zu flirten sowie in jeder Erst-Kurznachricht die Kosten klar offen zu legen. Machen sie auch. Das Erstaunliche: Die Branche wächst trotzdem weiter.
Jetzt.de hat sich mit einer selbstständigen Flirtdienst-Betreiberin unterhalten, die anonym bleiben möchte.

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Ich war auch schon mal Betrugsopfer - aber in nem anderen Kontext. Ich wurde von nem fremden Mann angesprochen, der dringend Geld brauchte für Benzin, für die Fahrt zurück nach Polen, weil seine Geldkarte kaputt war etc.
Ich hatte ein ungutes Gefühl, aber ich hab ihm tatsächlich Geld "geliehen", weil ich dachte daß ja immerhin die Chance besteht, daß seine Geschichte echt ist, und nicht nur gut ausgedacht, und daß er ganz schön aufgeschmissen wäre ohne meine Hilfe...
Diese ganzen Betrügerein funktionieren meiner Meinung nach nur, weil man zunächst immer an das Gute im Menschen glauben möchte.
Und das ist bei dieser SMS-Abzocke genau das selbe.
Mindestens genauso schwer wie der finanzielle Verlust wiegt meiner Meinung nach der Vertrauensverlust, der eintritt wenn die Opfer merken, daß sie verarscht wurden.
Profis auf dem Gebiet aber schon lange, die mit der SMS auf Partnerschaftseiten in etwa vergleichbar ist, nur nicht virtuell.
Mir ist daraufhin nämlich folgendes eingefallen: Ich war vor einigen Jahren mit einem Kumpel halb geschäftlich, halb touristisch in Frankfurt und wir hatten ein Hotelzimmer in Bahnhofsnähe.
Wie wir nach dem Abendessen so herumschlenderten, sind wir auf einen Hereinwinker (heißt das so?) hereingefallen.
Wir, mit Blick auf die Bierpreise und München gewohnt, sagten uns, so teuer ist das nicht und wir schaun es uns mal an.
Wir haben uns dann an die schäbige Bar gesetzt und jeder ein Bier bestellt, woraufhin sich schnell rechts und links außen
je eine Schabracke zu uns gesellt hat.
Mit aufdringlichen Angeboten, wir könnten doch mal nach hinten gehen, worauf wir keine Lust hatten, drängten Sie wir sollten sie doch "wenigstens auf einen Kleinen einladen", wozu wir uns schließlich breit schlagen ließen, sie würden uns ja abwechselnd auch einladen....
Das wurde uns bald zu ungemütlich und wir wollten gehen. Ich habe auch gleich gesagt, ich möchte zahlen, ZUSAMMEN. Die dicke Dame des Hauses, meinte dann: "Das macht 156 Mark". Der "Kleine" kostete nämlich jeweils über 60 DM (und stand auf der Karte gut "getarnt")
Soviel Geld hatte ich dann doch nicht bei mir und wir mußten zusammenlegen.
Wir haben das dann als Lehrgeld verbucht und uns nicht den (Halb-)Urlaub verderben lassen.
Übrigens hat mich dieses Lehrgeld vor zwei Jahren bei einem Urlaub in Istanbul vor ähnlichem Schaden bewahrt, da ich seitdem geimpft bin. Damals hatten mich zwei beinahe gleichaltrige scheinbar international interessierte Jungs auf ihre Party mit tollen Frauen abschleppen wollen, was sich bei Ankunft (mit Taxi, das sie bezahlt haben) als Nepplokal herausstellte. Aber ich weiß inzwischen, daß man die Preisliste von oben bis unten lesen muß.
Weder spießig bin ich, würde mich as lebensfroh und kontaktfreudig bezeichen..Aber das. Bin aus einer Kaufmannsfamilie, kenne alle Belange, dazu nur "Nein."
Geschichten im Ärmel dazu ausreichend vorhanden.
Anfragen bei Virgina.
die mehrheit der leute in unserer zivilisation ist definitiv nicht richtig böse (wenn auch kaum einer ein vollkommener engel ist). schützen muss man sich wegen der paar prozent oder vielleicht auch nur promille, die total daneben sind, und denen sieht man das halt nicht immer gleich an.
das war aber schon immer so und ist kein grund, zu verzweifeln - die welt ist halt, wie sie ist. ne andere steht gerade nicht zur verfügung.
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14.09.2007 - 12:59 Uhr
mr_mulilo
"Vielleicht war es Betrug, vielleicht steht das Opfer aber auch darauf abgezockt zu werden!" abschmettern
Verstehe schon was Du mein kg, dies ist wirklich eine schwierige Sache, und eigentlich ist für mich die persönliche Verantwortung und Menschenkenntnis der springende Punkt, und nicht die Polizei.
Aber schon hart diese Ausagen im Text oben :-(