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Technik| 07.06.2007 19:00Auf dem Weg zur Weltherrschaft: Was Google noch alles vorhat
Text: dirk-vongehlen
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Vergleicht man die Macht von Microsoft mit der, die Google mittlerweile erlangt hat, fällt vor allem eines auf: Die Firma von Bill Gates brauchte zwanzig Jahre (1975 - 1995) um den Einfluß zu erlangen, den Google in den vergangenen zehn Jahren erlangt hat. Wie umfassend das Google-Imperium mittlerweile ist, hat das Social-Network-Blog mashable in dem My Soul, and 10 Other Things that Google Owns genannten Text gezeigt: Google kennt meine Suchanfragen, meine Mails, meine RSS-Feeds, meine Kontakte, meine Kalender – und seit dieser Woche ist klar: Google kennt auch dich persönlich. Höchste Zeit, die Pläne des Suchmaschinen-Giganten genauer anzuschauen. Eine Übersicht in vier Suchergebnissen.
1. Die Google-Gesellschaft„Wir sind definitiv auf dem Weg in die Google-Gesellschaft", zitiert heise den Soziologen Rudi Schmiede von der TU Darmstadt, der auf einem Symposium zur Zukunft der Suchmaschinen Ende Mai in Berlin vor der steigenden Macht der Suchtechnologie an sich und ganz speziell vor der von Google gewarnt hat. Dabei geht es weniger um die Masse der Anwendungen, die Google kontrolliert und viel mehr um die Ausschließlichkeit, die Google bereits erreicht hat. Was die Suchmaschine nicht findet, gilt für viele als nicht existent. Das liegt zum einen an der Faulheit der Nutzer und zum anderen daran, dass es derzeit kaum ernstzunehmende Google-Konkurrenten gibt. Der Wikipedia-Gründer Jimmy Wales will das ändern. Er arbeitet an einer Google-Konkurrenz, die nicht mehr auf Googles größtes Erfolgsgeheimnis – den Page-Rank - sondern auf die Menschen setzt, die die Suchmaschine nutzen. Google-Gründer Larry Page gab dem Bewertungssystem seinen Namen. Diese Gewichtung stößt aber z. B. bei sehr kurzfristigen bzw. aktuellen Suchanfragen an ihre Grenzen. Deshalb will Google zukünftig mit Hilfe eines neuen Systems suchen, das auf so genannten "Signals" basiert: als Signal werden zahlreiche unterschiedliche Eigenschaften von Webseiten bezeichnet. ![]() Gelbe Gefahr: das kleine gelbe Männchen zeigt in der neuen Funktion "Street View" die Position der aufgenommenen Straßenszene an, Screeshot aus einem YouTube-Film, der besondere Fotos sammelt. 2. Die Google-Öffentlichkeit Es ist ein köstlicher Spaß: Man kann ihn bei der Fotoplattform Flickr im Tag streetview anschauen, in diesem Film bei YouTube, auf der Site streetviewr.com und in der jetzt.de-Bildergalerie - überall dort sind Einblicke gesammelt, die Googles neue Kartenfunktionalität gestattet. Einblicke in das Leben auf amerikanischen Straßen. Dort lässt Google ein Auto rumfahren, das Aufnahmen macht und jedem surfenden Kartenleser zeigt, wie es dort gerade aussieht. Das ist lustig, wenn man Menschen sieht, die einen Kinderwagen rückwärts einen Berg hochziehen oder ein gewagtes Überholmanöver eingehen. Es ist so lustig, dass Wired sogar zu einem Wettbewerb aufgerufen hat und das beste „Urban Image“ sucht, das mit Street View gemacht wurde. Aber Street View ist auch erschreckend, wenn man sich überlegt, dass diese Technik von einer Organisation genutzt wird, die zwar „Don’t be evil“ auf ihre Fahnen geschrieben hat, aber in Wahrheit vor allem an unseren Daten interessiert ist. Wäre es besser oder schlechter, fragt das Blog Boing Boing, wenn Google Street View im Besitz des CIA oder des NSA sei? Beim Bootsektor gibt es darauf eine klare Antwort: das Blog prophezeit einen „Krieg um unsere privaten Daten, und um unsere Identität. Sowie das Recht daran.“ Erste Schlachten dieses Krieges kann man bereits in Amerika beobachten, wo die New York Times die Geschichte von Mary Kalin-Casey nacherzählt. Die junge Frau war nicht einverstanden damit, dass sie, als sich sich via Street View ihr Haus ansah, ihre Katze im Fenster sitzen sah. Googles Reaktion auf die anhand von Marys Katze begonnende Debatte: „Wir nutzen lediglich Aufnahmen, die in öffentlich zugänglichen Bereichen gemacht wurden. Diese Aufnahmen unterscheiden sich in keiner Weise von dem, was jedermann sehen kann, wenn er durch eine Straße läuft.“ Auf der nächsten Seite liest du, wie Google Personen erkennt und warum eine Projekt namens Gears der große Angriff auf Microsoft werden kann. Mehr Texte von jetzt.de liest Du jeden Montag in der Süddeutschen Zeitung - außerdem dienstags im Lokalteil der SZ. Teste Deutschlands große Tageszeitung jetzt zwei Wochen kostenlos und unverbindlich: hier klicken!
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