13.12.2006 - 19:00 Uhr

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Steckt euer Geld in den Krieg und werdet reich!

Text: stefan-biro

Katja Kobolt ist eine gute Finanzberaterin: dunkles Kostüm, höfliches Lächeln, große Versprechen: „Investieren Sie Ihr Geld doch in die Rüstungsindustrie“, rät die 29-Jährige den Passanten in der Münchner Fußgängerzone. „Organhandel und Zwangsprostitution sind auch lukrative Branchen.“ Dazu gibt es Glückskekse und ein Glas Sekt. Nachdenklich blättern sich die potentiellen Kunden durch die Broschüren. Katja leitet den Warmarkt Inc., natürlich ein politisches Satireprojekt, mit dem die Slowenin zurzeit durch Europa tourt. Mit jetzt.de sprach die vermeintliche Kriegs-Gewinnlerin über die Hintergründe ihrer Aktion.

Katja, du führst den Leuten vor, wie viel Rendite sie mit dem Krieg machen könnten. Am meisten Gewinn wirft wohl der Waffenhandel ab. Welche Branchen empfiehlst du uns noch? Wie wäre es mit Organhandel? Der Gewinn, der da für dich abspringt, ist einfach sagenhaft - besonders in Nachkriegsgebieten. Eine verarmte Mutter gibt für ein paar Hundert Euro gerne ihre Niere weg, wenn sie mit diesem Geld ein Schuljahr für ihr Kind bezahlen kann. Aber auch Investitionen in die Medienkonzerne und Fotoagenturen können sehr rentabel sein. Während dem Krieg können die blutige Informationen und Bilder liefern, das wiederum führt zu höheren Werbeeinnahmen. Am Ende streichst du als Investor eine satte Dividende ein. Das ist ziemlich zynisch. Politisch korrekt ist es natürlich nicht. Wir übertreiben total, und erzählen teilweise echt geschmacklose Sachen. Aber wir nennen die Dinge beim Namen und verzichten auf ethische Euphemismen.
„Nix Bausparen, nix Sparbuch: Kriegsanleihen sind das neue Ding“ Kennt das Investmentbusiness denn keine Ethik? Das Kapital ist weder gut noch böse. Das Problem ist aber doch, das heutzutage nicht die Menschen das Kapital regulieren, sondern das Kapital die Menschen. Wir alle leben in dieser Welt, und wir alle sind auf die eine oder andere Weise verwickelt in das ökonomische System. Auch wenn du Steuern zahlst, dann geht ein gewisser Prozentsatz von diesen Steuern in die Rüstungsindustrie. Wer kann das schon überblicken. Oder wenn du Aktien von einem Telekommunikationsunternehmen besitzt - man weiß ja nie, welche Geschäfte dieses Unternehmen sonst so gemacht hat. Vielleicht hat die Firma gerade einen lukrativen Deal im Sudan oder im Irak abgeschlossen. Was willst du mit den War-Investment-Starter-Kits, kleinen Pappschachteln mit verbrannter Erde drin, bewirken? Die Rolle der Kunst soll es ja sein, eine Selbstbeobachtung der Gesellschaft zu ermöglichen, aber das ist eine zwiespältige Rolle, weil man einerseits vielleicht unter bestimmten Bedingungen tatsächliche Veränderungen ermöglicht, andererseits betreibt man natürlich immer die Reproduktion des bestehenden Systems. Die Kunst folgt dem Marktdiktat doch genauso. Deshalb kann ich die Frage nach der Wirkung von Warmarkt Inc. auch nicht endgültig beantworten, ich weiß es einfach nicht. Du kommst aus Slowenien und hast an der LMU in München über den Krieg in Ex-Jugoslawien geforscht. Hat das deine Arbeit bei Warmarkt Inc. beeinflusst? Es heißt ja immer, dass der Krieg in Jugoslawien ein ethnischer, religiöser und politischer Konflikt war. Aber meine Recherchen haben mir eines klar gemacht: Im Krieg geht es immer auch um Ökonomie. Nur ein Beispiel: Ein Kriegsreporter der serbischen Wochenzeitung „Vreme“, sagte einmal zu mir: „Früher dachte ich, dass die Front da anfängt, wo geschossen wird. Aber heute weiß ich, dass die Front da anfängt, wo die LKWs mit ihren Lieferungen gereiht stehen.“ An jeder Front werden Geschäfte gemacht. Kroaten, Serben und bosnischen Muslime haben pausenlos untereinander gehandelt, der verkaufte Waffen an den Feind, der wiederum Munition, und die internationalen Player haben auch immer ein paar Panzer im Angebot.
Katja Kobolt und ihr „War-Investment-Kit“ „There is no business like war business!“ Wie reagieren die Leute auf so ein Statement? In München waren die meisten Leute total empört. Obwohl das Projekt in den Kunstarkaden stattfand, haben die Wenigsten gemerkt, dass das eine Kunstaktion ist. Als ich in meinem superschnöseligen Berater-Outfit den Besuchern gegenüberstand und meine Slogans zum Besten gab, waren einige so entsetzt, dass sie gleich gedroht haben, sich an die Presse zu wenden. Aber es gab hier auch genug Leute, die dann gesagt haben: „Ist ja eigentlich ganz interessant, vielleicht sollte ich auch investieren.“ Hast du in deiner Heimat andere Erfahrungen gemacht? Ganz klar. Die Leute dort sind viel mehr auf die satirische Ebene eingestiegen. In den Staaten Ex-Jugoslawiens macht einfach jeder so seine Witze über den Krieg. Ich kenne viele Leute in Bosnien, also einem Staat, in dem die Menschen direkt unter dem Krieg leiden mussten. Für die ist der Humor so eine Art Überlebensstrategie, um sich zu distanzieren, um sich einer traumatischen Situation zu entziehen. Ich denke in Deutschland gibt es viel mehr Tabus zum Thema Krieg, man kann da nicht frei drüber reden. Fotos: ddp, privat


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soylentyellow
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13.12.2006 - 20:57 Uhr
soylentyellow

Tolle Idee, gibt es aber schon (zumindest die Idee), nennt sich "vice fund", also Aktien von Firmen die Waffen, Alkohol, Zigaretten und Glücksspiel im Angebot haben. (Und Schweinefleisch - für Muslime - oder Gammelfleisch - für alle)

Heute wäre allerdings ein schlechter Zeitpunkt in Aktien dieser Firmen zu investieren (Irak-Krieg zieht sich hin => nicht mehr "sexy", kein "Nintendo-Krieg" mehr, Werbeverbot für Tabak in der EU).

Direkt nach dem 11. September oder Anfang 2003 (als sich der Irak-Krieg abgezeichnet hat und die Aktienkurse allgemein niedriger lagen als heute) wäre ein wesentlich lukrativerer Zeitpunkt gewesen.

Investitionen in Organ- und Drogenhandel sowie Prostitution sind da schwieriger weil meist verboten und keine Aktiengesellschaft...wären aber sicher noch lukrativer.
---
Super Idee anzuregen darüber nachzudenken wo man die Grenze zwischen Moral und Rendite zieht. Vor allem bei denjenigen die sich dabei ertappen, mit dem Gedanken zu spielen sich auf eine eingehendere Beratung einzulassen...

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13.12.2006 - 21:03 Uhr
soylentyellow

Ach so, blutige Nachrichtenbilder aus Konfliktregionen sorgen zwar für hohe Einschaltquoten aber nicht für ein gutes Werbeumfeld.

Man denke an den 11. September, "Traumeinschaltquoten" aber keine Werbung. Warum? Aus Pietät etwa? Nein. Sondern weil Menschen die aus Hochhausfenstern springen kein adäquates Werbeumfeld für "flauschig weiches" Flüssigvollwaschmittel schaffen. Der "feel good" Faktor, das heimelige Wohnzimmer-Feierabend-Gefühl welches mit dem Produkt assoziert werden soll stellt sich bei solchen Bildern einfach nicht ein.

MX101067
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14.12.2006 - 09:03 Uhr
MX101067

"Super Idee anzuregen darüber nachzudenken wo man die Grenze zwischen Moral und Rendite zieht..."

Auch in der Medizin ein hochexplosives Thema... Aber können wir eine ethische Diskussion überhaupt führen -dh. gibt es überhaupt genügend Interessierte, oder haben wir uns dem Kommerz alle schon ergeben (hoffentlich nicht)

Tilliman
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14.12.2006 - 12:39 Uhr
Tilliman

Ich empfehle euch hierzu den Film Lord of War. Eine wahre Geschichte die sich mit dem Waffenhandel und Drogen auseinandersetzt.
Ist schon abgefahren wie manche Regierungen und Länder Ihren Haushalt aufbessern. ( Wenn die Feinde keine Waffen mehr zum Krieg spielen haben dann geben wir Ihnen halt welche. Ist doch klar)

der_onkel
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15.12.2006 - 10:01 Uhr
der_onkel

artikel: aha, okay
kommentare: hahahahahahahahaha

HansGaertner
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04.05.2007 - 20:28 Uhr
HansGaertner

Wenn ihr wirklich investieren wollt, dann tut das in dinartoday.com. Da investiert ihr in den Aufschwung des Iraks und könnt nebenher mal locker das 3-fache des investierten Geldes verdienen. Klappt schon ab knapp 200 Euro!
Ich hab's jedenfalls gemacht und bereuen tu' ich nicht!

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04.05.2007 - 20:31 Uhr
HansGaertner

Wenn ihr wirklich investieren wollt, dann tut das in dinartoday.com. Da investiert ihr in den Aufschwung des Iraks und könnt nebenher mal locker das 3-fache des investierten Geldes verdienen. Klappt schon ab knapp 200 Euro!
Ich hab's jedenfalls gemacht und bereuen tu' ich nicht!

VivianC
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18.06.2007 - 09:49 Uhr
VivianC

Bei solchen Investitionen sollte man sehr vorsichtig sein!
Die angegebene Firma hat ihren Sitz in Israel und ob sie wirklich eingetragen und lizensiert ist sei dahingestellt.

Stellt Euch vor, dass Ihr geduldig auf den Anstieg des Dinars gewartet haben. Plötzlich wird Euch beim Wechsel der Noten mitgeteilt, dass es sich um gefälschte Noten handelt oder dass die Noten in einem schlechten Zustand sind und deshalb von der Bank nicht akzeptiert werden. Oder Ihr könnt nicht Belegen, dass Ihr der rechtliche Besitzer der Noten sind.

Deshalb ist es empfehlenswert sich seinen Verkaufspartner genau unter die Lupe zu nehmen und nur von seriösen und lizensierten Firmen zu kaufen.

Die Firma M&S Investment GmbH aus Zürich macht einen sehr guten Eindruck: schaut mal unter www.dinar2buy.com

Daniel1969
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08.09.2007 - 16:04 Uhr
Daniel1969

Ich habe auch sehr lange überlegt, ob ich nun irakische Dinars kaufen soll oder nicht und bei welcher Firma ich es machen soll. Ich habe mir überlegt: wozu einen Zwischenhändler, wenn ich die Dinars auch direkt beziehen kann?

Hab also recht lange nach dem passenden Händler gesucht und mich letztendlich doch auch für DinarToday.com entschieden, die sahen in der Hinsicht am zuverlässigsten aus.
Also: erst eine Probebestellung von knapp 250 Euro - die Dinars wurden nach 5 Tagen von einem FedEx-Kurier (!) gebracht. Mit Echtheitszertifikat und Garantieschein!

Vom Preis-/Leistungsverhältnis gehen die Firma eindeutig als Sieger hervor - einen Aufpreis von 150 Euro für die selbe Leistung, der von anderen Firmen verlangt wird, ist IMO nicht nachvollziehbar...

Die Investition in irakische Dinar kann ich jedenfalls jedem weiterempfehlen!


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