28.03.2006 - 19:00 Uhr

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Leite den McDonalds-Konzern und verschmutze die Umwelt

Text: lars-weisbrod

Schlechte Idee: langweilige Werbespielchen von Pfanni. Bessere Ideen: pädagogische Lernspiele der UN und spannende Wirtschaftssimulationen über die Geschäftspraktiken von McDonald's.

Schlechte Idee: Der Marketingtrend Advergames. Moorhuhn ist lange vorbei, aber immer mehr Firmen finden, dass kostenlose Minispiele im Internet eine tolle Möglichkeit sind, ihre Produkte an den Mann zu bringen. Meistens haben die Spiele allerdings nicht das Geringste mit dem beworbenen Artikel zu tun und recyceln bloß alte Gameklassiker mehr schlecht als recht. Bei Pfanni gibt’s zum Beispiel ein Remake von Lemmings, „Mahlzeit!“ heißt das dann und Spielaufgabe ist es, hungrige Mitarbeiter in die Kantine zu steuern. Wer trotzdem Spaß an solchen Werbegames hat, findet hier und hier jede Menge davon.

Bessere Idee: Lehrspiele, die wenigstens pädagogisch wertvoll sind. Zum Beispiel Last Exit Flucht, ein Projekt der UN-Flüchtlingskommission: In der Rolle eines jugendlichen Flüchtlings muss man aus seiner Heimat fliehen, um nicht als Regimegegner in einer Zelle zu landen. Kindern und Jugendlichen sollen damit die Probleme und Schwierigkeiten näher gebracht werden, denen Flüchtlinge ausgesetzt sind: Welche Freunde lasse ich zurück? Wem kann ich vertrauen? Wie reagiere ich auf Vorurteile im fremden Land?

Regenwaldabholzen, Indiodorf plattmachen: das unlizensierte Spiel zum Fast-Food-Unternehmen

Noch bessere Idee: Die Großen mit ihren eigenen Waffen schlagen, wie es die Programmierer der anti-advergames tun. Als Antwort auf die Marketingspiele entwickeln sie Satirespiele, die auch noch Spaß machen. Gelungenes Beispiel: die Mini-Wirtschaftssimulation McDonald’s Videogame. Der Spieler muss den Hamburger-Konzern am Laufen halten und sich um Fleischproduktion und Marketing kümmern. Dabei kann er sich aller miesen Trick bedienen: von Hormonzusatz im Tierfutter bis zum Bestechungsgeld für Ernährungsberater. Hüten muss man sich nur vor demonstrierenden Globalisierungsgegnern, die schaden dem Konzernimage.

Bild: mcvideogame.com


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DSchuetze
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Mag ich Mag ich nicht

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29.03.2006 - 11:18 Uhr
DSchuetze

Lieber Lars,
deine kantenscharfe Sicht der Dinge in allen Ehren. Aber bei aller gutmenschlicher Konsum- und Medienkritik bitte nicht vergessen, dass selbst jemand wie Paolo Pedercini von molleindustria.it (ja, genau der mit dem von Dir bejubelten McD Anti-AdGame) auch irgendwie seine Brötchen verdienen muss, wenn er mal nicht Pixelrebellionen lostritt.

Womit? Sicher nicht zuletzt mit ganz banalen AdGames, wie viele andere auch. Vielleicht für Damenbinden, Softdrinks, Kaugummi oder Chinchilla-Pelze. Was halt so kommt, denn irgend jemand muss die Party zahlen.

Verwirrend, nicht?

Gruß, Dirk // blog.dirkschuetze.de

Nelson_
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Mag ich Mag ich nicht

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29.03.2006 - 13:39 Uhr
Nelson_

Finde ich aber auch, Pedercini sollte lieber seine freie Zeit damit verbringen, seinen SUV durch die Gegend spazieren zu fahren als uns mit seinem Gutmenschentum auf den Sack zu gehen. Oder sich gefälligst ganz auf politische Inhalte konzentrieren. Vom Sozialamt kann man ja schliesslich auch leben.

Oder was genau willst du uns sagen?

DSchuetze
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Mag ich Mag ich nicht

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29.03.2006 - 15:27 Uhr
DSchuetze

Das ist Blödsinn. Es steht mir sicherlich nicht zu, ihm zu erzählen was er tun oder lassen soll. Insofern bitte ich Dich, mir nicht so einen Unfung in den Mund zu legen.

Ich finde nur die Unterscheidung zwischen profanen, nervtötenden Werbespielen auf der einen und den hehren, weltverbessernden NewsGames auf der anderen für naiv. Erstere subventionieren letztere indirekt quer, weil es oftmals ein und dieselben Kreativen sind, die diese Dinge ins Netz wuchten.

Ausserdem greifen beide Genres gern auf altbekannte Spielmechaniken zurück, wie oben moniert. Und zwar nicht aus mangelndem Einfallsreichtum, sondern weil es darum geht, möglichst vielen Besuchern einen schnellen Zugang zum Spiel zu schaffen.

Nelson_
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Mag ich Mag ich nicht

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29.03.2006 - 17:53 Uhr
Nelson_

Da mag deinen Kommentar wohl falsch verstanden haben. (Hab ich?) Sollte ich dir denn in den Mund legen können, dass du nebenberufliche Projekte wie molleindustria wichtig und richtig findest und lediglich den Hinweis auf die Ambivalenz, die dem sagen wir "Business" innewohnt im Artikel vermisst hast: Vollste Zustimmung.
Beim ersten Lesen klang es für mich jedoch wir das übliche Gutmenschen-Bashing, was gerade hier im Kosmos so unheimlich gerne betrieben wird und bei dem sich so einige Herrschaften so begeistert gegenseitig auf die Schulter klopfen dafür, wie toll man es den idealistischen Spinnern mal wieder gezeigt hat. Bei den allergischen Reaktion, die solches bei mir hervorruft, bleibt das genaue Interpretieren manchmal auf der Strecke. 'Tschuldigung dafür.

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Mag ich Mag ich nicht

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29.03.2006 - 17:54 Uhr
Nelson_

es fehlt ein "ich"

DSchuetze
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Mag ich Mag ich nicht

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29.03.2006 - 19:33 Uhr
DSchuetze

Nein, Gutmenschen-Bashing war nicht meine Absicht. Sorry, falls das so rüberkam.
Mich trieb wohl eher eine Art Beissreflex, weil sich dieser Artikel so liest, als sei es lediglich eine Charakter- oder Gewissensfrage, was man nach wochenlanger Arbeit für Spiele ins Netz stellt.

Im Gegenteil, ich finde NewsGames, also Spiele mit politischem und/oder sozialem Hintergrund, selber so toll und wichtig, dass ihnen in meinem Blog eine eigene Kategorie widme (http://blog.dirkschuetze.de/?cat=4). Da könnte allerdings noch mehr rein, gebe ich zu... ;-)

delaydackel
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Mag ich Mag ich nicht

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16.08.2006 - 15:14 Uhr
delaydackel

Die Verwendung des wortes "Gutmensch" ist kein Argument. Eher ein argumentatives Armutszeugnis


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lars-weisbrod offline

lars-weisbrod

ist jetzt-Mitarbeiter und hat diesen Beitrag verfasst.

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