30.10.2011 - 15:26 Uhr

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Insomnia

Text: maggo1974 in Tagebuchschreiber (1132)

Ist das denn jetzt eine Form von Selbsmitleid die mich gerade überfällt und ich auch nicht so richitg dagegen ankämpfe, oder scheint sich jetzt die Resignation vor dem Leben durchzusetzen? Ich weiss es leider selber nicht. Aber jedesmal, zumindest bedeutend öfter als noch vor Jahren, wenn ich hier sitze und schreibe, ist die Welt in meinem Kopf schwarz und und dunkel und nicht mehr so wie sie früher mal war.

Klar. Sie kann so nicht sein, weil ich älter geworden bin. Alles um mich rum ist gealtert. Im normalen Ablauf der Zeit. Das eine jedoch mehr als das andere. Mein Auto altert immer gleich. Mit einer gewissen Würde (ja, ich weiss, es ist nur ein Gegenstand und ohne Herz). Ich altere exponentiell. Vor 2 Jahren war ich noch 35 und jetzt werde ich 37. In Wirklichkeit sind es nur 2 Jahre. In meinem Empfinden sind es 12 oder 13. Mein Schlafverhalten wurde schlechter, ich muss meistens einmal in der Nacht aufstehen um zu pissen. Und wenn ich das nicht muss, dann schrecke ich 2 oder 3 mal hoch, ringe nach Luft, schreie seit neuestem entweder "Hallo" oder rufe "Mama". Man könnte natürlich auch sagen ich bin ein Kind geworden. Zumindest das was den Schlaf betreffend passiert.

Ich merke nur dass dieses Problem anfängt an mir zu zerren. Gehörig. Es reisst mich in eine Richtung in die ich nicht will. Weil dort ist eine Unsicherheit und Panik auf Metalebensebene. Ich beginne genau deswegen an all dem zu zweifeln was ich in den letzten Jahren so gesteuert habe als würde ich dahinter stehen. Ich ging Bindungen und ein, beschritt Wege, nicht weil sie gerade da waren, sondern weil ich das so wollte. Aber ist jetzt die nahende 40 und die Tatsache dass ich seit Mitte 2008 nicht mehr richtig schlafen kann ein Indikator für den perfekten Zweifel?

Es ist Sonntag Nachmittag. Und weil ich die Zeitumstellung noch nicht total verinnerlicht habe, befinde ich mich gerade in mitten des Herbst/ Sommer Jetlags. Diese Sonntage, die ich als Kind hasste und als Mittzwanziger liebte, brechen mir heute wieder das Genick. Sie sind zwar nicht mehr so Bleischwer wie vor 30 Jahren, aber sie sind perfider als damals. Als Kind musste ich es so nehmen wie es kam. Der Sonntag war der Tag, der mir klarmachte dass ich morgens wieder zur Schule muss und ausschlafen vorbei war. Das war das einzige was mich quälte. Aber die heutigen Sonntage sind ungleich schlimmer, weil ich heute den Geist, die Mittel und die Finanzen hätte was an der Langweile zu tun, aber aus dem Phlegma nicht komme, weil mich eine neuerliche Horrornacht blockiert.

Ich warte auf den Montag


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