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Nicht hoch zu wachsen, aber schlank und frei.

Über mich
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    der Rest

  • wenn ich Geld hätte, würde ich...

    nichts ändern (was heißt hier hätte?)

Gästebuch
apollyon

09.05.2015 - 12:30
apollyon

Was Liberalismus ist, darüber gibt es sehr verschiedene Ansichten (vgl. die USA-Bedeutung von "liberal").
Eine davon ist eben, dass der Staat nur dann eingreifen soll, um das absolut notwendige für das menschliche Zusammenleben zu gewährleisten, weil alles andere die Menschen unter sich ausmachen können.
In diesem Fall steht das Eigentumsrecht/Hausrecht des Diskobesitzers dem Gleichbehandlungsrecht der Asylanten entgegen. Ich finde es überhaupt nicht "rechts", wenn es nicht gesetzlich geregelt ist, dass der Clubbesitzer gewisse Menschentypen abweisen darf, unabhängig davon, ob ich es gut finde. Die Frage ist doch nicht "ist das ein Rassist", sondern "in welchen Fällen des Geschäftslebens muss der Staat eingreifen". Die Frage über die Eingriffsmacht des Staates in das Geschäftsleben ist vollkommen unabhängig davon, ob man es ok findet, dass Asylanten abgewiesen werden.
Und ich finde Clubbesuch ist eben kein Grundrecht, welches gesetzlich geregelt werden muss. Da braucht man keinen gesetzlichen Gleichbehandlungsanspruch. Beim Krankenhausbesuch schon.
Deshalb finde ich da den Einwand "das ist nicht liberal, das ist braun" etwas unfair.

Und natürlich kann jeder Clubbesitzer Junggesellen, Landeier, Arme oder sonstwas gar nicht reinlassen. Wird ja auch regelmäßig getan. Nur diese ganze Diskriminierungsdebatte finde ich etwas scheinheilig, weil Diskriminierung im eigentlichen Sinne -- nämlich Unterscheidung und Andersbehandlung -- vollkommen normal ist. Nur manche Diskriminierung werden als vollkommen ok angesehen (soziale Klasse, Attraktivität, Wohlstand, Ausdrucksfähigkeit, Coolness), manche sind irgendwie-so-dazwischen (Alter, Geschlecht wenn Frauen Sonderrechte haben, der ganze Bereich mit kirchlichen Trägern) und bei manchen formiert sich regelmäßig der (anti-)social network Lynchmob. Hier hat es einen Clubbesitzer erwischt. Ist "wir lassen niemanden rein, der schlechte Kleidung trägt und schlecht Deutsch spricht? Das ist ja das verwendete Kriterium.

Meine Vermutung ist ja sehr stark, dass diejenigen Frauen, die sich belästigt fühlten, hier nicht diejenigen sind, die als erstes Diskriminierung schreien.
Würde man diese Vorfälle irgend einer anderen Gruppe zuschreiben als "die armen Flüchtlinge" und würde hier ein Interview mit den belästigten Frauen veröffentlicht, dann bin ich mir sehr sicher, dass die Reaktion in den Kommentaren sehr anders ausfallen würde.

apollyon

08.05.2015 - 16:30
apollyon

Und jetzt kommt was, für was ich vermutlich ein bisschen braun gelte:
Wenn sich viele Mitglieder einer Gruppe nicht an gesellschaftliche Normen und Konventionen hält, dann muss die Gruppe als ganzes damit rechnen, schlechter behandelt zu werden. Das gilt für Springerstiefel-Glatzköpfe genauso wie für Asylanten.
Und es geht mir ja als Touri woanders auch so, dass ich immer als der deutsche Touri behandelt werde.

Und sowohl der Clubbesitzer-Bericht als auch viele Einzelberichte von jungen Frauen bestätigen die vorherrschende Meinung, dass Männer aus anderen Kulturkreisen, insbesondere Araber, junge Frauen ausnehmend oft belästigen und sich in einer Weise benehmen, für die jeder Deutsche hier einen #aufschrei erhalten würde, der sich gewaschen hat. Ja, da denke ich mir dann, dass die mal lernen sollen, sich zu benehmen.

apollyon

08.05.2015 - 16:24
apollyon

Das hat doch nichts mit gekapert zu tun. Natürlich hilft Liberalität immer den Stärkeren, den Unabhängigeren. Das ist doch aber auch im stinknormalen Wirtschaftsbereich so: Je mehr Stärke/Kraft/Geld jemand hat, desto weniger braucht er den Staat, um seine Forderungen gegenüber anderen durchzusetzen.
Aber das macht doch nicht automatisch jede Regelung, die Rechte beschränkt, um den (vermeintlich) Schwächeren zu helfen, zu einer guten Regelung. Genauso wenig macht es nicht jeden, der in manchen Bereichen keine staatliche Einschränkung will, zu einem bösen Bully, der immer nur die armen kleinen Schwachen schubsen will.
All das führt nämlich zu einer Entwicklung, die ich ganz furchtbar finde: Jeder versucht, sich selbst als größtmögliches Opfer darzustellen, um für sich Minderheitenschutz zu fordern. Asylanten wollen Eintritt in Diskotheken, und belästigen dann überproportional oft die Frauen. Frauen wollen aber nicht belästigt werden. Diskobesitzer wollen eine Athmosphäre schaffen, in der die Leute viel Geld ausgeben. Jeder hat berechtigte Interessen, derjenige, der sich am besten als Opfer darstellen kann, gewinnt. Als nächstes fühlt sich die Gruppe in Springerstiefeln mit Glatzköpfen und Thor-Stein-Dingens-Klamotten diskriminiert, wenn man sie nicht reinlässt.

Abgesehen davon bin ich überzeugt davon, dass dieses AGG im Nachtleben gar nichts ändert. Erstens ist es nämlich die Funktion des Türstehers, zu diskriminieren, und natürlich auch gegen Alter und Geschlecht. Junge Mädels gehen immer, 50 jährige alte Knacker müssen besonders hip sein oder nach Kohle riechen. Zweitens passiert mit so einem Gesetz genau das, was auch schon in der Wirtschaft geschieht: Es wird weiter diskriminiert, nur halt nicht mehr so offen ausgesprochen. Dann lasse ich die Asylanten eben wegen ihrer Kleidung oder ihrer Nase nicht rein. Oder der Türsteher sagt einfach "Du kommst nicht rein! Warum? Weil ich das sage!"

apollyon

08.05.2015 - 14:18
apollyon

Ab einem bestimmten Punkt diskutiere ich lieber persönlich, als in veralteten Threads.
Der Liberalitätsbegriff, den ich von sehr Liberalen häufig höre, ist "die Freiheit, Deine Faust zu schwingen, endet dort, wo meine Nase beginnt".
Erweitert "die Freiheit, Deine Füße dahin zu setzen, wo Du sie setzen willst, endet dort, wo mein Eigentum beginnt." Heißt: Ich bin als Unternehmer frei, mit dem Geschäfte zu machen, mit dem ich sie machen will.
Das ist etwas ganz anderes, als Grundrechte wie Leben oder Gesundheit in Frage zu stellen. Ich kenne keinen noch so Liberalen, der das will.

Nun ist hier immer die Frage, wie weit man die Grundrechte und Grundansprüche ziehen will. Wohnung oder Arbeit haben da einen anderen Stellenwert als der Clubbesuch. Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass ich viele Leute aus der Liberalen Ecke finden werde, die sagen "jeder soll das Recht haben, sich auszusuchen, mit wem er Geschäfte macht, und das vollkommen unabhängig vom Grund; es soll erlaubt sein, mit Frauen/Türken/Asylanten kein Geschäft zu machen; trotzdem finde ich jeden, der das macht, ein rassistisches/sexistisches Arschloch".
Das ist ein Liberalitätsbegriff, der im Prinzip sagt "Geschäfte regeln die Marktteilnehmer unter sich, der Staat hat sich da nicht einzumischen". Das ist etwas ganz anderes als "ich finde Rassisten und Nazis toll".

das_maedchen

21.04.2015 - 21:55
das_maedchen

hallo hallo!

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