Ruckus Roboticus - A Turntabalism Comedian
Unzufriedenheit, Hunde, Buddhismus, Koffein, Surrealismus und Menschen. Gehört etwas nicht in die Reihe? Nein, denn für Ruckus Roboticus bildet dieser Blend die Inspiration zum Robo-Sound. Kurz fasst er seine Musik: „…Lots of records being played at the same time, with hot sauce“ zusammen.
Der gebürtige Dan Haug, (27) – aus Dayton/Ohio ist als waghalsiger Turntablist, Hip Hopper, Elektro- und Indie- Künstler nicht auf den ersten Ton einzuordnen. Schade ihn hierzulande unter banalen Begriffen wie: ‚Diverse‘ oder tief vergraben im Trip Hop-Bereich aus der Soundsoße zu schmökern. Und wie klingt Ruckus Roboticus?
Was seinen ‚knusper-dicken Soundteppich‘ betrifft steckt etwas: Chinese Man,The Go! Team, Danger Mouse, RJD2 und vielleicht ein DJ-Shadow zu fröhlicheren Zeiten drin. Auch Kid Koala nennt R.R. eine Inspiration. Das könnte auch die einzigartig, funkigen Sound- Collagen erklären, die der Künstler mit Schnipseln aus alten Kinder-Schallplatten dem: ‚Girlie Talk‘ samt Abzählreimen und vertrauensvollen Männerstimmen ver-sampelt. Überhaupt sind seine Songs eine akustische Fundgrube: Plötzlich sausen einem Bilder von Fernseh-Ansagern mit charmantem Lächeln, Mädels im Petticoat& Limo am Barbeque-grill , Lollypops und Trickfilme der 1950er durch den Kopf.
Sein erstes Album ‚Playing with Scratches‘ wird als eine Art ‚Entwicklungsroman‘ erzählt; dem angemessen eher eine ‘musikalische Vita ‘. Teilweise autobiografisch entwickelt sich die Geschichte des kleinen Ruckus. Beginnend mit der Overture und der ‚Birth of Ruckus‘. Wie jedes Kleinkind reibt er sich an Widerständen seiner Umwelt, muss Druck aushalten und sich den gegebenen Umständen anpassen. In ‚When I grow up‘ gibt Baby-Ruckus erste Kostproben seiner Trommel-Leidenschaft und der –wenn auch noch nicht entdeckten - Musiker-Karriere. Im Stück ‚ Baby's First Scratch’ spielt Ruckus mit seiner –etwas modifizierten- See-N-Say- Puppe (damals vom Spielzeughersteller MATTEL erschaffene, elektronische Puppe, die auf Knopfdruck bestimmte Sätze von sich geben konnte.)Mit dieser Puppe erschafft er ‚scratchend‘ seine ersten ‚Sound-Collagen‘; wenn auch etwas unorthodox angewandt…
Als der Titel-Track startet wird klar, dass wir es hier mit einem heranwachsenden, glücklichen, kleinen Roboter zu tun haben. Typisch für den Robo-Sound sind Funk-und Trommeleinlagen z.B. in ‚ How to Handle Grownups‘, ein launiger Mix aus Kinderliedern und Hip Hop Samples.
Vielleicht ist seine ganze Art Musik zu machen nicht wirklich ‚studio- clean‘ und wer gerne ‚genrefreie- Freestyle Musik‘ entdeckt ist bei Ruckus gut aufgehoben., denn er legt sich ungern fest. Unter seinen neuesten Remixes wie: LMFAO-I’m in Miami Bitch oder Lesson7-What’s funk finden sich bekannte, unterhaltsamen Sound-Bites. Haug’s Stücke sind ‚Audio-Collagen‘ , die zu kleinen Schnipseln dividiert, wieder zusammen gesetzt und neu arrangiert werden.
So auch im neuen Track: “Lesson 7 -What’s Funk‘; hier mischt er Motown-Drums, Bass-Maschinen und Hörner mit Video –Samples zusammen. Sie bilden einen Dialog zwischen James Brown und dem lehrerhaften Erzähler die ihrem Publikum den Musikstil: ‚Funk‘ näher bringen möchten. Dabei erklären beide auf ihre Art die Funktionsweisen des ‚Funk‘ für ein ‚nicht - Funk interessiertes Publikum‘. Akzentuiert wird das ganze durch Zuschauer- Stimmen die dazwischen rufen:
“I know what Funk is,” . Sicher ist es auch ein Stilmittel des Musikers kleine Geschichten zu erzählen und Leute zum Lachen zu bringen. Höchste Zeit? Wann gab es das letzte Mal ein wirklich witziges Indie-Album? Wenn man Ruckus hört, weiß man vielleicht wieder was der Musik in den letzten Jahren fehlte: Ein Komiker.
http://www.myspace.com/ruckusroboticus/photos/albums/flyers/2054823
Playing with Scratches
Remixes
Flyers
Grease-Records.- Von Gothdisco bis Naziangriff in Friedrichshain 21.05.2012
- BOY - little numbers 15.05.2012
- #4 11.05.2012
- #3 11.05.2012
- #2 10.05.2012








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30.06.2011 - 19:18 Uhr
AlfredBusenfreund