Auf der Piste
„Vor mir glitzert der Schnee grell in der Nachmittagssonne. Ich setze meine Sonnenbrille auf, ziehe den Reißverschluss meiner roten Snowboardlehrer-Jacke zu, sage: „Auf geht’s“, und stürze mich in den Hang.Zusammen mit meinen Kursteilnehmern, denen ich nun endlich – sie quengeln schon den ganzen Tag – an der Schanze zeige, wie man einen Three-Sixty springt. Die Jungs können noch nicht richtig mit ihrem Board umgehen. Die Mädchen können es besser – und sind noch dazu sehr hübsch. Sie wollen heute Abend unbedingt mit mir etwas trinken gehen – und dann auf diese Party.“ Das ist das Klischee. Und das war dann die Wirklichkeit: „Um viertel vor sieben in der Früh muss ich an der Haltestelle stehen, an der ein Skischul-Bus mich und einige Kinder einsammelt. Zwei Stunden Busfahrt mit Kindergeschrei, einschließlich Pumuckl und „Herz An Herz, Ich Liebe Dich“ von Blümchen. Im Skigebiet bringe ich erst mal zwei Kinder aufs Klo. Dann rutsche ich den ganzen Tag im nebligen Tal auf matschigem Wasserschnee rum, um den Kursteilnehmern die ersten Schwünge beizubringen. Die quengeln nicht wegen des Three-Sixtys, sondern weil sie sofort Lift fahren wollen, aber nicht einmal alleine in die Bindung kommen. Im Stau auf der Heimfahrt singt wieder Blümchen – und ein Kind kotzt unter die Sitze. Zurück an der Haltestelle muss ich warten, bis alle Eltern ihre Kinder abgeholt haben. Um halb neun bin ich zuhause. Fast 14 Stunden für rund 60 Euro.“ Fürs Geld habe ich das nicht getan. Es war die Piste, die lockte, es war das Klischee, das eben manchmal doch stimmte, und es ist irgendwie so verdammt cool, zu sagen: „Ich bin Snowboardlehrer.“
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17.02.2004 - 12:41 Uhr
joni
wenn dann mach ich sowas aus freundschaft...
snowboarden kann man nicht lehren, snowboarden lebt man, fühlt man, genießt man