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Gesucht: Songs, die bleiben

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Die Liste großartiger Songs der vergangenen Jahrzehnte ist lang. So lang, dass man sich über den allerbesten endlos streiten könnte. Aber: Es gibt dazu jetzt neue Zahlen. Die Website Polygraph entwickelte mit Hilfe von Spotify eine Methode, die belegt, was die Welt so ganz insgesamt am liebsten hört. Bis jetzt erfassten Hitlisten nicht, wie beliebt ältere Songs aktuell sind, sondern vor allem, was gerade gekauft und heruntergeladen wird. Auf Spotify finden sich jedoch Hits aller Jahrzehnte, man kann alle jederzeit anhören. Das macht sie vergleichbarer.

Und welcher ist jetzt Polygraph zufolge der allergeilste Song of all time ever? Luft anhalten. Eminem's "Lose Yourself". Kopfnicken, okay, das kann man machen. Aber of all time, wirklich?

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„Meist schweißt es die Partner eher zusammen, wenn sie gemeinsam die Depression überstehen”, sagt Dr. Gabriele Pitschel-Walz.

Illustration: Julia Schubert



Polygraph liefert noch weitere Zahlen: Aus den Neunzigern, Quelle unzähliger musikalischer Sternstunden, dominiert eine Hymne. Nirvana‘s „Smells Like Teen Spirit“. Ein Song jedoch taucht sowohl im Bereich Hip-Hop als auch in den regulären Charts in den Top 5 auf: „No Diggity“ von Blackstreet. M-mhhhm.  

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„Meist schweißt es die Partner eher zusammen, wenn sie gemeinsam die Depression überstehen”, sagt Dr. Gabriele Pitschel-Walz.

Illustration: Julia Schubert



Über dieses Ergebnis darf man jetzt natürlich ebenso streiten (zumal Künstler wie die Beatles oder Taylor Swift nicht auf Spotify vertreten sind). Aber zumindest illustriert das Experiment eines: Die großen Hits, die Jahrzehnte überdauern, spiegeln selten den Erfolg von damals wieder. Häufig tauchen in der Spotify-Platzierung Titel auf, die in ihrem Jahrzehnt eher auf mittlerer oder zumindest niedrigerer Chart-Position standen.

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„Meist schweißt es die Partner eher zusammen, wenn sie gemeinsam die Depression überstehen”, sagt Dr. Gabriele Pitschel-Walz.

Illustration: Julia Schubert



"Smells Like Teen Spirit" schaffte es 1992 nicht mal in die Top 5 der Billboard-Charts. Andere Songs und Künstler, die damals erfolgreich waren, wie zum Beispiel Pearl Jam oder LeAnn Rimes' "How Do I Live" (laut Billboard Nummer 1 der Neunziger): Auf der Polygraph-Liste nicht vertreten.  

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„Meist schweißt es die Partner eher zusammen, wenn sie gemeinsam die Depression überstehen”, sagt Dr. Gabriele Pitschel-Walz.

Illustration: Julia Schubert



Und woher kommt das? Haben wir nach ein paar Jahren einfach einen anderen Geschmack?  

Tatsächlich ist ein Grund, dass die jüngere Generation die Trends maßgeblich mitbestimmt. Sie klickt wesentlich unabhängiger vom damaligen Image der Bands. Und: Sie verspürt bei den Hits keine Nostalgie. Unabhängig vom Image ist die Wertung trotzdem nicht. Nirvana zum Beispiel profitierten davon, dass sie nach dem Tod von Kurt Cobain zum Inbegriff der Grunge-Neunziger wurde.

Damit ist eine Frage immer noch nicht beantwortet: Was macht ihn denn jetzt aus, den echten Hit? Die Antwort, so zeigen die Grafiken, ist ziemlich kompliziert. Wie unstetig sich die Beliebtheit eines Hits entwickelt, verdeutlicht auch ein Blick auf die Charts des vergangenen Jahres. Vom Chartskomet "Get Lucky" ist bis zum nächsten Sommer vielleicht nichts mehr übrig.

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„Meist schweißt es die Partner eher zusammen, wenn sie gemeinsam die Depression überstehen”, sagt Dr. Gabriele Pitschel-Walz.

Illustration: Julia Schubert



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Text: jetzt-redaktion - Fotos: Screenshot

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