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Uedreissig
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Mag ich Mag ich nicht

1

30.05.2013 - 20:40 Uhr
Uedreissig

Ich lese solche Aussagen immer mit Sympathie, bis der Begriff Sozialismus fällt.

Ich bin der festen Überzeugung, dass Wohlstand und Fortschritt in einem marktwirtschaftlichen System besser funktionieren, und dass es auch den Menschen individuell gerechter wird. Auch Marktwirtschaft braucht natürlich Regeln, sonst ist es Anarchie (das hat nicht nur die FDP leider immer noch nicht verstanden).
Aber Sozialismus, also eine nicht auf Wettbewerb sondern auf zentraler Planung basierende Wirtschaft hat in der Vergangenheit nicht dauerhaft funktioniert und wird es auch in Zukunft nicht.

Ich denke, man kann die vorhandenen Probleme lösen, ohne das ganze System zu ändern. Banken machen gerade in Deutschland nur einen kleinen Teil der Gesamtwirtschaft aus. Es müssen einfach Wege gefunden werden, die verhindern, dass eine Bankenkrise izu einer Krise der gesamten Wirtschaft mehr werden kann. Dann hat auch der Begriff "Systemrelevant" ausgedient.

Ich denke, Blockupy ist wichtig, um zu verhindern, dass nach der Krise wieder alles wird wie vorher. Ich hoffe aber auch, dass die Aktivisten verstehen, dass dafür keine Revolution notwendig ist.

apollyon
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Mag ich Mag ich nicht

3

30.05.2013 - 21:02 Uhr
apollyon

Was mich an Blockuppy so nervt ist dieses Diffuse "wir sind dagegen", welches einfach einen Haufen Themen zusammenwirft. Egal ob Euro-Krise, Lebensmittelspekulation, Abschiebung von Flüchtlingen, Atomkraft oder verfehlte Familienpolitik....man kann ja dagegen demonstrieren.

Ich glaube, ein fokussiertes Thema mit realistischen Lösungsansätzen und politischen Forderungen würde mehr erzielen als dieses generelle "es geht den Leuten schlecht, also demonstrieren wir gegen Banken und alles andere".

drolli
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Mag ich Mag ich nicht

-1

31.05.2013 - 00:49 Uhr
drolli

apollyon sagte:
Was mich an Blockuppy so nervt ist dieses Diffuse "wir sind dagegen", welches einfach einen Haufen Themen zusammenwirft. Egal ob Euro-Krise, Lebensmittelspekulation, Abschiebung von Flüchtlingen, Atomkraft oder verfehlte Familienpolitik....man kann ja dagegen demonstrieren.


Dachte ich mir auch schon. Aber vermutlich war ihnen die Wirschaft als Thema allein zu einfach, weil man das ja total gut versteht wenn man das so vereinfacht.

clnet
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Mag ich Mag ich nicht

4

31.05.2013 - 00:59 Uhr
clnet

apollyon sagte:
Was mich an Blockuppy so nervt ist dieses Diffuse "wir sind dagegen", welches einfach einen Haufen Themen zusammenwirft.

Das war auch mein Eindruck. In jeder Frage wird ein anderes Problem angesprochen und alle haben nur eins gemein: man kommt ihrer Lösung keinen Schritt näher, indem man mit Bussen nach Frankfurt fährt und sich vor den Eingang einer Bank lümmelt.

Ich glaube, ein fokussiertes Thema mit realistischen Lösungsansätzen und politischen Forderungen würde mehr erzielen als dieses generelle "es geht den Leuten schlecht, also demonstrieren wir gegen Banken und alles andere".

Sicherlich, aber diese Leute haben offenbar mal einen Hammer gefunden und sind nur noch auf der Suche nach Nägeln, die sie damit bearbeiten können. Dabei stört es sie wohl kaum, dass noch nie jemand mit dieser Art von Hammer irgendeinen Nagel in irgendeine Wand zu hauen vermochte.

In dem ganzen Interview findet sich leider keine kritische Nachfrage, und die wäre bei soviel oberflächlichem und zum Teil widersprüchlichem Geschwafel schon angebracht gewesen:

Wir blockieren die Banken für eine gewisse Zeit. Wir setzen dabei friedlich und passiv unsere Körper ein und versperren den Mitarbeitern der Geldinstitute den Weg.
Auch wenn das juristisch keine Nötigung sein mag, ist es doch ziemlich dreist und überheblich, anderen so seinen Willen aufzuzwingen. Ist das Demokratie, dass die schiere Masse gelangweilter Sitzblockierer entscheidet?

Meiner Meinung nach sollte das System, das eher auf den Profit und weniger auf die Bedürfnisse der Menschen eingeht, ersetzt werden durch ein System, in dem der Reichtum demokratisch nach den Bedürfnissen Aller organisiert wird.

Wo der Reichtum herkommt ist dabei offenbar ganz egal – dass er irgendwo herkommt kann man wohl als gegeben hinnehmen. An weisen Leuten, die wissen, worin die «Bedürfnisse Aller» bestehen, mangelt es nie; Schade dass die sich nie einig werden. Nun gut: «demokratisch» heißt wohl, dass dann die einfache Mehrheit der Wähler (2009: 35% für CDU+FDP) schon weiß, was gut für alle ist.

Jeder Protest ist wichtig und notwendig.

Aha. Wenn ich also gegen Schulmedizin wäre, und zweihundert Homöopathen um mich scharte, die dann mit mir die Notaufnahme im Krankenhaus blockierten, wäre das «wichtig und notwendig»? Wenn in Frankreich tausende gegen die Homo-Ehe auf die Straße gehen ist das «wichtig und notwendig»? Wenn sich irgendwo ein Mob vor einem Asylbewerberheim versammelt und «Ausländer raus!» brüllt ist das «wichtig und notwendig»?

match2u
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Mag ich Mag ich nicht

0

31.05.2013 - 07:17 Uhr
match2u

Die Banken haben geschlossen und die Mitarbeiter machen Homeoffice oder sind in Ausweichquartieren. Der kleine Filialangestellte bleibt dann vielleicht zu Hause und die Sachbearbeiterin im Einkauf hat auch frei. Aber die wichtigen Geschäfte passieren doch trotzdem. Das ist ein bisschen mehr Aufwand, aber wegen einer handvoll Menschen vor dem Eingang lassen die doch nicht einen Tag lang alles stehen und liegen.

Jetzt fahren also Busse nach Frankfurt, man blockiert und hält Reden und vielleicht findet man auch was, das man kaputt machen kann. Aber was ist danach? Was ist nach dem Wochenende, wenn alle wieder zu Hause sind? Wer hat denn ein Konzept zu den ganzen Fragen und stellt mal vor wie man es ändern könnte? Und wie will man die Personen im Land einfangen, die diese Themen wirklich angehen können und umsetzen können?

Blockupy ist sicher ein guter Anfang. Mich interessiert in dem Fall aber vor allem die Fortsetzung.

Digital_Data
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1

31.05.2013 - 07:41 Uhr
Digital_Data

clnet sagte:
Aha. Wenn ich also gegen Schulmedizin wäre, und zweihundert Homöopathen um mich scharte, die dann mit mir die Notaufnahme im Krankenhaus blockierten, wäre das «wichtig und notwendig»? Wenn in Frankreich tausende gegen die Homo-Ehe auf die Straße gehen ist das «wichtig und notwendig»? Wenn sich irgendwo ein Mob vor einem Asylbewerberheim versammelt und «Ausländer raus!» brüllt ist das «wichtig und notwendig»?


Bis auf die Sache mit der Notaufnahme, muss das eine freiheitlich orientierte Gesellschaft aushalten. Wer meint nein, hat nicht wirklich unser Staatssystem verstanden. Auch deshalb ist das Demonstrationsrecht in unserer Verfassung verankert. Und ja, auch die NPD darf demonstrieren und wir müssen das aushalten.

Wenn der Staat Dinge wie die Homo-Ehe, evtl. auch gegen eine Mehrheit durchsetzen will, oder Minarett-Verbot in der Schweiz ist ein anderes Beispiel, dann liegt das einzig an der Politik. Die hat nämlich eigentlich auch die Aufgabe der Bevölkerung entsprechend zu informieren und auch aktiv eine Willensbildung der Bevölkerung anzustoßen. Leider meint die Politik immer, es genügt etwas als alternativlos hinzustellen oder "Basta" zu sagen. Das ist aber eben lange nicht genug.

@Rest

Immerhin tun sie etwas. Sie treffen sich dabei auch mit Gleichgesinnten und tauschen sich aus. Vielleicht entstehen dann neue Ideen. Im Internet zu Hause auf der Couch erreicht man da wenig.

Digital_Data

keos
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1

31.05.2013 - 08:14 Uhr
keos

Digital_Data sagte:
Wenn der Staat Dinge wie die Homo-Ehe, evtl. auch gegen eine Mehrheit durchsetzen will, oder Minarett-Verbot in der Schweiz ist ein anderes Beispiel, dann liegt das einzig an der Politik. Die hat nämlich eigentlich auch die Aufgabe der Bevölkerung entsprechend zu informieren und auch aktiv eine Willensbildung der Bevölkerung anzustoßen. Leider meint die Politik immer, es genügt etwas als alternativlos hinzustellen oder "Basta" zu sagen. Das ist aber eben lange nicht genug.


*räusper
ich bin nicht stolz drauf, aber der richtigkeit halber muss man hier klar stellen, dass "die politik" in der schweiz das minarettverbot nicht wollte. das war eine volksabstimmung über eine verfassungsänderung, und das volk hat ja gesagt. das muss man dann schon auseinanderhalten, glaub ich.

alces
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Mag ich Mag ich nicht

3

31.05.2013 - 08:50 Uhr
alces

Kaffeefahrt für H-IVlinge und Sozial-"Wissenschaft"s-Studenten, die auch nichts besseres werden als arbeitslos.

Und ja: das ist kein Interview, das ist ein blowjob.

Digital_Data
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Mag ich Mag ich nicht

-3

31.05.2013 - 09:38 Uhr
Digital_Data

keos sagte:
*räusperich bin nicht stolz drauf, aber der richtigkeit halber muss man hier klar stellen, dass "die politik" in der schweiz das minarettverbot nicht wollte. das war eine volksabstimmung über eine verfassungsänderung, und das volk hat ja gesagt. das muss man dann schon auseinanderhalten, glaub ich.


Wenn die Politik kein Minarett-Verbot will, dann muss sie die Bevölkerung entsprechend informieren und eine entsprechende Willenbildung und Aufklärung durchführen. So einfach ist das. Insofern sind Homo-Ehe-Probleme in F und Minarett-Verbot in CH durchaus vergleichbar. Politiker haben das Volk, das sie verdienen.

Digital_Data

keos
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Mag ich Mag ich nicht

0

31.05.2013 - 09:41 Uhr
keos

Digital_Data sagte:
keos sagte:
*räusperich bin nicht stolz drauf, aber der richtigkeit halber muss man hier klar stellen, dass "die politik" in der schweiz das minarettverbot nicht wollte. das war eine volksabstimmung über eine verfassungsänderung, und das volk hat ja gesagt. das muss man dann schon auseinanderhalten, glaub ich.


Wenn die Politik kein Minarett-Verbot will, dann muss sie die Bevölkerung entsprechend informieren und eine entsprechende Willenbildung und Aufklärung durchführen. So einfach ist das. Insofern sind Homo-Ehe-Probleme in F und Minarett-Verbot in CH durchaus vergleichbar. Politiker haben das Volk, das sie verdienen.

Digital_Data


Es gehört hier nicht zum Thema, deshalb erkläre ich dir jetzt nicht, wie die Schweizer Demokratie funktioniert. Es ist _nicht_ vergleichbar, wenn es einen Volksentscheid über ein Thema gibt (seither ist es nämlich vom Tisch) - oder wenn von oben nach unten über etwas entschieden wird und es Proteste gibt.

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