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jurette_
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Mag ich Mag ich nicht

2

28.05.2013 - 18:54 Uhr
jurette_

Da habe ich vorhin doch auch was Interessantes im Radio gehört:

"Der Grund für den Denkfehler vieler Medienvertreter – aber auch Politiker – liegt in den Tiefen der europäischen Statistik verborgen. Jeden Monat veröffentlicht die europäische Statistikbehörde Eurostat Zahlen zur Jugendarbeitslosigkeit in Europa.
Und tatsächlich: Im März 2013 weist diese Statistik eine Jugendarbeitslosenquote für Griechenland von 59 Prozent aus, für Spanien von knapp 56 Prozent. Die Statistik hat nur einen Schönheitsfehler: Sie zählt junge Leute, die in der Ausbildung sind, mit zu den Arbeitslosen. "

"Zum Glück gibt es im Datenwust von Eurostat aber auch noch andere Zahlen. Und die zeigen: Rechnet man die jungen Leute, die noch in der Schule sind, oder an der Uni oder in einer anderen Form der Ausbildung, aus der Statistik, dann sind weit weniger junge Menschen in Europa beschäftigungslos. In Spanien sind es rund 20 Prozent, in Griechenland knapp 18 Prozent. Das ist immer noch viel, ja zu viel, aber eben nicht so unvorstellbar viel wie oft suggeriert wird. "

http://www.wdr5.de/sendungen/profit/s/d/28.05.2013-18.05/b/stichwort-wirtschaft-130528.html

Klar sind um die 20 % auch noch zu viel - aber irgendwie nervt mich diese Statistik dann doch.

Lestard
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Mag ich Mag ich nicht

1

28.05.2013 - 22:10 Uhr
Lestard

"Unternehmen brauchen einen Anreiz, damit sie Ausbildungsplätze für Jugendliche schaffen. Und was könnte ein besserer Anreiz sein als Geld?"
Was besser wäre? Die Aussicht darauf, dass jemand die Produkte, die das Unternehmen herstellen möchte, auch kauft bzw. sich leisten kann. Genau daran fehlt es und mit jeder neuen Lohnsenkung sinkt auch die erwartete und reale Nachfrage weiter. Hier wird wiedereinmal nur Angebotspolitik gemacht und deshalb wird es wiedereinmal nicht funktionieren. Die Höhe ist dann, das ganze auch noch "New Deal" zu nennen, obwohl Roosevelt genau das Gegenteil von dem gemacht hat, was sich unser Finanzminister heute so vorstellt.

Digital_Data
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Mag ich Mag ich nicht

0

30.05.2013 - 17:04 Uhr
Digital_Data

Lestard sagte:
Was besser wäre? Die Aussicht darauf, dass jemand die Produkte, die das Unternehmen herstellen möchte, auch kauft bzw. sich leisten kann. Genau daran fehlt es und mit jeder neuen Lohnsenkung sinkt auch die erwartete und reale Nachfrage weiter. Hier wird wiedereinmal nur Angebotspolitik gemacht und deshalb wird es wiedereinmal nicht funktionieren.


Gratuliere. Damit hast Du die Lücke im System des Kapitalismus entdeckt. Man denkt nicht nachhaltig. Der einzelne Betrieb erwirtschaftet Marktanteile von der Konkurrenz in dem er billiger ist, durch diesen Faktor interessiert es ihn (zunächst) nicht, ob es weniger Konsumenten gibt, die seine Produkte kaufen können. Er denkt, durch den niedrigeren Preis wird er schon mehr Konsumenten finden.

Verlagert Nokia seine Produktion von Deutschland nach Rumänien, dann geht hier ein Arbeitsplatz mit 2.000 Euro verloren und dort entstehen dafür (vielleicht) zwei für je 150 Euro. Insgesamt gehen so weltweit 1.700 € Kaufkraft verloren. Das interessiert natürlich niemand, denn es wirkt sich nicht direkt aus bzw. in den sinkenden Verkaufszahlen sieht man nicht warum Kunden nicht mehr kaufen. Man will billiger als die Konkurrenz sein und meint, damit lösen sich alle Probleme.

Digital_Data

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christian-helten

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