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wollmops
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Mag ich Mag ich nicht

3

14.05.2013 - 18:37 Uhr
wollmops

Da rennst Du bei mir offene Türen ein. Wahrer Luxus: zehn Minuten mit dem Rad zur Arbeit.

Cios
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Mag ich Mag ich nicht

2

14.05.2013 - 18:45 Uhr
Cios

Dann kann die Autorin froh sein. Ich bin auch in einer Kleinstadt gelandet - und freue mich auf den Tag, an dem ich diese Stadt verlasse und sie aus meinem Wortschatz / meinen Erinnerungen und so weiter auslöschen kann. :)

marquez
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Mag ich Mag ich nicht

0

14.05.2013 - 18:59 Uhr
marquez

Nach Passau wegen der Arbeit, versucht, mir die 15 Monate schön zu reden, hat nicht geklappt. Schöne Stadt, sicher auch nett zum Studieren, aber durch Studium/Schule lernt man immer leichter Leute kennen, da wird fast jeder Ort heimelig.

Als Arbeitender ist es ungleich schwieriger. In Kleinstädten scheint die Altersgruppe 25-40 nicht existent zu sein.

eisengrau
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Mag ich Mag ich nicht

4

14.05.2013 - 19:16 Uhr
eisengrau

Tja, da können wir uns die Hand geben, ich bin auch nie Berliner geworden, auch wenn das mal mein Traum war. Mich hat es in eine nicht ganz so kleine, aber doch sehr kleinstädtisch geprägte Stadt mittlerer Größe verschlagen. Und auch wenn das alles richtig ist, was Du sagst, - kurze Wege, fehlende Anonymität, Sicherheit & Gemütlichkeit- darf man doch nicht unter den Tisch fallen lassen, was einem an der Kleinstadt auch ziemlich sauer aufstoßen kann:

- Piefigkeit und fehlender Gestaltunsgwille der Bevölkerung, Stolz auf Überkommenes und Verweigerung gegenüber Neuem

- eine alles beherrschende, stark gefärbte Lokalzeitung, bei der man nicht weiß, was schlimmer ist: wenn sie einen ignoriert oder wenn sie einen wahrnimmt

- Zusammenhalt im Guten wie im Schlechten. Keiner warnt Dich vor dubiosen Geschäftpartnern und unseriösen Händlern, denn die kennen sich alle aus dem Sandkasten und eine Krähe hackt der anderen bekanntlich kein Auge aus.

- überhaupt Kontakt zu Einheimischen: Du kennst in erster Linie mal andere Zugezogene. Von der angestammten Bevölkerung kommst Du vielleicht an diejenigen näher ran die an Dir verdienen: Deine Vermieter, Dein Bäcker, Dein Wirt, Dein Sachbearbeiter auf dem Amt etc.

- die Fußball-Falle: ob Du auf '60 oder Bayern München oder den SSV Reutlingen stehst oder als Zugereister auf den örtlichen Verein oder überhaupt nicht auf Fußball: Du kannst dabei nur verlieren. Der einizige Gewinner ist der, der in der betreffenden Stadt geboren und Anhänger "unseres" Vereins ist.

und natürlich:

- das Imageproblem: Egal wie intelligent, kreativ, verrückt oder rebellisch Du bist: Wann immer Du eine Großstadt betrittst, bist Du die Landpomeranze, der man nicht mal zutraut, dass sie sich die Schuhe binden kann. Wenn Du hingegen in Berlin gewohnt hast - und sei es nur für ein Jahr - kannst Du so dumm sein, dass es raucht, Du hast überall den Mondäne-Großstadt-Bonus.

Ach ja, und selbstredend, dass sich nach 22 Uhr nirgendwo mehr was zum Essen findet.

wollmops
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Mag ich Mag ich nicht

3

14.05.2013 - 19:33 Uhr
wollmops

eisengrau sagte:
- das Imageproblem: Egal wie intelligent, kreativ, verrückt oder rebellisch Du bist: Wann immer Du eine Großstadt betrittst, bist Du die Landpomeranze, der man nicht mal zutraut, dass sie sich die Schuhe binden kann. Wenn Du hingegen in Berlin gewohnt hast - und sei es nur für ein Jahr - kannst Du so dumm sein, dass es raucht, Du hast überall den Mondäne-Großstadt-Bonus.

Bei mir nicht. Ein Sparkassenangestellter / Zahnarzt / Künstler / Tierpfleger / Lehrer kann in Berlin oder in Klein-Kleckelsberg wohnen, er bleibt doch ein Sparkassenangestellter / Zahnarzt / Künstler / Tierpfleger / Lehrer. Ich seh den Einfluss der Wohngegend auf die Persönlichkeit nicht so wirklich.

eisengrau
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0

14.05.2013 - 19:38 Uhr
eisengrau

wollmops sagte:
Bei mir nicht. Ein Sparkassenangestellter / Zahnarzt / Künstler / Tierpfleger / Lehrer kann in Berlin oder in Klein-Kleckelsberg wohnen, er bleibt doch ein Sparkassenangestellter / Zahnarzt / Künstler / Tierpfleger / Lehrer. Ich seh den Einfluss der Wohngegend auf die Persönlichkeit nicht so wirklich.


Na, Du vielleicht nicht. Aber der Galerist, die Firma oder die Marketing-Agentur nimmt lieber eine egal wie trübe Tasse aus der Hauptstadt als den Fachmann aus der Kleinstadt.

wollmops
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14.05.2013 - 19:41 Uhr
wollmops

eisengrau sagte:
Na, Du vielleicht nicht. Aber der Galerist, die Firma oder die Marketing-Agentur nimmt lieber eine egal wie trübe Tasse aus der Hauptstadt als den Fachmann aus der Kleinstadt.

Hast Du das so erlebt oder meinst Du das nur? das müsste dann aber eine ziemlich depperte Firma sein.

alcofribas
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Mag ich Mag ich nicht

1

14.05.2013 - 19:42 Uhr
alcofribas

Hast du ne Ahnung, wo überall und wie häufig es in Berlin nach Bratwurst riecht.

Digital_Data
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Mag ich Mag ich nicht

0

14.05.2013 - 19:44 Uhr
Digital_Data

Zwar hört sich @eisengrau s Anmerkungen zunächst plausibel an, mit der Zeitung hat er absolut Recht, aber was ist in München. Man liest dort auch nur selten etwas aus dem eigenen Viertel und kleine Veranstaltungen oder Ereignisse, über die die Lokalpresse berichtet, verschwinden in Großstädten einfach vöölig.

Ich beschreib's mal mit dem Unterschied zwischen Oktoberfest und Dult in Landshut. Man muss nicht reservieren, es ist nie komplett überlaufen, es ist billiger, keine dummen Touris und man trifft immer jemand, den man kennt. Und so ist es mit der Kleinstadt auch.

Entscheidend für die Kleinstadt ist aber auch, dass dort Aktivität ist. Dort ist Landshut wirklich gesegnet. Stadtspektakel, Kunstnacht, Nacht der blauen Wunder, Kurzfilmfest, zwei Dulten, Altstadtfest, es gibt Zeiten, da ist wirklich jedes Wochenende irgendwas und auch noch auf hohem Niveau. Kurzfilmfest, eines der größten Deutschlands, Stadtspektakel eines der größten Europas, Landshuter Hochzeit (wohl größtes der Welt).

Aber noch etwas ist wichtig. Kommt man zu Fuß oder maximal mit dem Rad in die Stadt, dann ist man dort regelmäßig. Muss man erst ins Auto oder in die öffentlichen Verkehrsmittel, dann ist man dort eben nur selten, da siegt der innere Schweinehund. Eine Kleinstadt kann man nur dann genießen, wenn man nah am Kern wohnt. In der Großstadt ist das eigentlich gar nicht möglich. Da kann man nur das eigene Viertel genießen, das ist aber eben noch weniger als die Kleinstadt. Dieses oft in der Stadt sein ist aber wichtig, dort trifft ma Leute, dort bekommt man mit was los ist.

Digital_Data

eisengrau
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14.05.2013 - 20:04 Uhr
eisengrau

wollmops sagte:
Hast Du das so erlebt oder meinst Du das nur? das müsste dann aber eine ziemlich depperte Firma sein.


Ich erleb das schon so, in München und im Kulturbetrieb einiger anderer Städte. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass ein Kulturreferat jemanden in gehobener Position einstellt oder zum Projektleiter eines größeren Festivals macht, der seine Lorbeeren in Bruchsal oder Dillingen/ Donau eingefahren hat. Da muss schon mindestens Berlin draufstehen.

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