13.03.2013
Nachdem gestern Abend alle Vorbereitungen doch länger gedauert haben als erwartet und die Kinder nachts zu uns ins Bett gekommen sind, bin ich müde und schlapp. Heute morgen dann Spannnung und Erwartung beim größeren Kind und bei uns: wird es sich freuen? Die Erinnerung an letztes Jahr, als das Kind sehr krank und unglaublich schlecht gelaunt war und sich über seine Geschenke gar nicht freute, steht mir noch lebhaft vor Augen. Übrigens auch der Tag vor sechs Jahren, ich bin wahrscheinlich die Einzige, die daran denkt: an das Wegdämmern, das aufgeplustert pulsierende CTG, das Allein- und Gefangensein in diesem Körper.Das Kind packt langsam alle Geschenke aus, das schönste zum Schluss. Es sieht, dass wir im letzten halben Jahr hingehört haben, begutachtet die Anhänger, freut sich sehr über die Geschenkbänder. Es ist nun so groß geworden, dass es sich sofort still für sich mit den Geschenken beschäftigt, keine Vermittlung mehr braucht. Auch der Schulranzen passt, zu unserer Erleichterung. Schön ist das Kind geworden, wo es vorher niedlich war, und von einer rätselhaften, hintergründigen Klugheit. Das kleinere Kind, dem wir drei Schokobons co-geschenkt haben, erklärt mit gesenktem Kinn und engagiert aufgerissenen Augen, es wolle dem Geschwisterkind eines davon abgeben. Dafür unterbricht es uns beim Singen und ich werde sofort wieder ärgerlich. Ich bin im Moment sehr gereizt, was die Unterbrecherei angeht.
Da wir sehr früh aufgestanden sind, ist genügend Zeit, um noch etwas rumzubummeln. Angenehm. Ich kann im Moment so überhaupt nicht hasten.
Im Kindergarten haben sie neulich "Vater, Mutter, Kind" gespielt. Allerdings konnten sie sich nicht einigen, wer Vater und wer Mutter spielen soll. Sie haben kurzerhand beschlossen, eine Regenbogenfamilie zu sein.
Traum: Mein Vater, Bruder und ich haben unsere Mutter klonen lassen. Nun sitzt da ein fremder, anderer, unbekannter Mensch und wir wissen ganz genau, dass das nicht sie ist. Aber wir sagen zueinander: wenigstens ihren Körper haben wir wieder. - Beim Aufwachen mildes Entsetzen, einerseits, weil der Traum so widerlich ist, andererseits, tiefgrabender, weil ich sie in meiner Jugend zu oft und ohne Erklärung wirklich so erlebt habe.
Habe wenig Kraft und dabei echten horror vacui. Nicht enden wollender Winter.

Königstein, März 2013
Klemperer ausgelesen, ein Häkeltuch begonnen, endlich die Häkeldecke vom letzten Winter fertig verstochen. Ausflug nach Altseidnitz und zum Trümmerberg, den Töplerpark entdeckt und vor allem den Flutgraben/alten Elbarm wiedergesehen, eine sagenhaft schöne Stadtlandschaft.
Die Kinder spielen fast ausschließlich Rollenspiele a la Trenk, sehr lange und ausdauernd, nur selten mit Streit.

- 13.-20. Mai: Löwen 22.05.2013
- 13.05 - 20.05.2013 20.05.2013
- 13.5.2013 - Gefroren 13.05.2013
- 6.-12. Mai 2013: Countdown 13.05.2013
- 06.05 - 12.05.2013 12.05.2013
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Meine Mutter... beichtet mir heute noch das sie nachts an meinem Geburtstag "Wehen" hat... 34 Jahre später.
Ich selbst sehe immer noch das kleine "Äffchen" auf dem Arm der Hebamme das mit erstaunlich großen offenen Augen die Welt begutachtet. Und kaum erblickt es mich zu lächeln beginnt. Das sind jetzt fast 8 Jahre später... wo meine Frau bei der Geburt war weiß ich nicht mehr... Ich hab zum Geburtstag meines Kindes nur dieses eine Bild wirklich vor Augen, zugegeben wahrscheinlich komplett verklärt und beschönt.
die bücher schauen mich immer mit diesem leicht vorwurfsvollen blick an der sagt "jaja, warst ja sooo enthusiastisch beim ersten band...und dann??"
shafty sagte:
du hast den ganzen klemperer gelesen? großen respekt!
die bücher schauen mich immer mit diesem leicht vorwurfsvollen blick an der sagt "jaja, warst ja sooo enthusiastisch beim ersten band...und dann??"
*hüstelt betreten*
entschuldigt, wenn ich da jetzt arg blöd nachfragen muss.
shafty sagte:
du hast den ganzen klemperer gelesen? großen respekt!
die bücher schauen mich immer mit diesem leicht vorwurfsvollen blick an der sagt "jaja, warst ja sooo enthusiastisch beim ersten band...und dann??"
Ich hab die Tagebücher leider nicht gelesen, aber was sehr gut von ihm ist, ist LTI (leicht satirisch über die Sprache des "Dritten Reichs").
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13.03.2013 - 12:53 Uhr
chrinamu