28.02.2013 - 18:30 Uhr

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„Das kann ich auch!“

Text: nadja-schlueter - und Lena Niethammer; Collage: Katharina Bitzl

Das frostige Winterwetter treibt die einen in die Berge, die anderen in die Museen. Manche Menschen trifft man dort unter Garantie. Eine Handreichung für den nächsten Museumsbesuch


Der Kenner
Dort triffst du ihn: Mindestens einmal im Monat in allen drei Pinakotheken und in der Städtischen Galerie im Lenbachhaus.
Darum geht er ins Museum: Der Kenner kennt sich aus. Er interessiert sich im höchsten Maße für Kunst und ihre Beschaffenheit, für Künstler und Epochen, Strömungen und Trends. Er ist immer über aktuelle Ausstellungen informiert, trägt die Münchner Jahreskarte für Museen stets bei sich (falls er auf dem Heimweg vom Einkaufen Lust auf einen Baselitz hat) und verplant seine Wochenenden mit Museumsausflügen. Seine Freunde kennen das schon und drücken sich gerne davor, ihn zu begleiten – aber ab und zu findet er doch jemanden (vor allem kulturell interessierten Besuch aus anderen Städten), den er durch die Pinakotheken schleusen und vor dem er mit seinem geballten Wissen glänzen kann.
So erkennst du ihn: Der Kenner hat immer einen Katalog, die neueste Publikation zum Museum oder eine besonders gute zu einem einzelnen Künstler unter dem Arm und studiert die Texte ebenso eingehend wie die Ausstellungsstücke. Oft trägt er einen Schal, auch, wenn es gar nicht kalt ist. In jedem Museum hat er seine Lieblingsräume, in denen er seiner Begleitung (wenn er denn eine hat) gerne und laut die einzelnen Werke erklärt. Ist er allein, wendet er sich manchmal sogar an jemanden, der zufällig neben ihm steht. Er kennt sich bis ins kleinste Detail mit dem Künstler und seiner Biografie, mit dem Werk und seiner Bedeutung aus. Und mit dem Raum und seiner Komposition. Ach, überhaupt mit allem!
Das sagt er: „Die Pinakothek der Moderne wurde erst 2002 eröffnet, Stephan Braunfels hat sie entworfen, du weißt schon, der der die ‚München leuchtet‘-Medaille in Gold bekommen hat, na, und zur Eröffnung wurde dann die Skulptur Buscando de la Luz von Eduardo Chillida aufgestellt, von dem ist auch die Skulptur vorm Bundeskanzleramt und 1959 hat er...“
Das hat er zu Hause an der Wand hängen: Der Kenner leiht sich Kunstwerke aus der Artothek aus, für die große freie Wand in seiner Wohnung. Oder er hat dort eine Reproduktion eines Gemäldes von Rauschenberg hängen, auf die er lange gespart hat.
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nadja-schlueter

ist jetzt-Mitarbeiterin und hat diesen Beitrag verfasst.