20.02.2013 - 18:30 Uhr

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wir bauen eine brücke nach armenien.

Text: das_maedchen

Alles begann Ende November 2012, als Marlies mir anbot, das Weihnachtsprojekt „Wir bauen eine Brücke nach Armenien“ mit mir zu starten. Ich erkundigte mich, recherierte, fragte und entschied mich, dass wir warme Kleidung und Decken an armenische Familien austeilen sollten, da der Winter, besonders hier in Gyumri, sehr kalt ist.
Durch den Einsatz und die Hilfe von meiner Famlie, meinen Freunden und natürlich Marlies wurden sagenhafte 10 riesige Pakete (durchschnittlich je 15kg schwer) mit nützlichen Dingen gefüllt und auch eine große Summe an finanziellen Spenden kam zusammen.
Leider gab es einige Verzögerungen mit dem Versand, wie dem „Embargo Libiya“, das uns in die Quere kam und angeblich jeglichen Postverkehr von Österreich nach Armenien streichen wollte. Nichts desto Trotz, schafften es die Pakete am 21. Jänner nach Jerewan, wo wir sie dann endlich abholen konnten. Via Taxi und Zug beförderten wir sie mithilfe von fleißigen Freiwilligen nach Gyumri, wo ich dann voller Staunen die wirklich schöne Kleidung sortierte und austeilbereit machte. Ich hatte eine Liste von einem sozialen Zentrum in Gyumri mit 56 Familien, die auf Hilfe angewiesen waren, jedoch kamen im Laufe meines Austeilens immer mehr dazu. Ich wusste, dass nicht genug für alle übrig sein wurde und so wählte ich vorwiegend Familien mit vielen Kindern und in Kontainerhäuser lebende Menschen aus.
Was ich in den folgenden Wochen sah, war sehr schockierend. Die Verhältnisse, in denen manche Familien leben müssen, sind katastrophal. Vor allem in die stickigen Kontainer, die man sich wie primitive Blechbusse vorstellen kann, wo ein Raum als Ess-, Schlaf-, Wohnzimmer, Küche und Badezimmer dient, Einblick zu bekommen, war eine ganz besondere Erfahrung.
Menschen erzählten uns Geschichten, die einen wirklich tief berühren und man hat fast ein schlechtes Gewissen, dass man nur so wenig für sie tun kann. Dennoch empfingen sie unsere Hilfe mit größter Freude und Dankbarkeit, die uns wieder das Herz erwärmten.
Für alle, die sich für die Statistiken interessieren: Wir haben innerhalb 4 Wochen exakt 41 Familien aufgesucht, wobei das schwerste daran war, die Adressen ausfindig zu machen. Armenier haben anscheinend Null Orientierung und kennen nicht mal ihre Nachbarschaft.
Seit einiger Zeit bin ich in Kontakt mit der Caritas in Gyumri, da mich nach meinen Erkenntnissen über die Armut hier in Gyumri auch ihre Projekte interessieren und ich wissen wollte, was man konkret dagegen tut.
Ich stoß auf ein bereits seit 6 Jahre bestehendes Projekt namens „Warm Winter“. Der Zweck ist, das Heizkosten für den Winter übernommen werden und somit Strom-, Gas- oder Ölrechnungen direkt bezahlt werden. Somit ermöglicht man vielen Familien ein halbwegs beheiztes Wohnen, welches hier nicht selbstverständlich ist, denn Wörter wie „Zentralheizung“ sind vielen fremd. Auch ich heize mit einem elektrischen Heizstrahler, der mehr als eine Stunde braucht, um einen Raum auf angenehme Temperaturen zu bringen und zu gefährlich ist, dass man ihn in der Nacht eingeschaltet lässt.
Ich dachte mir, dass es eine gute Idee wäre, das Geld einem größeren Projekt zu übergeben, da ich mich ehrlich gesagt ein wenig überfordert fühlte. Mir wurde ein Einblick in das ganze Geschehen gegeben und Flora, die Verantwortliche für „Warm Winter“, berichtete, dass sie die Summe mit offenen Armen entgegennehmen würde. Flora arbeitet mir über 600 Familien und leider stapeln sich die Anträge auf finanzielle Unterstützung auf ihrem Schreibtisch Tag für Tag. Mit unserer Spende kann 6 Familien (pro Familie wird mit ca. 80€ gerechnet) geholfen werden und ihnen die Sorgen ums Heizen erleichtert werden.
In weiterer Folge vermeidet man auch Krankheiten und andere Probleme und Beschwerden.
Da es weit mehr Familien gibt, denen geholfen werden könnte, lassen wir das Spendenkonto weiterhin offen und falls sich jemand noch gerne für dieses spezielle Caritas-Projekt einsetzen möchte, wären wir euch mehr als dankbar.
Nichts von dem allem wäre ohne die Unterstützung von zahlreicher Armenier, die uns als Übersetzer begleiteten, den anderen freiwilligen Helfern aus meinem Jugendzentrum, euren großzügigen Spenden und natürlich all meinen großen und kleinen Helferleins aus Österreich inklusive meiner Familie, der Familie Stoppacher, meinen Freunden und Bekannten und allen anderen, die ich vergesse, zu erwähnen, möglich gewesen! Ich danke euch allen herzlichst! „Schat Schnorhagalutjun!“
Falls noch Fragen, Anregungen, Interesse oder Unterstützung zu unserem äußerst erfolgreichen Projekt auftauchen sollten, bitte schreibt mir.
Wir würden uns sehr freuen!

mitmachen und waerme schenken. eure marlies.
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1 Kommentar
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MountMcKinley
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Mag ich Mag ich nicht

0

16.04.2013 - 15:17 Uhr
MountMcKinley

Man kann nur froh sein, dass es solche Menschen wie Euch gibt - der "OttoNormalBürger" ist wohl leider viel zu selbstbezogen...weiter so *

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