Neue Emotionen braucht das Netz
Das “Bin auf dem Sprung”-Emoticon

Wenn bei einem Freund bei Skype, Facebook oder sonstwo das Zeichen für “ist online” blinkt, ist das, als würde man diesen Freund auf der Straße sehen. Man kann sich Hallo sagen und sich ein Weilchen unterhalten. Allerdings sieht im Chat niemand, woher der Freund gerade kommt und wohin er gerade will. Beim Treffen auf der Straße sieht man, ob jemand auf den Bus wartet und sich wahrscheinlich über eine Unterhaltung freut, oder ob er gerade die Straße entlang hetzt und nicht lange smalltalken will. Online fehlen solche Informationen. Man bräuchte also ein Emoticon, das signalisiert, dass man gerade in Eile oder auf dem Sprung ist. Dann kann man eine Unterhaltung ganz einfach abwürgen.
Das „Warte kurz“-Emoticon
Chatten ist immer dann anstrengend, wenn man heftig diskutiert. Manchmal hat man zum Beispiel sein Argument noch nicht zu Ende getippt, bevor der Gesprächspartner schon sein nächstes rausgeschossen hat. Um den anderen zu stoppen, damit er einem nicht ins digitale Wort fällt, kann man schnell „Warte!“ oder „Stopp!“ schreiben. Charmanter wäre es aber, wenn man einen freundlichen Smiley hätte, der zum Beispiel mit der Hand eine Wortmeldung oder ein ähnliches Zeichen macht, das dem anderen signalisiert, dass man noch nicht fertig ist. Das würde den Frieden wahren und schneller ginge es auch.
Das Spontanerrektion-Emoticon

Soziale Netzwerke werden ja von den meisten Profis vor allem dazu genutzt, sich in Szene zu setzen, sei das mit einem Duckface-Selbstportrait, höchst intellektuellen Postings oder Neid erregenden Fotos von köstlichen Gerichten. Und weil man nicht immer alles nur ignorieren kann, sollte es ein Emoticon geben, das einerseits wohlwollend anerkennt, dass sich da jemand wirklich Mühe gegeben hat, andererseits demjenigen schon auch zu verstehen gibt, dass man jetzt nicht wirklich vor Neid erblasst daneben steht. Das Spontanerektion-Emoticon könnte diese Funktion übernehmen: Ja, ich finde sehr schön, was du uns da zeigst, aber deswegen musst du jetzt nicht sofort ausflippen.
Das Schulterzuck-Emoticon
Früher, als man noch mit icq chattete, schrieb man, wenn man ratlos war, „kA“. Das bedeutete „Keine Ahnung“ und man konnte sich den, der das getippt hatte, mit hochgezogenen Augenbrauen und zuckenden Schultern, die Handflächen nach oben gedreht, vorstellen. Einen passenden Smiley zur Buchstabenkombination „kA“ hat aber noch keiner erfunden. Okay, in seltsamen Internetforen wurden schon mal welche gesichtet. Aber ein hübscher, animierter mit einem niedlich-ahnungslosen Gesichtsausdruck, der fehlt noch. Den könnte man immer gut gebrauchen, wenn jemand „Was ist denn mit XY los?“ oder „Wieso hast du denn den Quatsch jetzt gemacht?“ fragt, um sich damit ganz und gar putzig aus der Affäre zu ziehen.
Das Körperklima-Emoticon

Gerne teilt man mit, wenn man gerade das Gefühl hat, dass das eigene Temperaturempfinden nicht im angenehmen Bereich liegt. „Ich friere“ oder „Mir ist schrecklich warm“ sagt man mindestens so oft wie „Ich bin müde“ oder „Ich habe Hunger“. Darum braucht es einen Smiley, der schwitzt (und zwar nicht aus Angst, den gibt es schon vielerorts) und ein rotes Gesicht hat, und einen, der bibbert und ein bisschen blau ist.
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