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bearwithbrains
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Mag ich Mag ich nicht

0

19.02.2013 - 14:42 Uhr
bearwithbrains

arizonadeux sagte:
Mandelbrote sagte:
Du solltest dich im Vorfeld damit abfinden, dass eine Gegenanzeige erfolgt und eine Verurteilung wegen dieser Vorwürfe wesentlich wahrscheinlicher ist als eine erfolgreiche Klage deinerseits.
Ansonsten gilt (wie meisten): NICHT mit der Polizei reden, lass das einen Anwalt machen.

Es muß aber trotzdem eine richtige Vorgehensweise geben. Mich damit "abzufinden," daß ich komplett machtlos bin, finde ich zynisch und nutzlos--so einen Ansicht akzeptiere ich nicht.


Im Prinzip stimme ich Dir zu. Aber was willst Du machen? Ich weiß selbst nicht, ob ich ruhig bleiben könnte, wenn ich aus heiterem Himmel von einem Polizisten angegriffen würde, wie es dieser Frau passiert ist...

bennib
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Mag ich Mag ich nicht

-2

19.02.2013 - 15:19 Uhr
bennib

bearwithbrains sagte:
Im Prinzip stimme ich Dir zu. Aber was willst Du machen? Ich weiß selbst nicht, ob ich ruhig bleiben könnte, wenn ich aus heiterem Himmel von einem Polizisten angegriffen würde, wie es dieser Frau passiert ist...


Darum geht's ja - jedem zweiten hier ist bewusst, dass der Polizist im Normalfall fein raus kommt. Statt ne Veränderung zu wünschen, gibt man sich mit dem ab... warum genau?
Wie hier schon erwähnt wurde, wär eine Kennzeichnungspflicht der erste Ansatz. Selbst wenn ein Hobbyfilmer die Aktion zur Überführung filmen will, so sind die Polizisten doch oft vermummt und im Nachhinein nicht erkennbar.
Ein weiterer guter Punkt ist das Thema, das im Interview behandelt wird: Eine unabhängige Organisation/Platform zur Überprüfung der Fälle.

Ansonsten gilt in solchen Situationen: "Wenn Recht zu Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht."
Wenn ein ungerechtfertigter Übergriff gesehen wird, sollte dem Opfer gegenüber der Polizei geholfen werden. Auf einer Demo recht einfach, bei dem Beispiel mit der Frau schwierig (war innerhalb der Polizeistation soweit ich mich erinnern kann).

Sonst ist das ein altbekanntes Problem: Mensch. Manche sind - schon vorm Polizeidienst - ein Freund des Knüppels und Feinde anderer Weltanschauungen. Da kann man gut das Ventil öffnen - gerade mit dem Gewissen, unerkannt zu bleiben und der richtigen Ausrüstung.

Mandelbrote
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Mag ich Mag ich nicht

0

19.02.2013 - 17:24 Uhr
Mandelbrote

bearwithbrains sagte:
arizonadeux sagte:
Mandelbrote sagte:
Du solltest dich im Vorfeld damit abfinden, dass eine Gegenanzeige erfolgt und eine Verurteilung wegen dieser Vorwürfe wesentlich wahrscheinlicher ist als eine erfolgreiche Klage deinerseits.
Ansonsten gilt (wie meisten): NICHT mit der Polizei reden, lass das einen Anwalt machen.

Es muß aber trotzdem eine richtige Vorgehensweise geben. Mich damit "abzufinden," daß ich komplett machtlos bin, finde ich zynisch und nutzlos--so einen Ansicht akzeptiere ich nicht.


Im Prinzip stimme ich Dir zu. Aber was willst Du machen? Ich weiß selbst nicht, ob ich ruhig bleiben könnte, wenn ich aus heiterem Himmel von einem Polizisten angegriffen würde, wie es dieser Frau passiert ist...


Das ist natürlich richtig und verständlich. Allerdings sollte dir bewusst sein, dass jegliche Gegenwehr deine momentante Situation nur verschlimmern wird. Mir Gewalt kommst du da nicht raus.

Digital_Data
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2

20.02.2013 - 01:16 Uhr
Digital_Data

Zumindest eine Nummer zur Identifikation von Polizisten und eine manipulationssicher Videomitschnitt, aus dem Polizeiauto, bei Verhören etc. wären längst mal angebracht. Uns Bürgern wird ja auch immer erzählt, wer nichts zu verbergen hat braucht eine Überwachung nicht zu fürchten. Interessant, dass das zwar für den unschuldigen Bürger, nicht aber für Polizisten und Richter gilt.

Digital_Data

Mandelbrote
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-1

20.02.2013 - 02:21 Uhr
Mandelbrote

Digital_Data sagte:
Zumindest eine Nummer zur Identifikation von Polizisten und eine manipulationssicher Videomitschnitt, aus dem Polizeiauto, bei Verhören etc. wären längst mal angebracht. Uns Bürgern wird ja auch immer erzählt, wer nichts zu verbergen hat braucht eine Überwachung nicht zu fürchten. Interessant, dass das zwar für den unschuldigen Bürger, nicht aber für Polizisten und Richter gilt.

Digital_Data


Die Liste mit den Klarnamen/Nummern verschwindet sicher gerne mal. Kennt man ja von Videos wo die Kamera in den entscheidenen 10 Sekunden einen "Wackelkontakt" hatte.

MojoMenges2
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0

20.02.2013 - 10:36 Uhr
MojoMenges2

arizonadeux sagte:
Eine gute Frage wäre: wie soll man als Bürger eigentlich vorgehen, wenn man bei einem Protest dabei ist und sich von Polizisten falsch behandelt fühlt? Wie kann man agieren, um ein Urteil und/oder eine Entschädigung möglichst wahrscheinlich zu machen, z.B. wegen Körperverletzung oder Sachbeschädigung (Kamera usw.)?


Goldene Regel für alles: Zeugen direkt ansprechen, Name und Telefonnummer geben lassen. Von so vielen wie möglich.

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2

20.02.2013 - 10:54 Uhr
MojoMenges2

bennib sagte:

Darum geht's ja - jedem zweiten hier ist bewusst, dass der Polizist im Normalfall fein raus kommt. Statt ne Veränderung zu wünschen, gibt man sich mit dem ab... warum genau?
Wie hier schon erwähnt wurde, wär eine Kennzeichnungspflicht der erste Ansatz. Selbst wenn ein Hobbyfilmer die Aktion zur Überführung filmen will, so sind die Polizisten doch oft vermummt und im Nachhinein nicht erkennbar.


Der einzelne Polizist muss nicht erkennbar sein. Als Beamter im Dienst muss das Land für ihn gerade stehen, wenn er Scheiße baut. Die Identifikation ist natürlich bei der internen Ermittlung hilfreich, aber für das Opfer erstmal unerheblich.

bennib sagte:

Ansonsten gilt in solchen Situationen: "Wenn Recht zu Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht."


Blödsinn. Wir leben in einem Land mit 80 Millionen Bundesbürgerinnen und -bürgern, die sich alle stets im Recht fühlen .... würde ja bedeuten, dass jede Verkehrskontrolle mit zivilem Widerstand begegnet werden müsste.

Auf das "subjektive Unrechtsgefühl" des gemeinen Bürgers, das ihn vermeintlich zum Widerstand "verpflichtet", gebe ich einen feuchten Dreck.

Ob Unrecht Unrecht ist, entscheiden daher gottseidank die Gerichte, und nicht Demonstranten, Wutbürger oder Fußballfans.

Dr_Wolf
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1

20.02.2013 - 11:44 Uhr
Dr_Wolf

MojoMenges2 sagte:
Ob Unrecht Unrecht ist, entscheiden daher gottseidank die Gerichte, und nicht Demonstranten, Wutbürger oder Fußballfans.


Diese Definition von Unrecht bezieht sich genau auf die Zeit in der deutsche Gerichte eben nach "Recht und Gesetz" unter anderem Hans und Sophie Scholl zum Tode verurteilt haben und den millionenfachen Holocaust schön brav in Paragraphen gegossen und die Gerichte haben schön blind nach geltendem Recht geurteilt. Der Spruch "Wo Unrecht Recht wird, wird Widerstand Pflicht" bezieht sich auf genau diese Situation.

Zum Thema Polizeigewalt denke ich liegt das Problem tatsächlich auch in den Ermittlungsverfahren und in den Gerichten. Wenn die Frau des SPD-Abgeordneten Herrn Maget, eine ältere Dame die nun wirklich nicht im Verdacht steht Polizeifeindlich oder der linksautonomen Szene nahe zu stehen sagt, sie habe mit eigenen Augen gesehen wie ein Polizist den bereits auf dem Boden liegenden Flüchtenden nochmals unnötig getreten habe und "zufällig" diese Szene aus der Aufnahme fehlt, weil sie herausgeschnitten wurde... dann ist das für mich eher ein Indiz dass hier nachträglich Beweise vernichtet wurden und nicht dass im Zweifel für den Angeklagten entschieden wird. Wenn ein angetrunkener Farbiger in einer Zelle verbrennt, weil er ohne Feuerzeug gefesselt in einer Ausnüchterungszelle sitzt und ein Polizist schaltet den Feueralarm ab, dann ist das relativ eindeutig Mord und nicht fahrlässige Tötung durch unterlassen. Vor allem wenn Monate später ein Feuerzeug ohne DNA des Opfers in der Aservatenkammer auftaucht und dafür herhalten soll, dass er sich gefesselt, selbst in Brand gesteckt haben soll... Wenn Polizisten im KuKluxKlan Mitglied sind, dann ist da sehr dringender Handlungsbedarf, einmal bei den Gesetzgebern, wir brauchen eine unabhängige Stelle, die eben NICHT zur Polizei gehört und wir brauchen eine Staatsanwaltschaft für speziell diese Fälle und wir brauchen vor allem andere Urteile. Ein prügelnder ausrastender Choleriker hat nichts in einem Job mit Waffe und Gewaltmonopol verloren und gehört nicht nur versetzt sondern raus!

MojoMenges2
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2

20.02.2013 - 13:37 Uhr
MojoMenges2

Dr_Wolf sagte:

Diese Definition von Unrecht bezieht sich genau auf die Zeit in der deutsche Gerichte eben nach "Recht und Gesetz" unter anderem Hans und Sophie Scholl zum Tode verurteilt haben und den millionenfachen Holocaust schön brav in Paragraphen gegossen und die Gerichte haben schön blind nach geltendem Recht geurteilt. Der Spruch "Wo Unrecht Recht wird, wird Widerstand Pflicht" bezieht sich auf genau diese Situation.


Na und? Was soll der "Verweis"? Sollen wir Richter lynchen, wenn uns ihre Urteile nicht passen? Die Kanzlerin in die Luft jagen, wenn die Politik nervt? Oder nur "Bullen aufmischen", weil "Polizeistaat"?

Wer definiert denn jetzt Recht und Unrecht? Wer mit großen Worten und Ansprüchen um sich wirft, sollte die Frage beantworten können.

bennib
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Mag ich Mag ich nicht

-2

20.02.2013 - 13:51 Uhr
bennib

MojoMenges2 sagte:
Der einzelne Polizist muss nicht erkennbar sein. Als Beamter im Dienst muss das Land für ihn gerade stehen, wenn er Scheiße baut. Die Identifikation ist natürlich bei der internen Ermittlung hilfreich, aber für das Opfer erstmal unerheblich.


Dem Opfer ist genauso wenig geholfen, wenn "das Land gerade steht". Im Zweifelsfall sogar weniger, wenn das Land genauso gerade steht wie der Polizist weiterhin im Dienst.

MojoMenges2 sagte:
Blödsinn. Wir leben in einem Land mit 80 Millionen Bundesbürgerinnen und -bürgern, die sich alle stets im Recht fühlen .... würde ja bedeuten, dass jede Verkehrskontrolle mit zivilem Widerstand begegnet werden müsste.

Auf das "subjektive Unrechtsgefühl" des gemeinen Bürgers, das ihn vermeintlich zum Widerstand "verpflichtet", gebe ich einen feuchten Dreck.

Ob Unrecht Unrecht ist, entscheiden daher gottseidank die Gerichte, und nicht Demonstranten, Wutbürger oder Fußballfans.


Ich rufe hier ja nicht spontan zum zivilen Ungehorsam von 80 Mio. Menschen auf. Genauso wenig dazu, sich jeder Verkehrskontrolle zu widersetzen. Es ging hier aber darum, dass ein Polizist einem Mensch ins Gesicht schlägt. Oder noch krasser der Fall in NRW, bei dem das Opfer durch die Polizei querschnittsgelähmt wurde. Wenn du das nicht als Unrecht siehst, tust du mir schon leid. Oder sollten Frauen ausschließlich von Polizisten geschlagen werden dürfen?

Natürlich sollten die Justiz weiterhin über Recht und Unrecht entscheiden und keine Fußballfans. Was aber, wenn die Täter gerichtlich nicht zu fassen sind, weil die Gesetze für sie gemacht sind? Was, wenn Gerichte falsche Urteile fällen (Beispiele wurden ja bereits genannt)?

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