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Nemoline
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Mag ich Mag ich nicht

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16.02.2013 - 00:30 Uhr
Nemoline

Natürlich merkt man erst dann, dass man Probleme mit einer Sprache hat, wenn man gezwungen ist, diese im Alltag zu benutzen. Wenn ohne diese Sprache keine Kommunikation möglich ist.
Und dann merkt man, dass das Englisch aus der Schule und vielleicht auch Büchern und Filmen nicht unbedingt alltagstauglich ist.

Ich glaube, es ist völlig normal, dass man am Anfang in einer englischsprachigen Umgebung völlig überfordert ist. Und dann gibt es drei Wege, damit umzugehen: Probleme ignorieren und einfach reden, bewusst reden und aktiv lernen und sich verkriechen.
Wirklich gut ist nur der mittlere, denn nur so macht man Fortschritte.
Gib dir Zeit, die echten Fortschritte merkt man nicht sofort, sondern das dauert vielleicht einige Monate oder Jahre und gerade die erste Zeit ist extrem anstrengend.

Mir ist noch nach 4 Jahren in den USA sehr häufig bewusst, dass ich mit meinem Akzent schwierig zu verstehen bin und immer wieder Vokabeln meines Gegenübers nicht verstehe. Und gerade, wenn es emotional wird, bin ich auf Englisch manchmal noch völlig überfordert, auch wenn ich im Alltag natürlich inzwischen ganz entspannt zurecht komme. Aber ich weiß noch gut, dass am Anfang jeder Einkauf eine Herausforderung war und ich froh war, mal die Tür hinter mir zu schließen und kein Englisch mehr reden zu müssen.
Auch ich war nie gut in Vokabel-Lernen, aber inzwischen kann ich über viele Themen ganz entspannt plaudern, einfach, weil ich dazu gezwungen bin, mein Englisch zu benutzen.

Mach einfach weiter, bitte deine Kollegen, dich ab und zu auf deine häufigsten Fehler hinzuweisen (nicht ständig, das behindert die Kommunikation und frustriert nur). Dann wirst du auf Dauer dazulernen und schnell flüssiges Englisch sprechen können. Ich habe vieles von einem Kollegen gelernt, der sich über meine Fehler amüsiert hat. Dann hat er mir erklärt, warum das für ihn witzig ist, wir haben gemeinsam gelacht und ich hatte wieder etwas gelernt und zwar nachhaltig. Also einfach den Witz erklären lassen und mitlachen, so lernst du positiv.
Vieles lernt man auch unbewusst, nur davon, dass man es immer wieder richtig hört, auch als Erwachsener. Nur bleiben die Fehler, über die du dich geärgert hast, eher im Gedächtnis als die richtigen Sätze, die einfach im Alltag kommen. Wahrscheinlich ist dein Englisch schon deutlich besser als noch vor einigen Monaten, als du die Stellen angetreten hast.

MojoMenges2
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16.02.2013 - 09:43 Uhr
MojoMenges2

Eine gute Maßnahme wäre die Abschaffung der Synchronisierung von Filmen zugunsten von Untertiteln. So wie bei den Niederländern und Flamen.

Nicht nur, dass man die Sprache ein wenig leichter lernt, es entfallen diese gruseligen Momente, wenn Deutsche kultige Filmzitate oder Witze englischsprachiger Produktionen auf deutsch vortragen, oder zu übersetzen versuchen, die leider im englischen Original ganz anders lauten und z.T. einen ganz anderen Sinn haben.

Da dreht sich's mir im Magen um.

jurette_
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16.02.2013 - 10:49 Uhr
jurette_

Mir geht's da ganz genauso. Fremdsprachen sind mir ein graus.

chrinamu
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16.02.2013 - 10:53 Uhr
chrinamu

Mein schottischer Freund, also im weitesten Sinne ein Muttersprachler, sagt auch immer "I didn't went" - und wundert sich, wenn ich das lustig finde.

Und schlechtes Englisch ist tausendmal besser als Komplettverweigerung des Fremdsprachensprechens, weil man denkt, es nicht gut genug zu können...

alcofribas
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16.02.2013 - 12:29 Uhr
alcofribas

MojoMenges2 sagte:
Eine gute Maßnahme wäre die Abschaffung der Synchronisierung von Filmen zugunsten von Untertiteln. So wie bei den Niederländern und Flamen.
.


Eine gute Maßnahme wofür? Jetzt mal vom dramaturgischen / Kohärenzaspekt abgesehen?

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-1

16.02.2013 - 12:43 Uhr
alcofribas

Ich muss in dem Zusammenhang immer an meinen Englischlehrer und meinen Französisch-Prof denken, ersterer meinte immer "Deutscher Schwachsinn wird nicht sinnvoll, wenn man ihn ins Englische prügelt", zweiterer "wer wirklich etwas zu sagen hat, wird auch verstanden, wenn er das in seiner Muttersprache tut".

Und genau das ist der Punkt, denke ich, indem man mehr auf das rekurriert, WIE etwas gesagt wird ("gutes" Englisch, "perfekte Präsentation") erweckt man den Eindruck, inhaltliches Flachwasser könnte durch einen guten Auftritt wettgemacht werden. Vielleicht sollten wir alle nur noch Photoshop, Powerpoint und Schauspiel studieren, dann wird der Rest auch egal :)

yummiloco
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16.02.2013 - 13:37 Uhr
yummiloco

mir geht es genauso mit spanisch. ich kriege keinen satz gradeaus hin, obwohl ich es jahre in der schule hatte und für längere zeit in spanien war. mein englisch ist dagegen recht gut und hat mich oft im umgang mit manchen spaniern gerettet :)

MojoMenges2
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16.02.2013 - 15:33 Uhr
MojoMenges2

alcofribas sagte:

Eine gute Maßnahme wofür?


Um den Deutschen das Englische näher zu bringen. Hab' noch keinen Holländer getroffen, der nicht mindestens Englisch konnte, meist noch Deutsch dazu (dank Derrick).

alcofribas
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16.02.2013 - 16:01 Uhr
alcofribas

MojoMenges2 sagte:
alcofribas sagte:

Eine gute Maßnahme wofür?


Um den Deutschen das Englische näher zu bringen. Hab' noch keinen Holländer getroffen, der nicht mindestens Englisch konnte, meist noch Deutsch dazu (dank Derrick).


Und es ist Aufgabe von Fernsehsendern / Kinos "den Deutschen" "das Englische" näherzubringen?

da stellen sich mir halt ein paar Fragen:
Ist das wünschenswert bzw. ein Wert an sich?
was ist "das Englische"? Das bei Sherlock oder das bei True Blood?
wer sind "die Deutschen"? alle vom - sorry - Hauptschüler bis zum Akademiker? was ist mit denen, die Englisch nicht können oder lernen wollen?
und ja, gemeinhin wird behauptet, Niederländer oder Skandinavier würden besser Englisch sprechen als "wir". Aufgrund der sprachlichen Verwandtschaft sicher, wir "Deutschen" sprechen auch "besser" Englisch als Italiener und Franzosen.

Trotzdem fällt mir auf, und das scheint mir doch ein bißchen der Hintergrund des Ganzen zu sein, das Deutschland, trotz seines schlechten Englisch und obwohl wir drauf bestehen, dass alles synchronisiert wird, sich international doch ganz gut durchschlägt, wirtschaftlich, politisch, teilweise auch kulturell. Hat dann wohl doch andere Gründe als ein möglichst fließendes Englisch. Und nein, das ist nun nicht so chauvinistisch gemeint, wie es sich anhört. ich spreche zwei Fremdsprachen einigermaßen fließend, eine dritte mit anwendbaren Grundkenntnissen und bei zwei drei anderen reichts zum Zeitunglesen. ich habe noch niemanden getroffen, mit dem ich mich nicht hätte verständigen können. Mehr muss nicht, ich bin nämlich weder Übersetzer, noch muss ich Verkaufsverhandlungen in der Fremdsprache führen oder Verträge formulieren.

MojoMenges2
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16.02.2013 - 16:25 Uhr
MojoMenges2

alcofribas sagte:

Und es ist Aufgabe von Fernsehsendern / Kinos "den Deutschen" "das Englische" näherzubringen?


Wenn Bildungsauftrag, warum nicht durch originalsprachige Filme? Ob Untertitel oder Synchronübersetzung, der Unterschied ist m.E. reine Gewöhnungssache.

In Deutschland sieht man OmU leider nur auf ARTE ... okay, mit DVDs ist es zumindest Originalsprache mittlerweile im Heimkino möglich ...

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lars-weisbrod

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