Ein trauriger Fernsehkoch und eine Papst-Prophezeiung
Diese Woche haben wir Filme ausgewählt: Wir lernen neue Kochmethoden kennen, bekommen Tipps von Mr. T und Informationen über ein Hipster-Medikament - und werden erleuchtet von einer Prophezeiung, die erläutert, was Gangnam-Style mit dem Rücktritt von Benedikt XVI. zu tun hat.
Der künstliche DrehbuchautorCleverbot ist ein Programm und gleichzeitig eine künstliche Intelligenz, mit der sich jeder Mensch unterhalten kann. Und nicht nur der Mensch profitiert von dieser Unterhaltung, die bisweilen unheimliche Züge annimmt, weil sie so perfekt die menschliche Interaktion imitiert, sondern auch das Programm, weil es bei jeder Interaktion mit Menschen dazulernt. Der Filmemacher Chris R. Wilson war ebenfalls sehr von Cleverbot fasziniert und beschloss, gemeinsam mit dem AI-Programm ein Drehbuch für einen Kurzfilm zu schreiben. Das Ergebnis ist – sagen wir: gewöhnungsbedürftig.
Der traurigste Fernsehkoch der Welt
Steven Reed ist mit Sicherheit der traurigste Fernsehkoch der Welt – noch vor Alfons Schuhbeck und Anthony Bourdain. Auf Youtube bringt er Menschen, denen es noch schlechter geht als ihm, bei, wie man in der Mikrowelle Fertigprodukte aufwärmt. Eines seiner Top-Rezepte: Ein Chili-Chees-Dip für Nacho-Chips. Man nehme ein Glas Dip-Käse und ein wenig Fertig-Chili, erhitze beides in der Mikrowelle und rühre die beiden Zutaten anschließend zusammen, fertig ist ein herzhaftes Mahl für wenig Geld, mit dem man bis zu sechs Personen glücklich machen kann, sofern sie keinerlei Anspruch an sich selbst oder ihre Nahrung haben. Sehr spitzfindige Internet-Profis glauben natürlich nicht, dass so jemand wie Steven Reed tatsächlich existiert, sondern vermuten dahinter eher eine sehr subtile humoristische Auseinandersetzung mit dem Fernsehkoch-Phänomen, möglicherweise aus dem Kosmos um Tim Heidecker und Eric Wareheimer stammend. Belegen lässt sich diese Vermutung nicht, weshalb wir jetzt einfach davon ausgehen, dass es einen so traurigen Fernsehkoch wie Steven Reed in unserer Welt tatsächlich gibt und wir das aushalten müssen.
Unpretentiousil
Eigentlich ist es ja mittlerweile so: wer sich laut über Hipster beschwert, ist eigentlich selber noch viel nerviger als die paar Hanseln, die tatsächlich noch diesen ironischen Lebensstil pflegen. Weil aber der Werbespot für das Anti-Hipster-Mittel „Unpretentiousil“ so nett gemacht ist, erlauben wir noch ein letztes Mal an dieser Stelle Hipster-Bashing. Aber dann ist wirklich für immer Schluss!
Der T!
Der hat den sozialen Netzuwerken noch gefehlt: Mr. T. In letzter Zeit hat er seine Anstrengungen in der digitalen Welt aber ziemlich nach oben gefahren. Seit etwa einem Monat ist der goldkettenbehangene Achtzigerjahre-Muskelprotz auf Twitter vertreten, seit vergangener Woche hat er einen eigenen Kanal auf Youtube. Unter dem Motto „Ask Mr. T“ beantwortet er in der rauen Schreistimme eines Wrestlers Fragen seiner Follower. Völliger Quatsch natürlich, aber herrlicher Quatsch, das muss man ihm lassen.
Psy hat den Papst auf dem Gewissen
Diesen Herrn haben wir in den fünf Filmen schon mal vorgestellt. Damals machte er mit einem wunderbaren Song für Mitt Romney auf sich aufmerksam. Da er sich in Religionsfragen wahnsinnig gut auskennt, musste er natürlich auch seinen Senf zum Rücktritt des Papstes kundtun. Eine „Tragödie“ sei das natürlich, aber eine, die er, tadaa, vorhergesehen habe. Der Rücktritt, so lernen wir in seinen Ausführungen, sei nämlich die Erfüllung der sogenannten "Gangnam-Style-Prophezeiung", die wiederum besagt, dass Gangnam-Style-Rapper Psy der Antichrist ist und nicht unschuldig am Ende des Pontifikats von Benedikt XVI. Diese Argumentationskette sollte man sich nicht entgehen lassen!
- Ein Dreier mit dem Paperman 22.03.2013
- Ein bisschen Harvard-Luft 15.03.2013
- Sexy Zombies mit Keksmaschine 27.02.2013
- Fünf Filme: 3D-Stifte und Teenager-Zimmer 21.02.2013
- Fünf Filme: Herzensangelegenheiten und Pendler-Romantik 06.02.2013
Mehr Texte von jetzt.de liest Du jeden Montag in der Süddeutschen Zeitung - außerdem donnerstags im Lokalteil der SZ. Du kannst die SZ zwei Wochen kostenlos testen - du musst nicht einmal kündigen!
woher soll ich denn jetzt wissen, wann das dran ist?! herjeh.
addictedToSleep sagte:
ich hab jetzt 2 mal das "koch"video geschaut und er macht das ominöse pulver aus dem beutel an KEINER stelle in den reis!!!!! woher soll ich denn jetzt wissen, wann das dran ist?! herjeh.
hahahahaha!
Du konntest das zweimal anschauen !?!? Respekt !!
Digital_Data
Digital_Data sagte:
@addictedToSleep
Du konntest das zweimal anschauen !?!? Respekt !!
Digital_Data
das erste mal aus neugierde...
das zweite mal um zu überprüfen, ob ich das mit dem gewürzpulverzeugs nicht nur verpasst hatte.
ich könntes aber auch noch 56789 mal ansehen, schön beruhigend.









0
13.02.2013 - 02:16 Uhr
Digital_Data
Ich glaube es ist schon eher Schluß, das entsprechende YouTube-Konto wurde gelöscht.
Digital_Data