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drachenreiter
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Mag ich Mag ich nicht

3

09.02.2013 - 01:28 Uhr
drachenreiter

Durch die ganze Negativität, die hier raussprudelt, hätte ich beinahe den Artikel überhaupt nicht mehr gelesen und hätte viele wahre Worte zwischendrin verpasst...

Auch wenn mir das im Großen und Ganzen bekannt ist, was du hier schreibst, und ich nicht unbedingt alle deine Ansichten über die sogenannte Paramedizin teile, tut es doch gut zu sehen, dass auch andere verstehen: die meisten von uns haben verlernt, inne zu halten und mal auf sich zu lauschen, und das kann man wieder lernen.


Aber warum muss dieses ganze Schimpfen und Ablehnen hier mit rein, um diese Einsichten kund zu tun? Da kann man beim Lesen ja schon gleich richtig wütend werden, weil Du einem Deine Aggressionen so aufdrückst.

Statt dich an verfloskelten Ausdrucksweisen von Atemtherapeuten festzuhalten, könntest Du doch auch hinnehmen, dass andere vielleicht Umwege gehen möchten oder müssen, um zu ihrer Selbstwahrnehmung zu gelangen. Zwischendurch auf seinen Atem zu achten und dadurch einfach mal die ganzen Reize unbeachtet zu lassen, die uns im Alltag umgeben und die ganzen Konzepte fallen zu lassen, die unser Hirn sonst von früh bis spät auf Trab halten, ist doch trotz aller werbewirksamer Sprüche über Ganzheitlichkeit immernoch hilfreich.

Es täte deiner Nachricht an die Mitmenschen keinen Abbruch, das ganze Gefluche über unfähige Leute und deiner Ansicht nach überflüssige Dinge einfach wegzulassen.

Ganz im Gegenteil..ich bin sogar der Meinung, dass du der Klarheit jener Nachricht damit schadest. Erstens lädst du Menschen ein, mitzufluchen und sich auf die Fehler anderer zu konzentrieren, anstatt mal zu sich selbst zu kommen.
Und zweitens, was denkst du wohl, wie jemand reagiert, der auf der Suche nach Verständnis für sich selbst solche Atemkurse besucht und zwischendurch deinen Text liest? Der wird sich doch furchtbar ärgern, weil er seine Bemühungen durch deine Aussagen abgewertet sieht.
Hättest du stattdessen einfach gesagt: "Hey, es ist eigentlich doch garnicht so kompliziert, Ihr braucht das alle doch nicht", würde so jemand sich deine vielleicht eher anhören..

Bashira
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Mag ich Mag ich nicht

1

09.02.2013 - 09:42 Uhr
Bashira

Es gibt sogar Darm-Meditationen.
Aber mal abgesehen davon. Viele Menschen haben die einfachsten Dinge im Leben verlernt. Ich denke nicht, dass man da irgendjemandem einen Vorwurf machen darf.
Und die Tatsache, dass viele daraus Profit schlagen, ist ebenso logisch.
Aber - und das beruhigt dennoch ein wenig - das Bewusstsein vieler Menschen erwacht schön langsam. Zumindest gibt es eine gewisse Nachfrage.
Und wenn ich erst mal eingesehen habe, dass ich vor lauter Herumhetzen, vorm PC sitzen, im Fernsehen zappen usw. nix mehr spüre, ist ja schon der erste Schritt getan.
Ansonsten muss ich drachenreiter recht geben, der Anfang vom Text ist so negativ, dass man zuerst gar nicht mehr weiterlesen möchte. Also erst tief durchatmen, dann schreiben ;)

sinaasappel
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Mag ich Mag ich nicht

1

09.02.2013 - 12:24 Uhr
sinaasappel

@drachenreiter @Bashira Also ich kann mit dem Tonfall des Textes schon leben ;-) Ein bisschen Geschimpfe zur rechten Zeit...

Aber im Ernst, spätestens mit Kindern muss man aufhören, an der einen Stelle Raubbau zu betreiben (sprich: bis halb elf im Büro sitzen z. B.) und zur Kompensation an der anderen Stelle Selbstoptimierung zu betreiben (sprich: ein ganzes Wochenende Atemseminar...). Die Umstände verlangen dann einfach, dass man weniger macht, spontaner und flexibler ist und sich zwischendurch seine kleinen Pausen nimmt, damit man bis zum Abend durchhält.

Und wenn's um die beschriebenen Seminare geht: der Haken ist doch oft (wie auch an der ganzen einschlägigen Literatur zur Selbstorganisation etc.), dass sie einem meistens auch wieder gefühlten Druck machen: das jeweilige Konzept/Programm/die 7 Punkte/12 Schritte, was weiß ich, durchzuhalten, ist auch wieder eine Anstrengung, von der man eigentlich eine Pause bräuchte...

drachenreiter
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Mag ich Mag ich nicht

3

09.02.2013 - 17:47 Uhr
drachenreiter

@sinaasappel

Oh ja, sehr wahr! Viel von dem Stress, den man erlebt, und von der Unzufriedenheit die die meisten trotz allen beruflichen und sonstigen Erfolgs mit ihrem Leben verspüren, geht darauf zurück, dass man alles, aber auch alles mit Erwartungen an sich selbst angeht. Immer ist da eine Anforderung, die eingehalten, ein Ziel, das erreicht werden muss.

Wie ein Freund von mir mal sagte:

"Hopp, hopp, saunen, Aufguss, abkühlen, zack zack, entspannt euch, und zwar ein bisschen schneller, wenn's geht - wir wollen schließlich nachher noch meditieren!"

MrOptimist
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Mag ich Mag ich nicht

0

15.02.2013 - 10:09 Uhr
MrOptimist

Ich möchte hier noch kurz zwei weitere "Atemaspekte" aufführen, die im Artikel nicht vorkommen und wahrscheinlich nicht wahrgenommen werden:

Autogenes Training und Musik

1. Autogenes Training:
Als Kind war ich (nach Erzählungen, ich kann mich leider nicht mehr daran erinnern) ein starker Stotterer. Durch das Autogene Training und Logopädie habe ich das Stottern komplett ablegen können.
Dabei wurde mir unter anderem beigebracht, wie man "richtig" atmet. Dieses richtige Atmen kann man nur bewusst machen und damit lassen sich (wie oben beschrieben) auch sehr gut körperliche UND psychische Spannungen lösen.
Aber ich hätte das nicht alleine schaffen können und bin der Meinung, dass es sehr gut ist, wenn man so etwas bei einem Profi (natürlich nicht ein Wunderheiler oder sonstiger HokusPokus) wie z.B: Logopäde lernt.

2. Musik:
Ich spiele Posaune; Blasmusik (traditionell und modern), Jazz, Ska und Reggae.
Als Blasmusiker (egal ob Blech oder Holz) muss man zwingend lernen richtig zu atmen, um seinen Ton wohlklingend zu gestalten und um ihn halten zu können. Diese Atemübungen und das Bewusstsein, das sich zur Atmung bildet, hilft mir persönlich nicht nur beim spielen, sondern auch allgemein.
Wenn man einmal gelernt hat richtig zu atmen, kann man das auch in Stresssituationen wiederholen! Da ich dieses Atmen mit "Musik machen" verbinde, kann ich so ein positives Gefühl erzeugen und mich damit beruhigen.

MfG
MrOptimist

Süddeutsche Zeitung

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