08.02.2013 - 14:13 Uhr

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Heute

Text: pitz

Ich in der Küche beim Essenkochen: stehe an der Spüle, das Nudelsieb in der Linken, die Rechte in der Hosentasche, der heiße Wasserdampf schlägt mir ins Gesicht, vor dem Fenster dicke Schneeflocken im taumelnden Fall. Werfe die Nudeln (die, die wie Kopfteile winziger Skaphander aussehen) hoch und lasse sie dann ins Sieb niederklatschen, um alles Wasser abzuschütteln. Ich bin frei!, frei von solchen für mich komplett unnützen Dingen wie Frömmigkeit, Patriotismus, akademischem Ehrgeiz, jahrhundertealter Familientradition und dem Zwang, die Hausordnung machen zu müssen. Graue Cordhose, leicht abgewetzt, die grünen tschechischen Hausschuhe, schwarzes Longsleeve, das Brummen des Kühlschranks.

Gestern Abend I'm not there geschaut, rein gar nichts kapiert, großartiger Film. Cate Blanchett ist umwerfend, erinnert mich an meine erste Liebe, ein Junge wie ein Mandelhörnchen. Bin sehr aufgeregt wegen des Films!

Der Termin mit R.A.N.: Das Dilemma, als junger Mensch schon eine echte Autorität, mehr noch, einen Würdenträger darzustellen. Er ist sehr professionell, freundlich, vollendete Manieren, was mir schockierend angenehm ist. Verfügt mit Leichtigkeit über mir vollkommen fremdes Wissen, erklärt kurz und einleuchtend. Sein Zimmer ist überraschend sachlich, die Wände mit Esche getäfelt, auf dem blauen Teppichboden noch ein zusätzlicher roter Läufer, der etwas lebensmüde aussieht, ein Glastisch mit Kunstgoldgestänge als Mittelpunkt einer schwarzen Sitzgruppe. Die Einrichtung wirkt wie zufällig zusammengestellt, Ansammlung verschiedener Spenden. R.A.N. übergeht alles mit Professionalität und Manieren. Mir stellt sich die Frage, ob er länger hier bleibt oder bald in eine andere Stadt weiterzieht.

Gestern, beim Abendbrot, quietscht das kleinere Kind wieder mit dem Holzstuhl rum und unterbricht mich beim Reden. Ich nehme es an den Oberarmen, ermahne es, sage: Schau mich an! Das Kind schaut mich an, zieht die Augenbrauen hoch, lässt die Wimpern flattern. Ich denke, du Schlunk, so kriegst du mich nicht!, und rede ungerührt weiter. Die Wimpern flattern und flattern wie die Flügel einer empört kakelnden Ente, die Augen des Kindes wirken sehr groß und sehr rund, hell und schön, es schaut so richtig lammfromm und dann ... muss ich doch lachen.



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Mag ich Mag ich nicht

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09.02.2013 - 19:17 Uhr
freitagsmachichfrei

und immer wieder kriegen sie uns, diese Kinder

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pitz

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