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ts66
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Mag ich Mag ich nicht

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10.02.2013 - 10:36 Uhr
ts66

Digital_Data sagte:
ts66 sagte:
Die Situation in Spanien und Griechenland ist vor allem dadurch entstanden, das niemand Lust hatte, den Regierungen weiter Geld zu leihen. Und nur geliehenes Geld hat diese Volkswirtschaften am Leben gehalten. Es ist doch nicht so, dass Griechenland 2007 eine gesunde Wirtschaft gehabt hätte - die waren damals schon völlig Pleite und konnten sich nur über Kredite und Bilanzmanipulation am Leben halten.

Dies Art der Gescichtsklittierung ist unglaublich.


Griechenland z.B. hatte in den Jahren 2003 bis 2007 ein regelmäßiges Wachstum von 5 bis 6 %. Unter dieser Voraussetzung war die Verschuldung angemessen. Das Wachstum brach bereits 2008 und noch deutlicher 2009 ein. Die Schuld dafür liegt nicht bei Griechenland, sondern bei den Banken. Rechnet man das Wachstum in der Größenordnung weiter, dann war die Verschuldung selbst 2011 in Prozent zum BIP nicht höher als 2007.


Griechenland hat die Zahlen über das wahre Wirtschaftswachstum und die Verschuldung gefälscht. Ein Wirtschaftswachstum, das rein Schuldenfinanziert ist, und nur den Konsum von Importgütern betrifft, ist nur ein Strohfeuer. Dafür haben sie jetzt schöne neue Uboote.

Schau mal hier hin: http://de.wikipedia.org/wiki/Griechische_Finanzkrise


Digital_Data sagte:
Jetzt könnte man noch fragen warum die Kreditwürdigkeit der PIGS herabgesetzt wurde. Durch die Krise wurden weltweit die Leitzinsen runter gesetzt auf 1 % und darunter. Damit konnte man mit verzinslichen Papieren kein Geld mehr verdienen. Es ist arg durchsichtig, dass genau in dieser Situation die Kreditwürdigkeit runtergesetzt wird, damit man entgegen der allgemeinen Zinssituation höhere Zinsen verlangen kann.

Wir werden hier von den Banken am Nasenring durch die Manege gezogen. Mit Fehlverhalten von Spanien oder Griechenland hat das wenig zu tun.


Oh ja, eine Verschwrungstheorie. Die Banken, gemeinsam mit den Ratingagenturen und den Regierungen und den privaten Anlegern, alle haben an einem Strang gezogen!


Digital_Data sagte:
Übrigens hatten wir in den 90ern Zinssätze von teilweise um die 9 % und die Staaten kipten nicht, heute heißt es auf einmal ab 6 % ist das für einen Staat ruinös. Komisch das.


Und wie groß war die Staatsverschuldung "in den 90ern"? Klärst Du vielleicht noch was die Begriffe Überschuldung, Zinslast, und Tilgung bedeuten, und wie sich steigende Zinsen darauf auswirken?
Durch sleektive Auswahl von Fakten lässt sich halt alles und nichts belegen.

Digital_Data sagte:
Aber schauen wir uns mal an, wer an der Immobilienblase z.B. in Spanien wirklich schuld ist. Wir haben einen einheitlichen Zinsatz in der Eurozone. Der war auch vor der Krise niedirig. Der war so niedirg, weil Deutschland das auch wegen Inflationsangst so wollte. Damit war das gut für Deutschland und auch etwas für Frankreich, aber schlecht für den Rest.

Das Problem ist nämlich, dass die EU für die Euro-Zone zwar eine einheitliche Inflationsrate angibt, dies aber faktisch so nicht ist. gerade in Staaten die geographisch eine abgelegene Position haben, fehlen durch Grenzünbertritte die ausgleichenden Mechanismen. Alle Euro-Staaten mit Probemen sind interessanterweise entweder Inseln oder Halbinseln.


Norwegen in seiner Randlage geht es sehr gut. Frankreich hat dagegen auch Probleme. Was den Problemstaaten gemein ist, ist dass sie es unterlassen haben den Sozialstaat und den Arbeitsmarkt zu reformieren - neben ein paar anderen Dingen. Die Schuld auf eine europäische Randlage zu schieben ist lächerlich in Zeiten, in denen wir unser Gemüse aus China bekommen. Und wenn ich meinen Kollegen in Spanien etwas Frage, dann muss ich auf die Antwort keine Woche warten - die kommt sofort.

Digital_Data
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Mag ich Mag ich nicht

1

10.02.2013 - 13:07 Uhr
Digital_Data

@ts66

Nun selbst wenn beim Wirtschaftswachstum in Griechenland getrickst wurde, wieso istd er Wert 2008/2009 abgestürzt. Hat man noch vor der Euro-Schuldenkrise mit dem tricksen aufgehört ?

Norwegen also. Was ist zwischen Norwegen und Deutschland und zwischen Spanien und Deutschland anders. Genau, Norwegen und Deutschland haben keine gemeinsame Währung, während Spanien und Deutschland eine gemeinsame Währung haben. Nicht Äpfel mit Birnen vergleichen. Wenn Probleme entstehen, dann können diese über die Wechselkurse ausgeglichen werden. Ist die Inflation in Norwegen groß und wird dort massenhaft investiert, dann entsteht Nachfrage nach der norwegischen Währung, damit steigt der Wechselkurs und irgendwann wird es unattraktiv. Dies funktioniert nicht, wenn man ein kleiner Teil eines Raumes ist, der die selbe Währung hat. Es findet trotz heftiger Investition keine Veränderung des Wechselkurses statt. Und innerhalb des Währungsraumes natürlich schon zweimal nicht. Das ist so trivial, dass es mich echt wundert, dass ich das hier erklären muss.

Aber schauen wir uns die Schweiz an. Der Schweizer Franken wurde zu hoch gegenüber dem Euro bewertet. Schweizer fuhren ins Ausland zum Einkaufen, das Herstellen von Waren wurde zu teuer. Ergebnis. der Schweizer Staat musste in den Wechselkurs eingreifen. Spanien kann das gar nicht.

Ende der 90er war die Staatsverschuldung in Deutschland bei 1.200 Milliarden. 9 % daraus sind 108 Mrd. Zinsen. Das war ertragbar. 2007 war die Staatsverschuldung bei 1.500 Mrd. bei 6 % wären das 90 Mrd. Zinsen und das ist ruinös ? Schauen wir für Griechenland. 2000 103,4 Mrd. Euro Schulden, bei 9 % sind das 9,3 Mrd. Zinsen. 2011 165,3 Mrd. Schulden, bei 6 % eine Zinslast von 9,918. Der Unterschied bei den Zinsen von weniger als 1 Mrd. entscheidet über ruinös oder nicht ? Interessant.

Digital_Data

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