„Stuttgart 21 – Abgründe eines Bahnhofsbaus“
Das Bundesverkehrsministerium distanziert sich von Stuttgart 21, woraufhin sich der Verkehrsminister von der Distanzierung distanziert - die Entwicklungen rund um den Bahnhofsumbau geben inzwischen genug Stoff für eine TV-Serie her. Es ist sogar schon ein erstes Exposé aufgetaucht.
Nur zur Erinnerung – im Endlosdrama Stuttgart 21 traten bereits auf: Zwei Konfliktparteien, einander so verhasst, dass Vermittlungsversuche zum Scheitern verurteilt sind. Demonstranten gegen die Staatsgewalt. Ein Stresstest, ein Volksentscheid und, last but not least, ein vom Aussterben bedrohter Käfer. Samt der jüngsten Entwicklungen klingt das doch nach dem ultimativen Stoff für ein großes TV-Ereignis. Und weil wir in Deutschland ja immer noch auf jene epische Fernsehserie warten, die den US-Produktionen ernsthafte Konkurrenz macht, hat eine ambitionierte TV-Produktionsfirma bereits ein Exposé entworfen. Welches uns exklusiv vorab zugespielt wurde.
Titel: Stuttgart 21 – Abgründe eines Bahnhofsbaus (Abgründe! Tiefbahnhof!! Mehrdeutigkeit!!!)
Darum geht’s: Vor dem Hintergrund der Irrungen und Wirrungen rund um das Großprojekt Stuttgart 21 wird ein Gesellschaftspanorama der Schwabenmetropole gezeichnet und damit auch eines der Bundesrepublik. „Stuttgart 21 – Abgründe eines Bahnhofsbaus“ spielt hauptsächlich zwischen 2010 und 2012, den Jahren, als der Konflikt um das Milliardenprojekt eskalierte. Die Serie spannt aber den ganz großen zeitlichen Bogen, vom Jahr 1988, als Verkehrswissenschaftler Gerhard Heimerl in einem Kämmerlein die ersten Ideen für Stuttgart 21 erdachte, bis zur geplanten Eröffnung des Bahnhofs 2020.
Darum geht’s auch noch: In Nebensträngen werden die Zusammenhänge mit anderen Großereignissen der Zeitgeschichte aufgedeckt. Der Fall der Mauer, 9/11 und die Wahl des ersten schwarzen US-Präsidenten können nämlich nicht in ihrer Gänze verstanden werden, versteht man nicht, was zu jener Zeit in Stuttgart geschah.
Darum wird die Nation gebannt vorm Bildschirm mitfiebern: „Stuttgart 21 – Abgründe eines Bahnhofsbaus“ wird die Zuschauer nicht mit Details aus Bauplänen und Genehmigungsverfahren langweilen oder überfordern. Stattdessen wird das Publikum von einer packenden Lovestory gefesselt, die von Anfang an zum Scheitern verurteilt scheint: Im Zentrum der Serie steht die Liebe zwischen dem ambitionierten Nachwuchspolitiker Florian und der leidenschaftlichen Baumschützerin Anna aus der alternativen Szene Stuttgarts. Florian gilt als politisches Talent, doch seine Karriere ist untrennbar mit dem Erfolg von Stuttgart 21 verknüpft. Als der Widerstand gegen die Pläne für den Bahnhofsbau immer stärker wird, schleicht sich Florian undercover auf ein Treffen der Stuttgart-21-Gegner, auf dem er sich unsterblich in Anna verliebt. Und auch Anna ist von Florian sofort angetan – sogar sein späteres tränenreiches Geständnis, dass am Anfang ihrer Liebe eine Lüge stand, schwächt ihre Gefühle für Florian nicht. Beide müssen die Beziehung allerdings vor ihrem jeweiligen Umfeld geheim halten. Als Annas Baumschützer-Freunde das Paar bei einem romantischen Picknick im Stuttgarter Schlosspark erwischen, wird sie von ihnen verstoßen. Anna wird daraufhin Teil des Stuttgarter Establishments und kämpft gemeinsam mit Florian für Stuttgart 21.
Die Struktur der Serie: Um den Anspruch der Serie zu verdeutlichen, das deutsche Pendant zu „The Wire“ zu sein, sind insgesamt fünf Staffeln geplant, die jeweils ein bestimmtes Milieu oder Umfeld der Stadt porträtieren: vom Rathaus über die Stuttgarter Niederlassung der Deutschen Bahn bis zu den mit dem Umbau beauftragten Bauunternehmen, von den Wutbürgern unter den einfachen Leuten bis zu Annas radikaler Öko-Kommune – „Stuttgart 21 – Abgründe eines Bahnhofsbaus“ wird zeigen, dass der Konflikts die ganze Stadt prägt und schließlich spaltet.
Wer wird die Serie drehen? Als Regisseur kommt kein geringerer in Frage als Dominik Graf persönlich. Nur er verfügt über ausreichend Erfahrung und Talent um sich des epischen Meisterwerks anzunehmen. Man munkelt zudem, dass schon sein Film „München – Geheimnisse einer Stadt“ aus dem Jahr 2000 für ihn nur ein Test war, um zu beweisen, dass er mit großem historischen Material umgehen kann. Der Grimme-Preis für „Stuttgart 21 – Abgründe eines Bahnhofsbaus“ wäre diesem Regisseur jedenfalls so gut wie sicher.
Die Besetzung: Setzt auf bekannte Stars aus Film und Fernsehen. Die Rolle des aufstrebenden Jungpolitikers Florian sollte an Matthias Schweighöfer gehen, bekannt aus dramatischen Filmklassikern wie „Kokowääh 2“ und „Mein Vater, die Tunte“. An seiner Seite wird voraussichtlich Karoline Herfurth als die attraktive Baumschützerin Anna zu sehen sein. Herfurth konnte ihr Talent und ihre Affinität zu deutscher Geschichte und Kultur bereits als Gänsemagd in der Märchenverfilmung „Acht auf einen Streich“ unter Beweis stellen. Als Krönung ist für die zweite Staffel bereits ein Gastauftritt von Iris Berben als Bundeskanzlerin geplant. Für die Nebenrollen sind ansonsten vorgesehen: Jürgen Vogel als Vater von Anna und Anführer der Wutbürger, der bei einem Kampf mit einem Wasserwerfer fast erblindet, Christoph Waltz als besonders böser Bahnchef, Florian David Fitz als Baumschützer und vor allem attraktiver Nebenbuhler von Schweighöfer. Sky du Mont als alle an der Geschichte beteiligten älteren männlichen Politiker, weil die sowieso niemand auseinander halten kann, Juchtenkäfer Anton als der Juchtenkäfer und Heiner Geißler als Heiner Geißler.
Die Til-Schweiger-Rolle: Als obligatorische Til-Schweiger-Rolle, die in keinem deutschen Film- und Ferseh-Hit fehlen darf, war die des Wutbürger-Anführers gedacht. Schweiger allerdings ließ bereits durchblicken, die Rolle sei ihm zu tiefgründig, zu „unsexy“ und der Text enthalte zu viele schwierige Worte. Deshalb wurde Jürgen Vogel angefragt, die Rolle zu übernehmen. Für Schweiger plant man stattdessen die Rolle eines Baggerfahrers auf der Bahnhofsgroßbaustelle, der in jeder zweiten Folge sein T-Shirt ausziehen darf.
Der Soundtrack: Zu jeder guten Serie gehört ein noch besserer Soundtrack. Er verleiht der Serie das richtige Image, bindet die gewünschte Zielgruppe an die Sendung und muss Kultpotenzial besitzen. Den Soundtrack zu „Stuttgart 21 – Abgründe eines Bahnhofsbaus“ wird daher die Crème de la Crème der Stuttgarter Musikszene liefern: Cro soll für die romantische Vertonung der Liebesgeschichte zwischen Anna und Florian sorgen, die Fantastischen Vier werden wohl den Protestsong der Wutbürger beisteuern und von Max Herre darf man eine kraftvolle Untermalung der zahlreichen Actionszenen erwarten.
Die Produktionskosten: Zu Beginn der Planung rechnete man mit Produktionskosten in Höhe von 4,330 Milliarden Euro. Allerdings dauern die Drehbucharbeiten nun schon länger als geplant und man kalkuliert bereits einen Schlichter für eventuelle Streitigkeiten zwischen Till Schweiger und Jürgen Vogel ein, sodass die Kosten bei rund 6,8 Millarden Euro liegen dürften.
Und wie geht es aus? Die Serie wird in einem großen, dramatischen Finale enden: 2020 ist der Bahnhof gebaut und soll eingeweiht werden. Florian und Anna haben einen Weg gefunden, die Bäume zu schützen, den Bau trotzdem zu ermöglichen und die Kosten dabei sogar noch zu senken. Nun stehen Baumschützer, Politiker, Bahnunternehmer und der Baggerfahrer gemeinsam an den neuen Gleisen und warten auf die Einfahrt des ersten Zugs. Doch in diesem Moment stürzt ein riesiger Meteorit vom Himmel und schlägt in die Bahnhofshalle ein. Florian und Annas Vater werden verletzt, sie kann nur einen retten. Doch weil sie sich nicht zwischen ihrem Vater und ihrer großen Liebe entscheiden kann, verliert sie beide. Durch einen Zufall erfährt Anna, dass Terroristen die Flugbahn des Meteoriten absichtlich auf den Bahnhof gelenkt haben. Die Baumschützerin schwört Rache.
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JoergAuch sagte:
Wenn man das Projekt wirklich noch stoppen will,soll man den Hauptbahnhof gleich ganz schließen und den Cannstatter Bahnhof zum Hbf ausbauen. Dann wäre wirklich was gewonnen.
Ist dann ein Tunnel zu Stuttgart Nord nötig ?
hinze sagte:
Ist dann ein Tunnel zu Stuttgart Nord nötig ?
Man könnte die Bahnstrecke im Wesentlichen auf bestehenden Strecken bzw. über das Gebiet das heute noch existierenden Bahnbetriebswerk leiten. Da müsste natürlich auch einiges um- und neugebaut werden, aber der Kopfbahnhof wäre dann weg, ohne das man ewig lange neue Tunnel bräuchte. Allerdings wäre dann die Flughafenanbindung nicht wie geplant möglich. Die Variante wurde in den 90ern auch angedacht (wie einige mehr) aber dann zugunsten von Stuttgart 21 verworfen.
(Kennst du dich in Stuttgart aus?)
JoergAuch sagte:
. (Kennst du dich in Stuttgart aus?)
ja:-)
und deswegen bin ich gegen s21.
und wenn ich am sonntag nach stuttgart fahre, dann ganz sicher nicht mit dem zug. den anblick der baustelle möchte ich mir gerne ersparen.
s21 kostet mehr als der berliner flughafen, wenn das nicht irre ist.....
der_sendlinger sagte:
s21 kostet mehr als der berliner flughafen, wenn das nicht irre ist.....
Das werden wir wohl erst in 10 oder 20 Jahren wissen ...
Übrigens soll Tegel jetzt für zig Millionen renoviert werden, weil sie nicht damit rechnen, dass BER in absehbarer Zeit fertig wird. :->
JoergAuch sagte:
der_sendlinger sagte: s21 kostet mehr als der berliner flughafen, wenn das nicht irre ist.....Das werden wir wohl erst in 10 oder 20 Jahren wissen ...Übrigens soll Tegel jetzt für zig Millionen renoviert werden, weil sie nicht damit rechnen, dass BER in absehbarer Zeit fertig wird. :->
das wissen wir (die es wissen wollen) heute schon, aber es gibt leute, die wollen es halt nicht wissen.
ist ähnlich wie mit der münchner s-bahn, es muss ein tunnel sein, bauträger: die bahn.









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05.02.2013 - 18:43 Uhr
vaus
http://www.fuenf.com/
anspieltip: mir im süden...